Alle 114 Suren des Korans

Sure 9: Die Reue (At-Tauba)

Sure 9 von 114, 129 Verse

Sure 9 heißt At-Tauba, "Die Reue", und hat in der Kairoer Zählung 129 Verse. Sie gilt als medinische Sure aus der Spätzeit Muhammads und ist die einzige Sure ohne die Eingangsformel "Im Namen Allahs". Bekannt ist sie vor allem durch Vers 5, den sogenannten Schwertvers, den klassische Ausleger, heutige muslimische Theologen und die Islamwissenschaft unterschiedlich einordnen.

1 Schuldlosigkeit sei von Allah und seinem Gesandten denjenigen von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt.

2 Zieht deshalb im Land vier Monate lang umher und wisst, dass ihr Allah nicht zuschanden machen könnt und dass Allah die Ungläubigen zuschanden macht.

3 Und eine Ankündigung sei von Allah und seinem Gesandten an die Menschen am Tag der größeren Pilgerfahrt, dass Allah los und ledig der Götzendiener ist, ebenso wie sein Gesandter. Und wenn ihr Buße tut, so ist es besser für euch, kehrt ihr jedoch den Rücken, so wisst, dass ihr Allah nicht zuschanden machen könnt. Und verheiße den Ungläubigen schmerzliche Strafe.

4 Ausgenommen sind jedoch diejenigen der Götzendiener, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt, und die es danach in nichts fehlen ließen und noch keinem gegen euch beistanden. Ihnen gegenüber müsst ihr den Vertrag bis zu der (ihnen bewilligten) Frist halten. Siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen.

5 Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlagt die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packt sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. Wenn sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.

6 Und wenn einer der Götzendiener dich um Zuflucht angeht, so gewähre ihm Zuflucht, damit er Allahs Wort vernimmt. Dann lass ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Solches, weil sie ein unwissendes Volk sind.

7 Wie können aber die Götzendiener mit Allah und seinem Gesandten in ein Bündnis treten, außer jenen, mit denen ihr bei der heiligen Moschee einen Vertrag schlosst? Und solange sie euch treu bleiben, so haltet ihnen Treue. Siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen.

8 Wie, wo sie, wenn sie euch besiegten, weder Blutsbande noch Bündnis halten würden? Mit ihrem Mund stellen sie euch zufrieden, ihre Herzen jedoch sind (euch) abgeneigt, und die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.

9 Sie verkaufen Allahs Zeichen um einen winzigen Preis und bringen von Allahs Weg ab; siehe, böse ist ihr Tun.

10 Sie halten einem Gläubigen gegenüber weder Blutsbande noch Bündnis; und sie, sie sind die Übertreter.

11 Wenn sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so sind sie eure Brüder im Glauben. Und wir machen die Zeichen klar für ein verständiges Volk.

12 Und wenn sie nach dem Vertrag ihren Eid brechen und euren Glauben höhnen, so bekämpft die Führer des Unglaubens. Siehe, in ihnen ist keine Treue. Vielleicht stehen sie ab.

13 Wollt ihr nicht kämpfen gegen ein Volk, das seinen Eid brach, und das plant den Gesandten zu vertreiben, und die zuerst mit euch (den Streit) angefangen haben? Fürchtet ihr sie etwa? Doch Allah ist würdiger von euch gefürchtet zu werden, wenn ihr gläubig seid.

14 Bekämpft sie; Allah wird sie strafen durch eure Hände und sie mit Schmach bedecken und wird euch Sieg über sie verleihen und wird heilen die Brüste eines gläubigen Volks;

15 Und hinwegnehmen wird er den Zorn ihrer Herzen. Und Allah kehrt sich zu wem er will, und Allah ist wissend und weise.

16 Oder wähnt ihr, ihr würdet verlassen sein, und dass Allah noch nicht diejenigen kennt, die stritten von euch und außer Allah und seinem Gesandten und den Gläubigen keinen zum Freund annahmen? Und Allah kennt euer Tun.

17 Den Götzendienern kommt es nicht zu die Moscheen Allahs zu besuchen, durch ihren Unglauben gegen sich selber zeugend. Sie, umsonst sind ihre Werke, und im Feuer werden sie ewig verweilen.

18 Besuchen nur soll die Moscheen Allahs, wer glaubt an Allah und an den jüngsten Tag und das Gebet verrichtet und die Armensteuer zahlt und Allah allein fürchtet. Und vielleicht ist es, dass jene zu den Geleiteten gehören.

19 Setzt ihr etwa das Tränken des Pilgers und den Besuch der heiligen Moschee gleich dem, der glaubt an Allah und an den jüngsten Tag, und der eifert in Allahs Weg? Nicht sind sie gleich vor Allah; und Allah leitet nicht das sündige Volk.

20 Diejenigen, welche gläubig wurden und auswanderten und in Allahs Weg eiferten mit Gut und Blut, nahmen die höchste Stufe bei Allah ein. Und sie, sie sind die Glückseligen.

21 Es verheißt ihnen ihr Herr Barmherzigkeit von ihm und Wohlgefallen, und Gärten sind ihnen, in denen beständige Wonne.

22 Verweilen sollen sie in ihnen ewig und für immer. Siehe, Allah, bei ihm ist gewaltiger Lohn.

23 O ihr, die ihr glaubt, seht weder in euren Vätern noch euren Brüdern Freunde, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen; und wer von euch sie zu Freunden nimmt, das sind Ungerechte.

24 Sprich: "Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Frauen und eure Sippe und das Gut, das ihr erworben, und die Ware, deren Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und die Wohnungen, die euch wohlgefallen, euch lieber sind als Allah und sein Gesandter und das Eifern in seinem Weg, so wartet bis Allah mit seinem Befehl kommt." Und Allah leitet nicht die Frevler.

