Alle 114 Suren des Korans
Sure 16: Die Bienen (An-Naḥl)
Sure 16 von 114, 128 Verse
Sure 16 heißt Die Bienen, arabisch An-Nahl, und hat in der Kairoer Zählung 128 Verse. Sie gilt als mekkanisch und zählt die Gaben Allahs in der Natur auf, vom Vieh über Regen und Gestirne bis zur Biene, die einen heilenden Trank hervorbringt. Daneben enthält sie Gebote zu Gerechtigkeit, Vertragstreue und erlaubter Speise.
1 Eintrifft Allahs Befehl, darum wünscht ihn nicht herbei. Preis ihm! Und erhaben ist er über das, was sie ihm beigesellen.
2 Hernieder sendet er die Engel mit dem Geist auf sein Geheiß auf wen er will von seinen Dienern (und spricht:) "Kündet an, dass es keinen Gott gibt außer mir; darum fürchtet mich."
3 Erschaffen hat er die Himmel und die Erde zur Wahrheit. Erhaben ist er über das, was sie ihm beigesellen.
4 Erschaffen hat er den Menschen aus einem Samentropfen; und siehe, er ist ein offenkundiger Krittler.
5 Und die Tiere, er erschuf sie für euch; sie liefern euch warme Kleidung und bringen euch Nutzen; und ihr esst von ihnen;
6 Und eine Zierde sind sie euch, wenn ihr sie abends eintreibt und morgens austreibt;
7 Und sie tragen eure Lasten zu Ländern, die ihr nicht hättet erreichen können ohne Mühsal der Seelen. Siehe, euer Herr ist wahrlich gütig und barmherzig.
8 Und (er erschuf) die Pferde und die Kamele und die Esel, damit ihr auf ihnen reitet, und zum Schmuck. Und er erschuf, was ihr nicht kennt.
9 Und Allahs ist es, den Weg zu zeigen, und einige weichen von ihm ab. Und wenn er gewollt, wahrlich, er hätte euch allesamt rechtgeleitet.
10 Er ist es, der euch von dem Himmel Wasser herniedersendet. Von ihm ist der Trank und von ihm sind die Bäume, unter denen ihr weidet.
11 Aufsprießen lässt er euch durch dasselbe die Saat und den Ölbaum und die Palme und die Reben und allerlei Früchte. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für nachdenkende Leute.
12 Und dienstbar machte er euch die Nacht und den Tag; und die Sonne, der Mond und die Sterne sind (euch) dienstbar auf sein Geheiß. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für einsichtige Leute.
13 Und was er euch erschuf auf Erden, verschieden an Farbe, siehe, ein Zeichen ist wahrlich darin für Leute, die sich warnen lassen.
14 Und er ist es, der das Meer (euch) dienstbar machte, dass ihr frisches Fleisch daraus esst und Schmuck daraus hervorholt, ihn anzulegen. Und du siehst die Schiffe es durchpflügen, und damit ihr sucht nach (den Gaben) seiner Huld, und dass ihr vielleicht dankbar seid.
15 Und in die Erde warf er die festgegründeten (Berge), dass sie nicht schwanke mit euch, und Flüsse und Pfade, zu eurer Rechtleitung,
16 Und Wegmarken; und durch die Sterne sind sie (auch) geleitet.
17 Und ist denn etwa der, welcher erschuf, gleich dem, der nicht erschuf? Bedenkt ihr denn nicht?
18 Und wenn ihr aufzählen wollt die Gnaden Allahs, ihr berechnet sie nicht. Siehe, Allah ist wahrlich verzeihend und barmherzig.
