Alle 114 Suren des Korans

Sure 2: Die Kuh (Al-Baqara)

Sure 2 von 114, 286 Verse

Al-Baqara, "die Kuh", ist die zweite und längste Sure des Korans mit 286 Versen nach Kairoer Zählung. Sie gilt als medinensisch und enthält Erzählungen über Adam, Moses und Abraham, Regeln zu Gebetsrichtung, Fasten, Pilgerfahrt, Ehe und Handel sowie den Thronvers 2,255.

1 A. L. M.

2 Dies Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, (Flügel 1)

3 Die glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von unserer Gabe spenden: (Flügel 2)

4 Und die glauben an das, was auf dich herabgesandt wurde und herabgesandt wurde vor dir, und fest aufs Jenseits vertrauen. (Flügel 3)

5 Diese folgen der Rechtleitung ihres Herrn, und ihnen wird es wohlergehen. (Flügel 4)

6 Siehe, den Ungläubigen ist es gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst, sie glauben nicht. (Flügel 5)

7 Versiegelt hat Allah ihre Herzen und Ohren, und über ihren Augen ist eine Hülle, und für sie ist schwere Strafe. (Flügel 6)

8 Etliche der Menschen sprechen wohl: "Wir glauben an Allah und an den jüngsten Tag;" doch sind sie keine Gläubigen. (Flügel 7)

9 Betrügen wollen sie Allah und die Gläubigen, und nur sich selber betrügen sie und wissen es nicht. (Flügel 8)

10 Ihre Herzen sind krank, und Allah mehrt ihre Krankheit, und für sie ist schwere Strafe für ihr Lügen. (Flügel 9)

11 Spricht man zu ihnen: "Stiftet nicht Verderben auf der Erde," so sprechen sie: "Wir sind ja die Rechtschaffenen." (Flügel 10)

12 Ist es aber nicht, dass sie die Verderbenstifter sind? Doch wissen sie es nie. (Flügel 11)

13 Spricht man zu ihnen: "Glaubt, wie die Leute gläubig wurden," so sprechen sie: "Sollen wir glauben, wie die Toren glaubten?" Ist es aber nicht, dass sie die Toren sind? Doch begreifen sie es nicht. (Flügel 12)

14 Wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen, so sprechen sie: "Wir glauben;" sind sie jedoch allein mit ihren Satanen, so sprechen sie: "Siehe, wir stehen zu euch und treiben nur Spott." (Flügel 13)

15 Allah wird sie verspotten und weiter in ihrer Rebellion verblendet irregehen lassen. (Flügel 14)

16 Sie sind es, die erkauft haben den Irrtum für die Rechtleitung, doch brachte ihr Geschäft ihnen keinen Gewinn, und nie waren sie geleitet. (Flügel 15)

17 Sie gleichen dem, der ein Feuer anzündet; und wenn es alles ringsum erleuchtet, nimmt Allah ihr Licht fort und lässt sie in Finsternissen, dass sie nicht sehen. (Flügel 16)

18 Taub, stumm und blind, so tun sie nicht Buße. (Flügel 17)

19 Oder gleich einer Wetterwolke vom Himmel, geschwängert von Finsternissen, Donner und Blitz, ... ihre Finger stecken sie in ihre Ohren vor den krachenden Schlägen in Todesgrausen, aber Allah umgibt die Ungläubigen. (Flügel 18)

20 Der Blitz nimmt ihnen fast das Augenlicht; so oft er aufflammt, wandeln sie in ihm, erlischt er jedoch über ihnen, so stehen sie da; und wenn Allah wollte, raubte er ihnen Gehör und Gesicht, denn Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 19)

21 O ihr Menschen, dient eurem Herrn, der euch und die Früheren erschaffen; vielleicht fürchtet ihr ihn. (Flügel 19)

22 Der euch die Erde zu einem Bett gemacht und den Himmel darüber erbaut, und vom Himmel Wasser herniedersandte und durch dieses Früchte hervorbrachte zu eurer Nahrung. Stellt ihm daher nicht Götter zur Seite, wo ihr es wisst. (Flügel 20)

23 Und wenn ihr in Zweifel seid über das, was wir auf unseren Diener herniedersandten, so bringt eine gleiche Sure hervor und ruft eure Götzen zu Zeugen, wenn ihr wahrhaft seid. (Flügel 21)

24 Wenn ihr es jedoch nicht tut, und ihr vermögt es nie, so fürchtet das Feuer, dessen Speise Menschen und Steine sind, und das bereitet wurde für die Ungläubigen. (Flügel 22)

25 Verheiße aber denen, die glauben und das Rechte tun, dass Gärten für sie bestimmt sind, durcheilt von Bächen; und so oft sie gespeist werden mit einer ihrer Früchte als Speise, sprechen sie: "Dies war unsere Speise zuvor;" und ähnliche werden ihnen gegeben; und darin werden sie reine Gattinnen empfangen und sollen ewig darin verweilen. (Flügel 23)

26 Siehe, Allah schämt sich nicht ein Gleichnis mit einer Mücke zu machen oder mit etwas darüber; denn die Gläubigen wissen, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Die Ungläubigen aber sprechen: "Was will Allah mit diesem Gleichnis?" Viele führt er hierdurch irre, und viele leitet er recht; doch nur die Frevler führt er irre; (Flügel 24)

27 Die den Bund Allahs nach seiner Aufrichtung brechen und zerschneiden, was Allah geboten hat verbunden zu sein, und auf der Erde Verderben anstiften, sie werden die Verlorenen sein. (Flügel 25)

28 Wie glaubt ihr nicht an Allah, wo ihr tot wart und er euch lebendig machte? Dann wird er euch töten, dann wird er euch lebendig machen, dann kehrt ihr zu ihm zurück. (Flügel 26)

29 Er ist es, der für euch alles auf Erden erschuf; dann stieg er zum Himmel empor und bildete sie zu sieben Himmeln; und er hat Macht über alle Dinge. (Flügel 27)

30 Und als dein Herr zu den Engeln sprach: "Siehe ich will auf der Erde einen einsetzen an meiner Statt," da sprachen sie: "Willst du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Verderben anstiftet und Blut vergießt? Und wir verkünden dein Lob und heiligen dich." Er sprach: "Siehe, ich weiß, was ihr nicht wisst." (Flügel 28)

31 Und er lehrte Adam aller Dinge Namen; dann zeigte er sie den Engeln und sprach: "Verkündet mir die Namen dieser Dinge, wenn ihr wahrhaft seid." (Flügel 29)

32 Sie sprachen: "Preis dir, wir haben nur Wissen von dem, was du uns lehrtest; siehe, du bist der Wissende, der Weise." (Flügel 30)

33 Er sprach: "O Adam, verkünde ihnen ihre Namen." Und als er ihnen ihre Namen verkündet hatte, sprach er: "Sprach ich nicht zu euch: Ich weiß das Verborgene der Himmel und der Erde, und ich weiß, was ihr offenkundig tut und was ihr verbergt?" (Flügel 31)

34 Und als wir zu den Engeln sprachen: "Werft euch nieder vor Adam," da warfen sie sich nieder bis auf Iblis, der sich in Hochmut weigerte und einer der Ungläubigen wurde. (Flügel 32)

35 Und wir sprachen: "O Adam, bewohne du und deine Frau den Garten und esst von ihm in Hülle und Fülle, wo immer ihr wollt; aber naht nicht jenem Baum, sonst seid ihr Ungerechte." (Flügel 33)

36 Aber der Satan ließ sie aus ihm straucheln und vertrieb sie aus der Stätte, in der sie weilten. Und wir sprachen: "Fort mit euch! Der eine sei des anderen Feind; und auf der Erde sei euch eine Wohnung und ein Genuss für eine Zeit." (Flügel 34)

37 Und es empfing Adam von seinem Herrn Worte, und er kehrte sich wieder zu ihm; denn siehe, er ist der Vergeber, der Barmherzige. (Flügel 35)

38 Wir sprachen: "Fort mit euch von dort allesamt! Und wenn zu euch von mir eine Rechtleitung kommt, wer dann meiner Rechtleitung folgt, über die soll keine Furcht kommen, und nicht sollen sie traurig sein. (Flügel 36)

39 Wer aber nicht glaubt und unsere Zeichen verleugnet, die sollen des Feuers Gefährten werden; in ihm sollen sie ewig verweilen!" (Flügel 37)

40 O ihr Kinder Israel, gedenkt meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und haltet meinen Bund, so will auch ich den Bund mit euch halten; mich allein sollt ihr ehren, (Flügel 38)

41 Und glaubt an das, was ich herabsandte zur Bestätigung eurer Schrift, und seid nicht die ersten Ungläubigen und verkauft nicht meine Zeichen für winzigen Preis; mich allein sollt ihr fürchten. (Flügel 38)

42 Und kleidet nicht die Wahrheit in die Lüge und verbergt nicht die Wahrheit wider euer Wissen. (Flügel 39)

43 Und verrichtet das Gebet und zahlt die Armensteuer und beugt euch mit den Beugenden. (Flügel 40)

44 Wollt ihr den Leuten Frömmigkeit gebieten und eurer Seelen vergessen, wo ihr doch die Schrift lest? Habt ihr denn keine Einsicht? (Flügel 41)

45 Und nehmt eure Zuflucht zur Geduld und zum Gebet; siehe, wahrlich, es ist ein schwereres Ding, nur nicht für die Demütigen, (Flügel 42)

46 Die glauben, dass sie ihrem Herrn begegnen werden, und dass sie zu ihm heimkehren. (Flügel 43)

47 O ihr Kinder Israel, gedenkt meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und dass ich euch vor aller Welt bevorzugte. (Flügel 44)

48 Und fürchtet einen Tag, an dem eine Seele für eine andere nichts leisten kann, an dem von ihr keine Fürbitte angenommen und kein Lösegeld genommen wird, und ihnen nicht geholfen wird. (Flügel 45)

49 Und gedenkt, als wir euch vom Volk Pharaos erretteten, das euch mit schlimmer Pein heimsuchte; sie erschlugen eure Knaben und ließen nur eure Mädchen am Leben; dies war eine große Prüfung von eurem Herrn. (Flügel 46)

50 Und als wir für euch das Meer teilten und euch erretteten und das Volk Pharaos vor eurem Angesicht ertränkten. (Flügel 47)

51 Und als wir mit Moses vierzig Nächte lang den Bund schlossen; dann, in seiner Abwesenheit, nahmt ihr euch das Kalb und sündigtet. (Flügel 48)

52 Dann vergaben wir euch nach diesem, damit ihr dankbar wäret. (Flügel 49)

53 Und als wir dem Moses die Schrift und die Unterscheidung gaben, damit ihr geleitet würdet. (Flügel 50)

54 Und als Moses zu seinem Volk sprach: "O mein Volk, ihr habt euch dadurch versündigt, dass ihr euch das Kalb nahmt. Kehrt um zu eurem Schöpfer und schlagt (die Schuldigen unter) euch tot. Dies wird euch gutes einbringen bei eurem Schöpfer." Und so kehrte er sich wieder zu euch, denn er ist der Vergeber, der Barmherzige. (Flügel 51)

