Alle 114 Suren des Korans
Sure 34: Saba (Sabaʾ)
Sure 34 von 114, 54 Verse
Sure 34 heißt "Saba" nach dem alten Reich in Südarabien und hat in der Kairoer Zählung 54 Verse. Sie gilt als mekkanisch. Sie erzählt von David und Salomo als dankbaren Herrschern und von Saba, dessen Gärten nach Vers 16 die Flut des Dammbruchs zerstörte.
1 Das Lob sei Allah, dessen alles in den Himmeln und auf Erden ist; und ihm sei das Lob im Jenseits, und er ist der Weise, der Kundige.
2 Er weiß, was in die Erde eingeht und was aus ihr hervorkommt, und was vom Himmel herniederkommt und in ihn emporsteigt; und er ist der Barmherzige, der Verzeihende.
3 Und es sprechen die Ungläubigen: "Nicht kommt die 'Stunde' zu uns." Sprich: "Nein wahrlich, bei meinem Herrn, sie kommt wahrlich zu euch. Dem, der kennt das Verborgene, entgeht nicht das Gewicht eines Stäubchens in den Himmeln und auf Erden; noch gibt es etwas Kleineres oder Größeres als dieses, das nicht in einem offenkundigen Buch wäre:
4 Damit er belohne diejenigen, welche glauben und das Rechte tun. Sie, Verzeihung ist für sie und ein edler Lohn.
5 Diejenigen aber, welche sich mühen unsere Zeichen kraftlos zu machen, sie, eine Strafe schmerzlicher Pein ist für sie."
6 Und es sehen die, denen das Wissen gegeben wurde, dass das, was zu dir von deinem Herrn herabgesandt wurde, die Wahrheit ist und zum Pfad des Mächtigen, Rühmenswerten leitet.
7 Und es sprechen die Ungläubigen: "Sollen wir euch zu einem Mann leiten, der euch ansagt, dass, wenn ihr kurz und klein in Stücke zerrissen seid, in neuer Schöpfung erstehen sollt?
8 Er hat eine Lüge gegen Allah ersonnen oder er ist von einem Dschinni besessen." Doch diejenigen, welche nicht ans Jenseits glauben, sind der Strafe verfallen und in tiefem Irrtum.
9 Sahen sie denn nicht was vor ihnen und hinter ihnen vom Himmel und der Erde ist? Wenn wir wollten, ließen wir sie in die Erde versinken oder ließen ein Stück vom Himmel auf sie fallen. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für alle bereuenden Diener.
10 Und wahrlich, wir gaben David Gnade von uns: "O ihr Berge, lobpreist mit ihm, und ihr Vögel!" Und wir erweichten für ihn das Eisen:
11 "Mache Panzerhemden und füge gehörig die Maschen ineinander; und tut das Rechte; siehe, ich schaue euer Tun." (Flügel 10)
12 Und Salomo (unterwarfen wir) den Wind; sein Morgen war ein Monat und sein Abend ein Monat, und wir ließen eine Quelle von geschmolzenem Messing für ihn fließen. Und von den Dschinn arbeiteten einige vor ihm mit der Erlaubnis seines Herrn, und wer von ihnen von unserem Befehl abwich, dem gaben wir von der Strafe der "Flamme" zu schmecken. (Flügel 11)
13 Sie arbeiteten für ihn, was er wollte an Hallen, Bildnissen, Schüsseln gleich Wassertrögen und feststehenden Töpfen. "Wirkt Dank, Haus Davids! Wenige meiner Diener sind dankbar." (Flügel 12)
14 Und als wir den Tod für ihn beschlossen, zeigte ihnen nichts seinen Tod an als ein Wurm der Erde, welcher seinen Stab zerfraß. Und da er hinstürzte, erkannten die Dschinn, dass, wenn sie das Verborgene gekannt hätten, sie nicht in ihrer schändenden Strafe zu verweilen gebraucht hätten. (Flügel 13)
15 Wahrlich Saba hatte in ihren Wohnungen ein Zeichen: Zwei Gärten, (einen) zur Rechten und (einen) zur Linken. "Esst von der Gabe eures Herrn und dankt ihm. Ein gutes Land und ein verzeihender Herr!" (Flügel 14)
16 Sie aber wendeten sich ab, und da sandten wir über sie die Flut des Dammbruchs und vertauschten ihnen ihre beiden Gärten mit zwei Gärten von bitterer Speise und Tamarisken und ein wenig Lotosbäumen. (Flügel 15)
17 Solches gaben wir ihnen zum Lohn für ihren Unglauben. Und belohnen wir nicht allein Undankbare (in dieser Weise)? (Flügel 16)
