Alle 114 Suren des Korans
Sure 20: T. H. (Ṭā-Hā)
Sure 20 von 114, 135 Verse
Sure 20 heißt nach den Buchstaben an ihrem Anfang T. H., arabisch Ta-Ha, und hat in der Kairoer Zählung 135 Verse. Sie gilt als mekkanisch. Den größten Teil nimmt die Geschichte des Moses ein, von der Berufung am Feuer bis zum goldenen Kalb, am Ende steht die Erzählung von Adam.
1 T. H.
2 Nicht haben wir den Koran auf dich herabgesandt, dass du elend würdest, (Flügel 1)
3 Sondern als Ermahnung für die Gottesfürchtigen, (Flügel 2)
4 Eine Hinabsendung von dem, der die Erde erschuf und die hohen Himmel. (Flügel 3)
5 Der Erbarmer sitzt auf seinem Thron; (Flügel 4)
6 Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf Erden, und was zwischen ihnen und unter dem feuchten Grund. (Flügel 5)
7 Und auch wenn du die Stimme erhebst, siehe er kennt das Geheime und Verborgenste. (Flügel 6)
8 Allah! Es gibt keinen Gott außer ihm, er hat die schönsten Namen. (Flügel 7)
9 Und kam nicht Moses' Geschichte zu dir? (Flügel 8)
10 Da er ein Feuer sah und zu seiner Sippe sprach: "Verweilt; siehe, ich gewahre ein Feuer. Vielleicht bringe ich euch einen Brand von ihm oder ich finde durch das Feuer den rechten Pfad." (Flügel 9 bis 10)
11 Und da er zu ihm kam, wurde er gerufen: "O Moses!
12 Siehe, ich bin dein Herr; darum zieh aus deine Schuhe; siehe, du bist im heiligen Tal Towa,
13 Und ich habe dich erwählt, und höre was (dir) offenbart wird.
14 Siehe, ich bin Allah. Es gibt keinen Gott außer mir, darum diene mir und verrichte das Gebet zu meinem Gedächtnis.
15 Siehe, die 'Stunde' kommt, ich bin daran sie zu offenbaren, dass jede Seele belohnt wird nach ihrem Bemühen. (Flügel 15 bis 16)
16 Und lass dich nicht abkehren von ihr durch den, der nicht an sie glaubt und seinem Gelüst folgt, damit du nicht umkommst. (Flügel 17)
17 Und was ist jenes in deiner Rechten, o Moses?" (Flügel 18)
18 Er sprach: "Es ist mein Stab, auf den ich mich stütze, und mit dem ich Blätter abschlage für meine Herde; und er dient mir noch zu anderen Bedürfnissen." (Flügel 19)
19 Er sprach: "Wirf ihn hin, o Moses!" (Flügel 20)
20 Und da warf er ihn hin, und siehe, da wurde er eine laufende Schlange. (Flügel 21)
21 Er sprach: "Nimm sie und fürchte dich nicht, wir werden sie in ihren früheren Zustand zurückbringen. (Flügel 22)
22 Und lege deine Hand dicht an deine Seite; du wirst sie weiß herausziehen, ohne ein Übel, ein anderes Zeichen, (Flügel 23)
