Alle 114 Suren des Korans

Sure 10: Jonas (Yūnus)

Sure 10 von 114, 109 Verse

Sure 10 heißt Yunus, "Jonas", und hat in der Kairoer Zählung 109 Verse. Sie gilt als mekkanische Sure und verteidigt den Koran gegen den Vorwurf, er sei erdacht. Den Namen hat sie vom Volk des Jonas, das nach Vers 98 als einzige Stadt durch seinen Glauben gerettet wurde.

1 A. L. R. Dieses sind die Zeichen des weisen Buches.

2 Ist es den Menschen wunderbar, dass wir einem Mann von ihnen offenbarten: "Warne die Menschen und verheiße denen, die glauben, dass sie bei ihrem Herrn den Lohn für ihre Lauterkeit finden?" Die Ungläubigen sprechen: "Siehe, dies ist wahrlich ein offenkundiger Zauberer."

3 Siehe, Allah ist euer Herr, der erschaffen die Himmel und die Erde in sechs Tagen. Dann setzte er sich auf den Thron, um den Befehl zu führen. Keinen Fürbitter gibt es ohne seine Erlaubnis. Das ist Allah euer Herr; und so dient ihm. Wollt ihr das nicht bedenken?

4 Zu ihm ist eure Heimkehr allesamt; Allahs Verheißung ist wahrhaftig. Siehe, er bringt das Geschöpf hervor; dann lässt er es zurückkehren, damit er belohne die glauben und in Gerechtigkeit das Rechtschaffene tun. Und die Ungläubigen, ihnen wird sein ein siedender Trunk und schmerzliche Strafe, darum dass sie nicht glaubten.

5 Er ist es, der gemacht die Sonne zu einer Leuchte und den Mond zu einem Licht; und verordnet hat er ihm Wohnungen, damit ihr wisst die Anzahl der Jahre und die Berechnung (der Zeit). Und erschaffen hat Allah dies allein zur Wahrheit. Klar macht er die Zeichen für ein begreifendes Volk.

6 Siehe, in dem Wechsel der Nacht und des Tages und in allem, was Allah erschaffen in den Himmeln und auf der Erde, sind wahrlich Zeichen für gottesfürchtige Leute.

7 Siehe, diejenigen, welche nicht hoffen uns zu begegnen und an dem irdischen Leben Wohlgefallen finden und sich dabei beruhigen und unserer Zeichen achtlos sind:

8 Sie, ihre Herberge ist das Feuer für ihr Tun.

9 Siehe, diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, leiten wird sie ihr Herr um ihres Glaubens willen. Eilen werden unter ihnen Bäche in Gärten der Wonne.

10 Ihr Gebet wird sein in ihnen: "Preis dir, o Allah!" und ihr Gruß in ihnen: "Frieden!" Und das Ende ihres Gebetes: "Das Lob sei Allah dem Herrn der Welten!" (Flügel 10 bis 11)

11 Und wenn Allah den Menschen das Schlimme beschleunigte, wie sie das Gute beschleunigen möchten, wahrlich, entschieden wäre ihr Termin. Und so lassen wir die, welche nicht hoffen uns zu begegnen, in ihrer Übertretung irregehen. (Flügel 12)

12 Und wenn dem Menschen ein Unglück widerfährt, so ruft er uns an, auf der Seite (liegend), sitzend oder stehend. Haben wir aber sein Unglück von ihm fortgenommen, so geht er weiter, als hätte er uns nicht angerufen gegen das Unheil, das ihm widerfahren. So ist ausgeschmückt den Übertretern ihr Tun. (Flügel 13)

13 Und wahrlich, schon vertilgten wir die Geschlechter vor euch, nachdem sie gesündigt und nicht an ihre Gesandten, die zu ihnen kamen mit den deutlichen Zeichen, geglaubt. So lohnen wir den Sündern. (Flügel 14)

