Alle 114 Suren des Korans

Sure 11: Hud (Hūd)

Sure 11 von 114, 123 Verse

Sure 11 heißt Hud nach dem Propheten, der zum Volk der Ad gesandt wurde, und hat in der Kairoer Zählung 123 Verse. Sie gilt als mekkanisch und erzählt der Reihe nach von Noah, Hud, Salih, Abraham und Lot, Schoeib und Moses. Jede Geschichte zeigt einen Gesandten, den sein Volk ablehnt, und die Strafe, die darauf folgt.

1 A. L. R. Ein Buch, dessen Verse wohl gefügt, dann erklärt sind, von einem Weisen, einem Kundigen,

2 Damit ihr allein Allah dient. Siehe, ich bin zu euch von ihm (entsandt) als ein Warner und Freudenverkünder,

3 Und dass ihr eurem Herrn um Verzeihung bittet und euch dann zu ihm bekehrt. Er versorgt euch mit schönen Dingen bis zu einem bestimmten Termin und wird jedem, der Huld verdient, seine Huld gewähren. Kehrt ihr euch jedoch ab, so fürchte ich für euch die Strafe eines großen Tages.

4 Zu Allah ist eure Heimkehr, und er hat Macht über alle Dinge.

5 Ist es nicht, dass sie ihre Brüste zusammenfalten, um sich vor ihm zu verbergen? Aber, ob sie sich auch in ihre Kleider hüllten, weiß er denn nicht, was sie verbargen und was sie zeigen? Siehe, er kennt das Innerste der Brüste. (Flügel 5 bis 7)

6 Kein Getier auf Erden gibt es, dessen Versorgung nicht ihm obläge, und er kennt seine Stätte und seinen Ruheplatz. Alles ist in einem offenkundigen Buch. (Flügel 8)

7 Er ist es, der erschaffen die Himmel und die Erde in sechs Tagen, und es war sein Thron auf dem Wasser, damit er euch prüfte, wer von euch an Werken der beste wäre. Und wahrlich, wenn du sprichst: "Siehe, erweckt werdet ihr nach dem Tod", wahrlich dann sprechen die Ungläubigen: "Siehe, dies ist nichts als offenkundiger Zauber." (Flügel 9 bis 10)

8 Und wahrlich, wenn wir die Strafe auf eine berechnete Frist verschieben, wahrlich, dann sprechen sie: "Was hält sie zurück?" Wird sie nicht eines Tages zu ihnen kommen, wo keiner sie von ihnen abwehren wird, und umringen wird sie, was sie verspotteten. (Flügel 11)

9 Und wahrlich, wenn wir dem Menschen von uns Barmherzigkeit zu schmecken geben und sie dann von ihm fortnehmen, siehe wahrlich, dann verzweifelt er und ist undankbar. (Flügel 12)

10 Und wahrlich, wenn wir ihm nach Drangsal, die ihn betroffen, Gnade zu schmecken geben, wahrlich, dann spricht er: "Von mir gewichen ist das Übel." Siehe wahrlich, er ist freudig und prahlt: (Flügel 13)

11 Außer jenen, welche standhaft sind und das Rechte tun; für sie ist Verzeihung und großer Lohn. (Flügel 14)

12 Und vielleicht möchtest du einen Teil von dem, was dir offenbart wurde, zurückhalten, und deine Brust ist darüber beklommen, dass sie sprechen: "Warum wurde nicht ein Schatz auf ihn herabgesandt oder kam ein Engel mit ihm?" Du aber bist nur ein Warner, und Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 15)

13 Oder sie sprechen: "Er hat ihn ersonnen." Sprich: So bringt zehn gleiche Suren her, (von euch) erdichtet, und ruft an, wen ihr vermögt, außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid. (Flügel 16)

14 Und wenn sie euch nicht erhören, so wisst, dass er nur in Allahs Weisheit hinabgesandt wurde, und dass es keinen Gott außer ihm gibt. Seid ihr nun Muslime? (Flügel 17)

15 Wer das irdische Leben begehrt und seine Pracht, dem wollen wir seine Werke damit lohnen, und sie sollen daran nicht verkürzt werden. (Flügel 18)

16 Sie sind es, für die es im Jenseits nichts gibt als das Feuer, und umsonst ist all ihr Tun im Diesseits gewesen und eitel ihre Werke. (Flügel 19)

