Alle 114 Suren des Korans

Sure 37: Die sich Reihenden (Aṣ-Ṣāffāt)

Sure 37 von 114, 182 Verse

Sure 37 heißt "Die sich Reihenden", arabisch As-Saffat, und hat in der Kairoer Zählung 182 Verse. Sie gilt als mekkanisch. Nach Schwüren und Bildern vom Gericht erzählt sie von Noah, Abraham, Moses und Aaron, Elias, Lot und Jonas; bekannt ist die Erzählung von Abrahams Opfer in den Versen 99 bis 113.

1 Bei den in Reihen sich Reihenden,

2 Und den in Abwehr Wehrenden,

3 Und den die Mahnung Lesenden,

4 Siehe, euer Gott ist wahrlich einer,

5 Der Herr der Himmel und der Erde und was zwischen beiden, und der Herr der Osten.

6 Siehe, wir schmückten den niederen Himmel mit dem Schmuck der Sterne

7 Und zur Hut vor jedem aufsässigen Satan,

8 Damit sie nicht belauschen die hehrsten Fürsten und dass sie beworfen werden von allen Seiten,

9 Fortgetrieben; und ihnen wird ewige Strafe.

10 Wer aber ein Wort aufschnappt, dem folgt eine leuchtende Schnuppe.

11 Darum frage sie, ob sie die stärkere Schöpfung sind oder sie, die wir erschufen? Siehe, wir erschufen sie aus klebendem Ton.

12 Ja, du verwunderst dich, und sie spotten.

13 Werden sie ermahnt, so lassen sie sich nicht ermahnen,

14 Und wenn sie ein Zeichen schauen, so spotten sie

15 Und sprechen: "Dies ist nichts als offenkundige Zauberei.

16 Wenn wir tot sind und Staub und Gebein geworden, sollen wir dann etwa wieder erweckt werden?

17 Und etwa auch unsere Vorväter?"

18 Sprich: "Jawohl; und ihr sollt gedemütigt sein."

19 Und siehe, nur ein einziger Schrei, und dann werden sie ausschauen

20 Und sprechen: "O wehe uns, dies ist der Tag des Gerichts.

21 Dies ist der Tag der Entscheidung, den ihr als Lüge erklärtet."

22 "Versammelt die Ungerechten und ihre Gefährten und was sie anbeteten

23 Außer Allah, und leitet sie zum Pfad der Hölle,

24 Und stellt sie hin, siehe sie sollen zur Rechenschaft gezogen werden."

25 "Warum helfen sie denn nicht einander?"