18 Und wir setzten zwischen sie und zwischen die Städte, die wir gesegnet hatten, bekannte Städte und maßen die Reise zu ihr aus: "Reist zu ihr bei Nacht und Tag in Sicherheit." (Flügel 17)
19 Und sie sprachen: "Unser Herr, mache die Stationen unserer Reise weiter auseinander." Und sie sündigten gegen sich selber, darum machten wir sie zu (einem Gegenstand von) Geschichten und zerrissen sie kurz und klein. Siehe hierin sind wahrlich Zeichen für alle Standhaften und Dankbaren. (Flügel 18)
20 Und wahrlich Iblis fand seine Meinung von ihnen bestätigt; und sie folgten ihm mit Ausnahme eines Teiles der Gläubigen. (Flügel 19)
21 Doch hatte er nur Macht über sie, weil wir wissen wollten, wer ans Jenseits glaubte und wer darüber in Zweifel wäre. Und dein Herr hütet alle Dinge. (Flügel 20)
22 Sprich: "Ruft diejenigen, die ihr neben Allah annehmt; sie haben nicht Macht über das Gewicht eines Stäubchens in den Himmeln und auf Erden, noch haben sie einen Anteil an ihnen beiden, noch hat er unter ihnen einen Helfer." (Flügel 21)
23 Auch nützt Fürbitte bei ihm nur für den, für welchen er es erlaubt, so dass, wenn der Schrecken aus ihren Herzen gewichen ist, sie sprechen: "Was spricht euer Herr?" Sie sprechen: "Die Wahrheit, denn er ist der Hohe, der Große." (Flügel 22)
24 Sprich: "Wer versorgt euch von den Himmeln und der Erde her?" Sprich: "Allah." Und siehe wir oder ihr seid in der Rechtleitung oder in offenkundigem Irrtum. (Flügel 23)
25 Sprich: "Ihr sollt nicht befragt werden, wegen dessen, was wir gesündigt, noch sollen wir nach eurem Tun befragt werden." (Flügel 24)
26 Sprich: "Versammeln wird uns unser Herr, dann wird er in Wahrheit zwischen uns richten, denn er ist der Richter, der Wissende." (Flügel 25)
27 Sprich: "Zeigt mir jene, die ihr als Gefährten ihm hinzugefügt habt." Keineswegs. Nein er ist Allah, der Mächtige, der Weise. (Flügel 26)
28 Und wir entsandten dich nur zur gesamten Menschheit als einen Freudenboten und Warner, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht. (Flügel 27)
29 Und sie sprechen: "Wann tritt diese Drohung ein, wenn ihr wahrhaftig seid?" (Flügel 28)
30 Sprich: "Euch ist ein Tag festgesetzt, von dem ihr keine Stunde hemmen noch beschleunigen könnt." (Flügel 29)
31 Und es sprechen die Ungläubigen: "Nie glauben wir an diesen Koran noch an das ihm Vorausgegangene." Sähst du aber nur die Ungerechten, wenn sie vor ihren Herrn gestellt werden! Sie werden dann untereinander Worte wechseln, und die für schwach Erachteten werden dann zu den sich groß Dünkenden sprechen: "Wäret ihr nicht gewesen, wir würden geglaubt haben." (Flügel 30)
32 Dann werden die sich groß Dünkenden zu den schwach Erachteten sprechen: "Waren wir es etwa, die euch von der Rechtleitung abbrachten, nachdem sie zu euch gekommen? Nein, ihr selber wart Sünder." (Flügel 31)
33 Dann werden die Schwachen den Hochmütigen antworten: "Nein, das Ränkeschmieden bei Tag und Nacht, da ihr uns hießt, nicht an Allah zu glauben und ihm seinesgleichen zu geben, (hat uns verführt.") Und sie werden Reue bezeugen, nachdem sie die Strafe erschaut. Und wir werden Joche auf die Nacken der Ungläubigen legen. Sollen sie etwa anders als nach ihrem Tun belohnt werden? (Flügel 32)
34 Und wir entsandten keinen Warner zu einer Stadt, deren Üppige nicht gesprochen hätten: "Siehe wir glauben nicht an eure Sendung." (Flügel 33)
35 Und sie sprachen: "Wir sind reicher an Gut und Kindern und werden nicht bestraft werden." (Flügel 34)
36 Sprich: "Siehe, mein Herr gibt reiche und bemessene Versorgung, wem er will, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht." (Flügel 35)