14 Dann machten wir euch zu ihren Nachfolgern auf der Erde, um zu schauen, wie ihr handeln würdet. (Flügel 15)

15 Und wenn ihnen unsere deutlichen Zeichen verkündet werden, sprechen diejenigen, welche auf unsere Begegnung nicht hoffen: "Bring uns einen anderen Koran als diesen oder ändere ihn ab." Sprich: "Nicht steht es mir frei ihn abzuändern aus eigenem Antrieb. Ich folge nur dem, was mir offenbart wurde. Siehe, ich fürchte, wenn ich gegen meinen Herrn mich empöre, die Strafe eines gewaltigen Tages." (Flügel 16)

16 Sprich: "Hätte Allah es gewollt, so hätte ich ihn euch nicht verlesen und euch nicht damit belehrt. Und ich verweilte doch schon unter euch Jahre zuvor." Begreift ihr denn nicht. (Flügel 17)

17 Und wer ist sündiger als wer gegen Allah eine Lüge ersinnt oder seine Zeichen für Lüge erklärt? Siehe, den Sündern ergeht es nicht wohl. (Flügel 18)

18 Und sie dienen neben Allah dem, was ihnen weder schaden noch nützen kann; und sie sprechen: "Dies sind unsere Fürsprecher bei Allah." Sprich: "Wollt ihr Allah ansagen, was er nicht kennt in den Himmeln und auf der Erde? Preis ihm! und erhaben ist er über das, was ihr ihm beigesellt." (Flügel 19)

19 Und die Menschen waren nur eine Gemeinde. Und sie wurden uneins, und wäre nicht ein Wort von deinem Herrn vorausgegangen, entschieden wäre zwischen ihnen das, worüber sie uneins sind. (Flügel 20)

20 Und sie sprechen: "Warum ist kein Zeichen von seinem Herrn auf ihn herabgesandt?" Darum sprich: "Das Verborgene ist nur Allahs. Darum wartet; siehe, ich warte mit euch." (Flügel 21)

21 Und als wir die Leute unsere Barmherzigkeit schmecken ließen, nachdem sie ein Unglück betroffen, siehe da machten sie einen Anschlag gegen unsere Zeichen. Sprich: "Schneller im Anschlag ist Allah." Siehe, unsere Gesandten schreiben eure Anschläge auf. (Flügel 22)

22 Er ist es, der euch reisen lässt zu Land und Meer, so dass, wenn ihr auf den Schiffen seid, und sie mit ihnen mit gutem Wind dahineilen und sich dessen freuen, überkommt sie plötzlich ein Sturmwind und über sie kommen die Wogen von allen Seiten, und sie glauben, dass sie rings von ihnen umschlossen sind; dann rufen sie zu Allah in lauterem Glauben: "Wahrlich, wenn du uns hieraus errettest, dann sind wir dir gewisslich dankbar." (Flügel 23)

23 Wenn wir sie jedoch errettet haben, dann üben sie wieder Gewalt auf der Erde ohne Grund. O ihr Menschen, die Vergewaltigung eures eigenen Selbst ist nur ein Genuss des irdischen Lebens. Dann ist eure Heimkehr zu uns, und ansagen werden wir euch, was ihr getan. (Flügel 24)

24 Siehe, das Gleichnis des irdischen Lebens ist nur wie das Wasser, das wir von dem Himmel hinabsenden; und es wird aufgenommen vom Gewächs der Erde, von dem Menschen und Vieh sich nähren, bis dass, wenn die Erde empfangen ihren Glitter und sich geputzt hat, und ihre Bewohner glauben, sie hätten Macht über sie, dann kommt zu ihr unser Befehl in der Nacht oder am Tag, und wir machen sie abgemäht, gleich als ob sie gestern nicht reich gewesen. So machen wir die Zeichen klar für ein nachdenkendes Volk. (Flügel 25)