17 (Ist ihnen etwa der gleich,) der einem deutlichen Beweis von seinem Herrn folgt und dem ein Zeuge von ihm (den Koran) vorliest, und dem das Buch Moses' vorausging als eine Rechtleitung und Barmherzigkeit? Diese glauben daran, und wer ihn verleugnet und zu der Rotte (der Ungläubigen) gehört, dem ist das Feuer verheißen. Sei daher ohne Zweifel über ihn. Siehe, er ist die Wahrheit von deinem Herrn; jedoch glauben die meisten Menschen nicht. (Flügel 20)

18 Und wer ist sündiger als wer gegen Allah eine Lüge ersinnt? Sie werden vor ihren Herrn gestellt werden, und sprechen werden die Zeugen: "Diese sind es, die gegen ihren Herrn logen." Soll nicht Allahs Fluch die Sünder treffen, (Flügel 21)

19 Welche von Allahs Pfad abbringen und ihn zu krümmen suchen und nicht an das Jenseits glauben? (Flügel 22)

20 Sie vermochten auf der Erde (Allahs Macht) nicht zu schwächen und außer Allah haben sie keinen Beschützer. Verdoppelt soll ihnen die Strafe werden! Sie vermochten nicht zu hören und sahen nicht. (Flügel 22)

21 Sie sind es, die ihre Seelen ins Verderben stürzten, und von ihnen schweifte, was sie ersonnen. (Flügel 23)

22 Ohne Zweifel sind sie im Jenseits am tiefsten verloren. (Flügel 24)

23 Siehe, diejenigen, die glauben und das Rechte tun und sich vor ihrem Herrn demütigen, sie sind des Paradieses Gefährten, ewig darin zu verweilen. (Flügel 25)

24 Das Gleichnis der beiden Parteien ist wie der Blinde und Taube und der Sehende und Hörende. Sind diese Exempel wohl einander gleich? Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen? (Flügel 26)

25 Und wahrlich wir entsandten den Noah zu seinem Volk: "Siehe, ich (komme) zu euch als ein offenkundiger Warner, (Flügel 27)

26 Dass ihr keinen anbetet außer Allah. Siehe, ich fürchte für euch die Strafe eines schmerzlichen Tages." (Flügel 28)

27 Und es sprachen die Häupter seines Volkes, die nicht glaubten: "Wir sehen in dir nur einen Menschen gleich uns, und wir sehen dir nur die niedrigsten unter uns folgen in übereiltem Entschluss, und wir sehen auch keinen Vorzug in euch über uns, sondern erachten euch für Lügner." (Flügel 29)

28 Er sprach: "O mein Volk, was meint ihr? Wenn ich einen deutlichen Beweis von meinem Herrn habe und er mir Barmherzigkeit von sich gegeben hat, gegen die ihr blind seid, sollen wir sie da euch aufzwingen, wo ihr sie nicht wollt? (Flügel 30)

29 Und, o mein Volk, ich verlange dafür kein Geld von euch; mein Lohn ist allein bei Allah, und ich verstoße nicht die Gläubigen. Siehe, begegnen werden sie ihrem Herrn, jedoch sehe ich, dass ihr ein unwissendes Volk seid. (Flügel 31)

30 Und, o mein Volk, wer hülfe mir gegen Allah, wenn ich sie verstieße? Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen? (Flügel 32)

31 Und nicht spreche ich zu euch: 'Bei mir sind Allahs Schätze;' auch nicht: 'Ich weiß das Verborgene;' auch spreche ich nicht: 'Ich bin ein Engel.' Und ich spreche nicht von denen, die eure Augen verachten: 'Niemals wird Allah ihnen Gutes geben.' Allah weiß sehr wohl, was in ihren Seelen ist; siehe, sonst gehörte ich wahrlich zu den Sündern." (Flügel 33)

32 Sie sprachen: "O Noah, schon hast du mit uns gestritten und viel des Streitens mit uns gemacht. So bring uns, was du uns androhst, wenn du zu den Wahrhaften gehörst." (Flügel 34)

33 Er sprach: "Bringen wird es euch Allah nur wenn er will, und ihr könnt ihn nicht schwächen. (Flügel 35)

34 Und nicht nützte euch mein Rat, wollte ich euch raten, wenn Allah euch irreführen will. Er ist euer Herr und zu ihm müsst ihr zurückkehren." (Flügel 36)