25 Wahrlich, schon half euch Allah auf vielen Kampfgefilden und am Tag von Honein, als ihr stolz wart auf eure Menge. Doch sie nützte euch nichts; und eng wurde euch die Erde bei ihrer Weite; dann kehrtet ihr den Rücken zur Flucht.

26 Dann sandte Allah seine Gegenwart auf seinen Gesandten und auf die Gläubigen nieder und sandte Heerscharen hernieder, die ihr nicht saht, und strafte die Ungläubigen. Und das ist der Lohn der Ungläubigen.

27 Dann kehrt sich Allah danach zu wem er will, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.

28 O ihr, die ihr glaubt, siehe, die Götzendiener sind unrein. Darum sollen sie sich nicht nach diesem ihrem Jahr der heiligen Moschee nähern. Und wenn ihr dadurch Armut befürchtet, so wird euch Allah sicherlich, wenn er will, aus seinem Überfluss versorgen; siehe, Allah ist wissend und weise.

29 Kämpft gegen jene von denen, welchen die Schrift gegeben wurde, die nicht glauben an Allah und an den jüngsten Tag und nicht verwehren, was Allah und sein Gesandter verwehrt haben, und nicht bekennen das Bekenntnis der Wahrheit, bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten.

30 Und es sprechen die Juden: "Esra ist Allahs Sohn." Und es sprechen die Christen: "Der Messias ist Allahs Sohn." Solches ist das Wort ihres Mundes. Sie führen ähnliche Rede wie die Ungläubigen von zuvor. Allah schlage sie tot! Wie sind sie verstandeslos!

31 Sie nehmen ihre Rabbinen und Mönche neben Allah und dem Messias, dem Sohn der Maria, zu Herren an, wo ihnen doch allein geboten wurde einem einzigen Gott zu dienen, außer dem es keinen Gott gibt. Preis ihm, (er steht hoch) über dem, was sie neben ihn setzen.

32 Auslöschen wollen sie Allahs Licht mit ihrem Mund; aber Allah will allein sein Licht vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.

33 Er ist es, der entsandt hat seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit, um sie sichtbar zu machen über jede andere Religion, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist.

34 O ihr, die ihr glaubt, siehe, wahrlich viele der Rabbinen und Mönche fressen das Gut der Leute unnütz und bringen ab von Allahs Weg. Aber wer Gold und Silber aufspeichert und es nicht spendet in Allahs Weg, ihnen verheiße schmerzliche Strafe.

35 An einem Tag soll es an Dschehannams Feuer glühend gemacht werden, und gebrandmarkt werden sollen damit ihre Stirnen, Seiten und Rücken: "Das ist es, was ihr aufspeichertet für eure Seelen; so schmeckt, was ihr aufspeichertet."

36 Siehe, die Anzahl der Monate bei Allah sind zwölf Monate, in dem Buch Allahs, an dem Tag, da er die Himmel und die Erde erschuf. Von ihnen sind vier heilig. Das ist der wahrhafte Glauben. Darum versündigt euch nicht in ihnen und bekämpft die Götzendiener insgesamt, wie sie euch bekämpfen insgesamt, und wisst, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist.

37 Siehe, das Verschieben (des Monats Moharram auf den Monat Safar) ist eine Mehrung des Unglaubens. Die Ungläubigen sind hierdurch irregeführt. Sie erlauben es in einem Jahr und verwehren es in einem anderen Jahr, damit sie die Anzahl der von Allah geheiligten (Monate) ausgleichen und so erlauben, was Allah verwehrt hat. Ausgeschmückt ist ihnen das Böse ihres Tuns; aber Allah leitet nicht die Ungläubigen.

38 O ihr, die ihr glaubt, was war euch, dass, als zu euch gesprochen wurde: "Zieht hinaus in Allahs Weg", ihr euch schwer zur Erde neigtet? Habt ihr mehr Wohlgefallen am irdischen Leben als am Jenseits? Aber der Genuss des irdischen Lebens ist gegenüber dem Jenseits nur ein winziger.

39 Wenn ihr nicht auszieht, wird er euch strafen mit schmerzlicher Strafe und ein anderes Volk an eure Stelle setzen; und ihr schadet ihm in nichts, denn Allah hat Macht über alle Dinge.

40 Wenn ihr ihm nicht helft, so hat ihm zuvor Allah geholfen, als ihn die Ungläubigen vertrieben, zu zweit, als beide in der Höhle waren und er zu seinem Gefährten sprach: "Traure nicht; siehe, Allah ist mit uns." Und da sandte Allah seine Gegenwart auf ihn nieder und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht, und erniedrigte das Wort der Ungläubigen und erhöhte Allahs Wort. Und Allah ist mächtig und weise.

41 Zieht aus, leicht und schwer, und eifert mit Gut und Blut in Allahs Weg. Solches ist besser für euch, wenn ihr es begreift.

42 Wäre ein naher Gewinn und eine bequeme Fahrt gewesen, wahrlich, sie wären dir gefolgt. Aber weit war ihnen der Abstand. Und doch schwören sie bei Allah: "Hätten wir es vermocht, wir wären mit euch ausgezogen." Sie vertilgen sich selber. Und Allah weiß es wahrlich, dass sie Lügner sind.

43 Allah vergebe dir! Warum gewährtest du es ihnen, bevor dir die Wahrhaften offenkundig wurden und du die Lügner erkanntest?

44 Nicht werden dich um Erlaubnis bitten die, welche an Allah glauben und an den jüngsten Tag, nicht zu eifern mit Gut und Blut; und Allah kennt die Gottesfürchtigen.

45 Um Erlaubnis bitten dich nur jene, die nicht an Allah glauben und an den jüngsten Tag, und deren Herzen noch zweifeln, und die in ihrem Zweifel hin und her schwanken.