55 Und als ihr spracht: "O Moses, nie glauben wir dir, bis wir nicht Allah deutlich schauen," da erfasste euch das Wetter vor euren Augen. (Flügel 52)

56 Dann erweckten wir euch wieder nach eurem Tod, damit ihr dankbar wäret. (Flügel 53)

57 Und wir ließen die Wolken euch überschatten und sandten hernieder auf euch das Manna und die Wachteln; "Esst von dem Guten, das wir euch zur Speise gaben." Und nicht gegen uns frevelten sie sondern gegen sich selber. (Flügel 54)

58 Und als wir sprachen: "Betretet diese Stadt und esst von ihr in Hülle und Fülle wo immer ihr wollt, und tretet ein in das Tor unter Niederwerfung und sprecht: 'Hittatun!' wir wollen euch eure Sünden verzeihen und wollen das Heil der Frommen mehren:" (Flügel 55)

59 Da vertauschten die Ungerechten das Wort mit einem anderen, das nicht zu ihnen gesprochen wurde, und wir sandten auf die Ungerechten Zorn vom Himmel hernieder für ihren Frevel. (Flügel 56)

60 Und als Moses Wasser für sein Volk verlangte, sprachen wir: "Schlag mit deinem Stab den Felsen." Und es entsprangen ihm zwölf Quellen, so dass alles Volk seine Tränke kannte. "Esst und trinkt von Allahs Gabe und sündigt von nun an nicht auf Erden durch Verderbenstiften." (Flügel 57)

61 Und als ihr spracht: "O Moses, nicht mehr halten wir es aus bei einerlei Speise. Bitte deinen Herrn für uns, dass er uns hervorbringe, was die Erde sprießen lässt an Gemüse und Gurken und Knoblauch und Linsen und Zwiebeln," sprach er: "Wollt ihr das Bessere mit dem Schlechteren eintauschen? Fort mit euch nach Ägypten, dort findet ihr das Verlangte!" Und sie wurden mit Schimpf und Elend geschlagen und zogen sich Allahs Zorn zu, darum, dass sie Allahs Zeichen verleugneten und die Propheten ungerechterweise ermordeten; dies darum, dass sie rebellierten und Übertreter waren. (Flügel 58)

62 Siehe sie, die glauben, und die Juden und die Christen und die Sabäer: wer immer an Allah glaubt und an den jüngsten Tag und das Rechte tut, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und Furcht kommt nicht über sie, und nicht werden sie traurig sein. (Flügel 59)

63 Und als wir mit euch den Bund schlossen und über euch den Berg hoben, (da sprachen wir:) "Haltet, was wir euch gaben, mit Kräften und bedenkt, was darin ist, damit ihr gottesfürchtig seid." (Flügel 60)

64 Nach diesem aber kehrtet ihr euch ab, und ohne Allahs Huld und Barmherzigkeit gegen euch wäret ihr verloren gewesen. (Flügel 61)

65 Ihr kennt doch diejenigen unter euch, die sich wegen des Sabbats vergingen, zu denen wir sprachen: "Werdet ausgestoßene Affen!" (Flügel 61)

66 Und wir machten sie zu einem Exempel für Mit- und Nachwelt und zu einer Lehre für die Gottesfürchtigen. (Flügel 62)

67 Und als Moses zu seinem Volk sprach: "Siehe, Gott gebietet euch eine Kuh zu opfern," sprachen sie: "Treibst du Spott mit uns?" Er sprach: "Da sei Gott vor, dass ich einer der Toren wäre." (Flügel 63)

68 Sie sprachen: "Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, was es für eine Kuh sein soll." Er sprach: "Siehe, er spricht, es sei eine Kuh, weder alt noch ein Kalb; in mittlerem Alter zwischen beidem; und nun tut, was euch geboten ist." (Flügel 63)

69 Sie sprachen: "Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, von welcher Farbe sie sein soll." Er sprach: "Siehe, er spricht, es sei eine gelbe Kuh von hochgelber Farbe, eine Lust den Beschauern." (Flügel 64)

70 Sie sprachen: "Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, wie beschaffen sie sein soll; denn siehe, alle Kühe sind uns ähnlich, und siehe, wenn Allah will, sind wir geleitet." (Flügel 65)

71 Er sprach: "Siehe, er spricht, es sei eine Kuh nicht gefügsam durch Pflügen der Erde und Bewässern des Ackers; sie sei gesund, und es sei kein Makel an ihr." Sie sprachen: "Nun kommst du mit der Wahrheit." Hierauf opferten sie die Kuh, doch fast hätten sie es nicht getan. (Flügel 66)

72 Und wenn ihr jemand ermordetet und über den Mörder strittet, und Allah herausbringen wollte, was ihr verheimlichtet, (Flügel 67)

73 Dann sprachen wir: "Schlagt ihn mit einem Stück von ihr." So macht Allah die Toten lebendig und zeigt euch seine Zeichen, damit ihr verständig würdet. (Flügel 68)

74 Nach diesem aber verhärteten sich eure Herzen und wurden zu Stein und noch härter; und siehe, es gibt Steine, aus denen Bäche entströmen; andere spalten sich und es entströmt ihnen Wasser; andere wiederum wahrlich, welche aus Furcht vor Allah niederstürzten; und Allah ist nicht achtlos eures Tuns. (Flügel 69)

75 Wünscht ihr, dass sie euch Glauben schenken? Aber ein Teil von ihnen hat Allahs Wort vernommen und verstanden und danach wissentlich verkehrt. (Flügel 70)

76 Wenn sie den Gläubigen begegnen, so sprechen sie: "Wir glauben;" wenn sie jedoch allein untereinander sind, so sprechen sie: "Wollt ihr ihnen erzählen, was Allah euch offenbarte, damit sie mit euch darüber vor eurem Herrn streiten?" Seht ihr das denn nicht ein? (Flügel 71)

77 Wissen sie nicht, dass Allah weiß, was sie verhehlen und was sie offenkundig tun? (Flügel 72)

78 Unter ihnen gibt es auch Ungelehrte, welche die Schrift nicht kennen, sondern nur Phantasien, und nur Vermutungen haben. (Flügel 73)

79 Aber wehe jenen, welche die Schrift mit ihren Händen schreiben und dann sprechen: "Dies ist von Allah," um sich dafür winzigen Preis zu erkaufen. Wehe ihnen um die Schrift ihrer Hände, und wehe ihnen um ihren Gewinn! (Flügel 73)

80 Und sie sprechen: "Das Feuer wird uns nur gezählte Tage berühren." Sprich: "Habt ihr mit Allah einen Bund (daraufhin) gemacht? Dann wird Allah nie seinen Bund brechen. Oder sprecht ihr von Allah, was ihr nicht wisst?" (Flügel 74)

81 Nein, wer Übles erworben hat, und wen seine Sünde umgibt, jene werden des Feuers Gefährten sein und werden ewig darin verweilen. (Flügel 75)

82 Wer aber glaubt und das Rechte tut, die werden des Paradieses Gefährten sein und werden ewig darin verweilen. (Flügel 76)

83 Und als wir mit den Kindern Israel einen Bund schlossen, (sprachen wir:) "Dient keinem außer Allah, tut Gutes euren Eltern und Verwandten und Waisen und Armen und sprecht von den Leuten nur Gutes und verrichtet das Gebet und zahlt die Armensteuer." Danach kehrtet ihr euch bis auf wenige ab und wurdet abtrünnig. (Flügel 77)

84 Und als wir einen Bund mit euch schlossen, dass ihr nicht euer Blut vergösset und euch nicht aus euren Wohnungen vertriebt, da gelobtet ihr es, und ihr wart selber Zeugen. (Flügel 78)

85 Dann aber wart ihr diejenigen, die ihr euch erschlugt, und ihr vertriebt einen Teil von euch aus seinen Wohnungen, indem ihr in Sünde und Feindschaft einander gegen sie beistandet. Kommen sie aber als Gefangene zu euch, so löst ihr sie aus, wo es euch doch verwehrt war sie zu vertreiben. Glaubt ihr denn nur einen Teil der Schrift und verleugnet einen anderen? Wer aber solches unter euch tut, den trifft kein anderer Lohn als Schande in diesem Leben, und am Tag der Auferstehung werden sie der schwersten Strafe überantwortet werden; denn Allah ist nicht achtlos eures Tuns. (Flügel 79)

86 Sie sind die, welche das irdische Leben für das Jenseits erkaufen; deshalb soll ihre Strafe ihnen nicht erleichtert werden, und sie sollen keine Hilfe finden. (Flügel 80)

87 Und dem Moses gaben wir die Schrift und ließen ihm Gesandte nachfolgen; und wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, die deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem heiligen Geist. So oft euch aber ein Gesandter brachte, was euch nicht gefiel, wurdet ihr da nicht hochmütig und bezichtigt einen Teil der Lüge und erschlugt andere? (Flügel 81)

88 Und sie sprachen: "Unsere Herzen sind unbeschnitten." Nein; verflucht hat sie Allah wegen ihres Unglaubens, und so glaubten nur wenige. (Flügel 82)

89 Und als zu ihnen ein Buch von Allah kam ihre frühere Offenbarung zu bestätigen, und zuvor hatten sie um Sieg über die Ungläubigen gefleht, und als nun zu ihnen kam, was sie kannten, da verleugneten sie es. Darum Allahs Fluch auf die Ungläubigen! (Flügel 83)

90 Für einen schlechten Preis verkauften sie ihre Seelen, dass sie nicht glaubten an das, was Allah niedergesandt, aus Neid, dass Allah in seiner Huld, wem von seinen Dienern er will, offenbart. Zorn über Zorn haben sie sich zugezogen. Und die Ungläubigen trifft schändende Strafe. (Flügel 84)

91 Und als man zu ihnen sprach: "Glaubt an das, was Allah auf euch niedersandte," sprachen sie: "Wir glauben an das, was auf uns niedergesandt wurde." Sie glauben aber nicht an das Spätere, obwohl es die Wahrheit ist, bestätigend, was sie besitzen. Sprich: "Und weshalb erschlugt ihr Allahs Propheten zuvor, wenn ihr Gläubige seid?" (Flügel 85)

92 Und es kam auch Moses mit den deutlichen Zeichen zu euch. Dann nahmt ihr euch das Kalb in seiner Abwesenheit und sündigtet. (Flügel 86)

93 Und als wir den Bund mit euch schlossen und den Berg über euch hoben, (sprachen wir:) "Nehmt an, was wir euch brachten, mit Kräften und hört." Sie sprachen: "Wir hören und rebellieren." Und sie mussten um ihres Unglaubens willen das Kalb in ihre Herzen trinken. Sprich: "Schlimmes befahl euch euer Glaube, wenn ihr Gläubige seid." (Flügel 87)

94 Sprich: "Wenn eure künftige Wohnung bei Allah für euch besonders ist und nicht für die anderen Menschen, so wünscht euch den Tod, wenn ihr wahrhaft seid." (Flügel 88)

