Alle 114 Suren des Korans
Sure 39: Die Scharen (Az-Zumar)
Sure 39 von 114, 75 Verse
Sure 39 heißt "Die Scharen", arabisch Az-Zumar, und hat in der Kairoer Zählung 75 Verse. Sie gilt als mekkanisch und handelt vom lauteren Glauben an den einen Gott und vom Gericht, bei dem Ungläubige und Gottesfürchtige in Scharen zu Hölle und Paradies geführt werden. Bekannt ist Vers 53, der Sündern verbietet, an Allahs Barmherzigkeit zu verzweifeln.
1 Die Hinabsendung des Buches von Allah, dem Mächtigen, dem Weisen!
2 Siehe, hinabgesandt haben wir zu dir das Buch in Wahrheit, darum diene Allah lauteren Glaubens.
3 Gebührt nicht Allah der lautere Glaube? Diejenigen aber, welche außer ihm sich Schützer annahmen, (sprechend:) "Wir dienen ihnen nur, damit sie uns Allah nahebringen," siehe Allah wird richten unter ihnen über das, worin sie uneins waren. Siehe Allah leitet nicht den, der ist ein Lügner, ein Ungläubiger. (Flügel 3 bis 5)
4 Hätte Allah gewollt einen Sohn haben, wahrlich erwählt hätte er sich von dem, was er erschaffen, was er will. Preis ihm, er ist Allah, der Einzige, der Allmächtige. (Flügel 6)
5 Erschaffen hat er die Himmel und die Erde in Wahrheit. Er faltet die Nacht über den Tag und faltet den Tag über die Nacht, und er hat dienstbar gemacht die Sonne und den Mond; jedes eilt zu einem bestimmten Ziel. Ist er nicht der Mächtige, der Vergebende? (Flügel 7)
6 Erschaffen hat er euch von einer Seele; dann machte er von ihr ihre Gattin und sandte euch hinab acht gepaart. Er schafft euch in den Schößen eurer Mütter, eine Schöpfung nach einer Schöpfung in drei Finsternissen. Solches ist Allah euer Herr; ihm ist das Reich, keinen Gott gibt es außer ihm; wie wendet ihr euch darum ab? (Flügel 8)
7 Wenn ihr undankbar seid, siehe so bedarf Allah euer nicht; und er findet nicht Wohlgefallen am Unglauben seiner Diener, doch, wenn ihr ihm dankt, findet er Gefallen an euch. Und keine beladene (Seele) soll die Last einer anderen tragen. Dann ist zu eurem Herrn eure Heimkehr, und verkünden wird er euch euer Tun. Siehe, er kennt das Innerste der Brüste. (Flügel 9 bis 10)
8 Und wenn den Menschen ein Unheil trifft, ruft er seinen Herrn an, sich reuig zu ihm kehrend; dann, wenn er ihm eine Gnade von sich gewährt hat, vergisst er, was er zuvor angerufen hat, und gibt Allah seinesgleichen, um andere in die Irre zu führen von seinem Weg. Sprich: "Genieße ein Kleines deinen Unglauben, siehe du gehörst zu den Gesellen des Feuers." (Flügel 11)
9 Soll der, welcher die Stunden der Nacht in Andacht verbringt, in Niederwerfung oder stehend, das Jenseits in Acht nehmend und hoffend auf seines Herrn Barmherzigkeit, ... sprich: "Sind etwa gleich diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen? Nur die Verständigen lassen sich warnen." (Flügel 12)
10 Sprich: "O meine Diener, die ihr glaubt, fürchtet euren Herrn. Für diejenigen, welche in dieser Welt Gutes tun, Gutes, und Allahs Erde ist weit. Belohnt werden nur die Standhaften; ihr Lohn wird ohne Maß sein." (Flügel 13)
11 Sprich: "Siehe mir wurde geheißen Allah zu dienen in lauterem Glauben, (Flügel 14)
12 Und geheißen wurde mir der erste der Muslime zu sein." (Flügel 14)
13 Sprich: "Siehe, ich fürchte, wenn ich gegen meinen Herrn aufsässig bin, die Strafe eines gewaltigen Tages." (Flügel 15)
14 Sprich: "Allah will ich dienen, lauter in meinem Glauben." (Flügel 16)
15 Und so verehrt, was ihr wollt, außer ihm. Sprich: "Siehe, die Verlierenden sind diejenigen, welche ihre Seelen und ihre Angehörigen verloren haben am Tag der Auferstehung. Ist dies nicht der offenkundige Verlust?" (Flügel 17)
16 Über sich sollen sie Schatten von Feuer haben und unter sich Schatten (von Feuer). Mit solchem setzt Allah seine Diener in Furcht. O meine Diener, so fürchtet mich. (Flügel 18)
17 Diejenigen aber, welche sich von der Anbetung des Taghut abwenden und sich reuig zu Allah kehren, ihnen ist die frohe Kunde. Und so verkündige Freude jenen meiner Diener, (Flügel 19)