46 Und wenn sie zum Ausmarsch gewillt gewesen wären, so hätten sie für ihn gerüstet. Aber Allah wollte nicht ihr Ausziehen, und so machte er sie schlaff, und es wurde gesprochen: "Sitzt (daheim) mit den Sitzenden!"

47 Wären sie mit euch ausgezogen, so würden sie euch nur zur Last gewesen sein und hätten, zwischen euch umherlaufend, euch zum Aufruhr gereizt, und manche von euch hätten auf sie gehört. Aber Allah kennt die Ungerechten.

48 Wahrlich schon zuvor trachteten sie nach Aufruhr und verkehrten deine Angelegenheiten, bis die Wahrheit kam und Allahs Befehl erschien, obwohl er ihnen zuwider war.

49 Einige von ihnen sprechen zu dir: "Gewähre es mir und versuche mich nicht." Sind sie nicht schon in Versuchung gefallen? Und siehe wahrlich, Dschehannam wird umfassen die Ungläubigen.

50 Trifft dich ein Heil, so betrübt es sie; trifft dich ein Unheil, so sprechen sie: "Wir haben uns schon zuvor gesichert." Und sie kehren vergnügt den Rücken.

51 Sprich: "Nie trifft uns ein anderes als was Allah uns verzeichnet. Er ist unser Beschützer, und auf Allah sollen alle Gläubigen vertrauen."

52 Sprich: "Erwartet ihr etwa, dass uns nicht eins der beiden schönsten Dinge treffen wird? Und wir erwarten von euch, dass euch Allah mit einer Strafe treffen wird, sei es von ihm oder durch unsere Hand. Und so wartet; siehe, wir warten mit euch."

53 Sprich: "Spendet willig oder unwillig, niemals wird es von euch angenommen. Siehe, ihr seid ein Volk von Frevlern."

54 Und nichts anderes verhindert die Annahme ihrer Spenden, als dass sie nicht glauben an Allah und an seinen Gesandten und nur mit Trägheit das Gebet verrichten und nur widerwillig spenden.

55 Lass dich deshalb ihr Gut und ihre Kinder nicht wundernehmen. Siehe, Allah will sie damit nur im irdischen Leben strafen, und damit ihre Seelen zugrunde gehen, während sie ungläubig sind.

56 Und sie schwören bei Allah, dass sie wahrlich zu euch gehören; jedoch sind sie ein furchtsames Volk.

57 Fänden sie nur einen Zufluchtsort oder Höhlen oder einen Schlupfwinkel, sie würden sich zu ihm wenden in wilder Hast.

58 Und einige unter ihnen lästern dich wegen der Almosen. Wenn ihnen von ihnen gegeben wird, sind sie zufrieden, und wenn ihnen nicht von ihnen gegeben wird, dann sind sie verdrossen.

59 Und wären sie doch zufrieden mit dem, was ihnen Allah gibt und sein Gesandter, und sprächen: "Unser Genüge ist Allah. Wahrlich, Allah wird uns geben aus seinem Überfluss und (ebenso) sein Gesandter; siehe, zu Allah beten wir in Inbrunst."

60 Die Almosen sind nur für die Armen und Bedürftigen und die, welche sich um sie bemühen, und die, deren Herzen gewonnen sind, und für die Gefangenen und die Schuldner und den Weg Allahs und den Reisenden. (Das ist) eine Vorschrift von Allah; siehe, Allah ist wissend und weise.

61 Und einige unter ihnen gibt es, welche den Propheten kränken und sprechen: "Er ist Ohr." Sprich: "Ein Ohr des Guten für euch. Er glaubt an Allah und glaubt den Gläubigen und ist eine Barmherzigkeit gegen die Gläubigen unter euch." Wer aber den Gesandten Allahs kränkt, denen soll sein schmerzliche Strafe. (Flügel 61 bis 62)

62 Sie schwören euch bei Allah, um euch zu gefallen. Aber Allah und sein Gesandter sind würdiger, dass sie ihm gefallen, wenn sie Gläubige sind. (Flügel 63)

63 Wissen sie nicht, dass für den, der Allah und seinen Gesandten befehdet, Dschehannams Feuer ist, ewig darin zu verweilen? Das ist die gewaltige Schande. (Flügel 64)

64 Es fürchten die Heuchler, es möchte eine Sure auf sie hinabgesandt werden, die ihnen ankündigt, was in ihren Herzen ist. Sprich: "Spottet nur; siehe, Allah bringt zum Vorschein, wovor ihr euch fürchtet." (Flügel 65)

65 Und wahrlich, wenn du sie fragst, wahrlich, dann sprechen sie: "Wir plauderten nur und scherzten." Sprich: "Verspottet ihr etwa Allah und seine Zeichen und seinen Gesandten?" (Flügel 66)

66 Entschuldigt euch nicht. Ungläubig wurdet ihr nach eurem Glauben. Wenn wir auch einem Teil von ihnen vergeben, so strafen wir einen anderen Teil, darum dass sie sich versündigten. (Flügel 67)

67 Heuchler und Heuchlerinnen sind die einen wie die anderen. Sie gebieten das Unrechte und verbieten das Rechte und schließen ihre Hände. Vergessen haben sie Allah, und so hat er sie vergessen. Siehe, die Heuchler sind Frevler. (Flügel 68)

68 Verheißen hat Allah den Heuchlern und Heuchlerinnen und den Ungläubigen Dschehannams Feuer, ewig darin zu verweilen. Das ist ihr Genüge. Und verflucht hat sie Allah und für sie ist ewige Strafe. (Flügel 69)