19 Und Allah weiß, was ihr verbergt und was ihr offen kundmacht.
20 Aber jene, die sie außer Allah anrufen, erschaffen nichts, sondern sind erschaffen.
21 Tot sind sie, ohne Leben; und sie wissen nicht, wann sie erweckt werden. (Flügel 21 bis 22)
22 Euer Gott ist ein einziger Gott, und jene, die nicht glauben ans Jenseits, deren Herzen verleugnen, und sie sind hochmütig. (Flügel 23)
23 Zweifellos kennt Allah, was sie verbergen und was sie offen kundtun. Siehe, er liebt nicht die Hochmütigen. (Flügel 24 bis 25)
24 Und wird zu ihnen gesprochen: "Was hat euer Herr herabgesandt?" so sprechen sie: "Die Fabeln der Früheren." (Flügel 26)
25 Dafür sollen sie am Tag der Auferstehung ihre Lasten voll und ganz tragen und von den Lasten derer, die sie irreführten in ihrer Unwissenheit. Wird ihre Last nicht schlimm sein? (Flügel 27)
26 Schon die, welche vor ihnen lebten, schmiedeten Ränke, doch packte Allah ihr Gebäude an den Fundamenten und das Dach stürzte auf sie von oben, und die Strafe kam über sie, von wo sie dieselbe nicht erwarteten. (Flügel 28)
27 Dann wird er sie am Tag der Auferstehung zuschanden machen und wird zu ihnen sprechen: "Wo sind meine Gefährten, um deretwillen ihr auseinandergeraten?" Die, denen das Wissen gegeben, werden dann sprechen: "Siehe, Schande und Übel trifft heute die Ungläubigen." (Flügel 29)
28 Die Sünder gegen sich selber, welche von den Engeln getötet werden, werden den Frieden anbieten (und sprechen:) "Wir haben nichts Böses getan." Nein! Siehe, Allah weiß, was ihr tatet. (Flügel 30)
29 "So tretet ein in Dschehannams Tore, ewig darin zu verweilen, und wahrlich schlimm ist die Wohnung der Hochmütigen." (Flügel 31)
30 Aber gesprochen wird zu denen, welche gottesfürchtig waren: "Was hat euer Herr hinabgesandt?" Sie werden sprechen: "Gutes." Diejenigen, die Gutes tun, erhalten Gutes im Diesseits; aber die Wohnung des Jenseits ist besser, und wahrlich, herrlich ist die Wohnung der Gottesfürchtigen. (Flügel 32)
31 Die Gärten Edens, sie treten in sie ein, die durcheilt sind von Bächen; sie erhalten in ihnen, was sie wollen. So lohnt Allah den Gottesfürchtigen. (Flügel 33)
32 Zu den Rechtschaffenen sprechen die Engel, wenn sie dieselben zu sich nehmen: "Frieden sei auf euch! Tretet ein ins Paradies für euer Tun." (Flügel 34)
33 Was können (die Ungläubigen) anders erwarten, als dass die Engel (des Todes) zu ihnen kommen, oder dass deines Herrn Befehl zu ihnen ergeht? So taten auch die, welche vor ihnen lebten. Allah war nicht ungerecht gegen sie, vielmehr waren sie ungerecht gegen sich selber. (Flügel 35)
34 Und es traf sie das Böse, das sie taten, und es umgab sie rings, was sie verspotteten. (Flügel 36)
35 Und es sprechen die, welche (Allah) Gefährten geben: "Wenn Allah gewollt, so hätten wir außer ihm nichts angebetet, weder wir noch unsere Väter, und hätten nichts ohne ihn verboten." So taten auch die, welche vor ihnen lebten. Aber liegt den Gesandten etwas anderes ob als öffentliche Predigt? (Flügel 37)
36 Und wahrlich, wir entsandten zu jedem Volk einen Gesandten (zu predigen:) "Dient Allah und meidet den Taghut." Und einige von ihnen leitete Allah recht und anderen war der Irrtum bestimmt. Aber wandert durch das Land und schaut, wie das Ende derer war, die der Lüge bezichtigten. (Flügel 38)
37 Wenn du (o Muhammad) auch ihre Rechtleitung begehrst, siehe, so leitet Allah doch die, welche er irreführen will, und sie finden keinen Helfer. (Flügel 39)
38 Und sie schwören bei Allah den heiligsten Eid: "Nicht erweckt Allah den, der gestorben ist." Nein! Seine Verheißung ist wahr, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht, (Flügel 40)
