Alle 114 Suren des Korans
Sure 33: Die Verbündeten (Al-Aḥzāb)
Sure 33 von 114, 73 Verse
Sure 33 heißt "Die Verbündeten", arabisch Al-Ahzab, und hat in der Kairoer Zählung 73 Verse. Sie stammt aus Medina und ist nach den Stämmen benannt, die Medina in der Grabenschlacht belagerten. Sie enthält Regeln für den Haushalt des Propheten, die Verse 53 und 59 zu Vorhang und Überwurf und den Titel "Siegel der Propheten" (33,40), die unterschiedlich ausgelegt werden.
1 O Prophet, fürchte Allah und gehorche nicht den Ungläubigen und Heuchlern; siehe, Allah ist wissend und weise.
2 Und folge dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde; siehe Allah weiß, was ihr tut.
3 Und vertraue auf Allah, und Allah genügt als Schützer.
4 Allah hat keinem Menschen zwei Herzen in seinem Innern gegeben, noch hat er die Frauen, von denen ihr euch scheidet, zu euren Müttern gemacht, noch auch eure Adoptivsöhne zu euren leiblichen Söhnen. Das sind eure Worte in eurem Mund; Allah aber spricht die Wahrheit, und er leitet auf den rechten Weg.
5 Nennt sie nach ihren Vätern; dies ist gerechter vor Allah. Wenn ihr jedoch ihre Väter nicht kennt, so seien sie doch eure Brüder im Glauben und eure Schützlinge. Und was ihr darin fehlt, ist euch keine Sünde, es sei denn was eure Herzen mit Vorsatz tun. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
6 Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selber, und seine Gattinnen sind ihre Mütter. Und Blutsverwandte sind einander nach dem Buch Allahs näher verwandt als die Gläubigen und die Ausgewanderten. Was nur an Gutem ihr euren Verwandten antut, das ist in dem Buch verzeichnet.
7 Und (gedenke,) da wir mit den Propheten den Bund eingingen, mit dir und mit Noah und Abraham und Moses und Jesus dem Sohn der Maria; und wir gingen mit ihnen einen festen Bund ein,
8 Damit er die Wahrhaftigen nach ihrer Wahrhaftigkeit befragte; für die Ungläubigen aber hat er schmerzliche Strafe bereitet.
9 O ihr, die ihr glaubt, gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, da Heerscharen zu euch kamen und wir gegen sie einen Wind und euch unsichtbare Heerscharen entsandten, und Allah schaute euer Tun:
10 Da sie zu euch kamen von oben und von unten her und die Blicke sich abkehrten und die Herzen in die Kehlen stiegen und ihr gegen Allah Gedanken fasstet.
11 Dort wurden die Gläubigen geprüft und von mächtigem Zittern ergriffen.
12 Und da die Heuchler und jene, in deren Herzen Krankheit war, sprachen: "Allah und sein Gesandter haben uns nur Trug verheißen."
13 Und da eine Anzahl von ihnen sprach: "Ihr Leute von Jathrib, (hier) ist kein Platz für euch, kehrt darum zurück." Und ein Teil von ihnen bat den Propheten um Erlaubnis (heimzukehren) und sprach: "Siehe, unsere Häuser sind schutzlos." Doch waren sie nicht schutzlos, sondern sie wollten nur fliehen.
14 Und wäre man von (allen) Seiten (der Stadt) auf sie eingedrungen, und wären sie zur Abtrünnigkeit aufgefordert, sie hätten es getan, und nur kurze Zeit hätten sie in ihr verweilt.
15 Und wahrlich, sie hatten zuvor mit Allah einen Bund geschlossen nicht den Rücken zur Flucht zu wenden; und der Bund mit Allah wird zur Rechenschaft gezogen.
16 Sprich: "Niemals nützt euch die Flucht. Wäret ihr auch dem Sterben oder der Niedermetzelung entflohen, dann würdet ihr euch doch nur noch kurze Zeit des Lebens erfreuen."
17 Sprich: "Wer ist es, der euch vor Allah schützt, sei es dass er euch Böses antun oder Barmherzigkeit erweisen will?" Außer Allah finden sie für sich weder Schützer noch Helfer.