23 Damit wir dich schauen lassen unsere großen Zeichen. (Flügel 24)
24 Geh zu Pharao, siehe er überschreitet das Maß." (Flügel 25)
25 Er sprach: "Mein Herr, weite mir meine Brust (Flügel 26)
26 Und mache mir leicht mein Geschäft (Flügel 27)
27 Und löse den Knoten meiner Zunge, (Flügel 28)
28 Dass sie mein Wort verstehen. (Flügel 29)
29 Und gib mir einen Wesir von meiner Sippe, (Flügel 30)
30 Aaron, meinen Bruder. (Flügel 31)
31 Stärke durch ihn meinen Rücken (Flügel 32)
32 Und mach ihn zum Gefährten in meinem Werk, (Flügel 33)
33 Dass wir dich oft preisen (Flügel 34)
34 Und oft deiner gedenken,
35 Denn, siehe, du schaust uns."
36 Er sprach: "Dir ist deine Bitte gewährt, o Moses;
37 Und schon begnadeten wir dich ein andermal,
38 Als wir deiner Mutter offenbarten, was offenbart wurde:
39 'Wirf ihn in den Kasten und wirf ihn dann ins Meer, und das Meer wird ihn an den Strand schleudern, und nehmen wird ihn mein Feind und sein Feind.' Und geworfen habe ich meine Liebe auf dich, und dass du erzogen würdest unter meinem Auge, (Flügel 39 bis 40)
40 Da deine Schwester ging und sprach: 'Soll ich euch jemand zeigen ihn zu nähren?' Und so gaben wir dich deiner Mutter wieder, dass sie ihr Auge kühlte und sich nicht grämte. Und du erschlugst eine Seele, und wir erretteten dich aus der Trübsal und prüften dich mit Prüfungen. Und Jahre verweiltest du im Volk von Midian; dann kamst du nach einem Ratschluss (hierher), o Moses. (Flügel 41 bis 42)
41 Und ich habe dich für mich erwählt. (Flügel 43)
42 Geh du und dein Bruder mit meinen Zeichen und lasst nicht nach in meinem Gedenken. (Flügel 44)
43 Geht zu Pharao, siehe, er überschreitet das Maß; (Flügel 45)
44 Und sprecht zu ihm in sanfter Sprache; vielleicht lässt er sich mahnen oder er fürchtet sich." (Flügel 46)
45 Sie sprachen: "Unser Herr, siehe, wir fürchten, dass er frech gegen uns wird und das Maß überschreitet." (Flügel 47)
46 Er sprach: "Fürchtet euch nicht; siehe ich bin bei euch, ich höre und sehe. (Flügel 48)
47 So geht hin zu ihm und sprecht: Siehe, wir sind die Gesandten deines Herrn; so entsende mit uns die Kinder Israel und peinige sie nicht. Gekommen sind wir zu dir mit einem Zeichen von deinem Herrn, und Frieden auf jeden, welcher der Rechtleitung folgt! (Flügel 49)
48 Siehe, offenbart wurde uns, dass die Strafe auf jeden kommt, welcher der Lüge bezichtigt und sich abkehrt." (Flügel 50)
49 Er sprach: "Und wer ist euer Herr, o Moses?" (Flügel 51)
50 Er sprach: "Unser Herr ist der, welcher jedem Ding seine Natur gegeben und es leitet." (Flügel 52)
51 Er sprach: "Und wie steht es mit den früheren Geschlechtern?" (Flügel 53)
52 Er sprach: "Das Wissen von ihnen ist bei meinem Herrn in einem Buch. Nicht irrt mein Herr, und er vergisst nicht: (Flügel 54)
53 Der euch die Erde gemacht zu einem Lager und euch auf ihr in Wegen ziehen lässt und vom Himmel Wasser herniedersendet, durch das wir die Arten verschiedener Pflanzen hervorbringen: (Flügel 55)
54 'Esst und weidet euer Vieh!' Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für Leute von Verstand. (Flügel 56)