35 Oder sprechen sie: "Er hat ihn ersonnen?" Sprich: "Habe ich ihn ersonnen, so komme auf mich meine Schuld; ich aber habe nichts mit eurer Verschuldung zu schaffen." (Flügel 37)

36 Und offenbart wurde Noah: "Niemals wird von deinem Volk glauben als wer schon gläubig geworden. Und betrübe dich nicht über ihr Tun. (Flügel 38)

37 Und baue dir die Arche vor unseren Augen und nach unserer Offenbarung, und sprich mir nicht weiter von den Ungerechten; siehe, sie sollen ertrinken." (Flügel 39)

38 Und er machte die Arche, und so oft die Häupter seines Volkes an ihm vorübergingen, verspotteten sie ihn. Er sprach: "Verspottet ihr uns, siehe, so werden wir über euch spotten, wie ihr spottet. Und wahrlich dann werdet ihr wissen, (Flügel 40)

39 Zu wem eine Strafe kommt, die ihn mit Schande bedeckt, und auf wen eine immerwährende Strafe niederfährt." (Flügel 41)

40 (So begab es sich,) bis dass unser Befehl kam und der Ofen siedete. Wir sprachen: "Bring von allem ein Pärchen hinein und deine Familie, mit Ausnahme dessen, über den der Spruch zuvor erging, und die Gläubigen." Mit ihm aber glaubten nur wenige. (Flügel 42)

41 Und er sprach: "Steigt in sie hinein. Im Namen Allahs sei ihre Fahrt und ihre Landung! Siehe, mein Herr ist wahrlich nachsichtig und barmherzig." (Flügel 43)

42 Und sie zog mit ihnen einher in Wogen gleich Bergen. Und Noah rief zu seinem Sohn, der sich abseits hielt: "Mein Söhnchen, steig mit uns ein und sei nicht einer der Ungläubigen." (Flügel 44)

43 Er sprach: "Ich will mich auf einen Berg begeben, der mich vor dem Wasser schützen wird." Er sprach: "Keiner ist heute vor Allahs Befehl geschützt außer dem, dessen er sich erbarmt hat." Und eine Woge trennte beide, und er ertrank. (Flügel 45)

44 Und es wurde gesprochen: "O Erde, verschlinge dein Wasser, und, o Himmel, halt ein!" Und es nahm ab das Wasser, und vollzogen wurde der Befehl, und sie hielt an auf El-Dschudi. Und es wurde gesprochen: "Fort mit dem Volk der Ungerechten!" (Flügel 46)

45 Und es rief Noah zu seinem Herrn und sprach: "Mein Herr, siehe, mein Sohn gehörte zu meiner Familie, und siehe, deine Verheißung ist die Wahrheit und du bist der gerechteste Richter!" (Flügel 47)

46 Er sprach: "O Noah, siehe, er gehörte nicht zu deiner Familie; siehe, dies ist ein unrechtschaffenes Benehmen. Frag mich nicht nach dem, von dem dir kein Wissen wurde. Siehe, ich warne dich nicht einer der Toren zu werden." (Flügel 48)

47 Er sprach: "Mein Herr, siehe ich nehme meine Zuflucht zu dir, dass ich dich nicht nach etwas frage, von dem ich kein Wissen habe; und wenn du mir nicht verzeihst und dich meiner erbarmst, bin ich einer der Verlorenen." (Flügel 49)

48 Gesprochen wurde: "O Noah, steig hinunter mit unserem Frieden und unseren Segnungen auf dir und auf einem Teil von jenen, die bei dir sind. Andere aber wollen wir (im Diesseits) versorgen; dann trifft sie von uns schmerzliche Strafe." (Flügel 50)

49 Dies ist eine der geheimen Geschichten; wir offenbaren sie dir; nicht wusstest du sie noch dein Volk zuvor. Und sei standhaft; siehe der (gute) Ausgang ist den Gottesfürchtigen. (Flügel 51)

50 Und zu Ad (sandten wir) ihren Bruder Hud. Er sprach: "O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott als ihn. Ihr seid nichts als Erdichter. (Flügel 52)

51 O mein Volk, ich verlange dafür keinen Lohn von euch; siehe, mein Lohn ist bei dem, der mich erschuf. Begreift ihr denn nicht? (Flügel 53)

