Sure 14

Abraham

Ibrāhīm

Verse: 52 Offenbart in: Mekka Zeit: spätmekkanisch

Worum geht's?

Eine Sure, die ihren Namen von einem berühmten Abraham-Gebet in der Mitte der Sure trägt – Abrahams Gebet bei der Niederlassung Hagars und Ismaels in Mekka. Die Sure verbindet die Heilsgeschichte mit der Reflexion über Glaube und Undank.

Der Text – Vers für Vers

In moderner Sprache paraphrasiert nach Max Henning (1901).

  1. 1Alif-Lām-Rāʾ. Ein Buch, das wir zu dir herabgesandt haben, damit du die Menschen aus den Finsternissen ins Licht hinausführst, mit der Erlaubnis ihres Herrn, zum Weg des Mächtigen, des Lobenswerten,
  2. 2Gottes, dem gehört, was in den Himmeln und auf der Erde ist. Wehe den Ungläubigen vor einer harten Strafe!
  3. 3Die, die das diesseitige Leben dem Jenseits vorziehen und vom Weg Gottes abhalten und ihn verbiegen wollen – diese sind in ferner Verirrung.
  4. 4Wir haben keinen Gesandten geschickt außer in der Sprache seines Volkes, damit er ihnen Klarheit gibt. Gott lässt in die Irre gehen, wen er will, und leitet, wen er will. Er ist der Mächtige, der Weise.
  5. 5Wir haben Moses mit unseren Zeichen geschickt: Führe dein Volk aus den Finsternissen ins Licht und erinnere sie an die Tage Gottes! Wahrlich, darin sind Zeichen für jeden sehr Geduldigen, sehr Dankbaren.
  6. 6Als Moses zu seinem Volk sagte: Gedenkt der Gunst Gottes über euch, als er euch von den Leuten Pharaos rettete, die euch das Schlimmste der Strafe kosten ließen, eure Söhne schlachteten und eure Frauen leben ließen. Darin war eine gewaltige Prüfung von eurem Herrn.
  7. 7Als euer Herr ankündigte: Wenn ihr dankbar seid, werde ich euch mehr geben. Wenn ihr aber undankbar seid – wahrlich, meine Strafe ist hart.
  8. 8Moses sagte: Wenn ihr und alle, die auf der Erde sind, ungläubig wäret – wahrlich, Gott ist unbedürftig, lobenswert.
  9. 9Ist nicht die Nachricht derer zu euch gekommen, die vor euch waren – das Volk Noahs, die ʿĀd und die Thamūd und die nach ihnen, die nur Gott kennt? Ihre Gesandten kamen mit klaren Zeichen zu ihnen. Sie steckten ihre Hände in ihre Münder und sagten: Wahrlich, wir sind an dem ungläubig, womit ihr geschickt wurdet. Wir sind in starkem Zweifel über das, wozu ihr uns ruft.
  10. 10Ihre Gesandten sagten: Gibt es einen Zweifel über Gott, den Ursprung-Macher der Himmel und der Erde? Er ruft euch, damit er euch eure Sünden vergibt und euch bis zu einer benannten Frist aufschiebt. Sie sagten: Ihr seid nur Menschen wie wir. Ihr wollt uns von dem abhalten, was unsere Väter angebetet haben. So bringt uns deutliche Vollmacht!
  11. 11Ihre Gesandten sagten zu ihnen: Wir sind nur Menschen wie ihr. Aber Gott erweist Gunst, wem er will von seinen Dienern. Wir können keine Vollmacht bringen außer mit der Erlaubnis Gottes. Auf Gott sollen die Gläubigen vertrauen.
  12. 12Warum sollten wir nicht auf Gott vertrauen? Er hat uns unsere Wege geleitet. Wir werden geduldig im sein, was ihr uns zufügt. Auf Gott sollen die Vertrauenden vertrauen.
  13. 13Die ungläubig sind, sagten zu ihren Gesandten: Wir werden euch aus unserem Land vertreiben, oder ihr kehrt zu unserer Glaubensgemeinschaft zurück. Da offenbarte ihnen ihr Herr: Wir werden gewiss die Frevler vernichten.