18 Welche auf das Wort hören und dem Besten von ihm folgen. Diese sind es, welche Allah leitet, und sie sind die Verständigen. (Flügel 19)
19 Den, gegen den das Strafurteil gerecht ist, kannst du etwa den, der im Feuer ist, befreien? (Flügel 20)
20 Diejenigen jedoch, welche ihren Herrn fürchten, für sie sind Söller, über denen Söller erbaut sind, unter denen die Bäche fließen. Allahs Verheißung! Allah bricht das Versprechen nicht. (Flügel 21)
21 Siehst du denn nicht, dass Allah Wasser vom Himmel herabgesendet hat und es als Quellen in die Erde leitet? Dann lässt er durch dasselbe Korn in mannigfacher Farbe sprießen, dann verwelkt es und du siehst es gelb. Dann macht er es zu Krümeln. Siehe, hierin ist wahrlich eine Ermahnung für die Verständigen. (Flügel 22)
22 Ist etwa der, dessen Brust Allah für den Islam ausgedehnt hat, und der ein Licht von seinem Herrn hat ...? Darum wehe denen, deren Herzen verhärtet sind gegen das Gedenken an Allah! Jene sind in offenkundigem Irrtum. (Flügel 23)
23 Allah hat die schönste Geschichte hinabgesandt, ein Buch in Einklang mit sich, eine Wiederholung. Vor ihm schrumpft die Haut derer zusammen, die ihren Herrn fürchten. Dann glättet sich ihre Haut und ihr Herz bei dem Gedenken Allahs. Das ist Allahs Rechtleitung, mit welcher er leitet, wen er will, und wen Allah irreführt, der hat keinen, der ihn leitet. (Flügel 24)
24 Und wer etwa schützt sein Angesicht vor dem Übel der Strafe am Tag der Auferstehung? Und zu den Ungerechten wird gesprochen werden: "Schmeckt, was ihr verdientet." (Flügel 25)
25 Der Lüge bezichtigten auch die, welche vor ihnen lebten, und da kam zu ihnen die Strafe, von wo sie es sich nicht versahen. (Flügel 26)
26 Und Allah gab ihnen die Schande zu schmecken im irdischen Leben. Und wahrlich die Strafe im Jenseits ist größer. O dass sie es doch wüssten! (Flügel 27)
27 Und wahrlich wir haben den Menschen in diesem Koran allerlei Gleichnisse aufgestellt, dass sie sich vielleicht ermahnen ließen: (Flügel 28)
28 Einen arabischen Koran, in dem keine Krümmung ist; vielleicht werden sie gottesfürchtig. (Flügel 29)
29 Als Gleichnis stellte Allah einen Mann auf, der Gefährten hat, die im Widerspruch miteinander stehen, und einen Mann, gänzlich ergeben einem anderen Mann. Sind diese etwa einander gleich? Gelobt sei Allah! Doch die meisten von ihnen wissen es nicht. (Flügel 30)
30 Siehe, du bist sterblich und siehe, sie sind sterblich; (Flügel 31)
31 Dann, am Tag der Auferstehung, werdet ihr vor eurem Herrn miteinander rechten. (Flügel 32)
32 Und wer ist ungerechter als wer gegen Allah lügt und die Wahrheit für Lüge erklärt, da sie zu ihm kommt? Ist nicht in Dschehannam eine Wohnung für die Ungläubigen? (Flügel 33)
33 Und derjenige, der mit der Wahrheit kommt, und der, welcher an sie glaubt, das sind die Gottesfürchtigen. (Flügel 34)
34 Ihnen ist, was immer sie begehren, bei ihrem Herrn; solches ist der Lohn der Rechtschaffenen: (Flügel 35)
35 Damit Allah ihre übelsten Taten ihnen fortnimmt und ihnen ihren Lohn gibt für ihr schönstes Tun. (Flügel 36)
36 Genügt denn nicht Allah für seinen Diener? Und doch wollen sie dich in Furcht setzen mit jenen neben ihm! Wen aber Allah irreführt, der hat keinen, der ihn leitet. (Flügel 37)
37 Wen aber Allah leitet, der hat keinen, der ihn irreführt. Ist Allah denn nicht mächtig, der Herr der Rache? (Flügel 38)
38 Und wahrlich, wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen, wahrlich, so sprechen sie: "Allah." Sprich: "Was meint ihr? Was ihr außer Allah anruft, wenn Allah mir ein Leid (zufügen) will, vermögen sie etwa sein Leid zu entfernen? Oder wenn er barmherzig gegen mich sein will, können sie etwa seine Barmherzigkeit hemmen?" Sprich: "Mein Genüge ist Allah, auf ihn trauen die Vertrauenden." (Flügel 39)
39 Sprich: "O mein Volk, handelt nach eurem Vermögen, siehe ich handle (nach meinem Vermögen,) und ihr werdet schließlich wissen, (Flügel 40)
40 Auf wen eine Strafe kommt, den sie schänden wird, und auf wen eine ewige Strafe niederfahren wird." (Flügel 41)