26 Doch an jenem Tag sollen sie sich unterwerfen

27 Und sollen sich einer zum anderen wenden, einander befragend,

28 Und sollen sprechen: "Ihr kamt zu uns von der Rechten her."

29 Sie werden sprechen: "Nein, ihr wart nicht Gläubige,

30 Und wir hatten keine Macht über euch, vielmehr wart ihr ein übertretendes Volk. (Flügel 29)

31 Gerecht ist deshalb der Spruch unseres Herrn über uns; wahrlich, wir werden ihn schmecken! (Flügel 30)

32 Und wir verführten euch, denn siehe, wir waren selber Irrende." (Flügel 31)

33 Und siehe an jenem Tag werden sie gemeinschaftlich die Strafe erleiden. (Flügel 32)

34 Siehe, so verfahren wir mit den Sündern. (Flügel 33)

35 Siehe, wenn zu ihnen gesprochen wurde: "Es gibt keinen Gott außer Allah," dann waren sie hochmütig (Flügel 34)

36 Und sprachen: "Sollen wir wirklich unsere Götter um eines besessenen Dichters willen aufgeben?" (Flügel 35)

37 Aber er kam mit der Wahrheit und bestätigte die Gesandten. (Flügel 36)

38 Siehe, ihr werdet wahrlich die schmerzliche Strafe schmecken (Flügel 37)

39 Und werdet nur nach eurem Tun den Lohn empfangen. (Flügel 38)

40 Aber die lauteren Diener Allahs, (Flügel 39)

41 Die sollen eine festgesetzte Versorgung erhalten: (Flügel 40)

42 Früchte; und geehrt sollen sie sein (Flügel 41)

43 In den Gärten der Wonne, (Flügel 42)

44 Auf Polstern einander gegenüber. (Flügel 43)

45 Kreisen soll unter ihnen ein Becher aus einer Quelle, (Flügel 44)

46 Weiß, süß den Trinkenden; (Flügel 45)

47 Kein Schwindel soll in ihm sein, und nicht sollen sie von ihm berauscht werden. (Flügel 46)

48 Und bei ihnen sollen sein züchtig blickende, großäugige (Mädchen), (Flügel 47)

49 Gleich einem versteckten Ei. (Flügel 47)

50 Und wenden werden sie sich zueinander, einer den anderen befragend: (Flügel 48)

51 Und einer von ihnen wird sprechen: "Siehe, ich hatte einen Gesellen, (Flügel 49)

52 Der sprach: Bist du wirklich einer der Glaubenden? (Flügel 50)

53 Wenn wir gestorben sind, und Staub und Gebein geworden, sollen wir dann etwa gerichtet werden?" (Flügel 51)

54 Dann wird er sprechen: "Schaut ihr wohl hinab?" (Flügel 52)

55 Und dann wird er hinabschauen und wird ihn sehen inmitten der Hölle. (Flügel 53)

56 Dann wird er sprechen: "Bei Allah, siehe, fast hättest du mich wahrlich ins Verderben gestürzt, (Flügel 54)

57 Und ohne meines Herrn Gnade wäre ich unter den Überantworteten." (Flügel 55)

58 "Sollten wir etwa sterben? (Flügel 56)

59 Eines anderen Todes noch als unseres ersten? Und werden wir nicht bestraft?" (Flügel 57)

60 Siehe, das ist wahrlich die hehre Glückseligkeit! (Flügel 58)

61 Für solches wie dies sollten die Wirkenden wirken! (Flügel 59)

62 Ist dies eine bessere Bewirtung oder der Baum Sakkum? (Flügel 60)

63 Siehe, wir machten ihn zu einer Versuchung für die Ungerechten, (Flügel 61)

64 Siehe, er ist ein Baum, der aus dem Grund der Hölle herauskommt. (Flügel 62)

65 Seine Frucht gleicht Satansköpfen. (Flügel 63)

66 Und siehe, wahrlich sie essen von ihm und füllen sich die Bäuche mit ihm an. (Flügel 64)

67 Dann sollen sie darauf eine Mischung von siedendem Wasser erhalten; (Flügel 65)

68 Dann soll ihre Rückkehr zur Hölle sein. (Flügel 66)

69 Siehe, sie fanden ihre Väter im Irrtum vor (Flügel 67)

70 Und sie folgten eilends in ihren Spuren. (Flügel 68)

71 Und wahrlich, es irrten vor ihnen die meisten der Früheren, (Flügel 69)

72 Und wahrlich, wir schickten Warner zu ihnen. (Flügel 70)

73 Und schau, wie der Ausgang der Gewarnten war, (Flügel 71)

74 Mit Ausnahme der reinen Diener Allahs. (Flügel 72)

75 Und wahrlich Noah rief zu uns, und wahrlich schön war unsere Antwort, (Flügel 73)

76 Und wir erretteten ihn und seine Familie aus der großen Trübsal. (Flügel 74)

77 Und wir ließen seine Sprösslinge überleben (Flügel 75)

78 Und wir hinterließen ihm unter den Späteren: (Flügel 76)

79 "Frieden auf Noah in aller Welt!" (Flügel 77)

80 Siehe, so lohnen wir den Rechtschaffenen; (Flügel 78)

81 Siehe, er war einer unserer gläubigen Diener. (Flügel 79)

82 Dann ertränkten wir die anderen. (Flügel 80)

83 Und siehe, zu seiner Gemeinde gehörte Abraham, (Flügel 81)

84 Da er zu seinem Herrn mit heilem Herzen kam, (Flügel 82)

85 Da er zu seinem Vater und seinem Volk sprach: "Was verehrt ihr da? (Flügel 83)

86 Wollt ihr eine Lüge, Götter außer Allah? (Flügel 84)

87 Und was ist eure Meinung von dem Herrn der Welten?" (Flügel 85)

88 Und er warf einen Blick zu den Sternen (Flügel 86)

89 Und sprach: "Siehe, ich bin krank." (Flügel 87)

90 Da kehrten sie ihm den Rücken und flohen. (Flügel 88)

91 Und so bog er ab zu ihren Göttern und sprach: "Esst ihr nicht? (Flügel 89)

92 Was fehlt euch, dass ihr nicht redet?" (Flügel 90)

93 Und so bog er ab zu ihnen und schlug sie mit der Rechten. (Flügel 91)

94 Da kamen sie zu ihm geeilt. (Flügel 92)

95 Er sprach: "Dient ihr dem, was ihr aushaut, (Flügel 93)

96 Und Allah erschuf euch und was ihr macht?" (Flügel 94)

97 Sie sprachen: "Baut ihm einen Bau und werft ihn in den Feuerpfuhl." (Flügel 95)

98 Und sie wollten Ränke gegen ihn schmieden, wir aber erniedrigten sie aufs tiefste. (Flügel 96)

99 Und er sprach: "Siehe, ich gehe fort zu meinem Herrn, der mich leiten wird." (Flügel 97)

100 "Mein Herr, gib mir (einen Sohn) von den Rechtschaffenen." (Flügel 98)