69 (Ihr seid) gleich denen, die vor euch waren. Sie waren mächtiger als ihr an Kraft und reicher an Gut und Kindern und sie erfreuten sich ihres Anteils. So erfreut ihr euch eures Anteils gleich denen, die sich vor euch ihres Anteils erfreuten, und schwätzt wie jene schwatzten. Sie, umsonst sind ihre Werke im Diesseits und im Jenseits, und sie, sie sind die Verlorenen. (Flügel 70)

70 Kam nicht die Kunde derer, die vor ihnen waren, zu ihnen? Vom Volk des Noah, des Ad, des Thamud und vom Volk Abrahams und den Bewohnern Midians und der umgekehrten (Städte)? Es kamen zu ihnen ihre Gesandten mit den deutlichen Zeichen, und Allah wollte ihnen kein Unrecht tun, doch taten sie sich selber Unrecht. (Flügel 71)

71 Und die Gläubigen, Männer und Frauen, sind einer des anderen Freunde; sie gebieten das Rechte und verbieten das Unrechte und verrichten das Gebet und zahlen die Armensteuer und gehorchen Allah und seinem Gesandten. Sie, wahrlich Allah erbarmt sich ihrer; siehe, Allah ist mächtig und weise. (Flügel 72)

72 Verheißen hat Allah den Gläubigen, Männern und Frauen, Gärten durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen, und gute Wohnungen in Edens Gärten. Aber Wohlgefallen bei Allah ist besser als dies. Das ist die große Glückseligkeit. (Flügel 73)

73 O du Prophet, streite gegen die Ungläubigen und Heuchler und verfahre hart mit ihnen. Und ihre Herberge ist Dschehannam, und schlimm ist die Fahrt (dorthin). (Flügel 74)

74 Sie schwören bei Allah, sie hätten es nicht gesprochen, jedoch sprachen sie wahrlich des Unglaubens Wort und wurden ungläubig nach ihrem Islam und planten, was ihnen nicht gelang. Und sie missbilligten es nur, weil Allah und sein Gesandter sie aus seiner Huld reich gemacht hatte. Und wenn sie sich bekehren, ist es besser für sie; wenden sie sich jedoch (wieder) ab, so wird Allah sie strafen mit schmerzlicher Strafe im Diesseits und im Jenseits, und sollen auf Erden weder Beschützer noch Helfer finden. (Flügel 75)

75 Und unter ihnen haben einige einen Bund mit Allah geschlossen, (indem sie sprachen:) "Wahrlich, wenn er uns aus seiner Huld gibt, wahrlich, dann wollen wir Almosen geben und wahrlich, dann wollen wir rechtschaffen sein." (Flügel 76)

76 Da er ihnen aber aus seiner Huld gegeben hatte, geizten sie damit und kehrten den Rücken im Abfall. (Flügel 77)

77 Und so ließ er Heuchelei in ihren Herzen nachfolgen bis zum Tag, da sie mit ihm zusammentreffen, darum dass sie Allah nicht gehalten, was sie ihm versprachen, und weil sie gelogen. (Flügel 78)

78 Wissen sie denn nicht, dass Allah ihr Verborgenes kennt und ihr geheimes Gespräch, und dass Allah die Geheimnisse kennt? (Flügel 79)

79 Diejenigen, welche solche Gläubige verhöhnen, die aus freien Stücken Almosen geben, und die, welche nichts finden als ihr Erarbeitetes, und über sie spotten, Allah spottet über sie, und ihnen wird sein schmerzliche Strafe. (Flügel 80)

80 Bitte um Verzeihung für sie oder bitte nicht um Verzeihung für sie; ob du auch siebzigmal um Verzeihung für sie bätest, so wird ihnen doch Allah niemals verzeihen. Solches, darum dass sie nicht glaubten an Allah und seinen Gesandten; und Allah leitet nicht die Frevler. (Flügel 81)

81 Es freuten sich die in ihren Wohnungen Zurückgebliebenen, dem Gesandten Allahs zuwider gehandelt zu haben, und hatten keine Lust mit Gut und Blut in Allahs Weg zu eifern und sprachen: "Zieht nicht aus in der Hitze." Sprich: "Dschehannams Feuer ist heißer." O dass sie es doch begriffen! (Flügel 82)

82 Und so mögen sie wenig lachen und viel weinen zum Lohn für ihr Tun. (Flügel 83)

83 Und wenn dich Allah heimkehren lässt zu einer Anzahl von ihnen und sie dich um Erlaubnis bitten hinauszuziehen, so sprich: "Niemals sollt ihr mit mir ausziehen und niemals sollt ihr mit mir gegen einen Feind kämpfen. Siehe, es gefiel euch das erste Mal (daheim) zu sitzen, und so sitzt (daheim) mit den Dahintenbleibenden." (Flügel 84)

84 Und niemals bete über einen von ihnen, wenn er starb, und stehe nicht bei seinem Grab. Siehe, sie glaubten nicht an Allah und seinen Gesandten und starben als Frevler. (Flügel 85)

85 Und lass dich nicht wundernehmen ihr Gut und ihre Kinder; siehe, Allah will sie damit nur strafen im Diesseits, dass ihre Seelen hinscheiden, während sie ungläubig sind. (Flügel 86)

86 Und da eine Sure hinabgesandt wurde (des Inhalts): "Glaubt an Allah und streitet mit seinem Gesandten", baten dich die Begüterten unter ihnen und sprachen: "Lass uns bei den (Daheim-)Sitzenden." (Flügel 87)

87 Es gefiel ihnen bei den Dahintenbleibenden zu sein, und es wurden ihre Herzen versiegelt, so dass sie nicht begreifen. (Flügel 88)

88 Jedoch der Gesandte und die Gläubigen bei ihm eifern mit Gut und Blut, und sie, das Gute wird ihnen (zum Lohn), und sie, ihnen wird es wohl ergehen. (Flügel 89)