95 Nie aber vermögen sie es zu wünschen wegen dessen, was ihre Hände vorausgesandt. Und Allah kennt die Frevler. (Flügel 89)

96 Und wahrlich du findest, dass sie noch gieriger am Leben hängen als die Götzendiener. Der eine von ihnen wünscht tausend Jahre zu leben; aber nicht brächte er sich fern von der Strafe, auch wenn er am Leben bliebe. Und Allah schaut ihr Tun. (Flügel 90)

97 Sprich: "Wer Gabriels Feind ist," denn er ist es, der deinem Herzen mit Allahs Erlaubnis (den Koran) offenbarte, als eine Bestätigung des Früheren und eine Rechtleitung und eine Heilsbotschaft für die Gläubigen: (Flügel 91)

98 Wer ein Feind ist Allahs und seiner Engel und seiner Gesandten und Gabriels und Michaels, (den trifft Allahs Zorn) denn siehe, Allah ist ein Feind der Ungläubigen. (Flügel 92)

99 Und auch zu dir sandten wir deutliche Zeichen hernieder, und nur die Frevler glauben sie nicht. (Flügel 93)

100 So oft sie einen Bund (mit dir) eingehen, will ihn ein Teil von ihnen verwerfen? Ja, die meisten von ihnen glauben nicht. (Flügel 94)

101 Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, ihre Offenbarung bestätigend, da warf ein Teil jener, denen die Schrift gegeben war, Allahs Buch hinter ihren Rücken, als ob sie es nicht kennten. (Flügel 95)

102 Und sie folgten dem, was die Satane gegen Salomos Reich lehrten; nicht dass Salomo ungläubig war, vielmehr waren die Satane ungläubig, indem sie die Leute Zauberei lehrten und was den beiden Engeln in Babel, dem Harut und Marut, offenbart war. Doch lehrten sie keinen, bevor sie nicht sprachen: "Wir sind nur eine Verführung; sei daher kein Ungläubiger." Von ihnen lernte man, womit man Zwietracht zwischen Mann und Frau stiftet; doch konnten sie niemand ohne Allahs Erlaubnis damit Schaden tun. Und sie lernten, was ihnen schadete und nichts nützte; und sie wussten wohl, dass, wer solches erkaufte, keinen Teil hätte am Jenseits. Und wahrlich, um Schlimmes verkauften sie ihre Seelen. O dass sie es wüssten! (Flügel 96)

103 Hätten sie aber geglaubt und wären gottesfürchtig gewesen, so hätten sie besseren Lohn von Allah erhalten. Hätten sie das doch gewusst! (Flügel 97)

104 O ihr, die ihr glaubt, sprecht nicht: "Raina", sondern sprecht: "Unsurna", und gehorcht; denn den Ungläubigen wird schmerzliche Strafe zuteil. (Flügel 98)

105 Die Ungläubigen unter dem Volk der Schrift und den Götzendienern wünschen nicht, dass irgendetwas Gutes von eurem Herrn auf euch herabgesandt wird. Allah aber erwählt für seine Barmherzigkeit wen er will, denn Allah ist voll großer Huld. (Flügel 99)

106 Was wir auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit bringen, wir bringen bessere oder gleiche dafür. Weißt du nicht, dass Allah über alle Dinge Macht hat? (Flügel 100)

107 Weißt du nicht, dass Allahs ist die Herrschaft der Himmel und der Erde, und dass ihr außer Allah keinen Schützer noch Helfer habt? (Flügel 101)

108 Oder wollt ihr euren Gesandten fragen wie Moses zuvor gefragt wurde? Wer aber den Glauben mit dem Unglauben vertauscht hat, der ist schon abgeirrt vom ebenen Weg. (Flügel 102)

109 Viele vom Volk der Schrift möchten euch, nachdem ihr gläubig geworden, wieder ungläubig machen, aus dem Neid ihrer Seelen, nachdem ihnen die Wahrheit deutlich kundgetan wurde. Vergebt ihnen und meidet sie, bis Allah mit seinem Befehl kommt. Siehe Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 103)

110 Und verrichtet das Gebet und zahlt die Armensteuer; und was ihr Gutes für eure Seelen voraussendet, das werdet ihr finden bei Allah. Siehe, Allah schaut euer Tun. (Flügel 104)

111 Und sie sprechen: "Nie geht ein ins Paradies ein anderer als Juden oder Christen." Solches sind ihre Wünsche. Sprich: "Bringt her euren Beweis, wenn ihr wahrhaft seid." (Flügel 105)

112 Nein; wer sein Angesicht Allah hingibt und Gutes tut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn, und keine Furcht kommt über sie, und nicht werden sie traurig sein. (Flügel 106)

113 Und es sprechen die Juden: "Die Christen (fußen) auf nichts;" und es sprechen die Christen: "Die Juden (fußen) auf nichts." Und doch lesen sie die Schrift. Ebenso sprechen gleich ihren Worten die, die keine Kenntnis haben. Allah aber wird richten unter ihnen am Tag der Auferstehung über das, worin sie uneins sind. (Flügel 107)

114 Und wer ist sündiger als wer verhindert, dass in Allahs Moscheen sein Name genannt wird, und sich beeifert sie zu zerstören? Jene können sie nicht anders als in Furcht betreten. Im Diesseits trifft sie Schande und im Jenseits schmerzliche Strafe. (Flügel 108)

115 Und Allahs ist der Westen und der Osten, und wohin ihr euch daher wendet, dort ist Allahs Angesicht. Siehe Allah ist weit (und breit) und wissend. (Flügel 109)

116 Und sie sprechen: "Allah hat einen Sohn erzeugt." Preis ihm! Nein; was in den Himmeln und auf Erden, alles gehorcht ihm. (Flügel 110)

117 Der Schöpfer der Himmel und der Erde, und wenn er ein Ding beschließt, spricht er nun zu ihm "Sei!" und es ist. (Flügel 111)

118 Und es sprechen die, welche kein Wissen haben: "Wenn doch Allah zu uns spräche oder du uns ein Zeichen brächtest!" So sprachen auch gleich ihren Worten die Früheren; ihre Herzen sind einander ähnlich; schon zeigten wir deutlich die Zeichen für Leute von Glauben. (Flügel 112)

119 Siehe, wir entsandten dich mit der Wahrheit als einen Freudenboten und einen Warner; und nicht wirst du nach den Bewohnern des Höllenpfuhls befragt werden. (Flügel 113)

120 Nicht werden die Juden und die Christen mit dir zufrieden sein, es sei denn du folgtest ihrer Religion. Sprich: "Siehe, Allahs Rechtleitung, das ist die Rechtleitung." Und wahrlich, folgtest du nach dem, was dir von der Kenntnis zuteil wurde, ihren Gelüsten, so würdest du bei Allah keinen Schützer noch Helfer finden. (Flügel 114)

121 Die, denen wir die Schrift gaben und die sie richtig lesen, die glauben an sie; wer aber nicht an sie glaubt, das sind die Verlorenen. (Flügel 115)

122 O ihr Kinder Israel, gedenkt meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und dass ich euch vorzog vor aller Welt. (Flügel 116)

123 Und fürchtet einen Tag, an dem eine Seele für die andere nichts leisten kann, an dem kein Lösegeld von ihr angenommen wird, an dem ihr keine Fürbitte nützt, und an dem sie keine Hilfe finden. (Flügel 117)

124 Und als Abraham von seinem Herrn durch Gebote, die er erfüllte, geprüft wurde, sprach er: "Siehe, ich mache dich zu einem Imam für die Menschen." Er sprach: "Und von meiner Nachkommenschaft?" Er sprach: "Meinen Bund erlangen nicht die Ungerechten." (Flügel 118)

125 Und als wir das Haus zu einem Versammlungsort für die Menschen und einem Asyl machten und (sprachen:) "Nehmt Abrahams Stätte als Bethaus an," und wir Abraham und Ismael verpflichteten: "Reinigt mein Haus für die es Umwandelnden und darin Verweilenden und die sich Beugenden und Niederwerfenden:" (Flügel 119)

126 Und als Abraham sprach: "Mein Herr, mache dieses Land sicher und versorge sein Volk mit Früchten, wer glaubt von ihnen an Allah und an den jüngsten Tag," sprach er: "Und wer nicht glaubt, dem will ich wenig geben; dann will ich ihn stoßen in die Feuerspein; und schlimm ist die Fahrt (dorthin)." (Flügel 120)

127 Und als Abraham und Ismael die Fundamente des Hauses legten, (sprachen sie:) "O unser Herr, nimm es an von uns; siehe, du bist der Hörende, der Wissende. (Flügel 121)

128 O unser Herr, und mache uns dir zu Muslimen und von unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde von Muslimen. Und zeige uns unsere Riten und kehre dich zu uns, denn siehe, du bist der Vergebende, der Barmherzige. (Flügel 122)

129 O unser Herr, und erwecke unter ihnen einen Gesandten, der ihnen deine Zeichen verkündet und sie lehrt die Schrift und die Weisheit und sie reinigt; siehe, du bist der Mächtige, der Weise." (Flügel 123)

130 Und wer, außer dem, dessen Seele töricht ist, verschmähte die Religion Abrahams? Wahrlich, wir erwählten ihn im Diesseits, und siehe, wahrlich, im Jenseits gehört er zu den Rechtschaffenen. (Flügel 124)

131 Als sein Herr zu ihm sprach: "Werde Muslim," sprach er: "Ich ergebe mich völlig dem Herrn der Welten." (Flügel 125)

132 Und Abraham legte es seinen Kindern ans Herz, und Jakob (sprach:) "O meine Kinder, siehe, Allah hat euch den Glauben erwählt; so sterbt nicht ohne Muslime geworden zu sein." (Flügel 126)

133 Oder wart ihr Augenzeugen, als der Tod Jakob nahte? Da er sprach zu seinen Söhnen: "Was werdet ihr nach mir anbeten?" Sie sprachen: "Anbeten werden wir deinen Gott und den Gott deiner Väter Abraham und Ismael und Isaak, einen einzigen Gott, und ihm sind wir völlig ergeben." (Flügel 127)

134 Jenes Volk ist nun dahingefahren; ihm wurde nach seinem Verdienst, und euch wird nach eurem Verdienst. Und nicht werdet ihr nach ihrem Tun befragt werden. (Flügel 128)

135 Und sie sprechen: "Werdet Juden oder Christen, damit ihr geleitet seid." Sprich: "Nein; die Religion Abrahams, der den rechten Glauben bekannte und kein Götzendiener war, (ist unsere Religion.") (Flügel 129)

136 Sprecht: "Wir glauben an Allah und was er zu uns niedersandte, und was er niedersandte zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen, und was gegeben wurde Moses und Jesus, und was gegeben wurde den Propheten von ihrem Herrn. Keinen Unterschied machen wir zwischen einem von ihnen; und wahrlich wir sind Muslime." (Flügel 130)

