Alle 114 Suren des Korans
Sure 21: Die Propheten (Al-Anbiyāʾ)
Sure 21 von 114, 112 Verse
Sure 21 heißt arabisch Al-Anbiya, auf Deutsch Die Propheten, und hat in der Kairoer Zählung 112 Verse. Sie gilt als mekkanisch. Nach einer Warnung vor dem nahen Gericht erinnert sie an Moses, Abraham, Noah, David, Salomo, Hiob, Jonas, Zacharias, Maria und weitere Gestalten und endet mit dem Vers über den Propheten als Barmherzigkeit für alle Welt.
1 Genaht ist den Menschen ihre Abrechnung, aber in Achtlosigkeit kehren sie sich ab.
2 Die jüngste Ermahnung, die zu ihnen kam von ihrem Herrn, hören sie nur spottend an,
3 Spaßend in ihren Herzen. Und die Frevler sprechen insgeheim: "Ist dieser mehr als ein Mensch wie ihr? Wollt ihr etwa der Zauberei, wo ihr sie erkennt, nahe treten?"
4 Sprich: "Mein Herr kennt was im Himmel und auf Erden gesprochen wird. Er ist der Hörende, der Wissende."
5 Sie hingegen sprechen: "Es sind wirre Träume. Ja, er hat ihn erdichtet, er ist ja ein Dichter. Er bringe uns ein Zeichen, so wie die Früheren entsandt wurden."
6 Nicht glaubte vor ihnen irgendeine Stadt, die wir zerstörten; würden sie denn glauben?
7 Und vor dir entsandten wir nur Männer, denen wir uns offenbart. Fragt nur das Volk der Ermahnung, wenn ihr es nicht wisst.
8 Und nicht gaben wir ihnen einen Leib, der keine Speise genoss, und nicht waren sie ewig.
9 Dann bewahrheiteten wir ihnen die Verheißung und erretteten sie und wen wir wollten und vertilgten die Übertreter.
10 Wahrlich, wir haben nun zu ihnen ein Buch hinabgesandt, in dem eure Warnung steht. Wollt ihr denn nicht einsehen?
11 Und wie viele Städte, die sündig waren, zerstörten wir von Grund aus und erweckten nach ihnen ein anderes Volk!
12 Und da sie unseren Zorn verspürten, siehe da flohen sie vor ihm.
13 "Flieht nicht, (so sprachen höhnend die Engel,) kehrt zurück zu dem, das euch mit Übermut erfüllte, und zu euren Wohnungen; vielleicht fragt man euch."
14 Sie sprachen: "O weh uns, wahrlich, wir waren Sünder!"
15 Und dieser ihr Ruf hörte nicht eher auf, als bis wir sie zu Schwaden gemacht, verloschen.
16 Und nicht erschufen wir den Himmel und die Erde und was dazwischen im Scherz.
17 Hätten wir uns ein Spiel bereiten wollen, wir hätten es in uns gefunden, wenn wir solches getan.
18 Vielmehr schleudern wir die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert ihr Haupt, und siehe, da vergeht sie. Weh aber euch für eure Aussagen (von Gott).
19 Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden, und wer bei ihm ist, ist nicht zu stolz ihm zu dienen und wird nicht müde.
20 Sie preisen ihn bei Nacht und Tag und ermatten nicht.
21 Nehmen sie sich Götter von der Erde, die lebendig machen können?
22 Gäbe es in beiden Götter außer Allah, so wären beide verdorben. Doch Preis sei Allah, dem Herrn des Throns, (der erhaben ist) über das, was sie aussagen.
23 Nicht wird er befragt nach dem, was er tut, sie aber werden befragt.
24 Nehmen sie sich etwa außer ihm Götter? Sprich: "Her mit eurem Beweis." Dies ist die Ermahnung derer, die mit mir (leben), und die Ermahnung derer, die vor mir; aber die meisten von ihnen kennen die Wahrheit nicht und wenden sich ab.