101 Und wir verkündeten ihm einen milden Sohn. (Flügel 99)

102 Und da er das Alter erreicht hatte, mit ihm zu arbeiten, sprach er: "O mein Söhnlein, siehe, ich sah im Traum, dass ich dich opfern müsste. Nun schau, was du meinst." Er sprach: "O mein Vater, tu, was dir geheißen wurde, du wirst mich, wenn Allah will, standhaft finden." (Flügel 100 bis 102)

103 Und da beide ergeben waren und er ihn auf seine Stirn niedergeworfen hatte,

104 Da riefen wir ihm zu: "O Abraham,

105 Du hast das Gesicht erfüllt. Siehe, so lohnen wir den Rechtschaffenen."

106 Siehe, dies war wahrlich eine deutliche Prüfung.

107 Und wir lösten ihn aus durch ein herrliches Opfer,

108 Und hinterließen ihm unter den Späteren:

109 "Frieden auf Abraham!"

110 So lohnen wir den Rechtschaffenen.

111 Siehe, er gehörte zu unseren gläubigen Dienern.

112 Und wir verkündeten ihm Isaak, einen Propheten von den Rechtschaffenen;

113 Und wir segneten ihn und Isaak, und unter seinen Nachkommen war der eine rechtschaffen und der andere gegen sich selber ungerecht.

114 Und wahrlich, wir waren gnädig gegen Moses und Aaron,

115 Und erretteten beide und ihr Volk aus der gewaltigen Trübsal,

116 Und wir halfen ihnen und sie waren die Siegenden,

117 Und wir gaben beiden das deutliche Buch,

118 Und wir leiteten beide auf den rechten Weg,

119 Und wir hinterließen ihnen unter den Späteren:

120 "Frieden auf Moses und Aaron!"

121 Siehe, so lohnen wir den Rechtschaffenen.

122 Siehe, sie gehörten zu unseren gläubigen Dienern.

123 Und siehe, Elias war wahrlich einer der Gesandten,

124 Da er zu seinem Volk sprach: "Wollt ihr nicht gottesfürchtig sein?

125 Ruft ihr Baal an und verlasst den besten Schöpfer,

126 Allah euren Herrn und den Herrn eurer Vorväter?"

127 Und sie bezichtigten ihn der Lüge, und siehe, wahrlich sie sollen überantwortet werden,

128 Außer Allahs reinen Dienern.

129 Und wir hinterließen ihm unter den Späteren:

130 "Frieden auf Elias!"

131 Siehe, so lohnen wir den Rechtschaffenen.

132 Siehe, er gehörte zu unseren gläubigen Dienern.

133 Und siehe Lot war wahrlich einer der Gesandten,

134 Da wir ihn erretteten und seine Familie insgesamt,

135 Außer einer Alten unter den Säumenden,

136 Dann vertilgten wir die anderen.

137 Und siehe wahrlich, ihr geht an ihnen vorüber des Morgens

138 Und des Nachts; habt ihr denn keine Einsicht?

139 Und siehe Jonas war wahrlich einer der Gesandten:

140 Da er zum beladenen Schiff floh;

141 Und er loste und wurde verdammt,

142 Und es verschlang ihn der Fisch, denn er war tadelnswert.

143 Und hätte er (uns) nicht gepriesen,

144 Wahrlich, in seinem Bauch wäre er geblieben bis zum Tag der Erweckung.

145 Und wir warfen ihn auf den öden Strand, und er war krank.

146 Und wir ließen über ihn einen Kürbisbaum wachsen.

147 Und wir entsandten ihn zu hunderttausend und mehr,

148 Und sie glaubten, und so ließen wir sie eine Zeitlang weiter leben.

149 Darum frage sie, ob dein Herr Töchter hat und sie Söhne.

150 Haben wir etwa die Engel weiblich erschaffen? und waren sie Zeugen?

151 Ist es nicht eine Lüge, wenn sie sprechen:

152 "Allah hat gezeugt?" Wahrlich, sie sind Lügner.