39 Damit er ihnen klarmacht, worüber sie uneins sind, und damit die Ungläubigen wissen, dass sie Lügner waren. (Flügel 41)
40 Unser Wort zu einem Ding, wenn wir es wollen, ist nur, dass wir zu ihm sprechen: "Sei!" und so ist es. (Flügel 42)
41 Und die, welche Allahs wegen, nachdem sie Gewalt erlitten, ihr Land verließen, wahrlich, im Diesseits wollen wir ihnen eine schöne Wohnung geben, und der Lohn des Jenseits ist noch größer. Wüssten es nur (Flügel 43)
42 Jene, die standhaft sind und auf ihren Herrn vertrauen! (Flügel 44)
43 Und vor dir entsandten wir nur Männer, denen wir Offenbarung gegeben; fragt nur das Volk der Ermahnung, wenn ihr es nicht wisst. (Flügel 45)
44 (Wir entsandten sie) mit den deutlichen Zeichen und den Schriften: und zu dir sandten wir die Ermahnung hinab, damit du den Menschen erklärst, was zu ihnen hinabgesandt wurde, und dass sie es bedenken. (Flügel 46)
45 Sind denn etwa die, welche Übles planten, sicher davor, dass Allah sie nicht in die Erde versinken lässt oder dass er die Strafe nicht über sie bringt, von wo sie es nicht erwarten? (Flügel 47)
46 Oder dass er sie nicht in ihren Beschäftigungen ergreift, ohne dass sie etwas gegen ihn vermögen? (Flügel 48)
47 Oder dass er sie nicht nach und nach erfasst? Und siehe, euer Herr ist wahrlich gütig und barmherzig. (Flügel 49)
48 Haben sie denn nicht gesehen, dass alles, was Allah erschaffen, seinen Schatten zur Rechten und Linken wendet, sich niederwerfend vor Allah und sich demütigend? (Flügel 50)
49 Und vor Allah wirft sich nieder was in den Himmeln und was auf Erden ist, die Tiere und die Engel, und sie sind nicht zu stolz. (Flügel 51)
50 Sie fürchten ihren Herrn, der über ihnen ist, und tun, was ihnen geheißen. (Flügel 52)
51 Und gesprochen hat Allah: "Nehmt euch nicht zwei Götter; er ist ein einziger Gott; darum verehrt nur mich." (Flügel 53)
52 Und sein ist, was in den Himmeln und auf Erden, und ihm gebührt ewiger Kult. Wollt ihr einen anderen als Allah fürchten? (Flügel 54)
53 Und ihr habt keine Gabe, die nicht von Allah wäre. Dann, wenn euch ein Übel trifft, fleht ihr zu ihm um Hilfe. (Flügel 55)
54 Dann, wenn er euch von dem Übel befreit hat, siehe, dann gibt ein Teil von euch seinem Herrn Gefährten, (Flügel 56)
55 So dass sie undankbar sind für das, was wir ihnen gaben. Genießt es nur, ihr werdet schon sehen! (Flügel 57)
56 Und sie bestimmen für das, was sie nicht kennen, einen Teil von dem, womit wir sie versorgten. Bei Allah, wahrlich zur Rechenschaft sollt ihr gezogen werden für eure Erdichtungen! (Flügel 58)
57 Und sie geben Allah Töchter, Preis ihm!, und sich, was sie begehren. (Flügel 59)
58 Und wenn einem von ihnen eine Tochter angekündigt wird, dann bedeckt ein schwarzer Schatten sein Gesicht, und er grollt. (Flügel 60)
59 Er verbirgt sich vor dem Volk wegen der üblen Nachricht: Soll er es zur Schande behalten oder im Staub vergraben? Ist nicht ihr Urteil falsch? (Flügel 61)
60 Diejenigen, welche nicht glauben ans Jenseits, sind mit dem Schlechtesten zu vergleichen, Allah aber mit dem Höchsten, und er ist der Mächtige, der Weise. (Flügel 62)
61 Und wenn Allah die Menschen für ihre Sünde strafte, so würde er nichts, was sich regt, auf der Erde lassen; jedoch wartet er mit ihnen bis zu einem bestimmten Termin. Und wenn ihr Termin gekommen ist, so können sie ihn weder für eine Stunde verschieben noch beschleunigen. (Flügel 63)
62 Und sie geben Allah, was ihnen missfällt, und ihre Zungen lügen, (wenn sie sprechen,) dass für sie das Beste (als Lohn) ist. Zweifellos ist für sie das Feuer, und sie sollen in dasselbe gejagt werden. (Flügel 64)