137 Glauben sie demnach, was ihr glaubt, so sind sie geleitet; wenden sie sich jedoch ab, dann sind sie Abtrünnige, und Allah wird dir gegen sie genügen, denn er ist der Hörende, der Wissende. (Flügel 131)

138 Die Taufe Allahs (haben wir), und was ist besser als Allahs Taufe? Und wahrlich, ihm dienen wir. (Flügel 132)

139 Sprich: "Wollt ihr mit uns rechten über Allah, wo er unser Herr und euer Herr ist? Wir haben unsere Werke, und ihr habt eure Werke, und wir sind aufrichtig zu ihm." (Flügel 133)

140 Oder wollt ihr sprechen: "Siehe, Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme waren Juden oder Christen?" Sprich: "Wisst ihr es besser oder Allah? Und wer ist sündiger als wer ein Zeugnis verbirgt, das er von Allah hat? Aber Allah ist nicht achtlos eures Tuns." (Flügel 134)

141 Jenes Volk ist nun dahingefahren. Ihm wurde nach Verdienst, und euch wird nach Verdienst; und nicht werdet ihr befragt werden nach ihrem Tun. (Flügel 135)

142 Sprechen werden die Toren unter dem Volk: "Was wendet er sie ab von ihrer Kibla, die sie früher hatten?" Sprich: "Allahs ist der Westen und der Osten; er leitet, wen er will, auf den rechten Pfad." (Flügel 136)

143 Und so machten wir euch zu einem Volk in der Mitte, damit ihr Zeugen seid über die Menschen; und der Gesandte wird über euch Zeuge sein. Und wir setzten die Kibla ein, die du früher hattest, allein um zu wissen, wer dem Gesandten folgte, und wer sich auf seiner Ferse umkehrt. Wahrlich, ein schwereres Ding ist es, doch nicht für die, welche Allah geleitet hat. Und nicht lässt Allah euren Glauben verloren gehen. Siehe, Allah ist wahrlich gütig und barmherzig gegen die Menschen. (Flügel 137 bis 138)

144 Wir sahen dich dein Antlitz in den Himmel kehren, aber wir wollen dich zu einer Kibla wenden, die dir gefallen soll. Wende dein Angesicht nach der Richtung der heiligen Moschee, und wo immer ihr seid, wendet eure Gesichter nach der Richtung zu ihr; und siehe jene, denen das Buch gegeben wurde, wissen wahrlich, dass dies die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Allah ist nicht achtlos ihres Tuns. (Flügel 139)

145 Brächtest du denen, welchen die Schrift gegeben wurde, jegliches Zeichen, so würden sie doch deiner Kibla nicht folgen; und auch du sollst ihrer Kibla nicht folgen; die einen von ihnen folgen nicht der Kibla der anderen. Und wahrlich, folgtest du ihren Gelüsten nach dem, was dir von der Kenntnis zuteil wurde, siehe, wahrlich dann wärst du einer der Ungerechten. (Flügel 140)

146 Sie, denen wir die Schrift gaben, kennen ihn, wie sie ihre Kinder kennen; und siehe wahrlich, ein Teil von ihnen verbirgt die Wahrheit, obwohl sie sie kennen. (Flügel 141)

147 Die Wahrheit ist von deinem Herrn, sei daher keiner der Zweifler. (Flügel 142)

148 Und jeder hat eine Richtung, nach der er sich kehrt; wetteifert daher nach dem Guten; wo immer ihr seid, Allah wird euch zusammenbringen; siehe, Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 143)

149 Von wo du immer herauskommst, kehre dein Angesicht in der Richtung der heiligen Moschee; denn siehe, wahrlich es ist die Wahrheit von deinem Herrn, und Allah ist nicht achtlos eures Tuns. (Flügel 144)

150 Von wo du immer herauskommst, kehre dein Antlitz in der Richtung der heiligen Moschee, und wo ihr immer seid, kehrt euer Angesicht in der Richtung zu ihr, damit die Leute keinen Streitgrund gegen euch haben, außer gegen die Ungerechten unter ihnen. Fürchtet sie nicht sondern fürchtet mich; und ich will meine Gnade gegen euch vollenden, und vielleicht werdet ihr geleitet. (Flügel 145)

151 Demgemäß entsandten wir zu euch einen Gesandten aus euch, euch unsere Zeichen zu verlesen und euch zu reinigen und euch das Buch und die Weisheit zu lehren, und euch zu lehren, was ihr nicht wusstet. (Flügel 146)

152 Darum gedenkt meiner, dass ich euer gedenke, und dankt mir und seid nicht undankbar gegen mich. (Flügel 147)

153 O ihr, die ihr glaubt, sucht Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe Allah ist mit den Standhaften. (Flügel 148)

154 Und sprecht nicht von denen, die erschlagen wurden in Allahs Pfad: "Sie sind tot." Nein, (sprecht:) "Sie sind lebendig." Doch ihr versteht es nicht. (Flügel 149)

155 Und wahrlich, prüfen werden wir euch mit Furcht und Hunger und Verlust an Gut und Seelen und Früchten; aber Heil verkünde den Standhaften: (Flügel 150)

156 Ihnen, die, wenn ein Unheil sie trifft, sprechen: "Siehe wir sind Allahs, und siehe zu ihm kehren wir heim." (Flügel 151)

157 Sie: Segnungen über sie von ihrem Herrn und Barmherzigkeit! Und sie, sie sind die Geleiteten. (Flügel 152)

158 Siehe, Safa und Merwah sind auch Heiligtümer Allahs; darum, wer immer nach dem Haus (Allahs) pilgert oder in ihm einkehrt, der begeht keine Sünde, wenn er beide umwandelt. Wer aber aus freien Stücken Gutes tut, siehe so ist Allah dankbar und wissend. (Flügel 153)

159 Siehe sie, die etwas verbergen von dem, was wir herabsandten an deutlichen Zeichen und Rechtleitung, nach dem, was wir deutlich kund taten den Menschen in der Schrift, verfluchen wird sie Allah, und verfluchen werden sie die Fluchenden: (Flügel 154)

160 Außer denen, die umkehren und sich bessern und deutlich (die Zeichen) kundtun; zu ihnen kehre ich mich um, denn ich bin der Vergebende, der Barmherzige. (Flügel 155)

161 Siehe wer ungläubig ist und als Ungläubiger stirbt, sie, über sie der Fluch Allahs und der Engel und der Menschen insgesamt! (Flügel 156)

162 Ewig verweilen sie in ihm; nicht wird ihnen erleichtert die Strafe und nicht werden sie angeschaut. (Flügel 157)

163 Und euer Gott ist ein einziger Gott; es gibt keinen Gott außer ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen. (Flügel 158)

164 Siehe, in der Schöpfung der Himmel und der Erde, und in dem Wechsel der Nacht und des Tages, und in den Schiffen, welche das Meer durcheilen mit dem, was den Menschen nützt, und was Allah vom Himmel niedersendet an Wasser, womit er die Erde belebt nach ihrem Tod, und was er auf ihr ausbreitete an allerlei Getier, und in dem Wechsel der Winde und der Wolken, die dienen müssen dem Himmel und der Erde, wahrlich, darin sind Zeichen für ein Volk von Verstand! (Flügel 159)

165 Und doch gibt es Leute, die neben Allah Götzen setzen und sie lieben wie man Allah lieben soll. Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah; obgleich die Frevler sehen werden, wenn sie die Strafe sehen, dass die Stärke Allahs ist insgesamt, und dass Allah streng im Strafen ist: (Flügel 160)

166 Wenn sich einst die Anführer von den Verführten lossagen, nachdem sie die Strafe sahen, und die Stricke zwischen ihnen zerschnitten sind: (Flügel 161)

167 Und die Verführten sprechen: "O wäre uns doch eine Rückkehr, dann würden wir uns von ihnen lossagen, wie sie sich von uns lossagten!" So wird Allah ihnen ihre Werke zeigen. Seufzen wird über sie kommen, und nicht entrinnen sie dem Feuer. (Flügel 162)

168 O ihr Menschen, esst von dem, was auf Erden erlaubt und gut ist, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind. (Flügel 163)

169 Er heißt euch nur Übles und Schändliches, und dass ihr gegen Allah sprecht, was ihr nicht wisst. (Flügel 164)

170 Und wenn man zu ihnen spricht: "Befolgt, was Allah herabgesandt hat," sprechen sie: "Nein, wir befolgen, was wir an unseren Vätern erschauten." Wie? Obgleich ihre Väter nichts wussten und nicht geleitet waren? (Flügel 165)

171 Die Ungläubigen gleichen dem, der anruft, was nichts hört als einen Ruf oder eine Stimme. Taub, stumm, blind, so haben sie keinen Verstand. (Flügel 166)

172 O ihr, die ihr glaubt, esst von den guten Dingen, mit denen wir euch versorgten, und dankt Allah, wenn ihr ihm dient. (Flügel 167)

173 Verwehrt hat er euch nur Verendetes und Blut und Schweinefleisch und das, über dem ein anderer als Allah angerufen wurde. Wer aber dazu gezwungen wird, ohne Verlangen danach und ohne sich zu vergehen, auf dem sei keine Sünde; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 168)

174 Siehe die, welche die Schrift verbergen, die Allah herabgesandt hat, und sie für einen winzigen Preis verkaufen, die werden nichts anderes in ihre Bäuche fressen als das Feuer, und Allah wird nicht sprechen zu ihnen am Tag der Auferstehung und wird sie nicht für rein erklären; und für sie ist schmerzliche Strafe. (Flügel 169)

175 Sie sind es, welche die Rechtleitung für den Irrtum verkauften und die Verzeihung für die Strafe. Darum, wie werden sie leiden im Feuer! (Flügel 170)

176 Dies, weil Allah herniedersandte das Buch mit der Wahrheit; und siehe, wer uneins ist über das Buch, wahrlich die sind in großer Abtrünnigkeit. (Flügel 171)

177 Nicht besteht die Frömmigkeit darin, dass ihr eure Gesichter nach Westen oder Osten kehrt; vielmehr ist fromm, wer glaubt an Allah und den jüngsten Tag und die Engel und die Schrift und die Propheten, und wer sein Geld aus Liebe zu ihm ausgibt für seine Angehörigen, und die Waisen und die Armen und den Reisenden und die Bettler und die Gefangenen; und wer das Gebet verrichtet und die Armensteuer zahlt; und die, welche ihre Verpflichtungen halten, wenn sie sich verpflichtet haben, und standhaft sind in Unglück, Not und Drangsalszeit; sie sind es, die lauter sind, und sie, sie sind die Gottesfürchtigen. (Flügel 172)

178 O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch die Wiedervergeltung im Mord: Der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und die Frau für die Frau! Der aber, dem von seinem Bruder etwas verziehen wird, bei dem lasse man Güte walten; doch Entschädigung sei ihm reichlich. Dies ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Und wer sich nach diesem vergeht, den treffe schmerzliche Strafe. (Flügel 173 bis 174)

179 Und in der Wiedervergeltung liegt Leben für euch, o ihr Leute von Verstand; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig. (Flügel 175)