55 Aus ihr haben wir euch erschaffen und in sie lassen wir euch zurückkehren und aus ihr lassen wir euch erstehen ein andermal." (Flügel 57)
56 Und wahrlich, wir zeigten ihm alle unsere Zeichen, doch erklärte er (sie) für Lüge und weigerte sich (zu glauben). (Flügel 58)
57 Er sprach: "Bist du zu uns gekommen, uns aus unserem Land zu treiben mit deiner Zauberei, o Moses? (Flügel 59)
58 Aber wahrlich, wir wollen dir mit gleicher Zauberei kommen. So setze zwischen uns und dir Zeit und Ort fest, wir wollen nicht verfehlen, und du auch nicht, einen gleichen Platz (für beide)." (Flügel 60)
59 Er sprach: "Am Festtag sei die Vereinbarung und es seien die Leute am hellen Tag versammelt." (Flügel 61)
60 Und so wendete sich Pharao ab und versammelte seine List; dann kam er. (Flügel 62)
61 Sprach Moses zu ihnen: "Wehe euch, ersinnt gegen Allah keine Lüge; sonst vernichtet er euch durch eine Strafe, denn verloren ging jeder, der (Lügen gegen Allah) ersann." (Flügel 63 bis 64)
62 Und sie besprachen ihre Sache untereinander und redeten insgeheim. (Flügel 65)
63 Sie sprachen: "Siehe, diese beiden sind wahrlich Zauberer; sie wollen uns aus unserem Land mit ihrer Zauberei treiben und mit euren vornehmsten Häuptlingen fortziehen. (Flügel 66)
64 So nehmt eure List zusammen; dann kommt der Reihe nach; wohl ergeht es heute dem, welcher siegt." (Flügel 67)
65 Sie sprachen: "O Moses, willst du werfen oder sollen wir die Ersten sein zum Werfen?" (Flügel 68)
66 Er sprach: "Nein; werft!" Und da kam es ihm durch ihre Zauberei vor, als ob ihre Stricke und Stäbe liefen. (Flügel 69)
67 Da verspürte Moses Furcht in seiner Seele. (Flügel 70)
68 Wir sprachen: "Fürchte dich nicht, siehe du wirst siegen. (Flügel 71)
69 Wirf nur, was in deiner Rechten ist, es wird verschlingen, was sie machten; sie brachten nur die List eines Zauberers hervor, und dem Zauberer ergeht es nicht wohl, von wo er komme." (Flügel 72)
70 Da warfen sich die Zauberer anbetend nieder und sprachen: "Wir glauben an den Herrn Aarons und Moses'." (Flügel 73)
71 Er sprach: "Glaubt ihr an ihn, bevor ich es euch erlaube? Siehe, er ist wahrlich euer Meister, der euch die Zauberei gelehrt hat. Und wahrlich ich haue euch eure Hände und Füße wechselseitig ab und kreuzige euch an Palmenstämmen, und wahrlich ihr sollt erfahren, wer von uns stärker und nachhaltiger straft." (Flügel 74)
72 Sie sprachen: "Nie geben wir dir den Vorzug vor den deutlichen Zeichen, die zu uns kamen, oder vor unserem Schöpfer. Beschließe, was du beschließen magst, du vermagst nur über das irdische Leben zu beschließen. (Flügel 75)
73 Siehe, wir glauben an unseren Herrn, dass er uns unsere Sünden verzeiht und die Zauberei, zu der du uns zwangst, und Allah ist besser und nachhaltiger (als du). (Flügel 75)
74 Siehe, wer zu seinem Herrn kommt, beladen mit Schuld, für den ist Dschehannam; nicht stirbt er in ihr und nicht lebt er. (Flügel 76)
75 Und wer gläubig zu ihm kommt und das Gute getan hat, für die sind die höchsten Stufen: (Flügel 77)
76 Edens Gärten, durcheilt von Wasserbächen; ewig sollen sie darin verweilen. Das ist der Lohn der Reinen." (Flügel 78)