25 Und Allah lädt ein zur Wohnung des Friedens und leitet, wen er will auf einen rechten Pfad. (Flügel 26)

26 Denen, die Gutes taten, wird Gutes und noch mehr. Nicht sollen ihre Gesichter bedeckt werden von Schwärze oder Schmach. Sie sind des Paradieses Gefährten und werden ewig darin verweilen. (Flügel 27)

27 Denen aber, die Böses taten, wird Böses in gleichem Maß, und bedecken soll sie Schmach. Keinen Schützer sollen sie haben gegen Allah, und es soll sein, als ob ihre Gesichter mit einem finsteren Stück der Nacht verhüllt wären. Sie sind des Feuers Gefährten und sollen ewig darin verweilen. (Flügel 28)

28 Eines Tages versammeln wir sie allesamt; dann sprechen wir zu denen, die (Allah) Gefährten gaben: "An euren Platz, ihr und eure 'Gefährten!'" Und dann machen wir einen Zwischenraum zwischen ihnen, und sprechen werden ihre "Gefährten": "Nicht dientet ihr uns. (Flügel 29)

29 Und es genügt Allah als Zeuge zwischen uns und euch. Siehe, wahrlich, wir waren achtlos auf eure Anbetung." (Flügel 30)

30 Dort soll jede Seele prüfen, was sie vorausgeschickt, und zurückgebracht werden sie zu Allah, ihrem wahren Herrn, und schweifen wird von ihnen, was sie ersonnen. (Flügel 31)

31 Sprich: "Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde her? Oder wer hat Gewalt über Gehör und Gesicht? Und wer bringt das Lebendige aus dem Toten hervor, und bringt hervor das Tote aus dem Lebendigen? Und wer führt den Befehl?" Und wahrlich sprechen werden sie: "Allah." So sprich: "Wollt ihr ihn denn nicht fürchten?" (Flügel 32)

32 Und dieser Gott ist euer wahrer Herr; und was bliebe ohne die Wahrheit als der Irrtum? Wie seid ihr so verkehrt? (Flügel 33)

33 So bewahrheitet sich das Wort deines Herrn gegen die Frevler, weil sie nicht glaubten. (Flügel 34)

34 Sprich: "Gibt es unter euren 'Gefährten' einen, der das Geschöpf hervorbringt und es wieder zurückkehren lässt?" Sprich: "Allah bringt das Geschöpf hervor, dann lässt er es wieder zurückkehren." Und wie seid ihr so abgekehrt? (Flügel 35)

35 Sprich: "Gibt es etwa unter euren 'Gefährten' einen, der zur Wahrheit leitet?" Sprich: "Allah leitet zur Wahrheit." Und ist nun der, welcher zur Wahrheit leitet, würdiger, dass man ihm nachfolge, oder wer nicht leitet, es sei denn, er werde geleitet? Und was fehlt euch, dass ihr so urteilt? (Flügel 36)

36 Und die Mehrzahl von ihnen folgt nur einer Meinung. Aber die Meinung nützt nichts gegenüber der Wahrheit. Siehe, Allah kennt ihr Tun. (Flügel 37)

37 Und dieser Koran konnte nicht ohne Allah ersonnen werden. Vielmehr ist er eine Bestätigung dessen, was ihm vorausging, und eine Erklärung der Schrift, kein Zweifel ist daran, vom Herrn der Welten. (Flügel 38)

38 Oder sprechen sie: "Er hat ihn ersonnen?" Sprich: "So bringt eine gleiche Sure; und ruft an, wen ihr vermögt, außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid." (Flügel 39)

39 Aber für Lüge erklärten sie, was sie mit ihrem Wissen nicht umfassten, obwohl seine Deutung noch nicht zu ihnen gekommen. So bezichtigten auch jene, die vor ihnen lebten, der Lüge. Und schau, wie das Ende der Ungerechten war. (Flügel 40)