180 Vorgeschrieben ist euch, wenn einem von euch der Tod naht und er Gut hinterlässt, für die Eltern und die Verwandten in Billigkeit zu verfügen; eine Pflicht für die Gottesfürchtigen! (Flügel 176)

181 Und wer die Verfügung ändert, nachdem er sie hörte, dann trifft die Schuld die, welche sie ändern. Siehe, Allah ist hörend und wissend. (Flügel 177)

182 Wer aber vom Erblasser ein Unrecht oder Sünde befürchtet und zwischen ihnen Frieden stiftet, der begeht keine Sünde; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 178)

183 O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, wie es den Früheren vorgeschrieben wurde; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig. (Flügel 179)

184 Gezählte Tage! Wenn aber einer unter euch krank ist oder auf Reisen, (der faste die gleiche) Anzahl von anderen Tagen; und sie, die es vermöchten (und nicht fasten), sollen zur Sühne einen Armen speisen. Und wer aus freien Stücken Gutes tut, dem soll Gutes werden; und dass ihr fastet, ist euch gut, wenn ihr es begreift. (Flügel 180)

185 Der Monat Ramadan, in welchem der Koran herabgesandt wurde als eine Rechtleitung für die Menschen und als Zeugnis der Rechtleitung und Unterscheidung: wer von euch den Mond sieht, der beginne das Fasten in ihm. Wer jedoch krank ist oder auf einer Reise, der (faste) eine (gleiche) Anzahl anderer Tage. Allah wünscht es euch leicht und nicht schwer zu machen, und dass ihr die Zahl (der Tage) erfüllt und Allah dafür, dass er euch leitet, preist; und vielleicht seid ihr dankbar. (Flügel 181)

186 Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe so bin ich nahe; ich will antworten dem Ruf des Rufenden, wenn er mich ruft; doch sollen sie auch auf mich hören und sollen an mich glauben; vielleicht wandeln sie recht. (Flügel 182)

187 Erlaubt ist euch zur Nacht des Fastens eure Frauen heimzusuchen. Sie sind euch ein Kleid, und ihr seid ihnen ein Kleid. Allah weiß, dass ihr euch selbst betrogt; doch kehrt er sich zu euch und vergibt euch. Und jetzt ruht bei ihnen und trachtet nach dem, was Allah euch vorschrieb. Und esst und trinkt, bis ihr einen weißen Faden von einem schwarzen Faden in der Morgenröte unterscheidet. Dann haltet streng das Fasten bis zur Nacht und ruht nicht bei ihnen, sondern verweilt in den Moscheen. Dies sind die Schranken Allahs; kommt ihnen nicht zu nahe. So deutet Allah seine Zeichen den Menschen; vielleicht werden sie gottesfürchtig. (Flügel 183)

188 Und fresst nicht euer Gut unter euch unnütz und bestecht nicht damit die Richter, damit ihr einen Teil des Gutes der Leute sündhaft fresst, obwohl ihr es wisst. (Flügel 184)

189 Sie werden dich nach den Neumonden befragen. Sprich: "Sie sind Zeitbestimmungen für die Menschen und die Pilgerfahrt." Und Frömmigkeit ist es nicht, dass ihr von hinten in eure Häuser geht, sondern Frömmigkeit besteht in Gottesfurcht. Darum betretet eure Häuser durch die Türen und fürchtet Allah; vielleicht ergeht es euch wohl. (Flügel 185)

190 Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht; siehe Allah liebt nicht die Übertreter. (Flügel 186)

191 Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben; denn Verführung ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn sie bekämpften euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. So ist der Lohn der Ungläubigen. (Flügel 187)

192 Wenn sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig. (Flügel 188)

193 Und bekämpft sie, bis die Verführung aufgehört hat, und der Glauben an Allah da ist. Und wenn sie ablassen, so sei keine Feindschaft, außer gegen die Ungerechten. (Flügel 189)

194 Der heilige Monat, für den heiligen Monat und (für) die heiligen Stätten Vergeltung! Wenn sich einer gegen euch erhebt, erhebt euch gegen ihn, so wie er sich gegen euch erhob, und fürchtet Allah und wisst, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. (Flügel 190)

195 Und spendet in Allahs Weg und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben; und tut Gutes, denn siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden. (Flügel 191)

196 Und vollzieht die Pilgerfahrt und den Besuch um Allahs willen; wenn ihr behindert seid, dann bringt ein kleines Opfer dar. Und schert eure Häupter nicht eher, als bis das Opfer seine Opferstätte erreicht hat. Und wer von euch krank ist oder einen Schaden am Haupt hat, der leiste Ersatz dafür mit Fasten, einem Almosen oder einem Opfer. Und wenn ihr in Sicherheit seid, wer dann Vergnügen findet am Besuch (erst) an der Pilgerfahrt, bringe ein kleines Opfer dar. Wer aber nichts findet, der faste drei Tage während der Pilgerfahrt und sieben, wenn ihr zurückkehrt; das sind zehn im Ganzen. Solches tue auch der, dessen Familie nicht die heilige Moschee aufsuchte. Und fürchtet Allah und wisst, dass Allah streng straft. (Flügel 192)

197 Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) die bekannten Monate. Wer sich in ihnen der Pilgerfahrt unterzieht, der enthalte sich des Beischlafs und des Unrechts und des Streites auf der Pilgerfahrt. Und was ihr Gutes tut, Allah weiß es. Und versorgt euch mit Zehrung; aber die beste Zehrung ist die Gottesfurcht. Und fürchtet mich, ihr Verständigen. (Flügel 193)

198 Es ist keine Sünde, dass ihr Gewinn von eurem Herrn begehrt. Und wenn ihr herabeilt vom Arafat, so gedenkt Allahs an dem heiligen Ort, und gedenkt seiner, wie er euch geleitet hat, obwohl ihr zuvor Verirrte wart. (Flügel 194)

199 Dann hastet weiter, von wo die Leute hasten, und bittet Allah um Nachsicht; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 195)

200 Und wenn ihr eure Riten beendet habt, dann gedenkt Allahs wie ihr eurer Väter gedenkt oder mit noch innigerem Gedenken. Unter den Leuten sprechen wohl einige: "Unser Herr, gib uns im Diesseits!" Aber solcher soll am Jenseits keinen Teil haben. (Flügel 196)

201 Andere unter ihnen sprechen: "Unser Herr, gib uns im Diesseits Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers." (Flügel 197)

202 Jene sollen teilhaben nach Verdienst, und Allah ist schnell im Rechnen. (Flügel 198)

203 Und gedenkt Allahs in (den) bestimmten Tagen. Und wer sich (damit) in zwei Tagen beeilt, der begeht keine Sünde, und wer länger verweilt, auch der begeht keine Sünde, wenn er gottesfürchtig ist. Und fürchtet Allah und wisst, dass ihr zu ihm versammelt werdet. (Flügel 199)

204 Unter den Leuten ist einer, dessen Rede über das irdische Leben dich wundernimmt, und er nimmt Allah zum Zeugen für das, was in seinem Herzen ist, obwohl er der Streitsüchtigste im Disput ist. (Flügel 200)

205 Und wenn er den Rücken kehrt, dann beeifert er sich, im Land Unheil zu stiften und Acker und Saat zu verwüsten; Allah aber liebt nicht das Verderben. (Flügel 201)

206 Spricht man zu ihm: "Fürchte Allah," so ergreift ihn sündiger Stolz. Darum ist sein Lohn Dschehannam, und wahrlich schlimm ist das Lager! (Flügel 202)

207 Und unter den Leuten ist auch einer, der seine Seele verkauft im Trachten nach Allahs Wohlgefallen; und Allah ist gütig gegen seine Diener. (Flügel 203)

208 O ihr, die ihr glaubt, tretet ein in das Heil insgesamt und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind. (Flügel 204)

209 Und wenn ihr strauchelt, nachdem die deutlichen Zeichen zu euch gekommen sind, so wisst, dass Allah mächtig und weise ist. (Flügel 205)

210 Erwarten sie (etwas anderes,) als dass Allah zu ihnen kommt in den Schatten der Wolken und Engel? Und der Befehl ist vollzogen, und zu Allah kehren die Dinge zurück. (Flügel 206)

211 Frage die Kinder Israel, wie viele deutliche Zeichen wir ihnen gaben. Wer aber die Gnade Allahs vertauscht, nachdem sie zu ihm gekommen, dann, siehe, ist Allah streng im Strafen. (Flügel 207)

212 Ausgeschmückt ist den Ungläubigen das irdische Leben, und sie verspotten die Gläubigen; aber die Gottesfürchtigen werden über ihnen sein am Tag der Auferstehung; und Allah wird versorgen, wen er will, ohne Maß. (Flügel 208)

213 Die Menschen waren eine Gemeinde; und dann entsandte Allah Propheten als Freudenboten und Mahner und sandte mit ihnen die Schrift mit der Wahrheit hinab, damit sie unter den Menschen richtete in dem, worin sie uneins waren. Uneins aber waren nur jene, denen sie gegeben wurde, nachdem ihnen die deutlichen Beweise geworden, aus Neid aufeinander. Und so leitete Allah die Gläubigen zu der Wahrheit, über die sie mit seiner Erlaubnis uneins gewesen waren; denn Allah leitet, wen er will, auf einen rechten Pfad. (Flügel 209)

214 Oder wähnt ihr einzutreten in das Paradies, ohne dass zu euch das Gleiche kam wie zu den Früheren? Es traf sie Unglück und Drangsal, und sie wurden so hin- und hergeschüttelt, dass der Gesandte und seine Gläubigen, sprachen: "Wann kommt Allahs Hilfe?" Ist aber nicht Allahs Hilfe nahe? (Flügel 210)

215 Sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen (als Almosen). Sprich: "Was ihr ausgebt an Gutem, das sei für die Eltern und die Verwandten und die Waisen und Armen und den Reisenden; und was ihr tut an Gutem, siehe, Allah weiß es." (Flügel 211)

216 Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisst nicht. (Flügel 212 bis 213)

217 Sie werden dich befragen nach dem Kampf im heiligen Monat. Sprich: "Kämpfen in ihm ist schlimm; aber Abbringen von Allahs Weg, und ihn und die heilige Moschee verleugnen und sein Volk daraus vertreiben, ist schlimmer bei Allah; und Verführung ist schlimmer als Totschlag. Und sie werden nicht eher aufhören euch zu bekämpfen, als bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig machten, wenn sie dies vermögen. Wer sich aber von euch von seinem Glauben abtrünnig machen lässt und als Ungläubiger stirbt, deren Werke sind vergeblich im Diesseits und im Jenseits, und des Feuers Gefährten sind sie und verweilen ewig darin." (Flügel 214)

218 Siehe sie, die glauben und auswandern und streiten in Allahs Weg, sie mögen hoffen auf Allahs Barmherzigkeit, denn Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 215)

219 Sie werden dich befragen nach dem Wein und dem Spiel. Sprich: "In beiden liegt große Sünde und Nutzen für die Menschen. Die Sünde in ihnen ist jedoch größer als ihr Nutzen." Und sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen (als Almosen). Sprich: "Den Überfluss." So macht euch Allah die Zeichen klar. Vielleicht denkt ihr nach (Flügel 216 bis 217)

220 Über die irdische Welt und das Jenseits. Und sie werden dich nach den Waisen befragen. Sprich: "Ihnen förderlich sein ist gut." Und macht ihr euch mit ihnen zu schaffen, so sind sie eure Brüder; und Allah unterscheidet den Missetäter vom Gerechten; und, wenn Allah wollte, wahrlich, er stürzte euch in Bedrängnis! Siehe, Allah ist mächtig und weise. (Flügel 218 bis 219)

221 Und heiratet nicht eher Heidinnen als sie gläubig geworden sind; wahrlich, eine gläubige Sklavin ist besser als eine Heidin, auch wenn sie euch gefällt. Und verheiratet (eure Töchter) nicht eher an Heiden als sie gläubig wurden; und wahrlich ein gläubiger Sklave ist besser als ein Heide, auch wenn er euch gefällt. Sie laden ein zum Feuer, Allah aber lädt ein zum Paradies und zur Verzeihung, wenn er will, und macht seine Zeichen den Menschen klar; vielleicht nehmen sie es zu Herzen. (Flügel 220 bis 221)

222 Und sie werden dich über die Reinigung befragen. Sprich: "Sie ist ein Schaden. Enthaltet euch daher eurer Frauen während der Reinigung und naht ihnen nicht eher als bis sie rein sind. Sind sie jedoch rein, so sucht sie heim, wie Allah es euch geboten hat. Siehe Allah liebt die sich Bekehrenden und liebt die sich Reinigenden."