37 Und weder euer Gut noch eure Kinder ist das, was euch uns nahebringen soll. Nur diejenigen, welche glauben und das Rechte tun, die sollen doppelten Lohn für das, was sie taten, erhalten und sollen in den Söllern (des Paradieses) sicher sein. (Flügel 36)
38 Diejenigen aber, welche sich mühen unsere Zeichen kraftlos zu machen, sollen der Strafe überantwortet werden. (Flügel 37)
39 Sprich: "Siehe, mein Herr versorgt, wen er will von seinen Dienern, im Überfluss und bemessen, und was ihr spendet, wird er euch wiedergeben. Und er ist der beste Versorger." (Flügel 38)
40 Und eines Tages wird er euch insgesamt versammeln; dann wird er zu den Engeln sprechen: "Dienten euch etwa diese?" (Flügel 39)
41 Sie werden sprechen: "Preis sei dir! Du bist unser Beschützer, nicht sie. Sie aber dienten den Dschinn, und die meisten von ihnen glaubten an sie." (Flügel 40)
42 Aber an jenem Tag kann niemand dem anderen nützen oder schaden, und wir werden zu den Ungerechten sprechen: "Schmeckt die Strafe des Feuers, die ihr für eine Lüge erklärtet." (Flügel 41)
43 Und wenn ihnen unsere deutlichen Zeichen verlesen werden, sprechen sie: "Dies ist weiter nichts als ein Mann, der euch abbringen will von dem, was eure Väter verehrten." Und sie sprechen: "Dies ist nichts als eine erdichtete Lüge." Und die Ungläubigen sprechen von der Wahrheit, nachdem sie zu ihnen gekommen: "Dies ist nichts als offenkundige Zauberei." (Flügel 42)
44 Und wir gaben ihnen nicht Bücher zu studieren und entsandten zu ihnen keinen Warner vor dir. (Flügel 43)
45 Und der Lüge bezichtigten auch die, welche vor ihnen lebten, und sie erreichten nicht den zehnten Teil von dem, was wir ihnen gegeben. Und so bezichtigten sie meine Gesandten der Lüge, aber wie war meine Verwerfung! (Flügel 44)
46 Sprich: "Siehe ich ermahne euch nur in einem, dass ihr vor Allah zu zwei und zwei oder einzeln hintretet; dann bedenkt, dass in eurem Gefährten kein Dschinni ist. Er ist weiter nichts als euer Warner vor einer strengen Strafe." (Flügel 45)
47 Sprich: "Ich verlange keinen Lohn von euch; der ist für euch; mein Lohn ist allein bei Allah, und er ist Zeuge aller Dinge." (Flügel 46)
48 Sprich: "Siehe, mein Herr wirft die Wahrheit (in seine Gesandten,) der Wisser der verborgenen Dinge." (Flügel 47)
49 Sprich: "Gekommen ist die Wahrheit, und das Eitle soll nicht mehr zeigen und nicht wiederkehren." (Flügel 48)
50 Sprich: "Wenn ich irre, irre ich nur gegen mich selber; und wenn ich geleitet bin, so ist es durch das, was mein Herr mir offenbart; siehe, er ist hörend und nahe." (Flügel 49)
51 Sähst du nur, wenn sie zittern und kein Entrinnen finden und von einer nahen Stätte fortgenommen werden. (Flügel 50)
52 Und sie sprechen: "Wir glauben daran." Wie aber können sie (zum Glauben) kommen an einer fernen Stätte, (Flügel 51)
53 Wo sie zuvor ungläubig waren und das Mysterium von ferner Stätte bewarfen? (Flügel 52)
54 Und es soll zwischen ihnen und dem, was sie ersehnen, eine Schranke gezogen werden, wie es mit den ihnen Ähnlichen zuvor geschah; siehe, sie waren in tiefem Zweifel. (Flügel 53 bis 54)
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 34 heißt in der Lesefassung nach Max Henning "Saba", arabisch ebenso. Der Name bezieht sich auf das alte Königreich Saba in Südarabien, dessen Bewohner nach der Sure für ihre Undankbarkeit gestraft und zerstreut wurden [2]. Die Sure hat in der Kairoer Zählung 54 Verse, nach der Zählung aus Syrien 55 [1, 2]. Sie ist nach der heute üblichen Einteilung (nach Tanzil) mekkanisch; die Einleitung bei Quran.com, die dem Kommentar von Ibn Aschur folgt, nennt das fast einhellig [1, 2]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut; die deutschen Zitate auf dieser Seite stammen aus der Lesefassung nach Max Henning (1901).