18 Allah kennt die Behinderer (anderer) unter euch und diejenigen, welche zu ihren Brüdern sprechen: "Kommt her zu uns", und nur wenig Mut zeigen,
19 In ihrem Geiz gegen euch. Wenn die Furcht naht, dann siehst du sie auf dich schauen mit rollenden Augen wie einer, der vom Tod überkommen wird. Ist aber die Furcht vergangen, dann empfangen sie euch mit scharfen Zungen, habgierig nach dem besten (Anteil der Beute). Diese haben keinen Glauben; darum wird Allah ihre Werke zunichte machen, und dies ist Allah leicht.
20 Sie glaubten, dass die Verbündeten nicht abziehen würden; und kämen die Verbündeten (wiederum), dann würden sie lieber bei den Arabern in der Wüste leben wollen und Nachrichten von euch einziehen. Wären sie aber bei euch gewesen, nur wenig hätten sie gekämpft.
21 Wahrlich in dem Gesandten Allahs hattet ihr ein schönes Beispiel für jeden, der auf Allah und den jüngsten Tag hofft und oft Allahs gedenkt.
22 Als die Gläubigen die Verbündeten sahen, sprachen sie: "Dies ist das, was uns Allah und sein Gesandter verheißen, und Allah und sein Gesandter sprachen wahr." Und es mehrte nur ihren Glauben und ihre Ergebung.
23 Unter den Gläubigen waren Männer, welche wahr machten, was sie Allah gelobt hatten. Einige von ihnen erfüllten ihr Gelübde, und andere warten noch darauf und wandelten sich nicht;
24 Damit Allah die Wahrhaftigen für ihre Wahrhaftigkeit belohne und die Heuchler bestrafe, wenn er es will, oder sich zu ihnen kehre. Siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
25 Und es trieb Allah die Ungläubigen in ihrem Grimm zurück; sie erlangten keinen Vorteil; und Allah genügte den Gläubigen im Streit, denn Allah ist stark und mächtig.
26 Und er veranlasste diejenigen vom Volk der Schrift, die ihnen halfen, von ihren Kastellen herabzusteigen und warf Schrecken in ihre Herzen. Einen Teil erschlugt ihr und einen Teil nahmt ihr gefangen.
27 Und er gab euch zum Erbe ihr Land und ihre Wohnungen und ihr Gut, und ein Land, das ihr nie betratet. Und Allah hat Macht über alle Dinge.
28 O Prophet, sprich zu deinen Gattinnen: "Wenn ihr das irdische Leben begehrt mit seinem Schmuck, so kommt her; ich will euch ausstatten und will euch geziemend entlassen.
29 Wenn ihr aber Allah begehrt und seinen Gesandten und die jenseitige Wohnung, so hat Allah für die Tugendhaften unter euch gewaltigen Lohn bereitet."
30 O Frauen des Propheten, wenn eine von euch eine offenkundige Schändlichkeit begeht, so soll ihre Strafe zweifach verdoppelt werden, denn solches ist Allah leicht.
31 Wer von euch jedoch Allah und seinem Gesandten gehorcht und rechtschaffen handelt, der geben wir zweifachen Lohn, und wir haben für sie eine edle Versorgung in Bereitschaft gesetzt.
32 O Frauen des Propheten, ihr seid nicht wie eine der (anderen) Frauen. Wenn ihr gottesfürchtig seid, so seid nicht entgegenkommend in der Rede, so dass der, in dessen Herz Krankheit ist, lüstern wird, sondern sprecht geziemende Worte.
33 Und sitzt still in euren Häusern und schmückt euch nicht wie in der früheren Zeit der Unwissenheit und verrichtet das Gebet und zahlt die Armensteuer und gehorcht Allah und seinem Gesandten. Siehe Allah will von euch als den Hausleuten den Gräuel nehmen und euch völlig reinigen.
34 Und gedenkt dessen, was von den Zeichen Allahs und Weisheit in euren Häusern verlesen wird. Siehe, Allah ist scharfsinnig und kundig.
35 Siehe, die muslimischen Männer und Frauen, die gläubigen, die gehorsamen, die wahrhaftigen, standhaften, demütigen, Almosenspendenden, fastenden, ihre Scham hütenden und Allahs häufig gedenkenden Männer und Frauen, bereitet hat ihnen Allah Verzeihung und gewaltigen Lohn.
36 Und nicht geziemt es einem gläubigen Mann oder einer Frau, wenn Allah und sein Gesandter eine Sache entschieden hat, die Wahl in ihren Angelegenheiten zu haben. Und wer gegen Allah und seinen Gesandten aufsässig wird, der ist in offenkundigem Irrtum.