25 Und nicht entsandten wir vor dir einen Gesandten, dem wir nicht offenbart: "Es gibt keinen Gott außer mir, so diene mir."
26 Und sie sprechen: "Der Erbarmer hat Kinder erzeugt." Preis ihm! Es sind nur geehrte Diener.
27 Sie sprechen vor ihm kein Wort und tun nach seinem Geheiß.
28 Er weiß, was vor ihnen ist und was hinter ihnen, und nicht können sie Fürsprache einlegen, außer für den, an dem er Wohlgefallen hat; und sie zagen vor Furcht. (Flügel 28 bis 29)
29 Und wer von ihnen spricht: "Siehe, ich bin ein Gott neben ihm," solches lohnen wir mit Dschehannam. So lohnen wir die Frevler. (Flügel 30)
30 Sehen denn nicht die Ungläubigen, dass die Himmel und die Erde eine feste Masse bildeten und wir sie dann spalteten und aus dem Wasser alles Lebendige machten? Glauben sie denn nicht? (Flügel 31)
31 Und wir setzten festgegründete (Berge) in die Erde, damit sie nicht schwankte mit ihnen, und wir machten auf ihr breite Täler zu Wegen, damit sie rechtgeleitet würden. (Flügel 32)
32 Und wir machten den Himmel zu einem behüteten Dach; und doch kehren sie sich ab von seinen Zeichen. (Flügel 33)
33 Und er ist es, der die Nacht erschuf und den Tag und die Sonne und den Mond, die alle rollen in ihrer Sphäre. (Flügel 34)
34 Und nicht gaben wir einem Menschen vor dir Unsterblichkeit. Darum, wenn du stirbst, werden sie ewig leben? (Flügel 35)
35 Jede Seele schmeckt den Tod, und auf die Probe wollen wir euch stellen mit Bösem und Gutem, und zu uns kehrt ihr zurück. (Flügel 36)
36 Und wenn dich die Ungläubigen sehen, so empfangen sie dich nicht anders als mit Spott: "Ist das jener, der eure Götter erwähnt?" Und an die Ermahnung des Erbarmers glauben sie nicht. (Flügel 37)
37 Erschaffen wurde der Mensch aus Übereilung. (Aber) wahrlich zeigen werde ich euch meine Zeichen, und lasst sie mich nicht beschleunigen. (Flügel 38)
38 Und sie werden sprechen: "Wann tritt diese Drohung ein; wenn ihr aufrichtig seid?" (Flügel 39)
39 Wüssten nur die Ungläubigen die Zeit, da sie das Feuer nicht abwehren können von ihren Gesichtern und ihren Rücken, und wo sie nicht gerettet werden! (Flügel 40)
40 Aber kommen wird es unversehens über sie und wird sie verwirren, ohne dass sie es abwehren können; und nicht soll mit ihnen gewartet werden. (Flügel 41)
41 Und verspottet wurden schon vor dir Gesandte, aber dann umgab die Spötter unter ihnen das, was sie verspotteten. (Flügel 42)
42 Sprich: "Wer beschützt euch bei Nacht oder Tag vor dem Erbarmer?" Jedoch kehren sie sich von der Ermahnung ihres Herrn ab. (Flügel 43)
43 Oder haben sie Götter, die ihnen außer uns helfen? Sie vermögen nicht sich selber zu helfen noch sollen sie vor uns errettet werden. (Flügel 44)
44 Ja, wir versorgten sie und ihre Väter, solange ihr Leben währte. Sehen sie denn nicht, dass wir in das Land kommen und es von allen Seiten einengen? Werden etwa sie siegen? (Flügel 45)
45 Sprich: "Ich warne euch nur mit der Offenbarung," doch hören die Tauben nicht den Ruf, wenn sie gewarnt werden. (Flügel 46)
46 Aber wahrlich, wenn sie ein Hauch von der Strafe deines Herrn berührt, dann sprechen sie gewisslich: "O wehe uns, siehe, wir waren Sünder!" (Flügel 47)