40 Und einige von ihnen glauben daran, während andere von ihnen nicht daran glauben. Und dein Herr kennt sehr wohl die Verderbenstifter. (Flügel 41)

41 Und wenn sie dich der Lüge bezichtigen, so sprich: "Mein Tun ist für mich und euer Tun ist für euch. Ihr seid los und ledig meines Tuns und ich bin los und ledig eures Tuns." (Flügel 42)

42 Und einige von ihnen hören dir zu; kannst du aber die Tauben hörend machen, wenn sie nicht Verstand haben? (Flügel 43)

43 Und andere von ihnen schauen auf dich. Kannst du aber die Blinden leiten, wenn sie nicht sehen? (Flügel 44)

44 Siehe, Allah fügt den Menschen kein Unrecht zu, vielmehr fügen die Menschen sich selber Unrecht zu. (Flügel 45)

45 Und an dem Tag, an dem er sie versammelt, wird es ihnen sein, als hätten sie nur eine Stunde vom Tag gesäumt. Sie werden einander erkennen. Dann sind jene verloren, welche die Begegnung mit Allah leugneten und nicht geleitet waren. (Flügel 46)

46 Ob wir dich schauen lassen einen Teil von dem, was wir ihnen androhten, oder ob wir dich zu uns nehmen, zu uns ist ihre Heimkehr. Dann wird Allah Zeuge sein für ihr Tun. (Flügel 47)

47 Und jedes Volk hat seinen Gesandten. Und als ihr Gesandter kam, wurde zwischen ihnen in Gerechtigkeit entschieden, und sie litten nicht Unrecht. (Flügel 48)

48 Und sie sprechen: "Wann (tritt ein) diese Drohung, wenn ihr wahrhaft seid?" (Flügel 49)

49 Sprich: "Ich habe keine Macht über mein eigenes Weh und Wohl ohne Allahs Willen. Jedes Volk hat seinen Termin. Wenn sein Termin gekommen ist, so können sie keine Stunde (von ihm) verschieben oder beschleunigen." (Flügel 50)

50 Sprich: "Was meint ihr? Wenn seine Strafe zu euch kommt bei Nacht oder bei Tag, was werden dann die Sünder von ihr beschleunigen? (Flügel 51)

51 Werdet ihr dann, wenn sie eintrifft, an sie glauben? Und doch wolltet ihr sie beschleunigen." (Flügel 52)

52 Dann wird zu den Sündern gesprochen: "Schmeckt die Strafe der Ewigkeit! Wollt ihr einen anderen Lohn empfangen als was ihr verdientet?" (Flügel 53)

53 Und sie werden Auskunft von dir verlangen, ob dies wahr ist. Sprich: "Ja, bei meinem Herrn, es ist die Wahrheit! Und ihr vermögt (ihn) nicht schwach zu machen." (Flügel 54)

54 Und wenn dann eine jede sündige Seele alles was auf Erden ist besäße, wahrlich sie möchte sich damit lösen. Und offen werden sie die Reue kundtun, wenn sie die Strafe gesehen. Und es wird in Gerechtigkeit zwischen ihnen entschieden werden, und nicht sollen sie Unrecht leiden. (Flügel 55)

55 Siehe, ist nicht Allahs, was in den Himmeln und auf Erden? Siehe, ist nicht Allahs Verheißung Wahrheit? Jedoch die meisten von ihnen wissen es nicht. (Flügel 56)

56 Er macht lebendig und tot, und zu ihm kehrt ihr zurück. (Flügel 57)

57 O ihr Menschen, nunmehr kam eine Mahnung zu euch von eurem Herrn und eine Arznei für das, was in euren Brüsten, und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen. (Flügel 58)

58 Sprich: "Durch die Huld Allahs und seine Barmherzigkeit! Und hieran mögen sie sich freuen; das ist besser als all ihr Sammeln." (Flügel 59)