223 Eure Frauen sind euch ein Acker. Geht zu eurem Acker, von wo ihr wollt; aber schickt (etwas) zuvor für eure Seelen und fürchtet Allah und wisst, dass ihr ihm begegnen werdet. Und verkünde Freude den Gläubigen.

224 Und macht Allah nicht zum Ziel für eure Schwüre, dass ihr fromm und gottesfürchtig sein wollt und Frieden stiftend unter den Menschen. Allah ist hörend und wissend.

225 Allah wird euch nicht strafen für ein Unbedachtes in euren Schwüren; jedoch wird er euch bestrafen für eurer Herzen Absicht. Allah ist verzeihend und milde.

226 Für die, welche schwören, sich von ihren Frauen zu trennen, seien vier Monate Wartezeit festgesetzt. Geben sie dann ihr Vorhaben auf, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.

227 Und wenn sie zur Scheidung entschlossen sind, siehe, so ist Allah hörend und wissend.

228 Und die geschiedenen Frauen sollen warten, bis sie dreimal die Reinigung gehabt haben, und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verheimlichen, was Allah in ihren Schößen erschaffen hat, wenn sie an Allah glauben und an den jüngsten Tag. Und geziemender ist es für ihre Ehemänner, sie in diesem Zustand zurückzunehmen, wenn sie sich aussöhnen wollen. Und sie sollen (gegen ihre Gatten) verfahren, wie (jene) gegen sie in Güte; doch haben die Männer den Vorrang vor ihnen; und Allah ist mächtig und weise.

229 Die Scheidung ist zweimal (erlaubt); dann aber müsst ihr sie in Güte behalten oder mit Gut entlassen. Und es ist euch nicht erlaubt etwas von dem, was ihr ihnen gabt, zu nehmen, außer es fürchteten beide, nicht Allahs Gebote halten zu können. Und wenn ihr fürchtet, dass beide Allahs Gebote nicht halten können, so begehen beide keine Sünde, wenn sie sich mit etwas loskauft. Dies sind Allahs Gebote; übertretet sie daher nicht; denn wer Allahs Gebote übertritt, das sind Ungerechte.

230 Und wenn er sie (ein drittes Mal) entlässt, so ist sie ihm nicht mehr erlaubt, ehe sie nicht einen anderen Gatten geheiratet hat. Wenn dieser sie entlässt, so begehen beide keine Sünde, wenn sie wieder zueinander zurückkehren, im Glauben, Allahs Gebote erfüllen zu können. Und dies sind die Gebote Allahs, die er verständigen Leuten klarmacht.

231 Und wenn ihr von euren Frauen scheidet und sie ihre Frist erreicht haben, so haltet sie fest in Güte oder entlasst sie in Güte; und haltet sie nicht fest mit Gewalt, so dass ihr euch vergeht. Wer dieses tut, der sündigt gegen sich. Und treibt nicht Spott mit Allahs Zeichen und gedenkt der Gnade Allahs gegen euch und des Buches und der Weisheit, die er zu euch hinabsandte, euch damit zu ermahnen. Und fürchtet Allah, und wisst, dass Allah jedes Ding weiß.

232 Wenn ihr euch von euren Frauen scheidet und sie ihre Frist erreicht haben, so hindert sie nicht, ihre Gatten zu heiraten, wenn sie sich in Billigkeit geeinigt haben. Dies ist eine Mahnung für denjenigen unter euch, der an Allah glaubt und an den jüngsten Tag. Dies ist das Lauterste und Reinste für euch. Und Allah weiß, doch ihr wisst nicht.

233 Und die (geschiedenen) Mütter sollen ihre Kinder zwei volle Jahre säugen, wenn jemand will, dass die Säugung vollständig sei; und dem Vater soll ihre Versorgung und Kleidung nach Billigkeit obliegen. Niemand soll über Vermögen bemüht werden. Eine Mutter soll nicht wegen ihres Kindes bedrängt werden, und ebenso auch der Vater nicht wegen seines Kindes; und dasselbe gilt für den Erben. Wenn sie jedoch beide nach gegenseitigem Einvernehmen und Beratung das Kind entwöhnen wollen, so begehen sie keine Sünde. Und wenn ihr euer Kind säugen lassen wollt, so begeht ihr keine Sünde, sofern ihr den ausbedungenen Lohn nach Billigkeit gebt. Und fürchtet Allah und wisst, dass Allah euer Tun schaut.

234 Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, so müssen diese vier Monate und zehn Tage warten. Haben sie aber ihre Frist erreicht, so trifft euch keine Sünde für das, was sie mit sich selber nach Billigkeit tun; und Allah weiß euer Tun.

235 Und ihr begeht keine Sünde, wenn ihr den Frauen den Vorschlag zur Verlobung macht oder euch (diese Absicht) vornehmt. Gott weiß, dass ihr ihrer gedenken werdet. Jedoch versprecht euch nicht heimlich mit ihnen, es sei denn ihr sprächet geziemende Worte. Und beschließt den Ehebund nicht eher als nach Ablauf der bestimmten Frist; und wisst, dass Allah weiß was in euren Herzen ist; hütet euch deshalb vor ihm und wisst, dass Allah verzeihend und milde ist. (Flügel 235 bis 236)

236 Ihr begeht keine Sünde, wenn ihr euch von euren Frauen scheidet, bevor ihr sie berührt oder ihnen eine Mitgift festgesetzt habt. Und sorgt für sie, der Bemittelte nach Vermögen und der Unbemittelte nach Vermögen, in Billigkeit; dies ist Pflicht für die Rechtschaffenen. (Flügel 237)

237 Scheidet ihr euch jedoch von ihnen, bevor ihr sie berührt habt, und habt ihnen bereits eine Mitgift festgesetzt, so sei es die Hälfte von dem, was ihr festsetztet, es sei denn, sie ließen ab oder er, in dessen Hand das Eheband ist, ließe ab. Und Ablassen steht der Frömmigkeit näher. Und vergesst nicht der Güte gegeneinander; siehe, Allah schaut euer Tun. (Flügel 238)

238 Beobachtet das Gebet und (besonders) das mittlere Gebet, und steht vor Gott in Ehrfurcht. (Flügel 239)

239 Und wenn ihr in Furcht seid, (betet) zu Fuß oder Pferd; und wenn ihr sicher seid, so gedenkt Allahs, wie er euch lehrte, was ihr nicht wusstet. (Flügel 240)

240 Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, sollen ihren Gattinnen Versorgung für ein Jahr vermachen, ohne sie aus (dem Haus) zu weisen. Gehen sie aber hinaus, so trifft euch keine Schuld für das, was sie mit sich selber nach Billigkeit tun. Und Allah ist mächtig und weise. (Flügel 241)

241 Und den Geschiedenen sei eine Versorgung nach Billigkeit festgesetzt; dies ist eine Pflicht für die Gottesfürchtigen. (Flügel 242)

242 So macht euch Allah seine Zeichen klar, damit ihr versteht. (Flügel 243)

243 Sahst du nicht auf die, welche ihre Wohnungen verließen, ihrer Tausende, aus Todesfurcht? Und es sprach Allah zu ihnen: "Sterbt!" Dann machte er sie lebendig. Siehe, Allah ist wahrlich voll Güte gegen die Menschen; jedoch danken ihm die meisten Menschen nicht. (Flügel 244)

244 Und kämpft in Allahs Weg, und wisst, dass Allah hörend und wissend ist. (Flügel 245)

245 Wer ist es, der Allah ein schönes Darlehen leiht? Er wird es ihm verdoppeln um viele Male. Und Allah schließt und öffnet (die Hand), und zu ihm müsst ihr zurück. (Flügel 246)

246 Schautest du nicht auf die Versammlung der Kinder Israel nach Moses (Tod), als sie zu ihrem Propheten sprachen: "Erwecke uns einen König; wir wollen kämpfen in Allahs Weg." Er sprach: "Ist es nicht vielleicht, wenn euch vorgeschrieben wird zu kämpfen, kämpft ihr nicht?" Sie sprachen: "Und warum sollten wir nicht kämpfen in Allahs Weg, wo wir aus unseren Wohnungen vertrieben sind und von unseren Kindern?" Und als ihnen nun der Kampf vorgeschrieben wurde, kehrten sie den Rücken mit Ausnahme weniger von ihnen. Und Allah kennt die Ungerechten. (Flügel 247)

247 Und es sprach zu ihnen ihr Prophet: "Siehe, Allah hat euch den Saul zum König erweckt." Sie sprachen: "Woher soll ihm sein das Königreich über uns, wo wir würdiger sind des Königreiches als er, und ihm nicht Fülle des Gutes gegeben wurde?" Er sprach: "Siehe, Allah hat ihn erwählt über euch, und hat ihn gemehrt an Größe des Wissens und Leibes. Und Allah gibt sein Königreich wem er will, und Allah ist weit (und breit) und wissend." (Flügel 248)

248 Und es sprach zu ihnen ihr Prophet: "Siehe, das Zeichen seines Königtums ist, dass die Lade zu euch kommen wird, in der eine Gegenwart ist von eurem Herrn und ein Rest des Nachlasses des Hauses Moses und des Hauses Aaron; die Engel werden sie tragen. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, wenn ihr Gläubige seid." (Flügel 249)