63 Bei Allah, schon vor dir schickten wir Gesandte zu den Völkern, und der Satan schmückte ihnen ihre Werke aus; und heute ist er ihr Beschützer, doch wird sie schmerzliche Strafe treffen. (Flügel 65)
64 Und wir sandten nur das Buch zu dir, damit du ihnen das klarmachst, worüber sie uneins sind, und als eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für gläubige Leute. (Flügel 66)
65 Und Allah sendet vom Himmel Wasser hinab und belebt damit die Erde nach ihrem Tod. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für hörende Leute. (Flügel 67)
66 Und siehe, am Vieh habt ihr wahrlich eine Lehre. Wir tränken euch mit dem, was in ihren Leibern ist in der Mitte zwischen Mist und Blut, mit lauterer Milch, die den Trinkenden so leicht durch die Kehle gleitet. (Flügel 68)
67 Und unter den Früchten der Palmen und Reben, von denen ihr berauschenden Trank und gute Speise habt. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für einsichtige Leute. (Flügel 69)
68 Und es lehrte dein Herr die Biene: "Suche dir in den Bergen Wohnungen und in den Bäumen und in dem, was sie erbauen. (Flügel 70)
69 Dann speise von jeglicher Frucht und ziehe die bequemen Wege deines Herrn." Aus ihren Leibern kommt ein Trank verschieden an Farbe, in dem eine Arznei ist für Menschen. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für nachdenkende Menschen. (Flügel 71)
70 Und Allah hat euch erschaffen; dann nimmt er euch zu sich, doch lässt er einige von euch das hinfälligste Alter erreichen, dass sie nichts mehr von dem, was sie gewusst, wissen. Siehe, Allah ist wissend und mächtig. (Flügel 72)
71 Und Allah hat den einen von euch vor dem anderen in der Versorgung bevorzugt. Und doch geben die Bevorzugten von ihrer Versorgung nichts zurück an die (Sklaven,) die ihre Rechte besitzt, damit sie hierin gleich seien. Wollen sie denn Allahs Gnade verleugnen? (Flügel 73)
72 Und Allah gab euch aus euch selber Gattinnen und gab euch von euren Gattinnen Söhne und Enkel und versorgte euch mit Gutem. Wollen sie da an das Nichtige glauben und Allahs Gnade verleugnen? (Flügel 74)
73 Und sie verehren außer Allah was ihnen weder vom Himmel noch von der Erde etwas zur Versorgung zu geben vermag und machtlos ist. (Flügel 75)
74 Darum macht Allah keine Gleichnisse; siehe, Allah weiß, doch ihr wisst nicht. (Flügel 76)
75 Ein Gleichnis macht Allah: Ein Sklave, ein Mameluck, der über nichts Gewalt hat, und jemand, den wir mit schöner Versorgung versorgten, und der davon spendet insgeheim und öffentlich, sind diese einander gleich? Gelobt sei Allah! Jedoch verstehen es die meisten Menschen nicht. (Flügel 77)
76 Und Allah macht (noch) ein Gleichnis: Es sind zwei Männer da, von denen der eine stumm ist und nichts vermag und eine Last seinem Herrn ist, der, wohin er ihn auch wenden mag, nichts Gutes bringt; ist der etwa gleich einem, der befiehlt, was Rechtens ist, und sich auf dem rechten Weg befindet? (Flügel 78)
77 Und Allahs ist das Verborgene in den Himmeln und auf der Erde. Und das Geschäft der "Stunde" ist nur wie ein Augenblick oder noch kürzer. Siehe, Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 79)
78 Und Allah hat euch aus den Leibern eurer Mütter hervorgebracht als Unwissende. Und er gab euch Gehör und Gesicht und Herzen, damit ihr dankbar wäret. (Flügel 80)
79 Sehen sie nicht die Vögel, wie sie ihm untertan sind im Himmelsraum? Niemand hält sie in Händen außer Allah. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für gläubige Leute. (Flügel 81)