77 Und wahrlich wir offenbarten Moses: "Mach dich auf des Nachts mit meinen Dienern und schlage ihnen einen trockenen Pfad im Meer. Fürchte keinen Überfall und sei unbesorgt. (Flügel 79 bis 80)
78 Und es folgte ihnen Pharao mit seinen Heerscharen, und was sie vom Meer bedeckte, das bedeckte sie; (Flügel 81)
79 Denn Pharao führte sein Volk irre und nicht recht. (Flügel 81)
80 O ihr Kinder Israel, wir erretteten euch von eurem Feind und bestellten euch an die rechte Seite des Berges und sandten auf euch das Manna und die Wachteln nieder: (Flügel 82)
81 "Esst von dem Guten, das wir euch bescherten, doch nicht ohne Maß, dass nicht mein Zorn auf euch niederfährt, denn, auf wen mein Zorn niederfährt, der kommt zu Fall. (Flügel 83)
82 Und siehe wahrlich ich bin verzeihend gegen den, der sich bekehrt und gläubig wird und das Gute tut und sich leiten lässt." (Flügel 84)
83 "Und was hat dich von deinem Volk fortgetrieben, o Moses?" (Flügel 85)
84 Er sprach: "Sie folgen meiner Spur, und ich eilte zu dir, mein Herr, damit du Wohlgefallen (an mir) fändest." (Flügel 86)
85 Er sprach: "Siehe, wir haben dein Volk nach deinem Fortgang geprüft und Es-Samiri hat sie irregeführt." (Flügel 87)
86 Da kehrte Moses zu seinem Volk zurück, zornig und bekümmert. Er sprach: "O mein Volk, hat euch nicht euer Herr eine schöne Verheißung verheißen? Währte euch etwa die Zeit zu lang oder wolltet ihr, dass Zorn von eurem Herrn auf euch niederführe, dass ihr das mir gegebene Versprechen bracht?" (Flügel 88 bis 89)
87 Sie sprachen: "Wir haben das dir gegebene Versprechen nicht aus eigener Macht gebrochen, sondern wir wurden geheißen Lasten von der Zierat des Volkes zu bringen; und so warfen wir sie (ins Feuer), und ebenso auch Es-Samiri." (Flügel 90)
88 Und er brachte ihnen ein leibhaftiges blökendes Kalb heraus. Und sie sprachen: "Dies ist euer Gott und der Gott Moses', der (ihn) vergaß." (Flügel 90)
89 Sehen sie denn nicht, dass er ihnen nicht Antwort gibt und ihnen weder schaden noch nützen kann? (Flügel 91)
90 Und doch hatte Aaron zuvor zu ihnen gesprochen: "O mein Volk, ihr werdet nur durch dasselbe geprüft, und siehe euer Herr ist der Erbarmer. Darum folgt mir und gehorcht meinem Befehl." (Flügel 92)
91 Sie sprachen: "Niemals lassen wir ab in seiner Anbetung, bis Moses zu uns zurückkehrt." (Flügel 93)
92 Er sprach: "O Aaron, was hinderte dich, als du sie irregehen sahst, (Flügel 94)
93 Mir zu folgen? Bist du rebellisch gegen meinen Befehl gewesen?" (Flügel 94)
94 Er sprach: "O Sohn meiner Mutter, packe mich nicht an meinem Bart und meinem Haupt. Siehe ich fürchte, du sprichst: 'Du hast die Kinder Israel gespalten und hast nicht mein Wort beachtet.'" (Flügel 95)
95 "Und was war dein Geschäft, o Samiri?" (Flügel 96)
96 Er sprach: "Ich sah, was sie nicht sahen; und ich nahm eine Handvoll (Staub) von der Spur des Gesandten und warf ihn (ins Feuer); und so gab es mir meine Seele ein."
97 Er sprach: "So gehe fort; und siehe dir soll sein im Leben, dass du sprichst: 'Keine Berührung!' Und siehe, eine Drohung ist dir, der du nie entgehen wirst. Und schaue auf deinen Gott, den du so sehr verehrtest. Wahrlich wir verbrennen ihn, dann zerstäuben wir ihn zu Staub ins Meer.