  14. 14Wir werden euch nach ihnen auf der Erde ansiedeln. Das ist für den, der bei meiner Stelle besorgt ist und meine Drohung fürchtet.
  15. 15Sie baten um Entscheidung, und jeder hartnäckige Tyrann scheiterte.
  16. 16Hinter ihm ist die Hölle. Er wird mit eitrigem Wasser getränkt.
  17. 17Er nippt daran und kann es kaum schlucken. Der Tod kommt zu ihm von allen Seiten, aber er stirbt nicht. Hinter ihm ist eine harte Strafe.
  18. 18Das Gleichnis derer, die an ihren Herrn ungläubig sind: Ihre Werke sind wie Asche, die der Wind in einem stürmischen Tag wegweht. Sie können nichts von dem, was sie verdient haben, festhalten. Das ist die ferne Verirrung.
  19. 19Hast du nicht gesehen, dass Gott die Himmel und die Erde mit Wahrheit erschaffen hat? Wenn er will, lässt er euch verschwinden und bringt eine neue Schöpfung.
  20. 20Das ist für Gott nicht schwer.
  21. 21Sie kommen alle vor Gott. Die Geschwächten sagen zu denen, die hochmütig waren: Wir waren euch Anhänger. Könnt ihr uns vor der Strafe Gottes etwas abnehmen? Sie sagen: Hätte uns Gott geleitet, hätten wir euch geleitet. Es ist gleich für uns, ob wir ungeduldig sind oder geduldig. Wir haben keinen Ausweg.
  22. 22Der Satan sagt, wenn die Sache entschieden ist: Wahrlich, Gott hat euch ein wahres Versprechen versprochen. Auch ich habe euch versprochen, aber dann habe ich euch nicht eingehalten. Ich hatte keine Vollmacht über euch, außer dass ich euch rief, und ihr habt mir geantwortet. So tadelt nicht mich, sondern tadelt euch selbst. Ich kann euch nicht helfen, und ihr könnt mir nicht helfen. Wahrlich, ich verleugne eure früher gemachte Beigesellung mit mir. Wahrlich, die Frevler haben eine schmerzhafte Strafe.
  23. 23Die, die geglaubt und gute Werke getan haben, werden in Gärten geführt, durch die Bäche fließen, ewig darin mit der Erlaubnis ihres Herrn. Ihr Gruß darin ist Friede.
  24. 24Hast du nicht gesehen, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes anführt? Es ist wie ein guter Baum, dessen Wurzel fest ist und dessen Krone im Himmel ist.
  25. 25Er gibt seine Frucht zu jeder Zeit mit der Erlaubnis seines Herrn. Gott führt den Menschen die Gleichnisse an, vielleicht erinnern sie sich.
  26. 26Das Gleichnis eines schlechten Wortes ist wie ein schlechter Baum, der von der Erdoberfläche entwurzelt ist. Er hat keinen festen Stand.
  27. 27Gott festigt die, die geglaubt haben, mit dem festen Wort im diesseitigen Leben und im Jenseits. Gott lässt die Frevler in die Irre gehen. Gott tut, was er will.
  28. 28Hast du nicht die gesehen, die die Gunst Gottes gegen Unglauben getauscht und ihr Volk in das Haus des Verderbens gestellt haben?
  29. 29In die Hölle. Sie kommen in sie. Schlimm ist die Festigung!
  30. 30Sie haben Gott Ebenbürtige gemacht, um von seinem Weg abzuirren. Sprich: Genießt! Wahrlich, eure Heimkehr ist zum Feuer.
  31. 31Sprich zu meinen Dienern, die geglaubt haben: Sie sollen das Gebet verrichten und von dem, womit wir sie versorgt haben, im Verborgenen und offen ausgeben, bevor ein Tag kommt, an dem kein Handel und keine Freundschaft sein wird.