153 Hat er Töchter Söhnen vorgezogen?

154 Was fehlt euch? Wie urteilt ihr?

155 Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen?

156 Oder habt ihr einen offenkundigen Beweis?

157 "So bringt euer Buch her, wenn ihr wahrhaftig seid."

158 Und sie setzen zwischen ihm und den Dschinn Verwandtschaft; aber die Dschinn wissen, dass sie überantwortet werden sollen,

159 Preis sei Allah über das, was sie aussagen!

160 Außer Allahs reinen Dienern.

161 "Siehe, ihr und was ihr anbetet,

162 Ihr sollt niemand verführen,

163 Außer dem, der im Feuerpfuhl brennen soll.

164 Und keiner von uns ist, der nicht einen bestimmten Platz hat,

165 Und siehe wahrlich wir reihen uns auf,

166 Und siehe wahrlich wir lobpreisen."

167 Und wahrlich sie sprechen:

168 "Hätten wir eine Mahnung von den Früheren,

169 Wahrlich wir wären Allahs reine Diener gewesen."

170 Sie aber glauben nicht an ihn, doch sie sollen wissen ...

171 Und wahrlich unser Wort erging zuvor zu unseren entsandten Dienern,

172 Dass ihnen geholfen werden,

173 Und dass unsere Heerschar für sie siegen sollte.

174 Darum kehre dich ab von ihnen für eine Weile

175 Und schau auf sie, und auch sie werden schauen.

176 Wünschen sie etwa unsere Strafe herbei?

177 Aber wenn sie hinabsteigt in ihren Hof, übel wird dann sein der Morgen der Gewarnten.

178 Und wende dich ab von ihnen für eine Weile

179 Und schau, und auch sie werden schauen.

180 Preis sei deinem Herrn, dem Herrn der Macht, über das, was sie aussagen!

181 Und Frieden auf die Gesandten,

182 Und das Lob sei Allah, dem Herrn der Welten!

Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.

Sure 37 heißt in der Lesefassung nach Max Henning "Die sich Reihenden", arabisch As-Saffat. Den Namen hat sie vom Schwur im ersten Vers, "Bei den in Reihen sich Reihenden"; die Einleitung bei Quran.com, die dem Kommentar von Ibn Aschur folgt, bezieht ihn auf die Engel [2]. Ein weiterer Name ist Sure ad-Dhabih, "der Geopferte", nach der Erzählung von Abrahams Sohn [2]. Die Sure hat in der Kairoer Zählung 182 Verse, nach der Zählung von Basra 181 [1, 2]. Sie ist nach der heute üblichen Einteilung (nach Tanzil) mekkanisch, und die Einleitung bei Quran.com nennt das einhellig [1, 2]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut; die deutschen Zitate auf dieser Seite stammen aus der Lesefassung nach Max Henning (1901).

In der überlieferten Reihenfolge der Offenbarung steht die Sure an 56. Stelle, nach Sure 6 und vor Sure 31 [1, 2]. Nöldeke und Neuwirth setzen sie früher an. Theodor Nöldeke rechnet sie zur zweiten mekkanischen Periode, die er auf das fünfte und sechste Jahr der Sendung legt, und stellt sie dort an die zweite Stelle nach Sure 54 [3]. Angelika Neuwirth behandelt sie in ihrem Handkommentar unter den frühmittelmekkanischen Suren, in einer Gruppe mit den Suren 54, 15 und 50 [4].

Inhalt im Überblick

Die Sure besteht überwiegend aus kurzen Versen mit wiederkehrenden Formeln.