37 Und (gedenke,) da du zu dem sprachst, dem Allah Gnade erwiesen hatte und du: "Behalte deine Gattin für dich und fürchte Allah", und du in deiner Seele verbargst, was Allah offenkundig tun wollte, und die Menschen fürchtetest, wo Allah mehr verdient gefürchtet zu werden. Und als Seid die Sache mit ihr erledigt hatte, verheirateten wir dich mit ihr, damit es für die Gläubigen keine Sünde sei, die Gattinnen ihrer Adoptivsöhne zu heiraten, wenn sie die Sache mit ihnen erledigt haben. Und Allahs Befehl ist zu tun.
38 Der Prophet begeht keine Sünde in dem, was Allah ihm verordnet hat; das war der Brauch Allahs mit denen, die vor euch hingingen, und Allahs Befehl ist ein beschlossener Beschluss,
39 Jene, welche Allahs Gesandtschaften ausrichteten und ihn fürchteten und niemand fürchteten außer Allah. Und Allah hält genügende Abrechnung.
40 Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten; und Allah weiß alle Dinge.
41 O ihr Gläubigen, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken
42 Und preist ihn morgens und abends. (Flügel 41)
43 Er ist es, der euch segnet und seine Engel (legen Fürbitte für euch ein,) dass er euch aus den Finsternissen zum Licht führt; und er ist gegen die Gläubigen barmherzig. (Flügel 42)
44 Euer Gruß sei an dem Tag, da ihr ihm begegnet: "Frieden!" Und er hat für sie einen edlen Lohn bereitet. (Flügel 43)
45 O Prophet, wir haben dich entsendet als einen Zeugen und einen Freudenboten und Warner, (Flügel 44)
46 Und als einen, der einlädt zu Allah mit seiner Erlaubnis, und als eine leuchtende Lampe. (Flügel 45)
47 Und verkündige den Gläubigen, dass ihnen von Allah große Huld wird. (Flügel 46)
48 Und gehorche nicht den Ungläubigen und Heuchlern; lass ihre Schädigung und vertraue auf Allah. Und Allah genügt als Schützer. (Flügel 47)
49 O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr gläubige Frauen heiratet und euch von ihnen scheidet, bevor ihr sie berührt habt, so habt ihr keinen Termin in Bezug auf sie einzuhalten. Doch versorgt sie und entlasst sie in geziemender Weise. (Flügel 48)
50 O Prophet, wir erlauben dir deine Gattinnen, denen du ihre Mitgift gabst und (die Sklavinnen,) die deine Rechte besitzt von dem, was dir Allah an Beute gab, und die Töchter deines Onkels und deiner Tanten väterlicherseits sowie die Töchter deines Onkels und deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir auswanderten, und jede gläubige Frau, wenn sie sich dem Propheten schenkt, wenn der Prophet sie zu heiraten begehrt: ein besonderes Privileg für dich vor den Gläubigen. Wir wissen wohl, was wir für sie verordneten wegen ihrer Gattinnen und (der Sklavinnen), die ihre Rechte besitzt, damit du keine Sünde begehst. Und Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 49 bis 50)
51 Du kannst, wen du willst von ihnen, abweisen, und zu dir nehmen, wen du willst und nach wem du Verlangen trägst von jenen, die du verstießest; es soll keine Sünde auf dir sein. Solches dient mehr dazu ihre Augen zu trösten, und dass sie sich nicht betrüben und zufrieden sind mit dem, was du einer jeden von ihnen gewährst. Und Allah weiß, was in euren Herzen ist, und Allah ist wissend und milde.
52 Dir sind von nun an keine Frauen mehr erlaubt noch darfst du für sie andere Gattinnen eintauschen, wenn dir auch ihre Schönheit gefällt, es sei denn für (die Sklavinnen,) die deine Rechte besitzt. Und Allah wacht über alle Dinge.
53 O ihr, die ihr glaubt, tretet nicht ein in die Häuser des Propheten, es sei denn, dass er es euch erlaubt, für ein Mahl, ohne auf die rechte Zeit zu warten. Wenn ihr jedoch eingeladen seid, dann tretet ein. Und wenn ihr gespeist habt, so geht auseinander und beginnt keine vertrauliche Unterhaltung. Siehe, dies würde dem Propheten Verdruss bereiten, und er würde sich eurer schämen; Allah aber schämt sich nicht der Wahrheit. Und wenn ihr sie um einen Gegenstand bittet, so bittet sie hinter einem Vorhang; solches ist reiner für eure und ihre Herzen. Und es geziemt euch nicht dem Gesandten Allahs Verdruss zu bereiten noch nach ihm je seine Gattinnen zu heiraten. Siehe, solches wäre bei Allah ein gewaltiges (Ding).