249 Und als nun Saul mit seinen Scharen abzog, sprach er: "Siehe, Allah wird euch mit einem Bach prüfen. Darum, wer von ihm trinkt, gehört nicht zu mir, und wer nicht von ihm schmeckt, der gehört zu mir, es sei denn, wer mit seiner Hand eine Handvoll schöpft." Und sie tranken von ihm mit Ausnahme weniger. Und als er an ihm vorübergegangen war, er und die Gläubigen bei ihm, sprachen sie: "Wir haben heute keine Kraft gegen Goliath und seine Scharen." Da sprachen die, welche glaubten Allah zu begegnen: "Wie oft hat ein kleiner Haufen einen großen Haufen mit Allahs Willen besiegt! Und Allah ist mit den Standhaften." (Flügel 250)

250 Und als sie gegen Goliath und seine Scharen auf den Plan traten, sprachen sie: "Unser Herr, gieße Standhaftigkeit über uns aus und festige unsere Füße und hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen." (Flügel 251)

251 Und so schlugen sie sie mit Allahs Willen, und es erschlug David den Goliath; und Allah gab ihm das Königtum und die Weisheit und lehrte ihn was er wollte. Und wenn nicht Allah in Schranken hielte die Menschen, die einen durch die anderen, wahrlich, die Erde wäre verdorben. Aber Allah ist voll Güte gegen alle Welt. (Flügel 252)

252 Solches sind Allahs Zeichen; wir verkünden sie dir in Wahrheit, denn siehe, wahrlich du bist einer der Entsendeten. (Flügel 253)

253 Jene Gesandten, die einen von ihnen bevorzugten wir vor den anderen; zu einigen von ihnen sprach Allah und erhöhte andere um Stufen. Und wir gaben Jesus dem Sohn der Maria die deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem heiligen Geist, und wenn Allah wollte, so hätten die Späteren nicht gestritten, nachdem zu ihnen die deutlichen Zeichen kamen; aber sie waren uneins, und die einen von ihnen glaubten und die anderen waren ungläubig. Und wenn Allah wollte, hätten sie nicht gestritten, jedoch tut Allah was er will. (Flügel 254)

254 O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem, womit wir euch versorgten, bevor ein Tag kommt, an dem kein Verkaufen ist und keine Freundschaft und keine Fürbitte. Und die Ungläubigen sind Ungerechte. (Flügel 255)

255 Allah! Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen! Nicht ergreift ihn Schlummer und nicht Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden. Wer ist es, der Fürsprache einlegt bei ihm ohne seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen, und nicht begreifen sie etwas von seinem Wissen, außer was er will. Weit reicht sein Thron über die Himmel und die Erde, und nicht beschwert ihn beider Hut. Denn er ist der Hohe, der Erhabene. (Flügel 256)

256 Es sei kein Zwang im Glauben. Klar ist nunmehr unterschieden das Rechte vom Irrtum; und wer den Taghut verleugnet und an Allah glaubt, der hält sich an der stärksten Handhabe, in der kein Spalt ist; und Allah ist hörend und wissend. (Flügel 257)

257 Allah ist der Schützer der Gläubigen; er führt sie aus den Finsternissen zum Licht. Die Ungläubigen aber, ihre Schützer sind der Taghut; sie führen sie aus dem Licht in die Finsternisse; jene sind des Feuers Gefährten und verweilen ewig in ihm. (Flügel 258 bis 259)

258 Sahst du nicht auf den, der mit Abraham wegen seines Herrn stritt, dass Allah ihm das Königreich gegeben? Da sprach Abraham: "Mein Herr ist der, welcher lebendig macht und tötet." Er sprach: "Ich bin es, der lebendig macht und tötet." Sprach Abraham: "Siehe, Allah bringt die Sonne vom Osten, so bring du sie vom Westen." Da wurde der Ungläubige verwirrt, denn Allah leitet nicht die Ungerechten. (Flügel 260)

259 Oder wie der, welcher an einer Stadt vorüberging, die wüst in Trümmern lag. Er sprach: "Wie wird Allah diese nach ihrem Tod wieder lebendig machen?" Da ließ ihn Allah hundert Jahre gestorben sein; dann erweckte er ihn und sprach: "Wie lange bist du verweilt?" Er sprach: "Ich verweilte einen Tag oder den Teil eines Tages." Er sprach: "Nein; du verweiltest hundert Jahre; schau nach deiner Speise und deinem Trank; sie sind nicht verdorben. Und schau nach deinem Esel, denn wir wollen dich machen zu einem Zeichen für die Menschen; und schau zu den Gebeinen (des Esels), wie wir sie zusammenlegen und dann mit Fleisch bekleiden." Und als ihm dies gezeigt war, sprach er: "Ich weiß, dass Allah über alle Dinge mächtig ist." (Flügel 261)

260 Und als Abraham sprach: "Mein Herr, zeig mir, wie du die Toten lebendig machst," sprach er: "Glaubst du etwa noch nicht?" Er sprach: "Ja; doch möchte mein Herz sicher sein." Er sprach: "So nimm vier Vögel und ziehe sie zu dir. Dann lege auf jeden Berg ein Stück von ihnen; dann rufe sie, und sie werden eilends zu dir kommen. Und wisse, dass Allah mächtig und weise ist." (Flügel 262)

261 Die ihr Gut ausgeben in Allahs Weg, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt, in deren jeder Ähre hundert Körner sind. Und Allah gibt doppelt wem er will, und Allah ist umfassend und wissend. (Flügel 263)

262 Die ausgeben ihr Gut in Allahs Weg und dann ihren Gaben nicht folgen lassen Vorhalten der Gabe und Unrecht, die finden ihren Lohn bei ihrem Herrn; keine Furcht wird über sie kommen und nicht werden sie trauern. (Flügel 264)

263 Gütige Rede und Verzeihung ist besser als ein Almosen, dem Unrecht folgt; und Allah ist reich und milde. (Flügel 265)

264 O ihr, die ihr glaubt, vereitelt nicht eure Almosen durch Vorhalten und Unrecht, gleich dem, der sein Gut ausgibt, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah glaubt und an den jüngsten Tag. Das Gleichnis jenes ist das Gleichnis eines Felsen mit Erdreich darüber; und es trifft ihn ein Platzregen und lässt ihn hart. Sie richten nichts aus mit ihrem Verdienst; denn Allah leitet nicht das ungläubige Volk. (Flügel 266)

265 Das Gleichnis jener aber, welche ihr Gut ausgeben im Trachten nach Allahs Wohlgefallen und aus Seelenstärke, ist das Gleichnis eines Gartens auf einem Hügel; es trifft ihn ein Platzregen, und da bringt er seine Speise zweifach. Und wenn ihn kein Platzregen trifft, so doch Tau. Und Allah schaut euer Tun. (Flügel 267)

266 Wünscht einer von euch, dass ihm ein Garten sei von Palmen und Reben, durcheilt von Bächen, in dem er allerlei Früchte hat, und dass ihn das Alter trifft, während er schwache Sprösslinge hat, und da trifft ihn ein feuriger Wirbelsturm und er verbrennt? So erklärt euch Allah die Zeichen; vielleicht beherzigt ihr sie. (Flügel 268)

267 O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was wir für euch der Erde entsteigen lassen, und sucht nicht das Schlechte darunter aus zum Spenden, das ihr selber nicht nähmet oder ihr drücktet dabei ein Auge zu; und wisst, Allah ist reich und gepriesen. (Flügel 269 bis 270)

268 Der Satan droht euch Armut an und befiehlt euch Schändliches, Allah aber verheißt euch seine Vergebung und Huld. Und Allah ist umfassend und wissend. (Flügel 271)

269 Er gibt die Weisheit, wem er will, und wem Weisheit gegeben wurde, dem wurde hohes Gut gegeben; aber keiner beherzigt es außer den Verständigen. (Flügel 272)

270 Und was ihr spendet als Spende oder gelobt als Gelübde, siehe, Allah weiß es, und die Ungerechten finden keine Retter. (Flügel 273)

271 Wenn ihr die Almosen öffentlich gebt, so ist es schön, und wenn ihr sie verbergt und sie den Armen gebt, so ist es besser für euch und sühnt eure Missetaten. Und Allah kennt euer Tun. (Flügel 273)

272 Nicht liegt dir ihre Rechtleitung ob, doch Allah leitet, wen er will. Und was ihr an Gut spendet, das ist für eure Seelen. Und nicht spendet, es sei denn im Trachten nach Allahs Angesicht; und was ihr spendet an Gut, soll euch wieder gegeben werden und nicht soll euch Unrecht geschehen, (Flügel 274)

273 Für die Armen, die behindert sind durch Allahs Weg und nicht vermögen das Land zu durchwandern. Der Tor hält sie für reich wegen ihrer Bescheidenheit; du erkennst sie an (diesen) ihren Zeichen: Sie bitten die Leute nicht in lästiger Weise. Und was ihr spendet an Gutem, siehe, Allah weiß es. (Flügel 274)

274 Die, welche ihr Gut spenden bei Nacht und Tag und im Verborgenen und öffentlich, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn; nicht soll Furcht über sie kommen, und nicht sollen sie traurig sein. (Flügel 275)

275 Die, welche Wucher fressen, sollen nicht anders auferstehen als wie einer aufersteht, den der Satan durch Berührung geschlagen hat. Solches darum, dass sie sprechen: "Verkauf ist nur das gleiche wie Wucher." Und Allah hat das Verkaufen erlaubt aber den Wucher verwehrt; und wer Ermahnung von seinem Herrn bekommt und sich enthält, dem wird (Vergebung) für das Vergangene, und seine Sache ist bei Allah; wer es aber von neuem tut, die sind des Feuers Gefährten und werden ewig darin verweilen. (Flügel 276)

276 Auswischen wird Allah den Wucher und vermehren wird er die Almosen, und Allah liebt keinen Ungläubigen und Sünder. (Flügel 277)

277 Siehe, wer glaubt und das Rechte tut und das Gebet verrichtet und die Armensteuer zahlt, deren Lohn ist bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen und nicht sollen sie traurig sein.

278 O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und lasst den Rest des Wuchers fahren, wenn ihr Gläubige seid.

279 Tut ihr es jedoch nicht, so vernehmt Krieg von Allah und seinem Gesandten. Wenn ihr aber umkehrt, sollt ihr euer Kapital haben. Tut nicht Unrecht, damit ihr nicht Unrecht erleidet.

280 Wenn jemand in (Zahlungs-)Schwierigkeit ist, so übt Nachsicht bis es ihm leichtfällt; schenkt ihr es jedoch als Almosen, so ist es besser für euch, wenn ihr es wisst.

281 Und fürchtet einen Tag, an dem ihr zu Allah zurückkehren müsst. Dann erhält jede Seele ihren Lohn nach Verdienst, und es soll ihnen nicht Unrecht geschehen.