41 Siehe, hinabgesandt haben wir auf dich das Buch für die Menschen in Wahrheit, und wer geleitet ist, der ist es zu seinem eigenen Besten, und wer irregeht, der geht irre gegen sein eigenes Bestes, und du bist nicht ihr Schützer. (Flügel 42)
42 Allah nimmt die Seelen zu sich zur Zeit ihres Todes, und diejenigen, welche nicht sterben, in ihrem Schlaf. Und diejenigen, über die er den Tod verhängt hat, behält er zurück, und sendet die anderen zurück bis zu einem bestimmten Termin. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für nachdenkende Leute. (Flügel 43)
43 Nehmen sie etwa außer Allah Fürsprecher an? Sprich: "Etwa auch wenn sie unvermögend sind und keinen Verstand haben?" (Flügel 44)
44 Sprich: "Allahs ist die Fürsprache insgesamt. Sein ist das Reich der Himmel und der Erde. Dann müsst ihr zu ihm zurück." (Flügel 45)
45 Und wenn Allah der Einzige genannt wird, dann krampfen sich die Herzen derer zusammen, die nicht ans Jenseits glauben; wenn aber jene neben ihm genannt werden, dann sind sie erfreut. (Flügel 46)
46 Sprich: "O Gott, Schöpfer der Himmel und der Erde, der du das Geheime und Offenkundige kennst, du wirst richten zwischen deinen Dienern über das, worin sie uneins sind." (Flügel 47)
47 Und wenn auch die Ungerechten alles, was auf Erden ist, besäßen, und ebenso viel dazu, wahrlich sie würden sich damit loskaufen von der schlimmen Strafe am Tag der Auferstehung! Aber es wird ihnen von Allah erscheinen, was sie nie in Rechnung gezogen. (Flügel 48)
48 Und erscheinen werden ihnen ihre üblen Taten, und umgeben soll sie, was sie verspotteten. (Flügel 49)
49 Und wenn den Menschen ein Unheil trifft, so ruft er uns an. Dann, wenn wir ihm Gnade von uns gewährten, spricht er: "Es wurde mir nur gegeben auf Grund Wissens." Nein, es ist eine Versuchung, jedoch wissen es die meisten nicht. (Flügel 50)
50 Dasselbe sprachen diejenigen, die vor ihnen lebten, aber ihr Schaffen nützte ihnen nichts. (Flügel 51)
51 Und es traf sie das Böse, das sie geschafft. Und die Ungerechten von diesen, treffen wird sie das Böse, das sie geschafft, und nicht vermögen sie (Allah) zu schwächen. (Flügel 52)
52 Wissen sie denn nicht, dass Allah, wem er will, reichlich oder bemessen Versorgung gibt? Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für gläubige Leute. (Flügel 53)
53 Sprich: "O meine Diener, die ihr euch gegen euch selber vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; siehe, Allah verzeiht die Sünden insgesamt; siehe, er ist der Vergebende, der Barmherzige. (Flügel 54)
54 Und kehrt euch reuig zu eurem Herrn und ergebt euch ihm, bevor zu euch die Strafe kommt. Dann werdet ihr nicht gerettet. (Flügel 55)
55 Und folgt dem Besten von dem, was zu euch herabgesandt wurde von eurem Herrn, bevor euch die Strafe plötzlich überkommt, ehe ihr es euch verseht: (Flügel 56)
56 Dass eine Seele spricht: 'Weh mir über meine Versäumnis (der Pflichten) gegen Allah, denn siehe, wahrlich ich war einer der Spötter.' (Flügel 57)
57 Oder dass sie spricht: 'Wenn mich Allah geleitet hätte, wahrlich ich wäre einer der Gottesfürchtigen gewesen!' (Flügel 58)
58 Oder dass sie spricht, wenn sie die Strafe sieht: 'Wäre mir eine Wiederkehr, ich würde einer der Rechtschaffenen sein.'" (Flügel 59)
59 "Nein! Meine Zeichen kamen zu dir, und du erklärtest sie für Lüge und warst hochmütig und einer der Ungläubigen." (Flügel 60)
60 Und am Tag der Auferstehung wirst du diejenigen, welche gegen Allah logen, mit geschwärzten Gesichtern sehen. Ist denn nicht in Dschehannam eine Wohnung für die Hochmütigen? (Flügel 61)
61 Und retten wird Allah diejenigen, die ihn fürchten, zur Stätte ihres Entrinnens. Kein Übel wird sie berühren, noch sollen sie traurig sein. (Flügel 62)
62 Allah ist der Schöpfer aller Dinge, und er ist aller Dinge Schützer. (Flügel 63)
63 Sein sind die Schlüssel der Himmel und der Erde, und diejenigen, welche an die Zeichen Allahs nicht glauben, sie sind die Verlorenen.