80 Und Allah hat euch Behausungen gegeben zur Wohnung; und er gab euch die Häute des Viehs zu Behausungen, damit ihr sie leicht findet am Tag eures Aufbruchs und am Tag eures Halts; und ihre Wolle und ihren Pelz und ihre Haare (gab er euch) zu Gebrauchsgegenständen und Geräten für (gewisse) Zeit. (Flügel 82)
81 Und Allah gab euch Schatten von dem, was er erschuf, und gab euch die Berge zu Asylen und gab euch Kleidung zum Schutz gegen die Hitze und Kleider zum Schutz im Kampf. So vollendet er seine Gnade gegen euch, damit ihr Muslime werdet. (Flügel 83)
82 Und wenn sie den Rücken kehren, dir liegt nur die öffentliche Predigt ob. (Flügel 84)
83 Sie erkennen Allahs Gnade und leugnen sie danach ab, und die meisten von ihnen sind ungläubig. (Flügel 85)
84 Und eines Tages erwecken wir aus allen Völkern einen Zeugen; dann wird den Ungläubigen keine Erlaubnis gegeben werden (sich zu entschuldigen,) und ihre Bitten um Gnade sollen nicht angenommen werden. (Flügel 86)
85 Und wenn die Ungerechten die Strafe sehen, so soll sie ihnen nicht gelindert werden und sie sollen nicht Nachsicht finden. (Flügel 87)
86 Und wenn diejenigen, welche (Allah) Gefährten gaben, ihre "Gefährten" sehen, werden sie sprechen: "Unser Herr, dies sind unsere 'Gefährten', die wir außer dir anriefen." Und sie sollen ihnen das Wort entgegnen: "Siehe, ihr seid wahrlich Lügner." (Flügel 88)
87 Und an jenem Tag werden sie Allah Frieden bieten, und von ihnen schweifen ihre Erdichtungen. (Flügel 89)
88 Und diejenigen, die nicht glaubten und von Allahs Weg abbrachten, sollen von uns Strafe über Strafe erhalten, dafür dass sie Verderben stifteten. (Flügel 90)
89 Und erwecken werden wir eines Tages in jedem Volk einen Zeugen gegen sie aus ihrer Mitte, und wir wollen dich als Zeugen gegen diese (Mekkaner) bringen. Wir sandten auf dich das Buch hernieder als eine Erklärung für alle Dinge und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit und Heilsbotschaft für die Muslime. (Flügel 91)
90 Siehe, Allah gebietet Gerechtigkeit zu üben, Gutes zu tun und die Verwandten zu beschenken und verbietet das Schändliche und Schlechte und Gewalttat. Er ermahnt euch, damit ihr es zu Herzen nehmt. (Flügel 92)
91 Und haltet den Bund Allahs, wenn ihr ihn eingegangen seid, und brecht nicht eure Eide, nachdem ihr sie bekräftigt; denn nun habt ihr Allah zum Bürgen für euch gemacht. Siehe, Allah weiß, was ihr tut. (Flügel 93)
92 Und seid nicht wie jene, die ihr Gespinst in Strähnen auflöste, nachdem sie es festgesponnen, indem ihr, weil die eine Partei stärker als die andere ist, die Eide nur zu gegenseitigem Betrug leistet. Siehe, Allah prüft euch hierin und wahrlich, am Tag der Auferstehung wird er euch klarmachen, worüber ihr uneins seid. (Flügel 94)
93 Und wenn Allah es gewollt, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht; jedoch führt er irre, wen er will, und leitet recht, wen er will; und wahrlich, zur Rechenschaft gezogen werdet ihr für euer Tun. (Flügel 95)
94 Darum legt nicht Eide ab zu gegenseitigem Betrug, damit nicht der Fuß ausgleite, nachdem er fest hingesetzt, und ihr das Übel schmeckt, weil ihr abbrachtet von Allahs Weg, und euch schwere Strafe trifft. (Flügel 96)
95 Und verkauft nicht den Bund Allahs um einen geringen Preis, denn nur bei Allah ist das, was besser für euch ist, wenn ihr es versteht. (Flügel 97)
96 Was bei euch ist, vergeht, und was bei Allah ist, besteht; und wahrlich, belohnen werden wir die Standhaften mit ihrem Lohn für ihre besten Werke. (Flügel 98)
97 Wer das Rechte tut, sei es Mann oder Frau, wenn er nur gläubig ist, den wollen wir lebendig machen zu einem guten Leben und wollen ihn belohnen für seine besten Werke. (Flügel 99)