54 Ob ihr ein Ding an den Tag bringt oder es verbergt, siehe Allah, weiß alle Dinge.
55 Keine Sünde begehen sie, (wenn sie unverschleiert) mit ihren Vätern oder ihren Söhnen oder ihren Brüdern oder den Söhnen ihrer Brüder oder den Söhnen ihrer Schwestern oder ihren Frauen oder (den Sklaven,) die ihre Rechte besitzt, (sprechen). Und fürchtet Allah; siehe, Allah ist Zeuge aller Dinge.
56 Siehe, Allah und seine Engel segnen den Propheten. O ihr, die ihr glaubt, segnet ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.
57 Siehe, diejenigen, welche Allah und seinen Gesandten verletzen, verfluchen wird sie Allah in der Welt und im Jenseits und bereitet hat er ihnen schändende Strafe.
58 Und diejenigen, welche die gläubigen Männer und Frauen unverdienterweise verletzen, die haben (die Schuld der) Verleumdung und offenkundiger Sünde zu tragen.
59 O Prophet, sprich zu deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, dass sie sich in ihren Überwurf verhüllen. So werden sie eher erkannt und werden nicht verletzt. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
60 Wahrlich, wenn die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit ist, und die Aufwiegler in Medina nicht aufhören, so werden wir dich gegen sie anspornen. Dann sollen sie nicht darin als deine Nachbarn wohnen, es sei denn nur für kurze Zeit.
61 Verflucht, wo immer sie gefunden werden, sollen sie ergriffen und niedergemetzelt werden.
62 Das war Allahs Brauch mit denen, die zuvor hingingen, und nie findest du in Allahs Brauch einen Wandel.
63 Die Menschen werden dich nach der "Stunde" befragen. Sprich: "Das Wissen von ihr ist allein bei Allah, und was lässt dich wissen, dass die Stunde vielleicht nahe ist?"
64 Siehe, Allah hat die Ungläubigen verflucht und hat für sie die Flamme bereitet.
65 Ewig und für immer werden sie in ihr verweilen und werden weder Schützer noch Helfer finden.
66 Am Tag, da sie mit ihren Gesichtern ins Feuer gestürzt werden, werden sie sprechen: "O dass wir doch Allah gehorcht hätten und gehorcht hätten dem Gesandten!"
67 Und sprechen werden sie: "Unser Herr, siehe wir gehorchten unseren Herren und Großen, und sie führten uns des Weges irre.
68 Unser Herr, gib ihnen die doppelte Strafe und verfluche sie mit einem großen Fluch."
69 O ihr, die ihr glaubt, seid nicht wie jene, welche Moses verletzten. Allah reinigte ihn von dem, was sie sprachen, und er war bei Allah hochgeachtet.
70 O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und sprecht aufrichtige Worte,
71 Dass er eure Werke für euch fördert und euch eure Sünden vergibt. Und wer Allah und seinem Gesandten gehorcht, hat hohe Glückseligkeit erlangt.
72 Siehe wir boten den Himmeln und der Erde und den Bergen das Unterpfand an, doch weigerten sie sich es zu tragen und schreckten davor zurück. Der Mensch lud es jedoch auf sich, denn er ist ungerecht und unwissend:
73 Damit Allah die Heuchler und Heuchlerinnen und die Götzendiener und Götzendienerinnen züchtige und sich zu den gläubigen Männern und Frauen kehre. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 33 heißt in der Lesefassung nach Max Henning "Die Verbündeten", arabisch Al-Ahzab. Sie hat in der Kairoer Zählung 73 Verse und ist nach der heute üblichen Einteilung (nach Tanzil) medinensisch [1]. Den Namen haben die verbündeten Stämme, vor allem Kuraisch und Ghatafan, die Medina belagerten; die Überlieferung nennt diese Belagerung die Grabenschlacht [2]. Nach der Einleitung bei Quran.com, die dem Kommentar von Ibn Aschur folgt, kam die Sure nach dieser Schlacht herab. Viele datieren sie in das Jahr 5 nach der Hidschra, Ibn Aschur hält unter Berufung auf Imam Malik das Jahr 4 für richtiger [2]. In der überlieferten Reihenfolge steht sie an 90. Stelle [1, 2]. Theodor Nöldeke zählt sie zu den medinensischen Suren [3]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut; die deutschen Zitate auf dieser Seite stammen aus der Lesefassung nach Max Henning (1901).