52 Und, o mein Volk, bittet euren Herrn um Verzeihung für euch; dann bekehrt euch zu ihm. Niedersenden wird er auf euch den Himmel in Regengüssen, und wird eure Kraft mehren mit Kraft; und wendet euch nicht ab in Sünden." (Flügel 54 bis 55)

53 Sie sprachen: "O Hud, nicht kamst du mit einem deutlichen Zeichen zu uns, und wir wollen unsere Götter nicht auf dein Wort verlassen, und wir glauben dir nicht. (Flügel 56)

54 Wir können nur sagen, dass dich einer unserer Götter mit einem Übel heimgesucht hat." Er sprach: "Siehe, ich nehme Allah zum Zeugen, und bezeugt es selber, dass ich nichts zu schaffen habe mit den Götzen, (Flügel 57)

55 Die ihr neben ihn setzt. So plant gegen mich allesamt; dann wartet nicht. (Flügel 58)

56 Siehe, ich vertraue auf Allah, meinen Herrn und euren Herrn. Kein Tier ist auf Erden, das er nicht an seiner Stirnlocke hielte. Siehe, mein Herr ist auf rechtem Weg. (Flügel 59)

57 Und wenn ihr den Rücken kehrt, so habe ich euch (die Botschaft) überbracht, mit der ich zu euch entsandt wurde, und nachfolgen lassen wird euch mein Herr ein anderes Volk; und ihr könnt ihm nichts schaden; siehe, mein Herr gibt acht auf alle Dinge." (Flügel 60)

58 Und als unser Befehl kam, erretteten wir Hud und diejenigen, die mit ihm glaubten durch unsere Barmherzigkeit; und wir erretteten sie von harter Strafe. (Flügel 61)

59 Und jene Aditen verleugneten die Zeichen ihres Herrn und rebellierten gegen seine Gesandten und folgten dem Befehl eines jeden widerspenstigen Gewaltigen. (Flügel 62)

60 Und es folgte ihnen in dieser Welt Fluch; und am Tag der Auferstehung (wird zu ihnen gesprochen:) "Ist es nicht, dass Ad seinen Herrn verleugnete? Ist es nicht, (dass gesprochen wurde:) 'Fort mit Ad, dem Volk Huds?'" (Flügel 63)

61 Und zu Thamud (entsandten wir) ihren Bruder Salih. Er sprach: "O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott als ihn. Er hat euch aus der Erde hervorgebracht und hat euch auf derselben Wohnung gegeben. Darum bittet ihn um Verzeihung, dann bekehrt euch zu ihm; siehe, mein Herr ist nahe und erhört." (Flügel 64)

62 Sie sprachen: "O Salih, wir hatten unsere Hoffnung zuvor auf dich gesetzt. Willst du uns verbieten zu verehren was unsere Väter verehrten? Und siehe, wir sind in starkem Zweifel über das, wozu du uns aufforderst." (Flügel 65)

63 Er sprach: "O mein Volk, was meint ihr? Wenn ich einen deutlichen Beweis von meinem Herrn habe und er mir seine Barmherzigkeit erwiesen hat, wer würde mich da vor Allah erretten, wenn ich gegen ihn rebellierte? Und so bringt ihr nur größeres Verderben über mich. (Flügel 66)

64 Und, o mein Volk, diese Kamelin Allahs ist euch ein Zeichen; lasst sie daher in Allahs Land weiden und tut ihr kein Leid an, sonst erfasst euch nahe Strafe." (Flügel 67)

65 Sie aber zerschnitten ihr die Flechsen; und er sprach: "Ergötzt euch in euren Wohnungen noch drei Tage. Dies ist eine Verheißung ohne Falsch." (Flügel 68)

66 Und da unser Befehl kam, erretteten wir Salih und die Gläubigen, die bei ihm waren, in unserer Barmherzigkeit von der Schande jenes Tages. Siehe, dein Herr, er ist der Starke, der Mächtige. (Flügel 69)

67 Und die Sünder erfasste der Schrei, und sie lagen in ihren Wohnungen auf der Brust da, (Flügel 70)

68 Als hätten sie nicht in ihnen gewohnt. Ist es nicht, (dass gesprochen wurde:) "Siehe, Thamud verleugnete seinen Herrn?" Ist es nicht, (dass gesprochen wurde:) "Fort mit Thamud!" (Flügel 71)