98 Und wenn du den Koran liest, so nimm deine Zuflucht zu Allah vor dem gesteinigten Satan. (Flügel 100)
99 Siehe, keine Macht hat er über die, welche gläubig sind und auf ihren Herrn vertrauen; (Flügel 101)
100 Siehe, seine Macht reicht nur über die, welche sich von ihm abkehren und ihm Gefährten geben. (Flügel 102)
101 Und wenn wir ein Zeichen mit einem anderen vertauschen, und Allah weiß am besten, was er hinabsendet, sprechen sie: "Du bist nur ein Erdichter." Aber die meisten von ihnen sind ohne Einsicht. (Flügel 103)
102 Sprich: "Herabgesandt hat ihn der heilige Geist von deinem Herrn in Wahrheit, um die Gläubigen mit ihm zu stärken, und als eine Rechtleitung und Heilsbotschaft für die Muslime." (Flügel 104)
103 Und wahrlich, wir wissen auch, dass sie sprechen: "Siehe, ein Mensch lehrt ihn." Die Sprache dessen, den sie meinen, ist barbarisch, und dies ist offenkundig die arabische Sprache. (Flügel 105)
104 Siehe, jene, die nicht an Allahs Zeichen glauben, Allah leitet sie nicht und ihnen wird schmerzliche Strafe. (Flügel 106)
105 Lügen ersinnen jene, die an Allahs Zeichen nicht glauben, und sie, sie sind Lügner. (Flügel 107)
106 Wer Allah verleugnet, nachdem er an ihn geglaubt, es sei denn er sei dazu gezwungen, und sein Herz sei fest im Glauben, jedoch wer seine Brust dem Unglauben öffnet, auf sie soll kommen Zorn von Allah und ihnen soll sein schwere Strafe. (Flügel 108)
107 Solches, darum dass sie das irdische Leben mehr liebten als das Jenseits, und weil Allah die Ungläubigen nicht leitet. (Flügel 109)
108 Diese sind es, deren Herzen und Gehör und Gesicht Allah versiegelt hat, und sie, sie sind die Achtlosen. (Flügel 110)
109 Ohne Zweifel sind sie im Jenseits die Verlorenen. (Flügel 110)
110 Dann wird dein Herr jenen, welche nach Prüfungen auswanderten und dann kämpften und standhaft waren, siehe, dein Herr wird danach wahrlich verzeihend und barmherzig sein. (Flügel 111)
111 Eines Tages wird jede Seele kommen und für sich selber rechten, und jeder Seele wird vergolten ihr Tun, und nicht soll ihnen Unrecht geschehen. (Flügel 112)
112 Und Allah macht ein Gleichnis: Eine Stadt war sicher und in Frieden, zu der ihre Versorgung in Hülle und Fülle von allen Orten kam. Und sie war undankbar gegen Allahs Gnaden, und da ließ Allah sie schmecken das Gewand des Hungers und der Furcht für ihr Tun. (Flügel 113)
113 Und wahrlich, es kam zu ihnen ein Gesandter aus ihnen, und sie bezichtigten ihn der Lüge, und da erfasste sie die Strafe, weil sie Sünder waren. (Flügel 114)
114 Esst von dem, was euch Allah bescherte, das Erlaubte und Gute, und dankt der Gnade Allahs, wenn ihr ihm dient. (Flügel 115)
115 Verwehrt hat er euch nur das Verendete und Blut und Schweinefleisch und das, worüber (beim Schlachten) ein anderer als Allah angerufen wurde. Und wenn jemand gezwungen wird, ohne danach zu verlangen oder in (absichtlicher) Übertretung, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig. (Flügel 116)
116 Und sprecht nicht mit lügnerischer Zunge: "Das ist erlaubt und das ist verboten", um gegen Allah eine Lüge zu ersinnen; siehe, diejenigen, die gegen Allah Lügen ersinnen, ergeht es nicht wohl. (Flügel 117)
117 Ein geringer Genuss, und dann trifft sie schmerzliche Strafe. (Flügel 118)
118 Und den Juden verboten wir das, was wir dir zuvor angaben. Und wir waren nicht ungerecht gegen sie, vielmehr waren sie gegen sich selber ungerecht. (Flügel 119)