59 Sprich: "Was meint ihr von der Nahrung, die Allah euch hinabsandte, und von der ihr das eine verwehrt das andere erlaubt gemacht habt?" Sprich: "Hat Allah euch Erlaubnis gegeben oder erdichtet ihr gegen Allah?" (Flügel 60)

60 Was aber wird das Denken jener, die gegen Allah Lügen ersannen, am Tag der Auferstehung sein? Siehe wahrlich, Allah ist voll Huld gegen die Menschen, jedoch sind die meisten von ihnen nicht dankbar. (Flügel 61)

61 Du sollst kein Geschäft eingehen und sollst aus dem Koran nichts verlesen, und ihr sollt kein Werk betreiben, ohne dass wir Zeugen sind, wie ihr euch darin einlasst. Und nicht ist deinem Herrn das Gewicht eines Stäubchens auf Erden und im Himmel verborgen; und nichts ist kleiner oder größer als dies, das nicht in einem offenkundigen Buch stünde. (Flügel 62)

62 Ist es nicht, dass über Allahs Freunde keine Furcht kommt und dass sie nicht trauern werden? (Flügel 63)

63 Diejenigen, welche glauben und gottesfürchtig waren, (Flügel 64)

64 Ihnen wird frohe Botschaft sein im irdischen Leben und im Jenseits. Unabänderlich sind Allahs Worte. Das ist die große Glückseligkeit. (Flügel 65)

65 Und lass dich nicht ihr Reden betrüben. Siehe, die Macht ist Allahs insgesamt; er ist der Hörende, der Wissende. (Flügel 66)

66 Siehe, ist nicht Allahs alles was in den Himmeln und was auf Erden? Und wem folgen denn jene, welche neben Allah "Gefährten" anrufen? Siehe, sie folgen nur einem Wahn, und siehe, sie sind nichts als Lügner. (Flügel 67)

67 Er ist es, der für euch die Nacht gemacht, damit ihr in ihr ruht, und den Tag zum Sehen. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für ein hörendes Volk. (Flügel 68)

68 Sie sprechen: "Erzeugt hat Allah einen Sohn." Preis ihm! Er ist der Reiche. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden. Habt ihr Bürgschaft hierfür? Oder sprecht ihr gegen Allah, was ihr nicht wisst? (Flügel 69)

69 Sprich: "Siehe, diejenigen, welche gegen Allah Lügen ersinnen, ihnen wird es nicht wohl ergehen." (Flügel 70)

70 Ein Genuss in der Welt! Dann ist ihre Heimkehr zu uns; dann geben wir ihnen zu schmecken die strenge Strafe, darum dass sie nicht glaubten. (Flügel 71)

71 Und verlies ihnen die Geschichte Noahs, da er sprach zu seinem Volk: "O mein Volk, wenn euch auch lästig ist mein Wohnen (unter euch) und mein Ermahnen mit Allahs Zeichen, so vertraue ich auf Allah. Bestellt nur eure Sache und eure Gefährten, und (bestellt sie) nicht im Dunkeln; dann entscheidet über mich und wartet nicht. (Flügel 72)

72 Und wenn ihr den Rücken kehrt, so verlange ich keinen Lohn von euch. Siehe, mein Lohn ist allein bei Allah, und befohlen wurde mir ein Muslim zu sein." (Flügel 73)

73 Sie aber bezichtigten ihn der Lüge; und so retteten wir ihn und die Seinigen in die Arche und machten sie zu Nachfolgern und ertränkten jene, die unsere Zeichen für Lüge erklärten. Und schau, wie das Ende der Gewarnten war. (Flügel 74)

74 Dann schickten wir nach ihm Gesandte zu ihren Völkern, und sie brachten ihnen die deutlichen Zeichen. Sie aber wollten nicht glauben, was sie zuvor für Lüge erklärt. So versiegeln wir die Herzen der Übertreter. (Flügel 75)