69 Und wahrlich es kamen unsere Gesandten zu Abraham mit der Verheißung. Sie sprachen: "Frieden!" Er sprach: "Frieden!" Und er säumte nicht ihnen ein gebratenes Kalb zu bringen. (Flügel 72)

70 Und da er sah, dass sie nicht ihre Hände daran legten, schöpfte er Verdacht gegen sie und fürchtete sich vor ihnen. Sie sprachen: "Fürchte dich nicht, siehe, wir sind zum Volk Lots entsandt." (Flügel 73)

71 Und seine Frau stand da und lachte. Und wir verkündeten ihr Isaak und nach Isaak Jakob. (Flügel 74)

72 Sie sprach: "Ach, weh mir! Soll ich gebären, wo ich eine alte Frau bin und dieser mein Ehemann ein Greis ist? Siehe, das ist ein wundersames Ding." (Flügel 75)

73 Sie sprachen: "Wunderst du dich über Allahs Befehl? Die Barmherzigkeit Allahs und seine Segnungen kommen auf euch, o Volk des Hauses! Siehe, er ist gepriesen und gerühmt." (Flügel 76)

74 Und als die Furcht von Abraham gewichen und zu ihm die Verheißung gekommen war, stritt er mit uns über das Volk Lots. (Flügel 77)

75 Siehe wahrlich, Abraham war milde, mitleidig und weichherzig. (Flügel 77)

76 "O Abraham, steh ab hiervon, siehe, schon ist deines Herrn Befehl gekommen, und über sie bricht unabwendbare Strafe herein." (Flügel 78)

77 Und als unsere Gesandten zu Lot kamen, bekümmerte er sich über sie, und sein Arm war machtlos für sie, und er sprach: "Dies ist ein böser Tag!" (Flügel 79)

78 Und es kam sein Volk zu ihm geeilt, und sie hatten zuvor Böses verübt. Er sprach: "O mein Volk, diese meine Töchter sind reiner für euch; darum fürchtet Allah und bringt nicht Schande über mich in meinen Gästen. Ist kein rechtschaffener Mann unter euch?" (Flügel 80)

79 Sie sprachen: "Du weißt doch, dass wir keinen Anspruch auf deine Töchter erheben; und wahrlich, du weißt, was wir wollen." (Flügel 81)

80 Er sprach: "Hätte ich doch Stärke gegen euch oder könnte ich zu einer starken Stütze meine Zuflucht nehmen!" (Flügel 82)

81 Sie sprachen: "O Lot, wir sind Gesandte deines Herrn; niemals werden sie zu dir gelangen. So mach dich auf mit deiner Familie in der dunkelsten Nacht, und keiner von euch wende sich um! Nur deine Frau, siehe, treffen wird sie, was die anderen trifft. Siehe, was ihnen angedroht ist, (erfüllt sich) am Morgen. Ist nicht der Morgen schon nahe?" (Flügel 83)

82 Und da unser Befehl gekommen war, kehrten wir ihr das Oberste zu unterst und ließen auf sie Backsteine hageldicht niederregnen, (Flügel 84)

83 Gezeichnet von deinem Herrn; und sie ist nicht fern von den Frevlern. (Flügel 84)

84 Und zu Midian (entsandten wir) ihren Bruder Schoeib. Er sprach: "O mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott als ihn; und verkürzt nicht Maß und Gewicht. Siehe ich sehe, dass es euch wohl ergeht, aber ich fürchte für euch die Strafe eines allumfassenden Tages. (Flügel 85)

85 Und, o mein Volk, gebt rechtes Maß und Gewicht und verkürzt nicht die Leute in ihrem Gut und richtet kein Unheil an auf Erden durch Verderbenstiften. (Flügel 86)

86 Allahs Rest ist das Beste für euch, wenn ihr gläubig seid. Und ich bin kein Hüter über euch." (Flügel 87 bis 88)

87 Sie sprachen: "O Schoeib, befiehlt dir dein Gebet, dass wir aufgeben sollen, was unsere Väter anbeteten, und dass wir mit unserem Gut nicht schalten sollen nach Belieben? Siehe, wahrlich du bist der Milde und Gerechte!" (Flügel 89)

