Methode

Quellen & Methode

Worauf diese Lesefassung beruht – und warum die Quellenwahl Konsequenzen hat.

Die Textgrundlage: Henning (1901)

Die Paraphrase auf dieser Seite basiert auf der Übersetzung von Max Henning, erstmals erschienen 1901 bei Reclam in Leipzig. Hennings Übersetzung war die erste vollständige deutsche Koran-Übertragung, die nicht aus lateinischen oder französischen Zwischenfassungen abgeleitet war, sondern direkt aus dem Arabischen. Sie ist heute gemeinfrei, weil Henning 1911 starb – die 70-Jahres-Frist nach europäischem Urheberrecht ist also lange abgelaufen.

Hennings Sprache ist elegant und stilistisch hoch, aber auch deutlich gealtert: viele archaische Wendungen („sprich!", „wahrlich, wahrlich"), gelegentlich biblisierende Bezüge zur Luther-Tradition, und stellenweise ungenaue Übertragungen, wo neuere philologische Erkenntnisse fehlten.

Genau deshalb basiert diese Seite auf Henning, gibt ihn aber nicht direkt wieder, sondern erzählt seine Verse in heutiger Sprache nach.

Warum keine andere Übersetzung?

Die meisten anerkannten zeitgenössischen Koran-Übersetzungen sind urheberrechtlich geschützt – wir dürften sie weder abschreiben noch eng paraphrasieren. Dazu gehören:

Wer den Koran ernsthaft studieren möchte, sollte mindestens zwei dieser Übersetzungen vergleichend lesen.

Worauf die Einordnungen beruhen

Die historischen, theologischen und exegetischen Einordnungen jeder Sure stützen sich auf etablierte Sekundärliteratur. Auch diese Werke werden nicht zitiert, sondern in eigener Formulierung zusammengefasst:

Wo Auslegungen umstritten sind

An vielen Stellen gibt es mehrere mögliche Lesarten – innerhalb des Islam (sunnitisch/schiitisch, traditionell/reformorientiert) ebenso wie zwischen islamischer und religionswissenschaftlich-säkularer Forschung. In den Einordnungen werden wichtige Alternativen genannt, ohne zu suggerieren, eine sei richtiger als die andere.

Eine Ausnahme: Wenn eine historisch fragwürdige Lesart (etwa antisemitische Engführungen des letzten Verses der Sure 1) traditionell verbreitet ist, wird das benannt – aber im Kontext, mit dem Hinweis auf moderne korrigierende Lesarten.

Was diese Seite nicht leisten kann

Aktualität & Fehler

Diese Seite wird laufend ergänzt – die Suren entstehen in mehreren Wellen, weil die längeren Texte (Sure 2 hat 286 Verse) sorgfältige Arbeit brauchen. Wer einen Fehler findet, eine wichtige Auslegung vermisst oder eine Quelle ergänzen möchte: gern eine kurze Mail an 301@seo-manager.info.