282 O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr euch mit einer Schuld auf einen benannten Termin verschuldet, so schreibt ihn auf, und es schreibe zwischen euch ein Schreiber wie es Rechtens ist. Und nicht weigere sich ein Schreiber zu schreiben, wie Allah es ihn gelehrt hat. Er schreibe und der Schuldner diktiere, und er fürchte Allah seinen Herrn und schreibe nicht zu wenig auf. Ist aber der Schuldner einfältig und krank oder vermag er nicht zu diktieren, so diktiere sein Sachwalter für ihn, wie es Rechtens ist, und nehmt von euren Leuten zwei zu Zeugen. Sind nicht zwei Mannspersonen da, so sei es ein Mann und zwei Frauen, die euch zu Zeugen passend erscheinen, dass, wenn die eine von beiden irrt, die andere sie erinnern kann. Und nicht sollen sich die Zeugen weigern, wenn sie gerufen werden. Und verschmäht es nicht, sie niederzuschreiben, ob klein oder groß, mit ihrem Termin. Dies ist für euch gerechter vor Allah und bestätigt das Zeugnis besser und hütet euch sicherer vor Zweifel. Ist aber die Ware da und gebt ihr sie einer dem anderen, so begeht ihr keine Sünde, wenn ihr nichts schriftlich macht. Und nehmt Zeugen bei euren Geschäften, und nicht geschehe dem Schreiber oder Zeugen Eintrag. Tut ihr es, so ist es eine Sünde von euch. Und fürchtet Allah, denn Allah lehrt euch, und Allah weiß alle Dinge.

283 Und wenn ihr auf einer Reise seid und keinen Schreiber findet, so seien Pfänder angenommen. Und wenn einer von euch dem anderen anvertraut, so gebe der, dem das Unterpfand anvertraut ist, es wieder zurück und fürchte Allah seinen Herrn. Und verhehlt nicht das Zeugnis; wer es verhehlt, siehe, dessen Herz ist böse; und Allah weiß euer Tun.

284 Allahs ist was in den Himmeln und was auf Erden; und ob ihr offenbart, was in euren Seelen ist, oder es verbergt, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen; und er verzeiht, wem er will, und straft, wen er will; und Allah ist mächtig über alle Dinge.

285 Es glaubt der Gesandte an das, was zu ihm herabgesandt wurde von seinem Herrn, und die Gläubigen alle glauben an Allah und seine Engel und seine Schriften und seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem seiner Gesandten. Und sie sprechen: "Wir hören und wir gehorchen; deine Vergebung, unser Herr! Und zu dir ist die Heimkehr!"

286 Nicht belastet Allah eine Seele über Vermögen. Ihr wird, was sie verdient, und auf sie kommt nach Verdienst. Unser Herr, strafe uns nicht für Vergesslichkeit oder Sünde! Unser Herr, lege uns nicht auf eine Last, wie du sie den Früheren auflegtest! Unser Herr, und lass uns nicht tragen, wozu unsere Kraft nicht ausreicht; und vergib uns und verzeihe uns und erbarme dich unser! Du bist unser Beschützer. Und hilf uns gegen das ungläubige Volk!

Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.

Sure 2 heißt Al-Baqara, "die Kuh". Den Namen hat sie von der Erzählung in den Versen 67 bis 73, in der Moses seinem Volk aufträgt, eine Kuh zu opfern [2]. Henning überschreibt sie "Die Kuh" [2]. Mit 286 Versen nach der Kairoer Zählung ist sie die längste Sure; nach der heute üblichen Einteilung ist sie medinisch [3]. Sie beginnt mit den Buchstaben A. L. M., deren Bedeutung der Text selbst nicht erklärt [2]. Vor 29 Suren stehen solche einzelnen Buchstaben [8].

Den Koran rezitieren Muslime auf Arabisch, und viele Stellen sind mehrdeutig; diese Mehrdeutigkeit geht in jeder Übersetzung verloren [6]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).

Datierung

Nöldeke hält Sure 2 wie die muslimische Überlieferung für die älteste medinische Sure. Den größten Teil setzt er ins zweite Jahr nach der Hidschra, vor die Schlacht bei Bedr [1]. Die Sure ist nach ihm aus Stücken verschiedener Zeit zusammengesetzt. Einige Beispiele, umgerechnet auf die Kairoer Zählung (Nöldeke zählt nach Flügel):

  • Verse 21 bis 39 mit Schöpfung und Adam tragen nach Nöldeke Spuren eines mekkanischen Ursprungs; Muhammad habe sie einem medinischen Stück vorangestellt [1].
  • Verse 142 bis 150 schreiben die Gebetsrichtung zur Kaaba vor. Nöldeke setzt den Wechsel von Jerusalem nach Mekka in die erste Hälfte des Jahres 2; die Quellen nennen 16 oder 17 Monate nach der Ankunft in Medina [1].
  • Die Fastenverse 183 bis 186 stammen nach ihm aus der Zeit kurz vor dem Ramadan des Jahres 2, Vers 187 ist ein späterer Zusatz [1].
  • Verse 189 bis 203 bezieht er auf die Pilgerfahrt des Jahres 7, die Verse 285 und 286 sehen für ihn mekkanisch aus [1].

In Nöldekes chronologischer Liste steht die Sure an 91. Stelle, in der Offenbarungsfolge der ägyptischen Standardausgabe an 87. Stelle [3]. Was die Einteilung in mekkanisch und medinisch bedeutet, erklärt die Seite Mekkanische und medinensische Suren.

Inhalt nach Abschnitten

VerseInhalt
1 bis 20das Buch als Rechtleitung; Gläubige, Ungläubige und Heuchler
21 bis 39Aufruf an alle Menschen; Adam, die Engel und Iblis
40 bis 123Anrede an die Kinder Israel: Bund, Moses, das Kalb, die Kuh (67 bis 73), Harut und Marut (102)
124 bis 141Abraham und Ismael legen die Fundamente des Hauses (127), die Religion Abrahams
142 bis 152neue Gebetsrichtung (Kibla) zur heiligen Moschee
153 bis 182Standhaftigkeit, Safa und Merwah (158), erlaubte Speisen, Frömmigkeit (177), Wiedervergeltung, Testament
183 bis 187Fasten im Monat Ramadan
188 bis 203Kampf (190 bis 195), Pilgerfahrt und Besuch (196 bis 203)
204 bis 242Fragen an den Propheten: Wein und Spiel (219), Waisen, Ehe, Scheidung, Witwen
243 bis 253Saul, David und Goliath (246 bis 251)
254 bis 260Thronvers (255), "kein Zwang im Glauben" (256), Abraham
261 bis 283Spenden, Verbot des Wuchers (275), Schulden schriftlich festhalten (282)
284 bis 286Bekenntnis und Bittgebet zum Schluss

Vers 282 über das Aufschreiben von Schulden ist der längste Vers der Sure. Die Fastenregeln behandelt die Seite Fasten im Koran: der Ramadan.

Wie die Sure verstanden wird

Für den Thronvers 2,255 (bei Nöldeke nach Flügel Vers 256) hält Nöldeke fest, dass er bei den Muslimen als einer der heiligsten Verse gilt und dass man ihm, wie er schreibt, große Zauberkraft beilegt [1]. Er beginnt in der Lesefassung mit den Worten "Allah! Es gibt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen!" [2]. Eine eigene Seite stellt den Thronvers vor.

Vers 62: Juden, Christen und Sabäer

Vers 62 sagt, wer an Allah und den jüngsten Tag glaube und das Rechte tue, habe seinen Lohn bei seinem Herrn, ausdrücklich auch Juden, Christen und Sabäer [2]. Ibn Kathir überliefert von Ibn Abbas, dass danach Sure 3,85 offenbart worden sei, nach der keine andere Religion als der Islam angenommen werde. Er versteht das so: Vor Muhammad war jeder auf dem richtigen Weg, der dem eigenen Propheten folgte, danach gilt nur noch Muhammads Gesetz [4]. Nöldeke liest Vers 62 aus seiner Entstehungszeit: Muhammad stelle hier den Frommen aus allen Religionen die widerspenstigen Juden gegenüber [1].

Verse 190 bis 195: der Kampf

Die Verse beginnen mit "Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht" (2,190) und erlauben in Vers 191 das Töten von Gegnern, auch bei der heiligen Moschee, wenn diese dort angreifen [2]. Nöldeke bezieht sie auf die Pilgerfahrt des Jahres 7: Wer einen Bruch des Vertrags von Hudaibiya mit den Mekkanern fürchtete, durfte sich auch bei der Kaaba verteidigen [1].

Eine Dokumentation der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags von 2017 fasst heutige Lesarten zusammen. Die Islamwissenschaftlerin Hamideh Mohagheghi legt die Verse nach der Dokumentation historisch-kritisch aus und kommt zu dem Ergebnis, dass sie Gewalt in einer bestimmten geschichtlichen Lage als Möglichkeit der Verteidigung nennen; die Bedingungen dafür erlaubten keine beliebige Anwendung [7]. Omar Hamdan beschreibt eine andere Seite der Debatte: Nach vielen klassischen Kommentatoren heben der Schwertvers und der Vers des Kämpfens (Sure 9,29) zahlreiche Friedensverse auf (Abrogation) [7]. Nach der Dokumentation lehnt die Mehrheit der muslimischen Gelehrten diese historisch-kritische Auslegung ab; der Orientalist Stefan Wild nennt als Gründe unter anderem, dass viele Muslime solche Fragen als von außen aufgezwungen empfinden und dass die Lehre von der Unerschaffenheit des Korans entgegenstehe [7]. Weitere Stellen behandelt die Seite Krieg und Frieden im Koran.

Vers 256: kein Zwang im Glauben

Vers 256 beginnt mit dem Satz "Es sei kein Zwang im Glauben." [2]. Ibn Kathir versteht ihn als Verbot, jemanden zum Islam zu zwingen. Als Anlass nennt er nach Ibn Abbas Kinder von Medinensern, die bei dem jüdischen Stamm Banu Nadir aufgewachsen waren; der Anlass sei besonders, die Aussage aber allgemein [5]. Auch Nöldeke versteht die Stelle so, dass den Medinensern verboten wird, ihre Kinder zur Annahme des Islams zu zwingen. Er hielt sie für einen Grundsatz aus der ersten Zeit nach der Hidschra [1].

Die folgende Sure ist Sure 3, Al Imran.

  1. Studie Geschichte des Qorâns. Theodor Nöldeke, Dieterichsche Buchhandlung Göttingen, S. 128 bis 136 (Digitalisat Internet Archive). Stand 1860. abgerufen am 29.10.2026
  2. Der Koran. Max Henning (Übersetzer), Reclam jun. Leipzig (Digitalisat Internet Archive). Stand 1901. abgerufen am 29.10.2026
  3. List of chapters in the Quran. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Baqarah Ayah 62. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Baqarah Ayah 256. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Behörde Koranübersetzung. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Marco Schöller). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Die Darstellung von Gewalt in Koran und Bibel. Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, WD 1-3000-015/17. Stand 17.09.2017. abgerufen am 29.10.2026
  8. Studie Geschichte des Qorâns, Zweiter Teil: Die Sammlung des Qorâns. Theodor Nöldeke, bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterichsche Verlagsbuchhandlung Leipzig, 2. Auflage, S. 68 (Digitalisat Internet Archive). Stand 1919. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.