88 Er sprach: "O mein Volk, was meint ihr? Wenn ich einen deutlichen Beweis von meinem Herrn habe, und er mich mit einer schönen Versorgung von sich versorgt hat, und wenn ich euch nicht folgen will zu dem, was ich mir selber verwehrt habe, will ich da etwas anderes als eure Besserung, soweit ich es vermag? Und mein Gelingen ist allein bei Allah. Auf ihn vertraue ich und zu ihm kehre ich mich. (Flügel 90)

89 Und, o mein Volk, eure Widersetzlichkeit gegen mich verführe euch nicht, dass euch das Gleiche trifft wie das, was das Volk Noahs oder das Volk Huds oder das Volk Salihs getroffen hat. Und ihr seid nicht fern von dem Volk Lots. (Flügel 91)

90 Und bittet euren Herrn um Verzeihung, dann kehrt euch zu ihm; siehe, mein Herr ist barmherzig und liebevoll." (Flügel 92)

91 Sie sprachen: "O Schoeib, wir verstehen nicht viel von dem, was du sprichst, und siehe wir sehen dich schwach unter uns. Und wäre nicht deine Familie, so steinigten wir dich, und du wärst machtlos gegen uns." (Flügel 93)

92 Er sprach: "O mein Volk, hat meine Familie mehr Wert bei euch als Allah, und werft ihr ihn geringschätzig hinter euch? Siehe, mein Herr übersieht euer Tun. (Flügel 94)

93 Und, o mein Volk, handelt nach eurem Vermögen, siehe, auch ich handle. Wahrlich, wissen werdet ihr, wen eine Strafe treffen wird, die ihn schändet, und wer ein Lügner ist. Und wartet; siehe, ich warte mit euch." (Flügel 95 bis 96)

94 Und da unser Befehl kam, retteten wir Schoeib und die Gläubigen, die bei ihm waren in unserer Barmherzigkeit, und die Ungerechten erfasste der Schrei, und sie lagen in ihren Wohnungen auf der Brust da, (Flügel 97)

95 Als hätten sie nie in ihnen gewohnt. War es nicht, (dass gesprochen wurde:) "Fort mit Midian wie Thamud fortgerafft wurde?" (Flügel 98)

96 Und wahrlich, Moses hatten wir entsandt mit unseren Zeichen und offenbarer Macht (Flügel 99)

97 Zu Pharao und seinen Großen. Und sie folgten Pharaos Befehl, und Pharaos Befehl war nicht gerecht. (Flügel 99)

98 Vorangehen soll er seinem Volk am Tag der Auferstehung und sie hinabführen ins Feuer; und schlimm ist der hinabzusteigende Abstieg. (Flügel 100)

99 Es folgte ihnen im Diesseits Fluch, und am Tag der Auferstehung, schlimm ist die Gabe, die (ihnen) gegeben wird. (Flügel 101)

100 Dies ist von der Kunde der Städte; wir erzählen es dir; einige von ihnen stehen, und (andere) sind niedergemäht. (Flügel 102)

101 Und wir taten ihnen nicht unrecht, sondern sie taten sich selber Unrecht an, und ihre Götter nützten ihnen nichts, die sie außer Allah anriefen, als deines Herrn Befehl kam; sie vermehrten nur ihr Verderben. (Flügel 103)

102 So war die Strafe deines Herrn, als er die ungerechten Städte strafte. Siehe, seine Strafe ist schmerzlich und streng. (Flügel 104)

103 Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für den, der die Strafe des Jenseits fürchtet. Das ist ein Tag, an dem die Menschen versammelt werden sollen, und das ist ein Tag, der bezeugt ist. (Flügel 105)

104 Und wir verschieben ihn nur bis zu einem festgesetzten Termin. (Flügel 106)

105 Wenn jener Tag kommt, dann wird keine Seele sprechen, es sei denn mit seiner Erlaubnis, und die einen von ihnen sollen elend sein und (die anderen) glückselig. (Flügel 107)

106 Was die Elenden anlangt, so sollen sie ins Feuer kommen und darin seufzen und stöhnen. (Flügel 108)

107 Ewig sollen sie darin verbleiben, solange die Himmel und die Erde dauern, es sei denn, dass dein Herr es anders wolle; siehe, dein Herr tut was er will. (Flügel 109)

108 Was aber die Glückseligen anlangt, so sollen sie ins Paradies kommen und ewig darin verweilen, solange die Himmel und die Erde dauern, es sei denn, dass dein Herr es anders wolle, eine ununterbrochene Gabe. (Flügel 110)