75 Dann schickten wir nach ihnen Moses und Aaron zu Pharao und seinen Häuptern mit unseren Zeichen. Sie aber waren hochmütig und waren ein sündiges Volk. (Flügel 76)

76 Und da die Wahrheit von uns zu ihnen kam, sprachen sie: "Siehe, dies ist wahrlich ein offenkundiger Zauber." (Flügel 77)

77 Es sprach Moses: "Sprecht ihr von der Wahrheit, nachdem sie zu euch gekommen: 'Ist dies Zauberei?' Aber den Zauberern ergeht es nicht wohl." (Flügel 78)

78 Sie sprachen: "Bist du zu uns gekommen, um uns abzubringen von dem, bei dem wir unsere Väter fanden, und dass euch beiden werde die Macht im Land? Und wir glauben nicht an euch." (Flügel 79)

79 Und es sprach Pharao: "Bringt mir alle kundigen Zauberer." (Flügel 80)

80 Und da die Zauberer kamen, sprach Moses zu ihnen: "Werft, was ihr zu werfen habt."

81 Und da sie geworfen hatten, sprach Moses: "Den Zauber, den ihr vorgebracht habt, siehe wahrlich, Allah wird ihn vereiteln. Siehe, Allah lässt das Werk der Verderbenstifter nicht gedeihen.

82 Und bewahrheiten wird Allah die Wahrheit durch seine Worte, auch wenn es den Sündern missfällt."

83 Und niemand glaubte an Moses außer einer Sippe seines Volkes, aus Furcht vor Pharao und seinen Häuptern, dass sie sie straften. Und siehe wahrlich, Pharao war erhaben im Land, und siehe wahrlich, er war einer der Ausschweifenden.

84 Und es sprach Moses: "O mein Volk, wenn ihr an Allah glaubt, so vertraut auf ihn, wenn ihr Muslime seid."

85 Und sie sprachen: "Auf Allah vertrauen wir. Unser Herr, lass das ungerechte Volk uns nicht strafen,

86 Und errette uns durch deine Barmherzigkeit vor dem ungläubigen Volk."

87 Und wir offenbarten Moses und seinem Bruder: "Bereitet eurem Volk in Ägypten Häuser und macht in den Häusern eine Kibla und verrichtet das Gebet und verkündet Freude den Gläubigen."

88 Und es sprach Moses: "Unser Herr, siehe, du hast Pharao und seinen Häuptern Pracht gegeben und Güter im irdischen Leben. Unser Herr, damit sie abirren von deinem Weg! Unser Herr, vertilge ihre Güter und verhärte ihre Herzen, dass sie nicht glauben, bis sie die schmerzliche Strafe sehen."

89 Er sprach: "Euer Gebet ist erhört. Verhaltet euch wohl und folgt nicht dem Weg der Unwissenden."

90 Und wir führten die Kinder Israel durchs Meer; und es folgte ihnen Pharao mit seinen Heerscharen, bis dass, als sie am Ertrinken waren, er sprach: "Ich glaube, dass es keinen Gott gibt als den, an welchen die Kinder Israel glauben, und ich bin einer der Muslime."

91 "Jetzt; und zuvor rebelliertest du und warst einer der Verderbenstifter.

92 Und so wollen wir dich heute erretten mit deinem Leib, damit du für die Späteren ein Zeichen seist." Und siehe wahrlich, viele der Menschen achten nicht auf unsere Zeichen.

93 Und wir bereiteten den Kindern Israel eine zuverlässige Wohnung und versorgten sie mit dem Guten. Und nicht eher wurden sie uneins, als bis das Wissen zu ihnen kam. Siehe, dein Herr wird unter ihnen entscheiden am Tag der Auferstehung über das, worüber sie uneins sind.

94 Und wenn du in Zweifel bist über das, was wir zu dir hinabsandten, so frage diejenigen, welche die Schrift vor dir lasen. Wahrlich, gekommen ist zu dir die Wahrheit von deinem Herrn; darum sei keiner der Zweifler.