98 Euer Gott ist allein Allah, außer dem es keinen Gott gibt; er umfasst alle Dinge mit Wissen."
99 So erzählen wir dir von den Geschichten, was zuvor geschah; und wir gaben dir von uns eine Ermahnung.
100 Wer sich von ihr abwendet, wird tragen am Tag der Auferstehung eine Last.
101 Ewig sollen sie unter ihr sein, und schlimm ist die Bürde für sie am Tag der Auferstehung.
102 An jenem Tag wird in die Posaune gestoßen und versammeln werden wir an jenem Tag die Missetäter mit blauen Augen.
103 Zuflüstern werden sie einander: "Ihr verweiltet nur zehn (Tage)."
104 Wir wissen sehr wohl, was sie sprechen, wenn ihr des Weges Vornehmster spricht: "Nur einen Tag verweiltet ihr."
105 Und sie werden dich wegen der Berge befragen. So sprich: "Zerstäuben wird sie mein Herr zu Staub,
106 Und er wird sie machen zu einem ebenen Plan.
107 Nicht sollst du schauen in ihnen Krümmung noch Unebenheit." (Flügel 106)
108 An jenem Tag werden sie folgen dem Rufer, in dem keine Krümmung; und senken werden sie die Stimmen vor dem Erbarmer, und nichts hörst du als (der Füße) Tappen. (Flügel 107)
109 An jenem Tag nützt keine Fürbitte außer dessen, dem es der Erbarmer erlaubt und dessen Wort ihm wohlgefällig ist. (Flügel 108)
110 Er kennt was vor ihnen und hinter ihnen, und nicht umfassen sie ihn mit Wissen. (Flügel 109)
111 Und beschämt sollen die Gesichter sich neigen vor dem Lebendigen, dem Ewigen, und verloren ist, wer Sünde trägt. (Flügel 110)
112 Wer aber Rechtes tat und gläubig war, der fürchte weder Unrecht noch Einbuße." (Flügel 111)
113 Und demzufolge sandten wir ihn als arabischen Koran nieder und durchsetzten ihn mit Drohungen, damit sie gottesfürchtig würden oder dass er Gedenken in ihnen zeitigte. (Flügel 112)
114 Und erhaben ist Allah, der König, die Wahrheit! Und übereile dich nicht mit dem Koran, bevor dir seine Offenbarung vollendet, und sprich: "Mein Herr, mehre mich an Wissen." (Flügel 113)
115 Und wahrlich wir schlossen einen Bund mit Adam zuvor, doch er vergaß (ihn), und wir fanden in ihm keine Festigkeit. (Flügel 114)
116 Und da wir zu den Engeln sprachen: "Fallt nieder vor Adam," da fielen sie nieder, und nur Iblis weigerte sich. (Flügel 115)
117 Und wir sprachen: "O Adam, siehe, dieser ist dir und deiner Frau ein Feind. Und nicht treibe er euch beide aus dem Paradies, dass du elend wirst. (Flügel 115)
118 Siehe, dir wurde, dass du nicht hungerst in ihm und nicht nackt bist; (Flügel 116)
119 Und dass du nicht dürstest in ihm und nicht Hitze erleidest." (Flügel 117)
120 Und es flüsterte der Satan ihm zu und sprach: "O Adam, soll ich dich weisen zum Baum der Ewigkeit und des Reichs, das nicht vergeht?" (Flügel 118)
121 Und sie aßen von ihm, und es erschien ihnen ihre Blöße, und sie begannen über sich zu nähen Blätter des Gartens, und Adam wurde ungehorsam gegen seinen Herrn und ging irre. (Flügel 119)
122 Dann erwählte ihn sein Herr und kehrte sich zu ihm und leitete ihn. (Flügel 120)
123 Er sprach: "Fort von hier allesamt, einer des anderen Feind! Und wenn von mir Rechtleitung zu euch kommt, wer dann meiner Rechtleitung folgt, der soll nicht irregehen und nicht elend werden. (Flügel 121 bis 122)
124 Wer sich aber von meiner Ermahnung abkehrt, siehe, dem sei ein Leben in Drangsal, und erwecken wollen wir ihn am Tag der Auferstehung blind." (Flügel 123 bis 124)
125 Sprechen wird er: "Mein Herr, warum erwecktest du mich blind, wo ich doch sehend war?"
126 Sprechen wird er: "So sei es! Zu dir kamen unsere Zeichen, und du vergaßt sie, und so bist du heute vergessen."
127 Und so lohnen wir dem Übertreter, der nicht glaubt an die Zeichen seines Herrn, und wahrlich, die Strafe des Jenseits wird sehr hart sein und nachhaltig.
128 Beachten sie denn nicht, wie viele Geschlechter wir zuvor vertilgten, in deren Wohnsitzen sie wandeln? Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für Leute von Verstand!
129 Und wäre nicht zuvor ein Wort von deinem Herrn ergangen, wahrlich, erfolgt wäre eine ewige Pein! Aber ein Termin ist gesetzt.