47 Und aufstellen werden wir gerechte Waagen zum Tag der Auferstehung, und keine Seele soll in etwas Unrecht erleiden. Und wäre es das Gewicht eines Senfkorns, wir brächten es herbei, und wir genügen als Rechner. (Flügel 48)
48 Und wahrlich, wir gaben Moses und Aaron die Unterscheidung und ein Licht und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen, (Flügel 49)
49 Welche ihren Herrn im Verborgenen fürchten und vor der "Stunde" bangen. (Flügel 50)
50 Und auch dies ist eine gesegnete Ermahnung, die wir hinabgesandt haben. Wollt ihr sie etwa verleugnen? (Flügel 51)
51 Und wahrlich dem Abraham gaben wir seine Rechtleitung zuvor, denn wir kannten ihn. (Flügel 52)
52 Da er zu seinem Vater und seinem Volk sprach: "Was sind das für Bilder, die ihr verehrt?" (Flügel 53)
53 Sie sprachen: "Wir fanden unsere Väter bereits ihnen dienen." (Flügel 54)
54 Er sprach: "Wahrlich, ihr und eure Väter seid in offenkundigem Irrtum." (Flügel 55)
55 Sie sprachen: "Bist du mit der Wahrheit zu uns gekommen oder scherzt du?" (Flügel 56)
56 Er sprach: "Mitnichten; euer Herr ist der Herr der Himmel und der Erde, der sie erschuf, und hiervon lege ich euch Zeugnis ab. (Flügel 57)
57 Und, bei Allah, wahrlich ich will eine List gegen eure Götzen ersinnen, wenn ihr den Rücken gekehrt habt." (Flügel 58)
58 Und er schlug sie in Stücke mit Ausnahme des Obersten von ihnen, damit sie es ihm zuschrieben. (Flügel 59)
59 Sie sprachen: "Wer hat dies mit unseren Göttern getan? Siehe wahrlich, das ist ein Frevler!" (Flügel 60)
60 Sie sprachen: "Wir hörten einen Jüngling von ihnen reden, der Abraham heißt." (Flügel 61)
61 Sie sprachen: "So bringt ihn vor die Augen des Volks, vielleicht zeugen sie (gegen ihn)." (Flügel 62)
62 Sie sprachen: "Hast du dies getan mit unseren Göttern, o Abraham?" (Flügel 63)
63 Er sprach: "Mitnichten; getan hat dies der Oberste von ihnen. Fragt sie nur, wenn sie reden können." (Flügel 64)
64 Da kamen sie wieder zu sich und sprachen: "Siehe, ihr seid Sünder." (Flügel 65)
65 Dann verkehrten sie sich wieder (und sprachen:) "Wahrlich du weißt, dass diese nicht reden." (Flügel 66)
66 Er sprach: "Verehrt ihr denn außer Allah, was euch weder etwas nützen noch schaden kann? (Flügel 67)
67 Pfui über euch und über das, was ihr außer Allah anbetet! Habt ihr denn keine Einsicht?"
68 Sie sprachen: "Verbrennt ihn und helft euren Göttern, wenn ihr handeln wollt."
69 Wir sprachen: "O Feuer, sei kalt und ein Frieden auf Abraham!"
70 Und sie planten eine List gegen Abraham, und wir machten sie zu Verlorenen.
71 Und wir erretteten ihn und Lot zu dem Land, durch das wir alle Welt segneten.
72 Und wir schenkten ihm Isaak und Jakob obendrein und machten alle rechtschaffen.
73 Und wir machten sie zu Vorbildern, nach unserem Geheiß rechtzuleiten, und offenbarten ihnen das Tun von Gutem und die Verrichtung des Gebets und das Zahlen der Armensteuer, und sie verehrten (uns).
74 Und dem Lot gaben wir Weisheit und Erkenntnis und retteten ihn aus der Stadt, die Ruchloses beging. Siehe, sie waren schlechte Leute, Missetäter.