  32. 32Gott ist es, der die Himmel und die Erde erschaffen und vom Himmel Wasser herabgesandt hat. Damit brachte er Früchte zu eurer Versorgung hervor. Er hat euch die Schiffe dienstbar gemacht, damit sie auf seinen Befehl auf dem Meer laufen. Er hat euch die Flüsse dienstbar gemacht.
  33. 33Er hat euch die Sonne und den Mond dienstbar gemacht, die sich beständig bewegen. Er hat euch die Nacht und den Tag dienstbar gemacht.
  34. 34Er hat euch von allem gegeben, was ihr ihn gebeten habt. Wenn ihr die Gunst Gottes zählen wolltet, könntet ihr sie nicht aufzählen. Wahrlich, der Mensch ist sehr Unrecht-tuend, sehr undankbar.
  35. 35Als Abraham sagte: Mein Herr, mache diese Stadt sicher und halte mich und meine Söhne davon ab, Götzen zu dienen!
  36. 36Mein Herr, sie haben viele Menschen in die Irre geführt. Wer mir folgt, gehört zu mir. Wer aber mir nicht folgt – wahrlich, du bist allverzeihend, barmherzig.
  37. 37Unser Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommen in einem Tal ohne Saat bei deinem heiligen Haus angesiedelt, damit sie das Gebet verrichten, unser Herr! So lass die Herzen der Menschen zu ihnen neigen und versorge sie mit Früchten, vielleicht sind sie dankbar!
  38. 38Unser Herr, du weißt, was wir verbergen und was wir offenbaren. Nichts ist Gott verborgen auf der Erde und nicht im Himmel.
  39. 39Lob sei Gott, der mir auf hohes Alter Ismael und Isaak geschenkt hat. Wahrlich, mein Herr hört das Gebet.
  40. 40Mein Herr, mache mich zu einem, der das Gebet verrichtet, und meine Nachkommen ebenso, unser Herr! Empfange mein Gebet!
  41. 41Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen am Tag, an dem die Abrechnung stattfindet!
  42. 42Meine nicht, dass Gott unaufmerksam ist gegenüber dem, was die Frevler tun. Er stellt sie nur zurück bis zu einem Tag, an dem die Augen starr werden.
  43. 43Sie kommen mit hochgereckten Köpfen herbei. Ihre Blicke kehren nicht zu ihnen zurück. Ihre Herzen sind leer.
  44. 44Warne die Menschen vor dem Tag, an dem die Strafe zu ihnen kommt! Die, die Unrecht getan haben, sagen: Unser Herr, schiebe uns nahe Frist auf, damit wir deinem Ruf antworten und den Gesandten folgen! Habt ihr nicht früher geschworen, dass es für euch keinen Untergang gibt?
  45. 45Ihr habt in den Wohnstätten derer gewohnt, die sich selbst Unrecht getan hatten. Es war euch klar geworden, wie wir mit ihnen verfahren waren. Wir haben euch Gleichnisse vorgeführt.
  46. 46Sie haben ihre List geplant. Bei Gott ist ihre List, auch wenn ihre List sich nicht auf die Berge ausdehnte.
  47. 47Meine nicht, dass Gott sein Versprechen gegenüber seinen Gesandten brechen würde! Wahrlich, Gott ist mächtig, ein Herr der Vergeltung.
  48. 48An dem Tag wird die Erde durch eine andere Erde ersetzt und die Himmel auch. Sie kommen vor Gott, dem Einen, dem Bezwingenden.
  49. 49Du siehst die Verbrecher an jenem Tag in Ketten zusammengefügt.
  50. 50Ihre Hemden sind aus Teer, und ihre Gesichter bedeckt das Feuer.
  51. 51Damit Gott jeder Seele vergelte, was sie verdient hat. Wahrlich, Gott ist schnell in der Abrechnung.
  52. 52Das ist eine Übermittlung an die Menschen. Sie sollen damit gewarnt werden und wissen, dass er nur ein einziger Gott ist. Die Verständigen sollen sich ermahnen lassen.

