Alle 114 Suren des Korans

Der Koran hat 114 Suren mit zusammen 6.236 Versen nach der Kairoer Zählung. Die längste ist Sure 2 mit 286 Versen, die kürzesten haben drei Verse. Nach der heute üblichen Einteilung gelten 86 Suren als mekkanisch und 28 als medinensisch.

Ein langes Regal in einem stillen Lesesaal mit geschlossenen Lederbänden von sehr unterschiedlicher Dicke im Morgenlicht
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Der Koran hat 114 Suren, also Kapitel, die in Verse gegliedert sind [2]. Nach der Kairoer Zählung sind es zusammen 6.236 Verse [3]. Die Liste auf dieser Seite nennt jede Sure mit Nummer, deutschem Namen, Verszahl und der Zuordnung zu Mekka oder Medina. Jeder Eintrag führt auf eine eigene Seite mit dem ganzen Text Vers für Vers und einer Einordnung. Der deutsche Text ist eine Lesefassung von Alexander Müller nach der Übersetzung von Max Henning (1901). Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut.

Reihenfolge, Namen und Länge

Die Suren stehen nicht in der Reihenfolge ihrer Entstehung [2, 5]. Nach der kurzen ersten Sure folgen sie grob nach abnehmender Länge [5]. Die längste ist Sure 2, Die Kuh, mit 286 Versen. Die kürzesten haben drei Verse, nämlich Sure 103, 108 und 110 [3]. Wie grob die Ordnung ist, zeigt Sure 26 mit 227 Versen, die hinter Sure 25 mit 77 Versen steht [3].

Ihre Namen haben die Suren von Schlüsselwörtern aus dem Text, und für manche sind mehrere Namen gebräuchlich [2]. In der Liste stehen die deutschen Namen nach Henning, etwa "Die Öffnende" für Sure 1 und "Das geronnene Blut" für Sure 96 [1]. Einige Suren heißen in der Lesefassung nur nach den Buchstaben, mit denen sie beginnen: Sure 20 heißt "T. H.", Sure 36 "I. S." (bei Henning "J. S.") [1]. Der arabische Name steht in Umschrift in der Überschrift jeder Surenseite und in ihrer Adresse, etwa /suren/2-al-baqara/.

Mekka oder Medina

Die Angabe Mekka oder Medina ordnet eine Sure der Zeit vor oder nach der Hidschra zu, der Übersiedlung Muhammads nach Medina im Jahr 622 [4]. Nach der heute üblichen Einteilung, wie sie das Projekt Tanzil in seinen Daten führt, sind 86 Suren mekkanisch und 28 medinensisch [3]. Die medinensischen stehen vor allem vorn: Von den ersten neun Suren gehören sechs nach Medina, von den Suren 67 bis 114 nur vier (eigene Zählung in den Tanzil-Daten) [3].

Ein trockenes, felsiges Tal im Morgengrauen, ein schmaler Weg führt zu einer fernen grünen Oase aus Dattelpalmen
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Ältere Werke ordnen manche Suren anders zu. Henning nennt bei 21 Suren Medina als Ort [1]. Der Orientalist Theodor Nöldeke rechnete 24 Suren zu Medina und teilte die mekkanischen nach Stil und Inhalt in drei Perioden [6]. Eine genaue zeitliche Reihenfolge hält das Kleine Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung für unmöglich [2]. Wo die Quellen bei einer Sure auseinandergehen, nennt die Surenseite beide Angaben. Die Unterschiede im Einzelnen erklärt die Seite Mekkanische und medinensische Suren.

Was auf einer Surenseite steht

Oben stehen der deutsche und der arabische Name, die Nummer, die Zahl der Verse und der Ort. Darunter folgt der Text. Die Verse tragen die Nummer der Kairoer Ausgabe von 1924, die der Verszählung von Kufa folgt; die in Europa lange verbreitete Ausgabe von Gustav Flügel aus dem Jahr 1834 zählt anders [7]. Henning übersetzte nach Flügel. Wo seine Nummer abweicht, steht sie als Zusatz beim Vers. Der Thronvers ist zum Beispiel nach Kairoer Zählung Sure 2,255, bei Henning Vers 256 [1].

Nach dem Text folgt der Abschnitt "Wie die Sure verstanden wird". Er stellt die klassische islamische Auslegung, Stimmen der heutigen muslimischen Theologie und Ergebnisse der Islamwissenschaft nebeneinander, jeweils mit Quelle. Eine Wertung der Deutungen gibt die Redaktion nicht ab. Wie die Suren in Verse, 30 Teile und kleinere Abschnitte gegliedert sind, steht auf der Seite Aufbau des Korans.

Womit du anfangen kannst

Am Anfang jedes Korans steht Sure 1 mit sieben Versen [3]. Nach der Eingangsformel beginnt sie mit "Lob sei Allah, dem Herrn der Welten," (Sure 1,2) [1]. Als erste Offenbarungen gelten traditionell die Suren 74 und 96 [8]. Sure 96 beginnt mit "Lies! Im Namen deines Herrn, der erschuf," (Sure 96,1) [1].

Kurze Texte findest du am Ende des Korans. Der letzte der 30 Leseteile beginnt mit Sure 78 und reicht bis Sure 114 [3]. Von diesen 37 Suren haben 26 weniger als 20 Verse; das ist eine eigene Zählung in der Lesefassung [3]. Eine bestimmte Stelle oder ein Wort findest du mit der Suche im Koran. Die Bücher der Bibel stehen in gleicher Form auf bibel.domain-root.de.

  1. Der Koran (Übersetzung Max Henning, Reclam Leipzig 1901), Scan. Internet Archive. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Sure. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Hijra. Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  5. Sure. Wikipedia. Stand 10.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
  6. Studie Geschichte des Qorāns, Erster Teil: Über den Ursprung des Qorāns. Theodor Nöldeke, 2. Auflage bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1909. abgerufen am 29.10.2026
  7. Cairo edition. Wikipedia. Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  8. Behörde Offenbarung. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026

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