Themen des KoransRatgeber
Die Propheten im Koran
Der Koran nennt 25 Propheten und Gesandte mit Namen, die meisten davon auch aus der Bibel bekannt, darunter die arabischen Propheten Hud, Salih und Schoeib. Moses kommt am häufigsten vor, danach Abraham. Muhammad heißt in Sure 33,40 "Siegel der Propheten", was die islamische Lehre als letzten Propheten versteht.

Der Koran erzählt von vielen Männern, die Gott vor Muhammad zu ihren Völkern geschickt hat. Die meisten tragen Namen, die Leserinnen und Leser der Bibel kennen: Noah, Abraham, Joseph, Moses, David, Jesus. Ihre Geschichten sind über viele Suren verteilt. Um die Propheten des Alten Testaments wie Jesaja, Jeremia oder Amos geht es auf der Seite Die Propheten des Alten Testaments auf bibel.domain-root.de; hier steht, was der Koran über seine Propheten sagt. Die Zitate stammen aus der Lesefassung dieser Website nach der Übersetzung von Max Henning (1901). Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut.
Gesandte und Propheten
Henning unterscheidet zwei Titel, die auch das Arabische trennt: "der Gesandte" (rasul) und "der Prophet" (nabi) [1, 2]. Nach der deutschen Wikipedia gibt es dafür zwei gängige Erklärungen. Nach der einen bringt ein Gesandter ein neues Gesetz, während ein Prophet dem Gesetz eines früheren Gesandten folgt; nach der anderen ist nur der Gesandte mit der Verkündigung einer Offenbarung beauftragt. In beiden Fällen ist jeder Gesandte auch ein Prophet, aber nicht umgekehrt [2].
Wie viele Propheten es gab, sagt der Koran nicht. "Und von (einigen) Gesandten haben wir dir zuvor erzählt und von (anderen) Gesandten haben wir dir nicht erzählt" (Sure 4,164) [1]. Nach Sure 10,47 gilt: "jedes Volk hat seinen Gesandten", nach Sure 35,24 gibt es "kein Volk, in dem nicht ein Warner gelebt hätte" [1]. Eine Überlieferung, die auf den Prophetengefährten Abu Dharr zurückgeführt wird, nennt 124.000 Propheten und gut 300 Gesandte [2]. Namentlich nennt der Koran nach der Zählung der deutschen Wikipedia 25 Propheten und Gesandte [2].
Ihre Botschaft ist nach dem Koran im Kern dieselbe: "Und nicht entsandten wir vor dir einen Gesandten, dem wir nicht offenbart: 'Es gibt keinen Gott außer mir, so diene mir'" (Sure 21,25) [1]. Die Gläubigen sollen keinen Unterschied zwischen ihnen machen: "Wir glauben an Allah und was auf uns herabgesandt wurde, und was herabgesandt wurde auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme, und was gegeben wurde Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn; wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen" (Sure 3,84) [1]. Zugleich heißt es in Sure 2,253: "Jene Gesandten, die einen von ihnen bevorzugten wir vor den anderen" [1].
Die Namen im Koran
Eine Reihe von achtzehn Namen steht in Sure 6,83 bis 86. Nach Abraham in Vers 83 folgen in den Versen 84 bis 86 die übrigen siebzehn: "Und wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide; und Noah leiteten wir zuvor; und aus seinen Nachkommen den David und Salomo und Hiob und Joseph und Moses und Aaron; und so lohnen wir denen, die Gutes tun. Und den Zacharias und Johannes und Jesus und Elias; alle waren Rechtschaffene; und Ismael und Elisa und Jonas und Lot, alle begnadeten wir vor den Geschöpfen" [1]. Zu den 25 Namen zählt die Wikipedia außerdem Adam, Idris, Hud, Salih, Schoeib, Zul-Kifl und Muhammad [2].
Henning verwendet für biblische Gestalten die deutschen Namen, und die Lesefassung behält sie. Im Arabischen heißen sie etwa Ibrahim (Abraham), Musa (Moses), Nuh (Noah), Yusuf (Joseph), Dawud (David), Sulaiman (Salomo) und Isa (Jesus) [2]. Johannes ist im Koran der Sohn des Zacharias, dessen Geburt Sure 19 ankündigt (19,7) [1].
Nach dem Kleinen Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung ist Moses die Figur der Tora, die im Koran am häufigsten vorkommt, und Abraham folgt nach ihm an zweiter Stelle [3, 4]. Eine eigene Zählung in der Lesefassung bestätigt die Reihenfolge: Der Name Moses steht in 131 Versen aus 34 Suren, Abraham in 64 Versen, Noah in 43, Jesus in 25 [1]. Einige Propheten der Bibel fehlen ganz. Das Islam-Lexikon nennt Amos, Jeremia, Jesaja und Ezechiel [5]. Das Lexikon nennt auch Elias unter den Propheten, die im Koran fehlen. In der Lesefassung steht der Name Elias jedoch in Sure 6,85, 37,123 und 37,130 (arabisch Ilyas), und auch die Wikipedia zählt ihn zu den 25 genannten Namen [1, 2, 5].
Hud, Salih und Schoeib
Neben den biblischen Gestalten kennt der Islam nach dem Islam-Lexikon drei arabische Propheten: Hud, Schoeib und Salih [5]. Hud wird zum Volk Ad gesandt, Salih zum Volk Thamud, Schoeib zu Midian [1, 2]. Ihre Geschichten folgen demselben Muster. "Und zu Ad (sandten wir) ihren Bruder Hud. Er sprach: 'O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen Gott außer ihm. Wollt ihr (ihn) nicht fürchten?'" (Sure 7,65) [1]. In den Erzählungen weist das Volk den Gesandten ab und geht unter, während der Gesandte und die Gläubigen gerettet werden (etwa 7,72 für Hud, 11,66 für Salih und 7,78 bis 79 für den Untergang seines Volkes) [1].