119 Dann wird dein Herr gegen die, welche das Böse taten in Unwissenheit und danach sich bekehrten und besserten, siehe danach wird dein Herr wahrlich verzeihend und barmherzig sein. (Flügel 120)
120 Siehe, Abraham war ein Imam, gehorsam gegen Allah und lauter im Glauben, und war keiner der Götzendiener. (Flügel 121)
121 Er war dankbar für seine Gnaden, und er erwählte ihn und leitete ihn auf einen rechten Pfad. (Flügel 122)
122 Und wir gaben ihm im Diesseits Gutes, und, siehe, im Jenseits gehört er zu den Gerechten. (Flügel 123)
123 Dann offenbarten wir dir: "Folge der Religion Abrahams, des Lauteren im Glauben, der kein Götzendiener war." (Flügel 124)
124 Der Sabbat wurde nur verordnet für die, welche über ihn uneins waren, und siehe dein Herr wird gewisslich richten zwischen ihnen am Tag der Auferstehung über das, worüber sie uneins sind. (Flügel 125)
125 Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung; und streite mit ihnen in bester Weise. Siehe, dein Herr weiß am besten, wer von seinem Weg abgeirrt ist, und er kennt am besten die Rechtgeleiteten. (Flügel 126)
126 Und wenn ihr euch rächen wollt, so rächt euch in gleichem Maße, als euch Böses zugefügt wurde. Und wenn ihr duldet, so ist dies besser für die Duldenden. (Flügel 127)
127 Und du trage in Geduld. Und deine Geduld kommt nur von Allah. Und betrübe dich nicht über sie, und bekümmere dich nicht über ihre Anschläge. (Flügel 128)
128 Siehe Allah ist mit denen, die ihn fürchten und die Gutes tun.
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 16 heißt "Die Bienen", arabisch An-Nahl, nach den Versen 68 und 69 über die Biene [1]. Nach Qatada trägt sie auch den Namen "Sure der Gaben", weil sie viele Gaben Allahs aufzählt [2]. Sie ist die 16. Sure und hat nach der Kairoer Zählung 128 Verse [3]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als mekkanisch und setzt sie an die 70. Stelle der Offenbarung. Nur die letzten drei Verse stammen danach aus Medina [4]. Theodor Nöldeke rechnet die Sure zur dritten und letzten mekkanischen Periode, nimmt aber einige Verse als medinisch an [5]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
Inhalt im Überblick
Den Kern der Sure bildet eine lange Reihe von Zeichen in der Schöpfung, die zur Dankbarkeit aufrufen. Dazwischen stehen Gebote und Antworten auf Vorwürfe der Gegner [1].
| Verse | Inhalt |
|---|---|
| 1 bis 21 | Allahs Befehl kommt, Erschaffung des Menschen, Vieh, Pferde und Kamele, Regen, Saat, Meer und Sterne als Gaben |
| 22 bis 40 | die Hochmütigen und die Gottesfürchtigen im Tod und im Gericht, zu jedem Volk ein Gesandter (16,36) |
| 41 bis 64 | die um Allahs willen Ausgewanderten, die Niederwerfung aller Geschöpfe, Kritik an Bräuchen, etwa dem Begraben neugeborener Töchter (16,58 bis 59) |
| 65 bis 83 | Regen, Milch, Früchte von Palmen und Reben, die Biene, Gleichnisse vom Sklaven und vom Freien |
| 84 bis 100 | Zeugen im Gericht, Gebot von Gerechtigkeit und Güte (16,90), Treue zu Bund und Eid, Lohn für Mann und Frau (16,97) |
| 101 bis 111 | der Koran durch den heiligen Geist, Vorwurf, ein Mensch lehre ihn, Abfall vom Glauben unter Zwang (16,106) |
| 112 bis 128 | Gleichnis von der undankbaren Stadt, erlaubte und verbotene Speise, die Religion Abrahams, Einladung mit Weisheit, Vergeltung und Geduld |
Die Verse über die Biene lauten: "Und es lehrte dein Herr die Biene: 'Suche dir in den Bergen Wohnungen und in den Bäumen und in dem, was sie erbauen. Dann speise von jeglicher Frucht und ziehe die bequemen Wege deines Herrn.'" (aus Sure 16,68 und 16,69). Aus ihren Leibern komme "ein Trank verschieden an Farbe, in dem eine Arznei ist für Menschen" (aus Sure 16,69) [1].