89 Bereitet hat Allah für sie Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen. Das ist die große Glückseligkeit. (Flügel 90)

90 Und es kamen Ausflüchte machend einige der (Steppen-)Araber damit ihnen Erlaubnis würde (daheim zu bleiben). Und sitzen blieben (daheim) diejenigen, die Allah und seinen Gesandten belogen hatten. Wahrlich, treffen wird die Ungläubigen unter ihnen schmerzliche Strafe. (Flügel 91)

91 Nicht versündigen sich die Schwachen und die Kranken und die, welche nichts zum Ausgeben finden, (dass sie zu Hause bleiben,) wenn sie es nur mit Allah und seinem Gesandten treu meinen. Gegen die Rechtschaffenen gibt es keinen Weg; und Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 92)

92 Auch nicht gegen die, zu denen du, als sie zu dir kamen, dass du sie ausrüstetest, sprachst: "Ich finde nichts, um euch damit auszurüsten." Da kehrten sie um, während ihren Augen Tränen vor Trauer darüber entströmten, dass sie nichts fanden zum Ausgeben. (Flügel 93)

93 Nur gegen die ist der Weg, die dich um Erlaubnis bitten (daheim zu bleiben), obwohl sie reich sind. Es gefällt ihnen bei den Dahintenbleibenden zu sein. Versiegelt hat Allah ihre Herzen, und so verstehen sie nicht. (Flügel 94)

94 Sie werden sich bei euch entschuldigen, wenn ihr zu ihnen zurückkehrt. Sprich: "Entschuldigt euch nicht: niemals glauben wir euch. Allah hat uns schon über euer Verhalten benachrichtigt. Wahrlich, schauen wird Allah und sein Gesandter euer Tun. Dann werdet ihr zurückgebracht werden zum Wisser des Verborgenen und Offenbaren, und ankündigen wird er euch, was ihr getan." (Flügel 95)

95 Wahrlich, beschwören werden sie euch bei Allah, wenn ihr zu ihnen zurückgekehrt seid, dass ihr von ihnen absteht. So steht ab von ihnen! Siehe, sie sind ein Gräuel und ihre Herberge ist Dschehannam als Lohn für ihr Tun. (Flügel 96)

96 Sie werden euch beschwören, mit ihnen zufrieden zu sein. Aber wenn ihr auch mit ihnen zufrieden seid, so ist Allah doch nicht zufrieden mit einem Volk von Frevlern. (Flügel 97)

97 Die (Steppen-)Araber sind verstockt in Unglauben und Heuchelei, und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die Vorschriften, welche Allah auf seinen Gesandten herniedergesendet hat, nicht kennen. Und Allah ist wissend und weise. (Flügel 98)

98 Und unter den (Steppen-)Arabern sind welche, die ihre Spenden als erzwungene Schuld ansehen und auf die Wechsel (eures Glückes) lauern. Über sie wird ein Unheilswechsel kommen; denn Allah ist hörend und wissend. (Flügel 99)

99 Aber etliche unter den (Steppen-)Arabern glauben auch an Allah und den jüngsten Tag und betrachten ihre Spenden als Annäherungen zu Gott und den Gebeten des Gesandten. Und ist es nicht, dass sie eine Annäherung für sie sind? Wahrlich, einführen wird sie Allah in seine Barmherzigkeit! Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 100)

100 Und jene, die vorauszogen, die ersten der Auswanderer und die Helfer, und jene, die ihnen folgten in schönem Tun, Wohlgefallen hat Allah an ihnen, und Wohlgefallen haben sie an ihm, und bereitet hat er ihnen Gärten, durcheilt von Bächen, ewig und für immer darin zu weilen. Das ist die große Glückseligkeit. (Flügel 101)

101 Und unter denen der (Steppen-)Araber, die rings um euch sind, gibt es Heuchler; und auch unter dem Volk Medinas gibt es hartnäckige Heuchler. Nicht kennst du sie, (o Muhammad;) wir kennen sie; wahrlich, strafen wollen wir sie zweifach; dann sollen sie überantwortet werden gewaltiger Strafe. (Flügel 102)

102 Und andere haben ihre Sünden bekannt; sie vermischten eine rechtschaffene Handlung mit einer anderen bösen. Vielleicht dass Allah sich wieder zu ihnen kehrt; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 103)

103 Nimm von ihrem Gut als Almosen, damit du sie dadurch reinigst und heiligst; und bete für sie; siehe, deine Gebete bringen ihnen Beruhigung, und Allah ist hörend und wissend. (Flügel 104)

104 Wissen sie denn nicht, dass Allah die Bekehrung seiner Diener aufnimmt, und dass er die Almosen annimmt, und dass Allah der Vergebende, der Barmherzige ist? (Flügel 105)

105 Und sprich: "Wirkt!" Und wahrlich schauen wird Allah euer Werk, und sein Gesandter und die Gläubigen. Und wahrlich zurück sollt ihr gebracht werden zu dem Wisser des Verborgenen und Offenbaren, und ankündigen wird er euch euer Tun. (Flügel 106)

106 Und andere warten auf Allahs Befehl, ob er sie strafen oder ob er sich zu ihnen kehren wird. Und Allah ist wissend und weise. (Flügel 107)

107 Andere haben eine Moschee erbaut, um Unheil und Unglauben und Spaltungen zwischen den Gläubigen anzustiften und zu einem Hinterhalt für den, welcher zuvor Allah und seinen Gesandten bekriegte. Und wahrlich, sie schwören: "Wir bezwecken nur Gutes." Aber Allah ist Zeuge, dass sie Lügner sind. (Flügel 108)