Inhalt im Überblick
Die Gliederung lehnt sich an die Einleitung bei Quran.com an [2].
- Verse 1 bis 8: Der Prophet soll Allah fürchten und den Ungläubigen und Heuchlern nicht gehorchen. Adoptivsöhne sind keine leiblichen Söhne, sie sollen nach ihren Vätern genannt werden (33,4 bis 5). Die Frauen des Propheten heißen "Mütter" der Gläubigen (33,6).
- Verse 9 bis 27: die Belagerung Medinas, ein Wind gegen die Angreifer und "unsichtbare Heerscharen" für die Gläubigen (33,9), das Verhalten der Heuchler, der Prophet als "schönes Beispiel" (33,21) und das Schicksal von Leuten der Schrift, die den Verbündeten halfen (33,26 bis 27).
- Verse 28 bis 35: Die Frauen des Propheten sollen zwischen irdischem Schmuck und Allah wählen; für sie gelten besondere Maßstäbe, etwa doppelter Lohn und doppelte Strafe (33,30 bis 31). Vers 35 zählt muslimische Männer und Frauen in gleichen Reihen auf und verheißt beiden Verzeihung und Lohn.
- Verse 36 bis 40: die Ehe des Propheten mit der früheren Frau Seids, seines Adoptivsohns, und der Satz: "Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern Allahs Gesandter und das Siegel der Propheten" (33,40).
- Verse 41 bis 58: Gedenken Allahs, Regeln zu Scheidung vor dem Vollzug der Ehe und zu den Ehen des Propheten (33,49 bis 52), Verhalten im Haus des Propheten mit dem Vorhang (33,53) und der Segen über den Propheten (33,56).
- Verse 59 bis 73: Frauen sollen sich "in ihren Überwurf verhüllen", damit sie erkannt und nicht verletzt werden (33,59). Es folgen Drohungen gegen Heuchler und Aufwiegler in Medina, die Stunde und am Schluss das "Unterpfand", das Himmel, Erde und Berge ablehnten und der Mensch auf sich nahm (33,72).
Wie die Sure verstanden wird
Viele Verse dieser Sure beziehen sich auf Ereignisse in Medina und auf den Haushalt des Propheten. Ihre Auslegung ist in mehreren Punkten umstritten.
Adoption und die Ehe mit Zainab (33,4 bis 5 und 36 bis 40)
Nach der Einleitung bei Quran.com schaffen die Verse die vorislamische Adoption ab, und die Ehe des Propheten mit Zainab bint Dschahsch, der geschiedenen Frau Seids (Zaid ibn Haritha), vollzieht diese Reform [2]. Zu Vers 37 ("du in deiner Seele verbargst, was Allah offenkundig tun wollte") gibt es zwei Überlieferungen. At-Tabari und Ibn Sa'd überliefern einen Bericht, nach dem Muhammad bei einem Besuch im Haus Seids Zainab zufällig sah; Zaid habe daraufhin angeboten, sich von ihr zu trennen, und Muhammad habe geantwortet, er solle seine Frau behalten. Ibn Kathir und al-Albani lehnen diesen Bericht ab. Nach Ali ibn Husain und as-Suddi, überliefert bei Ibn Kathir, verbarg er das Wissen, dass Zainab seine Frau werden würde [4]. Haykal (1933) deutet das Zögern als Furcht vor dem Gerede der Leute [4].
Vorhang und Überwurf (33,53 und 33,59)
Vers 53 verlangt, die Frauen des Propheten "hinter einem Vorhang" um etwas zu bitten. Nach einer Zusammenfassung eines Vortrags von Prof. Dr. Wielandt, veröffentlicht von der Deutschen Islam Konferenz, bedeutet das arabische Wort hidschab hier einen Vorhang, kein Kopftuch; zum Wort für den Kopfschleier wurde es erst später [5]. Kulturhistoriker verweisen nach diesem Beitrag auf die Hofetikette der Sasaniden und des byzantinischen Hofs; Rechtsgelehrte übertrugen die Regel später auf alle muslimischen Frauen [5].