95 Und sei auch nicht von jenen, welche Allahs Zeichen für Lüge erklären, sonst bist du einer der Verlorenen.

96 Siehe, diejenigen, gegen welche das Wort deines Herrn gefällt ist, werden nicht glauben,

97 Auch wenn alle Zeichen zu ihnen kämen, bis sie die schmerzliche Strafe sehen.

98 Und wenn nicht, einer Stadt, die geglaubt, hätte doch ihr Glauben genützt. Aber nur das Volk des Jonas befreiten wir, als es geglaubt, von der Strafe der Schande in der irdischen Welt und gewährten ihm einen Genuss für eine Zeit.

99 Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen gläubig zu werden?

100 Und keine Seele kann gläubig werden ohne Allahs Erlaubnis; und seinen Zorn wird er über die senden, welche nicht begreifen.

101 Sprich: "Schaut, was in den Himmeln und auf Erden ist." Doch nützen weder Zeichen noch Warner bei einem ungläubigen Volk.

102 Und erwarten sie etwa anderes als Tage wie die derer, die vor ihnen dahingingen? Sprich: "Wartet nur, siehe, ich warte mit euch."

103 Dann werden wir unsere Gesandten und die Gläubigen erretten. So ist es unsere Pflicht die Gläubigen zu erretten.

104 Sprich: "O ihr Menschen, wenn ihr in Zweifel über meinen Glauben seid, so diene ich nicht denen, welchen ihr neben Allah dient, sondern ich diene Allah, der euch zu sich nehmen wird; und geboten wurde mir einer der Gläubigen zu sein."

105 Und "Richte dein Angesicht zu der (wahren) Religion in lauterem Glauben und gehöre nicht zu jenen, die (Allah) Gefährten geben."

106 Und rufe nicht außer Allah an, was dir weder nützen noch schaden kann; denn, tust du es, siehe, dann gehörst du zu den Ungerechten.

107 Und wenn dich Allah mit einem Übel trifft, so ist keiner, der es fortnimmt, außer ihm; und wenn er dir Gutes plant, so kann niemand seine Huld abwenden. Er trifft damit wen er will von seinen Dienern, und er ist der Verzeihende, der Barmherzige.

108 Sprich: "O ihr Menschen, nunmehr kam zu euch die Wahrheit von eurem Herrn. Und wer geleitet ist, der ist nur zu seinem eigenen Besten geleitet; und wer irregeht, der geht nur zu seinem eigenen Schaden irre. Und ich bin nicht euer Hüter."

109 Und folge dem, was dir offenbart wurde; und harre aus, bis Allah richtet; und er ist der beste der Richter.

Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.

Sure 10 heißt arabisch Yunus, auf Deutsch "Jonas" [1]. Jonas wird in der Sure nur in Vers 98 genannt, wo das Volk des Jonas als Beispiel einer Stadt steht, deren Glaube ihr nützte [1]. Die Sure ist die zehnte des Korans und hat nach der Kairoer Zählung 109 Verse [2]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als mekkanisch, setzt sie an die 51. Stelle der Offenbarung und nennt die Verse 40 und 94 bis 96 medinisch [3]. Theodor Nöldeke bespricht sie unter den Suren der dritten, späten mekkanischen Periode [4]. Sie beginnt mit den Buchstaben A. L. R. [1]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).