108 Stehe niemals in ihr. Wahrlich, es gibt eine Moschee, gegründet auf Frömmigkeit vom ersten Tag an; geziemender ist es, dass du in ihr stehst. In ihr sind Leute, die sich zu reinigen wünschen, und Allah liebt die sich Reinigenden. (Flügel 109)

109 Ist nun etwa der besser, der sein Gebäude auf Gottesfurcht und auf Allahs Huld gegründet hat, oder der, welcher sein Gebäude gegründet hat auf den Rand fortgespülten Schwemmsandes, der mit ihm in Dschehannams Feuer gespült wird? Und Allah leitet nicht die Ungerechten. (Flügel 110)

110 Ihr Gebäude, das sie erbaut, wird nicht aufhören Zweifel in ihren Herzen zu erregen, als bis ihre Herzen zerschnitten sind, und Allah ist wissend und weise. (Flügel 111)

111 Siehe, Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft. Sie sollen kämpfen in Allahs Weg und töten und getötet werden. Eine Verheißung hierfür ist gewährleistet in der Tora, im Evangelium und im Koran; und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? Freut euch daher des Geschäfts, das ihr abgeschlossen habt; und das ist die große Glückseligkeit. (Flügel 112)

112 Die sich Bekehrenden, die (Allah) Dienenden, die Lobpreisenden, die Fastenden, die sich Beugenden, die sich Niederwerfenden, die das Rechte Gebietenden und das Unrechte Verbietenden, die Allahs Gebote Beobachtenden ... und Heil verkünde den Gläubigen. (Flügel 113)

113 Nicht kommt es dem Propheten und den Gläubigen zu für die Götzendiener um Verzeihung zu bitten, und wären es auch Angehörige, nachdem ihnen deutlich kundgetan, dass sie des Höllenpfuhls Gefährten sind. (Flügel 114)

114 Und auch Abraham betete nur um Verzeihung für seinen Vater infolge eines Versprechens, das er ihm gegeben. Als ihm aber offenkundig wurde, dass er ein Feind Allahs war, sagte er sich los von ihm. Siehe, Abraham aber war wahrlich mitleidsvoll und milde. (Flügel 115)

115 Und nicht leitet Allah Leute irre, nachdem er sie recht geleitet, als bis er ihnen deutlich gezeigt, was sie zu fürchten haben. Siehe, Allah weiß alle Dinge. (Flügel 116)

116 Siehe, Allah, sein ist das Reich der Himmel und der Erde, er macht lebendig und tot, und außer Allah ist euch kein Schützer und Helfer. (Flügel 117)

117 Wahrlich, gekehrt hat sich Allah zum Propheten und den Ausgewanderten und den Helfern, die ihm folgten in der Stunde der Drangsal, nachdem fast die Herzen eines Teiles von ihnen abgewichen wären. Dann kehrte er sich zu ihnen; siehe, er ist gütig zu ihnen und barmherzig. (Flügel 118)

118 Auch zu jenen drei (kehrte er sich), die zurückgeblieben waren, bis dass die Erde ihnen bei ihrer Weite eng wurde; und ihre Seelen wurden ihnen so eng, dass sie einsahen, dass es vor Allah keine Zuflucht gäbe als bei ihm. Dann kehrte er sich zu ihnen, damit sie sich bekehrten. Siehe, Allah ist der Vergebende, der Barmherzige. (Flügel 119)

119 O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaften. (Flügel 120)

120 Keinen Grund hatten die Bewohner Medinas und ihre Umwohner von den (Steppen-)Arabern, hinter dem Gesandten Allahs zurückzubleiben und ihr Leben dem seinigen vorzuziehen. Solches, darum dass sie weder Durst noch Mühsal noch Hunger in Allahs Weg betroffen hätte. Und nicht treten sie einen Tritt, der die Ungläubigen erzürnt, und nicht tut ein Feind ihnen etwas an, ohne dass es ihnen als gutes Werk aufgeschrieben wird. (Flügel 121)

121 Und sie spenden auch keine Spende, sei es eine kleine oder große, und durchqueren kein Wadi, das ihnen nicht aufgezeichnet wird, damit Allah das Beste ihrer Werke ihnen lohne. (Flügel 122)

122 Und nicht sollen die Gläubigen insgesamt ausziehen. Von jeder Schar von ihnen soll eine Abteilung nicht ausziehen, um einander in der Religion zu belehren und um ihr Volk, wenn es zu ihnen heimkehrt, zu warnen, auf der Hut zu sein. (Flügel 123)

123 O ihr, die ihr glaubt, kämpft gegen die Ungläubigen an euren Grenzen, und wahrlich lasst sie Härte in euch verspüren. Und wisst, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist. (Flügel 124)

124 Und wenn da eine Sure herabgesandt wird, so sprechen einige von ihnen: "Wer von euch ist durch sie im Glauben gestärkt?" Was aber die Gläubigen anlangt, so stärkt sie dieselben im Glauben, und sie freuen sich. (Flügel 125)

125 Was aber jene anlangt, in deren Herzen Krankheit ist, so fügt sie Zweifel zu ihrem Zweifel hinzu, und sie sterben als Ungläubige. (Flügel 126)

126 Sehen sie denn nicht, dass sie in jedem Jahr einmal oder zweimal geprüft werden? Doch darauf bekehren sie sich nicht und lassen sich nicht mahnen. (Flügel 127)

127 Und wenn da eine Sure herabgesandt wird, schauen sie einander an (und sprechen:) "Sieht euch jemand?" Dann kehren sie sich ab. Allah wendet ihre Herzen ab, weil sie ein unverständiges Volk sind. (Flügel 128)

128 Wahrlich, nunmehr kam zu euch ein Gesandter aus euch; schwer liegen auf ihm eure Missetaten. Fürsorglich ist er für euch, gegen die Gläubigen gütig und barmherzig. (Flügel 129)

129 Und wenn ihr den Rücken kehrt, so sprich: "Mein Genüge ist Allah! Es gibt keinen Gott außer ihm. Auf ihn traue ich, und er ist der Herr des herrlichen Thrones." (Flügel 130)

Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.