  • Verse 1 bis 10: Schwüre bei den "in Reihen sich Reihenden" und das Bekenntnis "euer Gott ist wahrlich einer" (37,4). Die Sterne schmücken den niederen Himmel und dienen zur Hut vor den Satanen, die lauschen wollen.
  • Verse 11 bis 39: Die Leugner fragen, ob sie aus Staub und Gebein auferweckt werden. Ein einziger Schrei weckt sie, und am "Tag der Entscheidung" (37,21) beschuldigen sich Verführte und Verführer gegenseitig.
  • Verse 40 bis 74: Die "lauteren Diener Allahs" in den Gärten der Wonne. Einer erkennt im Feuer einen früheren Gefährten, der die Auferstehung bestritt. Dagegen steht der Baum Sakkum, der "aus dem Grund der Hölle" wächst (37,64).
  • Verse 75 bis 148: die Prophetenreihe. Noah wird mit seiner Familie gerettet (75 bis 82). Abraham zerschlägt die Götzen seines Volkes, entgeht dem Feuer und soll seinen Sohn opfern (83 bis 113). Es folgen Moses und Aaron (114 bis 122), Elias, der gegen die Anrufung Baals predigt (123 bis 132), Lot (133 bis 138) und Jonas, den der Fisch verschlingt und der danach zu "hunderttausend und mehr" gesandt wird (139 bis 148). Mehrere Abschnitte enden mit dem Gruß "Frieden auf ..." und dem Satz "So lohnen wir den Rechtschaffenen".
  • Verse 149 bis 166: Abweisung der Behauptung, Allah habe Töchter, die Engel seien weiblich oder Allah sei mit den Dschinn verwandt. Die Engel sprechen selbst: "wir reihen uns auf" (37,165) und "wir lobpreisen" (37,166).
  • Verse 167 bis 182: Zusage, dass den Gesandten geholfen wird und Allahs Heerschar siegt (37,171 bis 173), und der Schluss: "Und Frieden auf die Gesandten, und das Lob sei Allah, dem Herrn der Welten!" (37,181 bis 182)

Wie die Sure verstanden wird

Abrahams Opfer: welcher Sohn?

Abraham bittet um einen Sohn "von den Rechtschaffenen" (37,100), und Allah verkündet ihm "einen milden Sohn" (37,101). Als der Sohn alt genug ist, sagt Abraham ihm: "ich sah im Traum, dass ich dich opfern müsste", und der Sohn antwortet: "tu, was dir geheißen wurde" (37,102). Allah ruft Abraham zurück und löst den Sohn "durch ein herrliches Opfer" aus (37,107). Einen Namen nennt der Koran in diesen Versen nicht. Erst in Vers 112 folgt: "Und wir verkündeten ihm Isaak".

Ibn Kathir vertritt, dass Ismael gemeint ist. Er stützt das auf die Reihenfolge: Die Verkündigung Isaaks folge erst nach der Opfererzählung, und Ismael sei der ältere, zuerst verkündete Sohn. Als Gewährsleute nennt er unter anderen Ibn Abbas, Mudschahid und Sa'id ibn Dschubair; die Ansicht, es sei Isaak gewesen, führt er auf jüdische Überlieferung zurück [5]. In der Bibel ist es Isaak: "Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast" (1. Mose 22,2) [6]. Nach dem Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung ist das beabsichtigte Opfer Ismaels das Vorbild für das Opferfest, das während der Pilgerfahrt gefeiert wird [7].

Muslimische Kommentare des 20. Jahrhunderts

Ibn Aschurs Kommentar heißt at-Tahrir wa-t-Tanwir; der Verfasser war ein tunesischer Gelehrter und lebte von 1879 bis 1973 [8]. Nach der Einleitung, die dem Kommentar folgt, widerlegt die Sure vor allem zwei Vorstellungen der Mekkaner: dass die Engel Töchter Allahs seien und dass es keine Auferstehung gebe [2]. Die Prophetengeschichten zeigen nach dieser Deutung, wie Allah seine Gesandten rettet; die Verse 171 bis 173 sagen dem Propheten den Sieg zu [2].

Islamwissenschaft

Neuwirth stellt sie zu den frühmittelmekkanischen Suren, die nach dem Untertitel ihres Bandes ein "neues Gottesvolk" und eine "Biblisierung" des altarabischen Weltbildes zeigen [4]. Eine Übersicht über die Propheten bietet die Seite Die Propheten im Koran, einen Vergleich gemeinsamer Erzählungen Koran und Bibel.

  1. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  2. Surah As-Saffat. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  3. Koran. Gabriel Oussani, The Catholic Encyclopedia, Bd. 8, New Advent. Stand 1910. abgerufen am 29.10.2026
  4. Studie Der Koran, Band 2/1: Frühmittelmekkanische Suren. Das neue Gottesvolk: Biblisierung des altarabischen Weltbildes. Handkommentar mit Übersetzung (Leseprobe, Inhaltsverzeichnis). Angelika Neuwirth, Verlag der Weltreligionen. Stand 2017. abgerufen am 29.10.2026
  5. Ibn Kathir (Abridged) Tafsir of As-Saffat Ayah 101. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  6. Organisation Lutherbibel 1912 1. Mose 22. eBible.org. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  7. Behörde Abraham. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Marco Schöller). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  8. Ibn Ashur. Wikipedia (englisch). Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.