130 So ertrag, was sie sprechen, und lobpreise deinen Herrn vor Sonnenaufgang und Untergang; und in den Stunden der Nacht preise ihn und an den Enden des Tages, damit du wohlgefällig wirst.
131 Und hefte deine Blicke nicht auf das, was wir einigen von ihnen gewährten, den Schimmer des irdischen Lebens, um sie damit zu prüfen. Denn deines Herrn Versorgung ist besser und bleibender.
132 Und gebiete deinem Haus das Gebet und verharre in ihm. Wir fordern nicht von dir, dass du dich versorgst, wir wollen dich versorgen, und der Ausgang ist der Frömmigkeit.
133 Und sie sprechen: "Warum kommt er uns nicht mit einem Zeichen von seinem Herrn?" Aber kam nicht zu ihnen der deutliche Beweis dessen, was in den früheren Schriften steht?
134 Und hätten wir sie vor ihm vertilgt durch eine Strafe, dann wahrlich hätten sie gesprochen: "Unser Herr, warum entsandtest du nicht einen Gesandten zu uns? So wären wir deinen Zeichen gefolgt vor unserer Demütigung und Schande."
135 Sprich: "Ein jeder wartet. So wartet ihr und wissen werdet ihr, wer des ebenen Pfades Betreter war und rechtgeleitet wurde."
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 20 heißt nach den beiden Buchstaben, mit denen sie beginnt. Henning gibt sie als "T. H." wieder, arabisch werden sie Ta-Ha gesprochen [1]. Sie ist die 20. Sure und hat nach der Kairoer Zählung 135 Verse [2]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als mekkanisch und setzt sie an die 45. Stelle der Offenbarung. Die Verse 130 und 131 stammen danach aus Medina [3]. Theodor Nöldeke rechnet die Sure zur zweiten mekkanischen Periode. Dass die Verse 130 und 131 medinisch seien, meinten nach ihm nur Einzelne, und zwar ohne Grund [4]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
Nach den Buchstaben wendet sich die Sure an den Propheten: "Nicht haben wir den Koran auf dich herabgesandt, dass du elend würdest," (20,2) [1]. Danach folgt die längste zusammenhängende Erzählung über Moses im Koran [5].
Inhalt im Überblick
Die Sure hat einen kurzen Eingang, einen langen Erzählteil über Moses und einen Schluss mit Gericht, Adam und Mahnungen an den Propheten.
| Verse | Inhalt |
|---|---|
| 1 bis 8 | die Buchstaben T. H., der Koran als Ermahnung, der Erbarmer auf seinem Thron, Allah hat die schönsten Namen |
| 9 bis 36 | Moses sieht ein Feuer, Ruf im heiligen Tal Towa, Stab und Hand als Zeichen, Moses bittet um Hilfe und um Aaron als Beistand |
| 37 bis 48 | Erinnerung an die Kindheit: der Kasten im Wasser, die Schwester, die Rückkehr zur Mutter; Auftrag, mit sanften Worten zu Pharao zu gehen |
| 49 bis 76 | Gespräch mit Pharao, Wettstreit mit den Zauberern, die Zauberer werfen sich nieder und glauben, Pharao droht ihnen |
| 77 bis 82 | Auszug bei Nacht, Pharaos Heer im Meer, Anrede an die Kinder Israel, Manna und Wachteln |
| 83 bis 98 | Moses eilt zu seinem Herrn, as-Samiri führt das Volk irre, das Kalb, Moses und Aaron, Samiris Strafe |
| 99 bis 114 | Gericht und Posaune, die Berge werden zu Staub, der Koran in arabischer Sprache, "übereile dich nicht mit dem Koran" |
| 115 bis 127 | Adam vergisst den Bund, Iblis weigert sich, der Baum der Ewigkeit, Vertreibung und Rechtleitung |
| 128 bis 135 | Mahnung zur Geduld und zum Gebet, die Gegner verlangen ein Zeichen, "Ein jeder wartet" |
In seiner Bitte um Beistand sagt Moses: "Mein Herr, weite mir meine Brust" (20,25) [1].