75 Und wir ließen ihn eingehen in unsere Barmherzigkeit; siehe, er war einer der Rechtschaffenen.
76 Und zuvor erhörten wir Noah, da er rief, und retteten ihn und seine Familie von der großen Trübsal.
77 Und wir halfen ihm gegen das Volk, das unsere Zeichen für Lüge erklärte. Sie waren ein böses Volk, und wir ertränkten sie allesamt.
78 Und (gedenke) Davids und Salomos, als sie über den Acker richteten, da in ihm die Schafe der Leute zur Nachtzeit weideten. Und wir waren Zeuge ihres Spruchs.
79 Und wir gaben Salomo Einsicht hierin, und beiden gaben wir Weisheit und Erkenntnis. Und wir machten David die Berge und die Vögel dienstbar (mit ihm unseren) Preis zu verkünden. Und wir taten es.
80 Und wir lehrten ihn die Kunst Panzer für euch zu verfertigen, dass sie euch schützten vor eurer Gewalttat. Und seid ihr wohl dankbar?
81 Und Salomo (machten wir dienstbar) die Windsbraut, zu eilen auf sein Geheiß zum Land, das wir gesegnet. Und wir wussten alle Dinge.
82 Und einige der Satane (machten wir ihm dienstbar), die für ihn tauchten und Werke außer diesem wirkten. Und wir hüteten sie.
83 Und (gedenke) des Hiob, da er seinen Herrn rief: "Siehe, mich hat die Plage berührt, doch du bist der Barmherzigste der Barmherzigen."
84 Da erhörten wir ihn und befreiten ihn von seiner Plage und gaben ihm seine Familie (wieder) und ebenso viele obendrein als eine Barmherzigkeit von uns und eine Ermahnung für die Diener (Allahs).
85 Und Ismael und Idris und Zul-Kifl, alle waren standhaft,
86 Und wir führten sie ein in unsere Barmherzigkeit; siehe, sie waren rechtschaffen.
87 Und Zun-Nun, da er erzürnt fortging und wähnte, wir hätten keine Macht über ihn. Und er rief in den Finsternissen: "Es gibt keinen Gott außer dir! Preis dir! Siehe, ich war einer der Sünder!"
88 Da erhörten wir ihn und erretteten ihn aus der Trübsal; und so erretten wir die Gläubigen.
89 Und (gedenke) des Zacharias, da er zu seinem Herrn rief: "O mein Herr, lasse mich nicht kinderlos; doch bist du der Beste der Erben."
90 Und da erhörten wir ihn und schenkten ihm Johannes, und setzten seine Gattin für ihn instand. Siehe, sie wetteiferten im Guten und riefen uns an mit Liebe und Ehrfurcht und demütigten sich vor uns.
91 Und sie, die ihren Schoß keusch hielt, und in die wir bliesen von unserem Geist, und die wir nebst ihrem Sohn zu einem Zeichen machten für alle Welt.
92 Siehe, diese eure Religion ist eine einzige Religion, und ich bin euer Herr; so dient mir.
93 Und sie zerrissen ihre Sache unter sich; alle kehren zu uns zurück.
94 Und wer das Rechte tut und gläubig ist, dessen Eifer soll nicht verleugnet werden; und siehe, wir schreiben (ihn) auf für ihn.
95 Und ein Bann sei auf jeder Stadt, die wir vertilgten, dass sie nicht wiederkehren,
96 Bis Gog und Magog (den Weg) geöffnet haben, und sie von allen Höhen herbeieilen.
97 Und es naht die wahrhaftige Drohung. Und siehe da, starr blicken die Augen der Ungläubigen, (und sie rufen:) "O wehe uns, wir waren dessen achtlos! Ja, wir waren Sünder!"