Sure 7, Sure 11 und Sure 26 reihen diese Erzählungen jeweils hintereinander, zusammen mit Noah, Lot und Moses [1]. Noah gilt nach dem Islam-Lexikon als erster Strafprophet [5]. Die Sintflut erzählt der Koran mit einer eigenen Szene: Ein Sohn Noahs weigert sich, in die Arche zu steigen, und will sich auf einen Berg retten, "und eine Woge trennte beide, und er ertrank" (Sure 11,43) [1]. Das Lexikon schreibt, Muhammads anfänglicher Misserfolg werde im Koran mit den Schicksalen der früheren Propheten verglichen [5].
Abraham, Moses und Jesus
Abraham heißt im Arabischen auch al-Chalil, "der Vertraute" [4]. Sure 4,125 sagt: "Und Allah nahm sich Abraham zum Freund" [1]. Nach dem Islam-Lexikon tritt er im Koran als Prophet und als "erster Muslim" auf, als erster Verehrer des einen Gottes [4]. Sure 3,67 sagt: "Abraham war weder Jude noch Christ; vielmehr war er lauteren Glaubens, ein Muslim, und keiner derer, die Gott Gefährten geben" [1]. Mit seinem Sohn Ismael soll er nach Sure 2,125 "mein Haus" reinigen, nach der Überlieferung die Kaaba [1, 4]. Die Überlieferung sieht in ihm ihren Erbauer, und die beabsichtigte Opferung Ismaels gilt als Vorbild des Opferfests bei der Pilgerfahrt [4].

Moses ist nach dem Islam-Lexikon mit Abraham und Jesus einer der wichtigsten Propheten des Islams. Sein Wirken wird oft als Parallele zu Muhammad gedeutet: der Kampf gegen die Vielgötterei, der Auszug und die Rolle als Gesetzgeber und Empfänger der Offenbarung [3]. Der Koran erzählt die bekannten Szenen: das Findelkind, den Streit mit Pharao, die Plagen, den Durchzug durch das Meer [3]. "Und es redete Allah mit Moses in Rede" (Sure 4,164) [1]. Mehr dazu steht auf der Seite Mose im Koran.
Der Koran nennt Jesus "den Sohn der Maria" und "den Messias" (etwa 5,75) [1]. Nach dem Islam-Lexikon gilt er im Islam als Prophet und nicht als Sohn Gottes; nach islamischer Auffassung starb er nicht am Kreuz, und am Jüngsten Tag wird seine Wiederkehr erwartet [6]. Sure 5,75 sagt: "Nicht ist der Messias der Sohn der Maria etwas anderes als ein Gesandter; vorausgingen ihm Gesandte, und seine Mutter war aufrichtig" [1]. In Sure 19,30 spricht er selbst: "Siehe, ich bin Allahs Diener. Gegeben hat er mir das Buch, und er machte mich zum Propheten" [1]. Mehr dazu steht auf der Seite Jesus im Koran.
Muhammad, das Siegel der Propheten
Der Name Muhammad steht im Koran an vier Stellen: Sure 3,144, 33,40, 47,2 und 48,29 [1]. Henning ergänzt ihn an einigen weiteren Stellen in Klammern als Anrede, etwa "(o Muhammad)" in 15,85; das ist ein Zusatz des Übersetzers [1]. In Sure 61,6 kündigt Jesus einen Gesandten an, "der nach mir kommen soll, dessen Name Ahmad ist" [1].
Sure 33,40 lautet: "Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten" [1]. Die islamische Lehre versteht das "Siegel" so, dass Muhammad der letzte der Propheten ist; nach der Wikipedia und dem Lexikon gilt er zugleich als Beglaubiger der früheren Propheten [2, 5]. Sure 3,144 betont zugleich: "Und Muhammad ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin" [1]. Nach dem Islam-Lexikon dienten die arabischen und alttestamentlichen Propheten und Jesus Muhammad als Vorbilder [5].
Schriften und Überlieferung
Mehrere Propheten bringen nach dem Koran eine Schrift. Moses erhält die Tora, David den Psalter (4,163), Jesus das Evangelium, "darin eine Rechtleitung und ein Licht" (5,46) [1]. Sure 87,19 spricht von den "Büchern Abrahams und Moses'" [1]. Der Koran sieht sich als Bestätigung dieser Schriften: "Und wir sandten hinab zu dir das Buch in Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging" (5,48) [1].

Was der Koran nur andeutet, hat die islamische Tradition in den "Geschichten der Propheten" ausführlich gesammelt, auch mit Stoff zu den Propheten der Tora [5]. Das islamische Bild des Moses stützt sich nach dem Islam-Lexikon vor allem auf das Alte Testament und die jüdische Haggada, die erzählende Überlieferung des Judentums [3]. Die Lehre, dass Propheten vor Sünde und Irrtum bewahrt sind (isma), entstand nach der deutschen Wikipedia ab der Mitte des 8. Jahrhunderts und wurde von fast allen Theologen und Juristen übernommen [2].
Wie gemeinsame Erzählungen in Koran und Bibel voneinander abweichen, vergleicht die Seite Koran und Bibel: gemeinsame Geschichten im Vergleich. Viele Prophetengeschichten auf einmal enthalten Sure 11 (Hud) und Sure 21 (Die Propheten).
- Der Koran (Übersetzung Max Henning, Reclam Leipzig 1901), Scan. Internet Archive. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Propheten des Islam. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Moses. Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Abraham. Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Propheten. Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Jesus. Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
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