Wie die Sure verstanden wird
Drei Stellen beschäftigen die Ausleger besonders: Vers 106 über den Abfall vom Glauben unter Zwang, Vers 125 über die Einladung zum Glauben und die Schlussverse über Vergeltung.
Klassische Auslegung
Zu Vers 106 berichtet Ibn Kathir, die Gelehrten seien sich einig: Wer mit Gewalt zum Unglauben gezwungen wird, darf zum Schutz seines Lebens äußerlich nachgeben, er darf sich aber auch weigern. Standhaft zu bleiben hält Ibn Kathir für besser, selbst wenn es das Leben kostet. Als Beispiel nennt er Bilal, der unter der Folter "Einer, Einer" wiederholte [6].
Die Verse 126 bis 128 bezieht die Überlieferung auf Hamza, den Onkel des Propheten, der in der Schlacht von Uhud fiel und verstümmelt wurde [2]. Nach al-Qurtubi sind die Verse 126 bis 128 medinisch [2].
Heutige muslimische Theologie
Vers 125 steht als Motto über dem offenen Brief "A Common Word between Us and You", den muslimische Gelehrte 2007 an christliche Kirchenführer richteten. Im Schlussteil führen sie auch Vers 90 an, das Gebot von Gerechtigkeit und Güte [7]. In der Lesefassung lautet Vers 125: "Lade ein zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung; und streite mit ihnen in bester Weise" (aus Sure 16,125) [1]. Die englische Wikipedia verweist für den Vergleich des Fleißes der Bienen mit der Arbeit des Menschen auf den Kommentar von Ali Ünal [8].
Islamwissenschaft
Nöldeke setzt einige Verse in die Zeit nach der Auswanderung nach Medina: Vers 110 spreche mit klaren Worten von denen, die Mekka verließen und dann kämpften, und die ähnlichen Verse 41 und 42 hätten wohl denselben Ursprung. Auch die Verse 118 und 119 sowie Vers 124 über den Sabbat der Juden hält er für medinisch [5]. Andere Zuschreibungen nach Medina weist er zurück, etwa für die Verse 101 bis 103: Den Vorwurf, ein anderer Mensch lehre den Propheten, habe es schon in Mekka gegeben. Die Angabe, Vers 103 meine Salman den Perser, nennt er wertlos [5].
Die Schlussverse über Vergeltung und Geduld hält Nöldeke für sicher mekkanisch. Muslimische Ausleger verstehen sie nach seiner Darstellung durchweg als Verbot, Hamzas Tod zu hart zu rächen, und einige meinen, sie seien erst bei der Einnahme Mekkas offenbart worden. Nöldeke folgt hier Gustav Weil: Man habe die früher offenbarten Verse auf diesen Anlass angewandt, und daraus sei die Ansicht entstanden, sie stammten erst aus dieser Zeit [5]. Vers 106 bezieht er wie fast alle Ausleger auf die Muslime ohne Vermögen und Ansehen, die von den Mekkanern vor der Auswanderung bedrängt wurden [5].
Zum Weiterlesen: Schöpfung und Natur im Koran, Speisevorschriften im Koran und Juden und Christen im Koran. Die vorige Sure ist Sure 15, El-Hidschr, die nächste Sure 17, Die Nachtfahrt.
- Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
- سورة النحل (Sure an-Nahl). Wikipedia (arabisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Geschichte des Qorâns, S. 107 und 109 bis 111. Theodor Nöldeke, Dieterich, Göttingen. Stand 1860. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: An-Nahl Ayah 106. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation A Common Word between Us and You. A Common Word. Stand 2007. abgerufen am 29.10.2026
- An-Nahl. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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