98 Siehe ihr und was ihr anbetet außer Allah, Dschehannams Brennstoff ist es; hinab werdet ihr zu ihr steigen.
99 Wären dies Götter, nicht stiegen sie zu ihr hinab. Und alle sollen ewig in ihr bleiben.
100 Stöhnen sollen sie in ihr, und nicht sollen sie in ihr (Trost) hören.
101 Siehe jene, denen wir zuvor das Gute bestimmten, fern sollen sie von ihr sein.
102 Keinen Laut werden sie von ihr hören, und in dem, was ihre Seelen begehrten, werden sie ewig verweilen.
103 Nicht soll sie betrüben das größte Grausen, und entgegen sollen ihnen die Engel kommen (und sprechen:) "Dies ist euer Tag, der euch verheißen wurde."
104 An jenem Tag werden wir den Himmel zusammenrollen wie eine Schriftrolle. Wie wir die erste Schöpfung hervorbrachten, wollen wir sie wieder hervorbringen. Diese Verheißung liegt uns ob; siehe, wir führen sie aus.
105 Und wahrlich wir schrieben in den Psalmen nach (der Offenbarung) der Ermahnung: "Erben sollen die Erde meine gerechten Diener."
106 Siehe, hierin ist wahrlich eine Predigt für ein Volk, das (Gott) dient.
107 Und wir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit für alle Welt.
108 Sprich: "Mir wurde nur offenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Wollt ihr darum Muslime sein?"
109 Und wenn sie den Rücken kehren, so sprich: "Ich habe euch allesamt angekündigt, doch weiß ich nicht, ob nahe oder fern, was euch angedroht wurde.
110 Siehe, er weiß eure laute Rede und weiß was ihr verheimlicht.
111 Und ich weiß nicht, ob es vielleicht eine Versuchung für euch sei und ein Genuss für eine Weile."
112 Sprich: "Mein Herr, richte du in Wahrheit!" Und unser Herr ist der Erbarmer, der um Hilfe gegen eure Äußerungen Anzuflehende.
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 21 trägt den Namen Al-Anbiya, "Die Propheten", weil sie eine lange Reihe von Gesandten und Propheten aufzählt. Henning überschreibt sie mit "Die Propheten" [1]. Sie ist die 21. Sure und hat nach der Kairoer Zählung 112 Verse [2]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie ohne Ausnahmeverse als mekkanisch und setzt sie an die 73. Stelle der Offenbarung [3]. Theodor Nöldeke rechnet sie zur zweiten mekkanischen Periode. Er erwähnt, dass einige Ausleger Vers 7 für medinisch hielten [4]. Der Kommentar des Corpus Coranicum betrachtet die Sure als Einheit mit durchgehendem Reim [5]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
Der erste Vers kündigt das Gericht an: "Genaht ist den Menschen ihre Abrechnung, aber in Achtlosigkeit kehren sie sich ab." (21,1) [1]
Inhalt im Überblick
Auf einen Teil über Schöpfung, Gericht und die Einwände der Gegner folgt die Reihe der Propheten.
| Verse | Inhalt |
|---|---|
| 1 bis 15 | die Abrechnung naht, die Gegner nennen die Offenbarung "wirre Träume" und den Propheten einen Dichter, zerstörte Städte |
| 16 bis 29 | Himmel und Erde nicht im Scherz erschaffen, gäbe es Götter außer Allah, wären Himmel und Erde verdorben, die Engel als geehrte Diener |
| 30 bis 47 | Himmel und Erde als feste Masse gespalten, alles Lebendige aus Wasser, jede Seele schmeckt den Tod, gerechte Waagen am Tag der Auferstehung |
| 48 bis 50 | Moses und Aaron erhalten die Unterscheidung |
| 51 bis 73 | Abraham zerschlägt die Götterbilder bis auf das größte, das Feuer wird kalt, Lot, Isaak und Jakob |
| 74 bis 91 | Lot, Noah, David und Salomo, Hiob, Ismael, Idris, Zul-Kifl, Zun-Nun, Zacharias und Johannes, Maria |
| 92 bis 112 | eine einzige Religion, Gog und Magog, der Himmel wird zusammengerollt wie eine Schriftrolle, das Wort aus den Psalmen, der Prophet als Barmherzigkeit |
Als Abrahams Gegner ihn verbrennen wollen, heißt es: "O Feuer, sei kalt und ein Frieden auf Abraham!" (21,69) [1] Zun-Nun ist nach Ibn Kathir Jonas, arabisch Yunus, der zu den Leuten von Ninive gesandt wurde; "Nun" bedeutet dabei den Fisch [8]. In seinem Ruf aus den Finsternissen bekennt er: "Es gibt keinen Gott außer dir! Preis dir! Siehe, ich war einer der Sünder!" (21,87) [1]
Wie die Sure verstanden wird
Vers 107 lautet in der Lesefassung: "Und wir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit für alle Welt." [1] Ibn Kathir geht auf den Vers ein [6], ebenso die Beschreibung eines Sammelbands auf der Seite des Zentrums für Islamische Theologie Münster [7].