Einordnung & Bedeutung

Der Name: Abraham

Sure 14 ist nach Abraham benannt, dem zentralen Patriarchen aller drei abrahamitischen Religionen. Der Name kommt von Versen 35–41, wo eines der berühmtesten Gebete des Korans steht: Abrahams Gebet bei der Aussetzung Hagars und Ismaels in Mekka.

Klassische islamische Tradition: Abraham hatte zwei Söhne – Ismael (von der Magd Hagar) und Isaak (von Sara). Auf göttliche Anweisung brachte Abraham Hagar und den kleinen Ismael in das damals unbewohnte Tal Mekka, ließ sie dort zurück und betete für ihre Versorgung. Aus diesem Akt entstand nach islamischer Überzeugung die Heiligkeit Mekkas und der Zamzam-Quelle, und damit der gesamte islamische Pilgrimskreis.

Die Sprache des Gesandten (Vers 4)

Vers 4 ist eine theologisch wichtige Stelle: „Wir haben keinen Gesandten geschickt außer in der Sprache seines Volkes, damit er ihnen Klarheit gibt."

Diese Stelle hat zwei wichtige Implikationen:

  1. Universalität der Prophetie: Jedes Volk hat seinen eigenen Propheten erhalten – in seiner eigenen Sprache. Das schließt aus, dass nur Araber, Hebräer oder eine bestimmte Sprachgruppe göttlich angesprochen wurde. Die Offenbarung ist pluralisch.
  2. Sprachverstehen als Voraussetzung: Gott spricht nicht in einer „heiligen Geheimsprache", die nur Eingeweihte verstehen. Er spricht klar, in der Volkssprache. Das ist eine demokratische Setzung – jeder Hörer soll verstehen können.

„Wenn ihr dankbar seid, werde ich mehr geben" (Vers 7)

Vers 7 ist eines der berühmtesten koranischen Versprechen: „Wenn ihr dankbar seid, werde ich euch mehr geben. Wenn ihr aber undankbar seid – wahrlich, meine Strafe ist hart."

Diese Stelle ist im islamischen Lebensgefühl zentral. Sie beschreibt eine Art göttliche Wachstumslogik: Dankbarkeit vermehrt das Gegebene. Wer das Wenige, das er hat, ehrlich anerkennt und Gott dafür dankt, bekommt mehr. Wer auf den Erhalt mit Unzufriedenheit reagiert, blockiert weitere Versorgung.

Klassische Auslegungen verstehen das nicht primär materiell. „Mehr" ist nicht unbedingt mehr Geld, mehr Besitz, mehr Macht. Es ist eher: mehr Frieden, mehr Klarheit, mehr Erfüllung, mehr spirituelle Tiefe. Wer schon das, was er hat, nicht würdigen kann, würde auch mit dem Doppelten nicht zur Ruhe kommen.

Das Gleichnis vom guten und schlechten Wort (Verse 24–27)

Verse 24–27 enthalten eines der berühmtesten Gleichnisse des Korans:

„Hast du nicht gesehen, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes anführt? Es ist wie ein guter Baum, dessen Wurzel fest ist und dessen Krone im Himmel ist. Er gibt seine Frucht zu jeder Zeit mit der Erlaubnis seines Herrn."

Drei Eigenschaften kennzeichnen das „gute Wort" (kalima ṭayyiba):

  1. Feste Wurzel: Es hat ein tiefes Fundament. Es kommt aus echter Erfahrung, echtem Glauben.
  2. Krone im Himmel: Es reicht nach oben. Es verbindet Erde und Himmel.
  3. Frucht zu jeder Zeit: Es ist nicht saisonal. Es wirkt langfristig, kontinuierlich.

Klassische Auslegungen identifizieren das „gute Wort" mit dem Glaubensbekenntnis selbst: „Es gibt keinen Gott außer Gott." Wer dieses Wort wirklich verinnerlicht, lebt davon – und es trägt ihn durch alle Lagen.

Das Gegenbild (Vers 26): das „schlechte Wort" ist wie ein entwurzelter Baum. Es hat keine Standfestigkeit. Es bricht beim ersten Sturm zusammen.

Diese Stelle ist im sufischen Verständnis zentral. Sie wird oft mit der Praxis der Wiederholung des Glaubensbekenntnisses verbunden. Wer es täglich, achtsam, mit innerer Beteiligung wiederholt, pflanzt diesen „guten Baum" in sich.