109 Und sei nicht im Zweifel über das, was diese verehren; sie verehren nur, was ihre Väter zuvor verehrten. Siehe, wahrlich wir wollen ihnen ihr Teil unverkürzt geben. (Flügel 111)

110 Und wahrlich, wir gaben dem Moses die Schrift, und es entstand Uneinigkeit über sie. Und wäre nicht ein Wort von deinem Herrn zuvor ergangen, wahrlich, es wäre unter ihnen entschieden. Und siehe, wahrlich sie sind in starkem Zweifel über sie. (Flügel 112)

111 Und siehe, wahrlich dein Herr wird allen nach ihren Werken lohnen; siehe, er kennt ihr Tun. (Flügel 113)

112 Darum verhalte dich wohl, wie dir geheißen wurde, und wer sich mit dir bekehrt hat, und widersetzt euch nicht. Siehe, er schaut euer Tun. (Flügel 114)

113 Und neigt euch nicht zu den Ungerechten, sonst erfasst euch das Feuer, und außer Allah habt ihr keinen Beschützer, und ihr findet keinen Helfer. (Flügel 115)

114 Und verrichte das Gebet an den beiden Tagesenden und in der ersten Wache der Nacht. Siehe, die guten Werke vertreiben die bösen. Dies ist eine Ermahnung für die Bedenkenden. (Flügel 116)

115 Und sei standhaft; und siehe, Allah lässt nicht den Lohn der Rechtschaffenen verloren gehen. (Flügel 117)

116 Und waren nicht unter den Geschlechtern, die vor euch lebten, die Tugendhaften, welche den Missetaten auf Erden wehrten, nur wenige von denen, die wir erretteten? Aber die Ungerechten führten ihr üppiges Leben weiter fort und sündigten. (Flügel 118)

117 Und dein Herr hätte die Städte nicht ungerechterweise vertilgt, wären ihre Bewohner rechtschaffen gewesen. (Flügel 119)

118 Und wenn dein Herr es gewollt, wahrlich, er hätte alle Menschen zu einer einzigen Gemeinde gemacht; aber nur diejenigen werden aufhören uneins zu sein, (Flügel 120)

119 Derer sich dein Herr erbarmt. Und dazu hat er sie erschaffen. Denn erfüllt soll werden das Wort deines Herrn: "Wahrlich, erfüllen will ich Dschehannam mit den Dschinn und Menschen insgesamt." (Flügel 120)

120 Und alles, was wir dir von den Geschichten der Gesandten erzählten, festigen wollen wir dein Herz damit, und gekommen ist hierin zu dir die Wahrheit und eine Ermahnung und Warnung für die Gläubigen. (Flügel 121)

121 Und sprich zu denen, die nicht glauben: "Handelt nach eurem Vermögen, siehe wir handeln auch; (Flügel 122)

122 Und wartet, siehe, wir warten mit euch."

123 Und Allahs ist das Verborgene in den Himmeln und der Erde, und zu ihm kehren alle Dinge zurück. Darum diene ihm und vertrau auf ihn, und dein Herr ist nicht achtlos eures Tuns.

Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.

Sure 11 trägt den Namen Hud, nach dem Gesandten, den der Koran zum Volk der Ad schickt [1]. Sie ist die elfte Sure und hat nach der Kairoer Zählung 123 Verse [2]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als mekkanisch und setzt sie an die 52. Stelle der Offenbarung. Nur die Verse 12, 17 und 114 stammen danach aus Medina [3]. Theodor Nöldeke rechnet die Sure zur dritten und letzten mekkanischen Periode [4]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).

Wie die Suren 10, 12, 14 und 15 beginnt Sure 11 mit den Buchstaben A. L. R., deren Bedeutung die Sure selbst nicht erklärt [1].

Inhalt im Überblick

Den größten Teil der Sure nehmen Geschichten früherer Gesandter ein. Sie folgen einem festen Muster: Der Gesandte ruft sein Volk auf, Allah allein zu dienen, die Mächtigen lehnen ab, und das Volk geht unter, während der Gesandte und die Gläubigen gerettet werden [1].