Klassische Auslegung
Ibn Kathir versteht Vers 107 so, dass der Prophet für alle Welten als Barmherzigkeit gesandt wurde. Wer sie annimmt, ist im Diesseits und im Jenseits glücklich, wer sie ablehnt, verliert in beiden. Was die Ungläubigen davon haben, beantwortet er mit einer Überlieferung von Ibn Abbas: Sie bleiben vor dem Schicksal früherer Völker bewahrt, die durch Erdbeben und Steinregen untergingen. Dazu führt er einen Hadith bei Muslim an, nach dem der Prophet es ablehnte, die Götzendiener zu verfluchen, weil er als Barmherzigkeit gesandt sei [6].
Heutige muslimische Theologie
Auf der Seite des Zentrums für Islamische Theologie der Universität Münster wird der Sammelband "Theologie der Barmherzigkeit?" (2014) vorgestellt, herausgegeben von Mouhanad Khorchide, Milad Karimi und Klaus von Stosch. Die Beschreibung zitiert Vers 107. Nach dieser Beschreibung galt Barmherzigkeit in der traditionellen islamischen Gelehrsamkeit selten als Schlüsselbegriff, obwohl der Koran sie häufig preist; der Band will ihre theologischen Dimensionen entwickeln [7].
Islamwissenschaft
Der Kommentar des Corpus Coranicum sieht die Sure zwischen den Polen Schöpfung und Gericht, verbunden durch immer wieder bestätigte Offenbarung. Neu sei, dass das gesegnete Land (21,71 und 21,81) als Heimat der Propheten Gestalt annimmt. Vers 105 entspricht nach dem Kommentar Psalm 37,29 [5]. In der Lesefassung lautet er: "Und wahrlich wir schrieben in den Psalmen nach (der Offenbarung) der Ermahnung: 'Erben sollen die Erde meine gerechten Diener.'" [1] Die Prophetenerzählungen früherer Suren werden nach dem Kommentar neu gefasst: Im Vordergrund steht nun die Rettung der Gesandten, weniger die Vernichtung der Völker, die sie ablehnten. Abraham verkörpert den endgültigen Bruch mit der Religion der Väter. Einige knappe Hinweise auf weitere Propheten deutet der Kommentar als Wissen aus jüdischen und christlichen Gottesdiensten, etwa Festlesungen [5].
Zum Weiterlesen: Die Propheten im Koran, Schöpfung und Natur im Koran und Psalm 37. Davor steht Sure 20, T. H., danach folgt Sure 22, Die Pilgerfahrt.
- Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Geschichte des Qorâns, S. 89 und 101. Theodor Nöldeke, Dieterich, Göttingen. Stand 1860. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Kommentar zu Sure 21 (al-Anbiyāʾ, Die Propheten). Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Corpus Coranicum (Dirk Hartwig, Angelika Neuwirth). Stand Betaversion, ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Anbiya Ayah 107. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Theologie der Barmherzigkeit? Zeitgemäße Fragen und Antworten des Kalam. Universität Münster, Zentrum für Islamische Theologie. Stand 2014. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Anbiya Ayah 87. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.