In der überlieferten Reihenfolge, nach der Liste des Dschabir ibn Zaid, steht die Sure an 58. Stelle, nach Sure 31 und vor Sure 39 [2]. Als Anlass überliefert Muqatil, Abu Sufjan habe über ein Leben nach dem Tod gespottet [2]. Theodor Nöldeke rechnet die Sure zur dritten mekkanischen Periode, vom siebten Jahr der Sendung bis zur Auswanderung [3].
Inhalt im Überblick
- Verse 1 bis 9: Lob Allahs, der alles weiß, was in die Erde eingeht und aus ihr hervorkommt. Die Ungläubigen sagen, die Stunde komme nicht, und halten den Propheten für einen Lügner oder Besessenen.
- Verse 10 bis 14: David, mit dem Berge und Vögel lobpreisen und für den Allah das Eisen erweicht, damit er Panzerhemden macht. Salomo, dem der Wind dient und für den Dschinn arbeiten. Nach seinem Tod merken die Dschinn erst, dass er gestorben ist, als ein Wurm seinen Stab zerfrisst (34,14).
- Verse 15 bis 21: Saba hatte zwei Gärten. Die Menschen wandten sich ab, und Allah sandte "die Flut des Dammbruchs" und tauschte ihre Gärten gegen Gärten mit bitterer Speise, Tamarisken und wenigen Lotosbäumen (34,16). Iblis findet seine Meinung über die Menschen bestätigt (34,20).
- Verse 22 bis 30: Streitgespräch mit den Götzendienern: Ihre Götter haben nicht die Macht über das Gewicht eines Stäubchens. Der Prophet ist "zur gesamten Menschheit" entsandt (34,28).
- Verse 31 bis 54: Im Gericht beschuldigen die Schwachen die Hochmütigen. Reichtum und Kinder bringen niemanden näher zu Allah. Die Engel sagen sich von denen los, die sie verehrten. Der Prophet verlangt keinen Lohn, und am Ende ist es für die Leugner zu spät, umzukehren.
Wie die Sure verstanden wird
Muslimische Kommentare des 20. Jahrhunderts
Die Einleitung bei Quran.com folgt dem tunesischen Gelehrten Ibn Aschur (1879 bis 1973) und seinem Kommentar at-Tahrir wa-t-Tanwir [2, 4]. Nach ihr stehen David und Salomo als Beispiele für Dankbarkeit: Sie erhielten Reichtum und Macht als Lohn. Saba ist das Gegenbild, ein Volk, das gegenüber Allahs Gaben überheblich wurde [2]. Die Verse 31 bis 39 lehren nach dieser Deutung, dass weltlicher Wohlstand zu Allah führen soll und nicht zu Stolz [2]. Vers 20 und 21 verstehen sie als Warnung vor dem Satan, der keine Gewalt über Allahs Diener hat [2].
Geschichte und Archäologie
Marib war die Hauptstadt der Sabäer. Ihr Staudamm war 650 Meter lang und 20 Meter hoch und wurde spätestens im 6. Jahrhundert vor Christus errichtet [5]. Er bändigte die Fluten, die zweimal im Jahr kamen, und hob den Wasserspiegel, damit die Felder bewässert werden konnten. Um 600 nach Christus brach er endgültig [5]. Bekannt wurde er nach diesem Bericht auch durch seine Erwähnung im Koran [5]. Die Kurzfassung des Kommentars von Ibn Kathir bei Quran.com bezieht die Flut in Vers 16 auf den Damm von Marib [6]. Nach diesem Bericht von 2003 hatte das Deutsche Archäologische Institut die Aufgabe, die Anlage zu sichern und wiederherzustellen [5]. Mehr zur Geschichte bietet Das alte Südarabien und das Reich von Saba.
Islamwissenschaft
Nöldeke stellt die Sure in der dritten mekkanischen Periode zwischen die Suren 10 und 35 [3]. Die biblischen Erzählungen über Salomo stehen im 1. Buch der Könige.
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Surah Saba. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Koran. Gabriel Oussani, The Catholic Encyclopedia, Bd. 8, New Advent. Stand 1910. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Ashur. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Der größte Damm der antiken Welt. wissenschaft.de. Stand 01.06.2003. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir of Saba Ayah 16. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
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