Inhalt im Überblick

VerseInhalt
1 bis 10A. L. R., Staunen über einen Gesandten aus den eigenen Reihen, Schöpfung in sechs Tagen, Sonne und Mond als Maß der Zeit
11 bis 36Menschen, die nur in der Not zu Allah rufen, die Forderung nach einem anderen Koran (10,15), die Menschheit als eine Gemeinde (10,19), Seenot und Rettung (10,22 bis 23)
37 bis 56der Koran ist nicht erdacht, die Herausforderung, eine gleiche Sure zu bringen (10,38), jedes Volk hat seinen Gesandten (10,47)
57 bis 70Mahnung und Arznei für die Herzen (10,57), Allahs Freunde ohne Furcht (10,62), Zurückweisung der Rede von einem Sohn Allahs
71 bis 92Noah und sein Volk, Moses und Aaron vor Pharao, Auszug durchs Meer, Pharaos Bekenntnis im Ertrinken (10,90 bis 92)
93 bis 103Frage an die Leser früherer Schriften (10,94), das Volk des Jonas (10,98), die Frage, ob der Gesandte die Menschen zum Glauben zwingen will (10,99), Glaube nur mit Allahs Erlaubnis (10,100)
104 bis 109Bekenntnis des Gesandten, Aufruf zur Geduld bis zu Allahs Urteil

Ein Gedanke kehrt mehrmals wieder: Der Gesandte darf den Koran nicht aus eigenem Antrieb ändern (10,15) und ist nicht der Hüter der Menschen (10,108) [1]. In 10,99 fragt der Text: "Und wenn dein Herr gewollt hätte, so würden alle auf der Erde insgesamt gläubig werden. Willst du etwa die Leute zwingen gläubig zu werden?" [1]

Wie die Sure verstanden wird

Klassische Auslegung

In 10,90 bekennt Pharao beim Ertrinken, er glaube an den Gott der Kinder Israel, und in 10,92 heißt es, sein Leib werde gerettet, damit er für die Späteren ein Zeichen sei [1]. Ibn Kathir (gekürzte englische Fassung) erklärt, Pharao habe erst geglaubt, als ihm der Glaube nicht mehr nützen konnte, und verweist auf Sure 40,84 bis 85 [5]. Nach Ibn Abbas und anderen frühen Gelehrten, die er anführt, zweifelten einige der Kinder Israel an Pharaos Tod. Deshalb habe das Meer seinen Leib in der bekannten Rüstung an Land geworfen, damit sie sich überzeugen konnten [5].

Heutige muslimische Theologie

Muhammad Asad verbindet 10,99 in seiner Anmerkung mit der wiederholten Aussage des Korans, Gott hätte alle rechtleiten können, wenn er gewollt hätte (6,149). Er versteht das so, dass Gott dem Menschen bewusst die Freiheit gegeben hat, zwischen Recht und Unrecht zu wählen. Diese Freiheit unterscheide ihn von Tieren, die nur ihren Trieben folgen, und mache ihn zu einem sittlichen Wesen [6].

Islamwissenschaft

Nöldeke hält die Angaben über medinische Verse in dieser Sure für unbegründet. Genannt würden je nach Überlieferung Vers 40, weil man ihn auf die Juden in Medina bezog, Vers 58 oder die Verse 58 und 59, Vers 94 oder die Verse 94 bis 96, manchmal auch alles ab Vers 40 oder die ganze Sure [4]. Der von Nöldeke herangezogene Hibat Allah habe die Sure bis auf zwei oder drei Verse für mekkanisch erklärt [4]. In der Anordnung, die Nöldeke für die dritte Periode wählt und selbst als nicht sicher bezeichnet, steht Sure 10 nach Sure 42 und vor Sure 34 [4].

Verwandte Seiten: Mose im Koran, Die Propheten im Koran und Koran und Bibel: gemeinsame Geschichten im Vergleich. Davor steht Sure 9, Die Reue.

  1. Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  4. Studie Geschichte des Qorans, Erster Teil: Über den Ursprung des Qorans, S. X, 144 und 158. Theodor Nöldeke, bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1909. abgerufen am 29.10.2026
  5. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Yunus Ayah 92. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Al-Quran, Online Quran Project: Sure 10,99 mit Anmerkungen von Muhammad Asad. al-quran.info. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

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