Wie die Sure verstanden wird
Ibn Kathir und Ma'arif al-Qur'an erklären den Trostvers am Anfang, und die Islamwissenschaft fragt nach dem Verhältnis zwischen Moses und Muhammad.
Klassische Auslegung
Zu den Buchstaben am Anfang verweist Ibn Kathir auf seine Erklärung zu Beginn von Sure 2. Für Vers 2 nennt er einen Anlass nach ad-Dahhak: Götzendiener der Kuraisch hätten behauptet, der Koran sei nur herabgekommen, um den Propheten in Mühsal zu stürzen. Mudschahid verbindet den Vers mit Sure 73,20 und mit Betenden, die sich zur Stütze Seile vor die Brust hängten, wenn sie müde wurden. Qatada sagt, Gott habe den Koran zu einer Barmherzigkeit, einem Licht und einem Führer zum Paradies gemacht [6].
Mehrere alte Berichte erzählen, Umar ibn al-Chattab sei durch die ersten 14 oder 16 Verse dieser Sure zum Islam gekommen. Nöldeke führt dafür Ibn Hischam und Ibn Sa'd an und hält die Sache trotzdem nicht für ganz gesichert. Berichte, die stattdessen andere Suren nennen, hält er für bedeutungslos [4].
Heutige muslimische Theologie
Der Kommentar Ma'arif al-Qur'an stammt von Muhammad Shafi, einem pakistanischen Gelehrten der Deobandi-Schule (1897 bis 1976). Er ging aus Vorträgen im Radio Pakistan hervor [8, 9]. Zu Vers 2 erklärt er, das arabische Wort bedeute Schmerz und Bedrängnis. Der Prophet und seine Gefährten hätten in der Frühzeit ganze Nächte gebetet, bis seine Füße anschwollen. Der Vers nehme ihm diese Last ab. Seine Aufgabe sei es allein, die Botschaft zu überbringen [7].
Islamwissenschaft
Der Kommentar des Corpus Coranicum nennt Sure 20 "die Mose-Sure schlechthin". Das Wissen über Moses, das in frühen Suren auf den Streit mit Pharao beschränkt war, werde hier zum ersten Mal in einem einzigen Text entfaltet [5]. Der Kommentar sieht eine enge Verbindung zwischen Moses und dem Verkünder: Die Bitte "Mein Herr, weite mir meine Brust" (20,25) erinnert an Sure 94,1, wo es heißt: "Dehnten wir nicht aus deine Brust," [5][1]. Zum Kern der Sure rechnet er die Erzählungen von der Berufung, vom Auftritt vor Pharao und vom Kalb. Die Verse 77 bis 82 mit der Anrede "O ihr Kinder Israel" hält er für einen späteren Zusatz aus Medina [5].
Die Betonung der "schönsten Namen" in Vers 8 versteht der Kommentar als Spur einer Debatte über den damals neuen Gottesnamen ar-Rahman, "der Erbarmer" [5]. Schon Nöldeke beobachtete, dass dieser Name in den Suren der zweiten mekkanischen Periode besonders oft vorkommt [4]. Die eng verwandte Sure 26 erzählt die Geschichte des Moses noch einmal, nach dem Kommentar später und in knapperer Form [5].
Zum Weiterlesen: Mose im Koran, die biblische Berufung am Dornbusch in 2. Mose 3 und das goldene Kalb in 2. Mose 32. Sure 20 steht nach Sure 19, Maria und vor Sure 21, Die Propheten.
- Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Geschichte des Qorâns, S. 89, 92 und 95 f.. Theodor Nöldeke, Dieterich, Göttingen. Stand 1860. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Kommentar zu Sure 20 (Ṭā-Hā). Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Corpus Coranicum (Dirk Hartwig, Angelika Neuwirth). Stand Betaversion, ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Taha Ayah 1. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ma'arif al-Qur'an Tafsir: Taha Ayah 2. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Muhammad Shafi. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Maariful Quran English (Eintrag zum Verfasser Mufti Shafi Usmani, 1897 bis 1976). Internet Archive. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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