Sure 9 heißt arabisch At-Tauba, auf Deutsch "Die Reue". Max Henning gibt ihr diesen Namen in seiner Übersetzung von 1901 [1]. Ein zweiter alter Name ist Bara'a nach dem ersten Wort der Sure, das die Lossagung von den Götzendienern ankündigt [2]. Den Namen At-Tauba erklärt Theodor Nöldeke mit dem Verb taba ("sich bekehren", "verzeihen"), das in der Sure oft vorkommt [2]. Die Sure ist die neunte im Koran und hat nach der Kairoer Zählung 129 Verse [3]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als medinisch und setzt sie in der Reihenfolge der Offenbarung an die 113. Stelle; nur die beiden letzten Verse gelten dort als mekkanisch [4]. Nöldeke datiert die Hauptteile in das Jahr 9 nach der Auswanderung nach Medina [2]. Als einzige Sure des Korans beginnt sie ohne die Formel "Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen" [5]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).

Inhalt im Überblick

Die Sure ist aus mehreren Stücken zusammengesetzt, die nach Nöldeke zu verschiedenen Zeiten entstanden sind: die Aufkündigung an die Götzendiener, Reden vor, während und nach dem Feldzug nach Tabuk und Abschnitte über die Heuchler in Medina [2].

VerseInhalt
1 bis 12Aufkündigung der Verträge mit den Götzendienern, Frist von vier Monaten, Ausnahme für vertragstreue Partner, Schutz für den, der um Zuflucht bittet
13 bis 24Kampf gegen Eidbrüchige, wer die Moscheen besuchen soll, Vorrang des Glaubens vor Familie und Besitz
25 bis 28Erinnerung an den Tag von Honein, Götzendiener sollen sich der heiligen Moschee nicht mehr nähern
29 bis 35Kampf gegen einen Teil der Schriftbesitzer bis zur Zahlung des Tributs, Vorwürfe an Juden und Christen
36 bis 37zwölf Monate, davon vier heilig, Verbot, Monate zu verschieben
38 bis 59Aufruf zum Auszug, Rückblick auf die Höhle (9,40), Vorwürfe an die Zurückgebliebenen
60wem die Almosen zustehen, von den Armen bis zum Reisenden
61 bis 99Heuchler und Heuchlerinnen, Steppenaraber, wer vom Auszug befreit ist (9,91 bis 92)
100 bis 110Auswanderer und Helfer, Reue und Almosen, die Moschee, die Spaltung stiften soll (9,107 bis 110)
111 bis 129Leben und Gut gegen das Paradies, keine Fürbitte für Götzendiener, Vergebung für die drei Zurückgebliebenen, Schluss über den Gesandten

In 9,30 nennt die Sure den Satz der Juden über Esra und den der Christen über den Messias als Allahs Sohn und weist beide zurück [1]. In 9,60 zählt sie acht Gruppen auf, denen die Almosen zustehen [1].

Wie die Sure verstanden wird

Vers 5 und Vers 29 zählt der Islamwissenschaftler Rüdiger Seesemann zu den "Schwertversen" der Sure [9].

Vers 5 lautet in der Lesefassung: "Sind aber die heiligen Monate verflossen, so erschlagt die Götzendiener, wo ihr sie findet, und packt sie und belagert sie und lauert ihnen in jedem Hinterhalt auf. Wenn sie jedoch bereuen und das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen, so lasst sie ihres Weges ziehen. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig." (Sure 9,5) Der nächste Vers fährt fort: "Und wenn einer der Götzendiener dich um Zuflucht angeht, so gewähre ihm Zuflucht, damit er Allahs Wort vernimmt. Dann lass ihn die Stätte seiner Sicherheit erreichen. Solches, weil sie ein unwissendes Volk sind." (Sure 9,6) [1]

Geschichtlicher Zusammenhang

Nach Nöldeke ließ Muhammad die wichtigsten Verse der Sure beim Pilgerfest des Jahres 9 durch Ali den in Mekka versammelten Arabern vortragen. Wie weit diese Verkündung reichte, ist in der Überlieferung umstritten; mit einiger Sicherheit rechnet Nöldeke nur die Verse 1 bis 12 dazu [2]. Sie befehlen nach seiner Darstellung, nach Ablauf der heiligen Monate die Götzendiener anzugreifen, sofern kein bestimmter, zeitlich begrenzter Vertrag mit ihnen besteht [2]. Den größten Teil der Sure bezieht er auf den Feldzug gegen die Byzantiner und ihre arabischen Verbündeten an der syrischen Grenze im Monat Radschab des Jahres 9, an dem viele Medinenser und Beduinen nicht teilnahmen [2].

Klassische Auslegung

Der Kommentar von Ibn Kathir berichtet in der gekürzten englischen Fassung, Vers 5 sei "Vers des Schwertes" genannt worden [6]. Er zitiert ad-Dahhak ibn Muzahim, nach dem der Vers jeden Friedensvertrag des Propheten mit Götzendienern aufhob, und Ibn Abbas, nach dem seit der Offenbarung der Sure kein Götzendiener mehr einen Vertrag oder ein Schutzversprechen hatte [6]. Abu Bakr habe sich auf diesen Vers gestützt, als er gegen Stämme kämpfte, die keine Armensteuer mehr zahlten [6]. Nach Ibn Kathir bleibt den belagerten Gegnern nur die Wahl, zu sterben oder den Islam anzunehmen; Gebet und Armensteuer nennt er als die wichtigsten Pflichten des Islams nach den beiden Bekenntnissen [6].