VerseInhalt
1 bis 24das Buch und sein Absender, Aufruf zur Umkehr, Allahs Macht über die Schöpfung, Vorwurf der Gegner, Muhammad habe den Koran ersonnen (11,13)
25 bis 49Noah, der Bau der Arche, die Flut und Noahs Sohn, der nicht an Bord geht
50 bis 60Hud und das Volk der Ad
61 bis 68Salih, die Kamelin als Zeichen und das Volk der Thamud
69 bis 83die Gesandten bei Abraham, die Verheißung Isaaks, Lot und der Untergang seiner Stadt
84 bis 95Schoeib und das Volk von Midian, rechtes Maß und Gewicht
96 bis 99Moses vor Pharao
100 bis 123Lehre aus den Geschichten, Gericht, Gebet zu festen Zeiten, Aufruf zur Standhaftigkeit

Am Schluss nennt die Sure selbst den Zweck dieser Erzählungen: "Und alles, was wir dir von den Geschichten der Gesandten erzählten, festigen wollen wir dein Herz damit" (aus Sure 11,120) [1].

Wie die Sure verstanden wird

In der Auslegung stehen vor allem die Schlussverse im Mittelpunkt: die Mahnung zur Standhaftigkeit (11,112), das Gebet zu festen Zeiten (11,114) und der Satz, Allah hätte alle Menschen zu einer einzigen Gemeinde machen können (11,118) [1].

Klassische Auslegung

Ein bekanntes Prophetenwort sagt, Sure Hud und ihre "Schwestern" hätten Muhammad ergrauen lassen. Der Gelehrte al-Manawi führt es auf die Schilderungen von Gericht und Strafe früherer Völker zurück und sieht darin zugleich die Furcht des Propheten um seine Gemeinde [5]. Zu Vers 113, der verbietet, sich den Ungerechten zuzuneigen, sagt at-Tabari, man solle sich nicht der Rede der Ungläubigen zuneigen und ihre Taten nicht gutheißen. Bei Vers 114 gingen die frühen Ausleger Mudschahid, al-Hasan und Ibn Zaid in der Frage auseinander, welche Gebetszeiten gemeint sind [5]. Abu Hayyan zählt in Vers 44, dem Ende der Flut, einundzwanzig rhetorische Stilfiguren [5].

Vers 118 versteht Ibn Kathir so: Allah hätte alle Menschen im Glauben oder im Unglauben vereinen können. Die Menschen blieben aber uneins in Religionen und Lehren, ausgenommen jene, die den Gesandten folgen [6].

Heutige muslimische Theologie

Dieselben Verse 11,118 und 119 führen heute manche Denker als Beleg für religiösen Pluralismus an: Wenn Gott die Menschen nicht in einer Religion vereint hat, sei die Vielfalt der Religionen von ihm gewollt. Genannt werden dafür Soroush und Mahmud Bina [7]. Kritiker wie Qadardan Qaramaliki halten dagegen, die Verse zeigten nur, dass Gott den Glauben erzwingen könnte, die Menschen aber frei wählen sollen [7].

Islamwissenschaft

Nöldeke betont, dass die Teile der Sure fest zusammenhängen. Die Verse 12, 17 und 114 gelten bei einigen als medinisch. Als Gründe nennt Nöldeke bei Vers 17 die Erwähnung der Juden und bei Vers 114 das Gebet. Dass Vers 5 in Ta'if offenbart worden sei, behaupten nach Nöldeke einige ohne erkennbaren Grund [4]. Ihm fällt außerdem auf, dass das Volk Schoeibs hier zum ersten Mal Midian heißt, nachdem es in älteren Suren einen anderen Namen trug [4].

Die Verse 105 bis 112 sind nach der englischen Wikipedia in der unteren, älteren Schrift der Handschrift San'a 1 erhalten, die Behnam Sadeghi und Mohsen Goudarzi 2012 untersucht haben [8].

Zum Weiterlesen: Die Propheten im Koran, Das Gebet im Koran und Mekkanische und medinensische Suren. Die Flut erzählt auch die Bibel in 1. Mose 6. Sure 11 steht im Koran zwischen Sure 10, Jonas und Sure 12, Joseph.

  1. Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
  2. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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  5. سورة هود (Sure Hud). Wikipedia (arabisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Surah Hud ayat 118 Tafsir Quran 11:118 (Tafsir Ibn Kathir, englisch). surahquran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Qur'an 5:48. WikiShia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Hud (surah). Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.