Den Überwurf aus Vers 59, arabisch dschilbab, verstehen die klassischen Kommentare meist als weites, umhangartiges Gewand, das nach ihnen nur freie Frauen außerhalb des Hauses trugen, nicht Sklavinnen [5]. Keiner der Verse schreibt nach diesem Beitrag eine Kopfbedeckung ausdrücklich vor; die Lehre von der Pflicht stützt sich zusätzlich auf Hadithe [5]. Die ältere islamische Tradition hat die Verse nach demselben Beitrag einhellig als Verhüllungsvorschrift gelesen [5]. Ibn Kathir gibt in der Kurzfassung bei Quran.com zu Vers 59 eine Überlieferung von Ibn Abbas wieder: Allah habe den gläubigen Frauen befohlen, beim Verlassen des Hauses das Gesicht mit dem Überwurf zu bedecken und nur ein Auge frei zu lassen [10]. Das Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt die heutigen Positionen: Vertreter eines Reformislams und Feministinnen lehnen den Schleier ab, weil der Koran keine entsprechende Vorschrift enthalte, und sehen in ihm ein Zeichen der Unterdrückung; Befürworter sehen in ihm Bescheidenheit, Anstand und persönliche Würde [6]. Mehr dazu steht auf der Seite Frauen im Koran.
Die Hausleute (33,33)
Am Ende von Vers 33 will Allah von den "Hausleuten" den Gräuel nehmen. Schiitische Gelehrte beziehen das auf Ali, Fatima, Hasan und Husain nach dem Hadith vom Mantel (nach WikiShia unter anderem bei at-Tirmidhi und as-Saduq überliefert) und sehen darin einen Beleg für die Sündlosigkeit der Imame. Auch sunnitische Überlieferungen nennen diese vier; Ikrima und Muqatil ibn Sulaiman bezogen den Vers dagegen auf die Frauen des Propheten, von denen der Zusammenhang handelt [7]. Ibn Kathir hält die Frauen des Propheten für eingeschlossen, weil sie der Anlass der Offenbarung waren; Ikrima und Ibn Abbas bezogen den Vers allein auf sie, andere können nach ihm einbezogen sein [11]. Eine dritte Ansicht, die Ibn Kathir auf Zaid ibn Arqam zurückführt, rechnet die Familien von Ali, Aqil, Dschafar und Abbas dazu, denen der Empfang von Almosen untersagt ist [11].
Siegel der Propheten (33,40)
Sunnitische und schiitische Muslime verstehen den Titel so, dass Muhammad der letzte Prophet ist [8]. Die Ahmadiyya lehrt, er habe das Prophetentum vollendet, untergeordnete Propheten ohne neues Gesetz seien aber möglich [8]. In der Forschung hält Yohanan Friedmann den ursprünglichen Sinn für offen, David Powers vermutet eine spätere Überarbeitung der Verse, Uri Rubin hält den Gedanken der Endgültigkeit für koranisch [8].
Die Leute der Schrift in Vers 26
Vers 26 nennt keinen Namen. Die Überlieferung bezieht ihn auf den jüdischen Stamm der Banu Kuraiza in Medina. Nach Ibn Ishaq wurde der Stamm nach der Grabenschlacht belagert; der Schiedsspruch des Sa'd ibn Mu'adh ließ die Männer töten und Frauen und Kinder versklaven [9]. Muslimische Juristen begründeten das mit einem Vertragsbruch [9]. Walid N. Arafat bezweifelt das Ausmaß der Tötungen, W. Montgomery Watt hält Arafats Gründe nicht für ganz überzeugend, Fred Donner hält die Erzählung für möglicherweise erfunden oder übertrieben. Watt und Paret führen die Hinrichtung der Männer auf Verrat an der Gemeinde von Medina zurück [9]. Zum Thema Krieg im Koran gibt es die Seite Krieg und Frieden im Koran.
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Surah Al-Ahzab. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Koran. Gabriel Oussani, The Catholic Encyclopedia, Bd. 8, New Advent. Stand 1910. abgerufen am 29.10.2026
- Zaynab bint Jahsh. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Koranische Basis des Kopftuchs. Deutsche Islam Konferenz. Stand 08.11.2017. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Schleier. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Friederike Stolleis). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Al-Tathir Verse. WikiShia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Seal of the Prophets. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Banu Qurayza. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir of Al-Ahzab Ayah 59. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir of Al-Ahzab Ayah 33. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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