Abrahams Gebet für Mekka (Verse 35–41)

Verse 35–41 enthalten das Gebet, das der Sure ihren Namen gibt. Es ist eines der berührendsten Gebete des Korans. Es enthält mehrere Bitten:

  • Vers 35: „Mein Herr, mache diese Stadt sicher und halte mich und meine Söhne davon ab, Götzen zu dienen!" Abraham bittet zuerst um Sicherheit für Mekka – die zentrale Voraussetzung für jede Zivilisation. Dann um Bewahrung vor dem Götzendienst.
  • Vers 37: „Unser Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommen in einem Tal ohne Saat bei deinem heiligen Haus angesiedelt..." Eine erstaunliche Stelle: Abraham gibt zu, dass das Tal von Mekka unwirtschaftlich ist – ohne Saatfeld, ohne natürliche Lebensgrundlage. Trotzdem bittet er, dass Menschen zu Hagar und Ismael strömen. Diese Bitte wird durch die Pilgerfahrt erfüllt: Mekka ist ein Ort, zu dem Menschen aus allen Richtungen kommen.
  • Vers 39: „Lob sei Gott, der mir auf hohes Alter Ismael und Isaak geschenkt hat." Abraham war alt, als er endlich Kinder bekam (nach biblischer Tradition über 86 Jahre, als Ismael geboren wurde). Sein Gebet ist ein Dank.
  • Vers 41: „Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen am Tag, an dem die Abrechnung stattfindet!" Bemerkenswert: Abraham betet auch für seine Eltern – sein Vater war Götzendiener (siehe Sure 6,74). Klassische Auslegungen erzählen, dass dieses Gebet später durch Sure 9,114 widerrufen wurde, als Abraham endgültig erkannte, dass sein Vater ungläubig blieb. Vor diesem Punkt hoffte er aber noch.

Diese Gebete sind im islamischen Gebetsleben zentral. Viele Muslime sprechen sie regelmäßig – besonders Vers 40 („Mein Herr, mache mich zu einem, der das Gebet verrichtet") und Vers 41 (das Vergebungs-Gebet).

Wie wird die Sure verstanden?

Sure 14 ist eine theologisch reiche Sure mit klarer Struktur. Sie verbindet:

  • Theologische Eröffnung (Verse 1–4)
  • Moses-Erinnerung (Verse 5–8)
  • Allgemeine Geschichte der Propheten (Verse 9–17)
  • Eschatologische Bilder (Verse 18–23, 42–52)
  • Das Gleichnis vom guten Wort (Verse 24–27)
  • Naturzeichen (Verse 32–34)
  • Abrahams Gebet (Verse 35–41)

Vers 4 (die Sprache des Gesandten) ist in der modernen Religionswissenschaft zentral. Vers 7 (das Dankbarkeits-Versprechen) ist im praktischen Glaubensleben einer der wirkungsreichsten Verse. Das Wort-Baum-Gleichnis (Verse 24–27) und Abrahams Gebet (Verse 35–41) sind in der spirituellen Praxis und in der Predigt-Tradition besonders wichtig.

Schlüsselbegriffe kurz erklärt

  • „In der Sprache seines Volkes" – Vers 4 – das Universal-Prinzip der Offenbarung in verständlicher Sprache
  • „Wenn ihr dankbar seid, gebe ich mehr" – Vers 7 – die berühmte Dankbarkeits-Wachstums-Logik
  • Kalima ṭayyiba – „das gute Wort" – Verse 24–27; identifiziert mit dem Glaubensbekenntnis
  • Abrahams Gebet für Mekka – Verse 35–41 – das berühmte Gebet bei der Aussetzung Hagars und Ismaels
  • „Im Tal ohne Saat" – Vers 37 – Mekkas natürliche Lebensfeindlichkeit; durch Pilgerfahrt überwunden
  • Vergebungsgebet für Eltern – Vers 41 – Abrahams Bitte; später eingeschränkt durch Sure 9,114