Heutige muslimische Theologie

Muhammad Asad liest Vers 5 in seinen Anmerkungen zusammen mit den Versen davor und mit Sure 2,190 bis 194. Danach geht es um einen schon laufenden Krieg mit Gegnern, die Verträge gebrochen und angegriffen hatten [7]. Die Nennung von Gebet und Armensteuer bedeute nicht "Übertritt oder Tod", weil Sure 2,256 Zwang im Glauben ausschließe; Vers 4 und Vers 6 zeigen für ihn, wie mit nicht feindseligen Ungläubigen umzugehen sei [7].

Mohammed Abualwafa untersucht den Vers in einer Dissertation zur Religionspädagogik (2020). Nach der Besprechung von Abdel-Hafiez Hassud hält er fest, dass das Wort "Schwertvers" weder im Koran noch in der Sunna vorkommt, dass der Vers die Verse über einen gütigen Umgang mit Nichtmuslimen nicht aufgehoben hat und keinen Angriffskrieg ohne Anlass rechtfertigt [8]. Den Zusammenhang bilden für ihn die Verse 1 bis 15 der Sure, und den Vers missbrauchten sowohl Gegner des Islams als auch Extremisten [8].

Islamwissenschaft

Der Islamwissenschaftler Rüdiger Seesemann ordnet die Kampfverse des Korans in vier Phasen. Die "Schwertverse" der Sure 9 gehören zur letzten Phase nach 629; Vers 5 befiehlt danach, den Kampf gegen die Götzenanbeter weiterzuführen [9]. Seesemann schreibt, die Gelehrten der ersten drei Jahrhunderte hätten überwiegend auf Zusammenhang und Auslegung gesetzt. Das klassische Kriegsrecht richtete den Kampf nur gegen bestimmte Gegner, nicht gegen Zivilisten, und verband ihn nicht mit einer Zwangsbekehrung [9]. Heutige dschihadistische Gruppen haben nach seiner Darstellung mit dieser Auslegungstradition wenig gemein [9].

Vers 29 und der Tribut

Vers 29 fordert den Kampf gegen jene Schriftbesitzer, die nicht an Allah und den jüngsten Tag glauben, "bis sie den Tribut aus der Hand gedemütigt entrichten" (Sure 9,29) [1]. Nöldeke liest die Verse 28 bis 35 als Aufruf, auch die Christen zu bekämpfen, bis sie tributpflichtig werden, und verweist auf das Gefecht bei Mu'ta im Jahr 8 [2].

Ibn Kathir setzt den Vers ins Jahr 9 und in die Vorbereitung des Zuges nach Tabuk. Er versteht die Wendung über die Hand als Unterwerfung nach einer Niederlage und das Wort für "gedemütigt" als Erniedrigung. Dazu führt er Bedingungen an, die Umar mit den Christen Syriens geschlossen haben soll, etwa das Verbot, neue Kirchen zu bauen [10]. Asad dagegen bezieht den Kampfbefehl nur auf Verteidigung gegen einen Angriff. Den Tribut, arabisch Dschizya, erklärt er als Abgabe anstelle des Wehrdienstes und als Ausgleich für den Schutz durch den Staat. Frauen, Kinder, Alte, Kranke, Priester und Mönche seien davon befreit gewesen [11]. Die Wendung über die Hand gibt er mit az-Zamachschari als "bereitwillig" wieder; Raschid Rida deutet die Hand als Zahlungsfähigkeit [11].

Warum die Eingangsformel fehlt

Nach Friedrich Schwally, dem Bearbeiter von Nöldekes Werk, führen Muslime das Fehlen der Formel auf eine absichtliche Auslassung zurück. Eine verbreitete Erklärung lautet, die Gefährten Muhammads seien sich nicht einig gewesen, ob Sure 8 und 9 eine einzige Sure bilden, und hätten deshalb nur einen freien Raum gelassen [5]. Schwally hält diese Erklärung für unwahrscheinlich, weil beide Suren inhaltlich und zeitlich weit auseinanderliegen, und vermutet ein Versehen beim Abschreiben oder einen beschädigten Text in der Vorlage [5].

Mehr zum Hintergrund findest du auf den Seiten Krieg und Frieden im Koran, Juden und Christen im Koran und Mekkanische und medinensische Suren. Ihr geht Sure 8, Die Beute voraus, auf sie folgt Sure 10, Jonas.

  1. Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
  2. Studie Geschichte des Qorans, Erster Teil: Über den Ursprung des Qorans, S. 222 bis 224. Theodor Nöldeke, bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1909. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  4. Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  5. Studie Geschichte des Qorans, Zweiter Teil: Die Sammlung des Qorans, S. 80 f.. Friedrich Schwally (zweite Auflage von Theodor Nöldekes Geschichte des Qorans, völlig umgearbeitet), Dieterich, Leipzig. Stand 1919. abgerufen am 29.10.2026
  6. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: At-Tawbah Ayah 5. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Al-Quran, Online Quran Project: Sure 9,5 mit Anmerkungen von Muhammad Asad. al-quran.info. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  8. Studie Rezension zu Mohammed Abualwafa: Der Koran und seine Bedeutungsebenen für das Hier und Jetzt. Abdel-Hafiez Hassud, Theologische Revue 117. Stand 19.01.2021. abgerufen am 29.10.2026
  9. Behörde Dschihad zwischen Frieden und Gewalt. Rüdiger Seesemann, Bundeszentrale für politische Bildung. Stand 18.08.2015. abgerufen am 29.10.2026
  10. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: At-Tawbah Ayah 29. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  11. Al-Quran, Online Quran Project: Sure 9,29 mit Anmerkungen von Muhammad Asad. al-quran.info. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.