64 Sprich: "Heißt ihr mich etwa etwas anderes als Allah anbeten, o ihr Toren?"
65 Und wahrlich, offenbart war dir und denen vor dir: "Wahrlich wenn du (Allah) Gefährten gibst, dann soll dein Tun vereitelt werden, und du sollst einer der Verlorenen sein."
66 Nein, so diene Allah und sei einer der Dankbaren.
67 Und nicht bewerten sie Allah nach seinem wahren Wert, denn die ganze Erde wird ihm nur eine Handvoll sein am Tag der Auferstehung, und die Himmel werden zusammengerollt sein in seiner Rechten. Preis ihm! Und erhaben ist er über das, was sie ihm beigesellen.
68 Und gestoßen wird in die Posaune, und ohnmächtig sollen alle in den Himmeln und auf Erden werden, außer denen, welche Allah belieben. Dann wird ein andermal in sie gestoßen, und siehe, sie stehen auf und schauen aus.
69 Und leuchten wird die Erde von dem Licht ihres Herrn, und hingelegt wird das Buch und gebracht werden die Propheten und die Märtyrer, und entschieden wird zwischen ihnen in Wahrheit, und es wird ihnen nicht unrecht geschehen.
70 Und vergolten wird jeder Seele nach ihrem Tun, denn er weiß am besten, was sie tun.
71 Und getrieben werden die Ungläubigen in Scharen zu Dschehannam, bis dass, wenn sie dorthin gelangt sind, ihre Tore geöffnet werden und ihre Hüter zu ihnen sprechen: "Kamen nicht zu euch Gesandte aus euch, die euch die Zeichen eures Herrn verlasen und euch vor der Begegnung mit diesem eurem Tag warnten?" Sie werden sprechen: "Jawohl." Jedoch ist das Strafurteil gerecht gegen die Ungläubigen.
72 Dann wird gesprochen: "Geht ein in die Pforten Dschehannams, ewig darin zu verweilen; und schlimm ist die Wohnung der Hochmütigen."
73 Und getrieben werden diejenigen, welche ihren Herrn fürchten, in Scharen ins Paradies, bis dass sie zu ihm gelangen und ihre Tore geöffnet werden und ihre Hüter zu ihnen sprechen: "Frieden sei auf euch, ihr wart gut gewesen! So tretet ein für immer."
74 Und sie werden sprechen: "Das Lob sei Allah, der uns seine Verheißung wahr gemacht und uns erben ließ die Erde, damit wir hausen können im Paradies, wo immer wir wollen. Und herrlich ist der Lohn der Wirkenden."
75 Und sehen wirst du die Engel kreisend rings um den Thron, den Preis ihres Herrn verkündend, und entschieden wird zwischen ihnen in Wahrheit und gesprochen wird: "Das Lob sei Allah, dem Herrn der Welten!"
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 39 heißt in der Lesefassung nach Max Henning "Die Scharen", arabisch Az-Zumar [1]. Der Name kommt aus den Versen 71 und 73: Am Ende werden die Ungläubigen in Scharen zu Dschehannam und die Gottesfürchtigen in Scharen ins Paradies geführt [1, 2]. Ein zweiter Name ist Sure der Obergemächer (al-Ghuraf) nach Vers 20 [2]. Die Sure hat in der Kairoer Zählung 75 Verse und ist nach der heute üblichen Einteilung (nach Tanzil) mekkanisch [3]. Der Kommentar Ibn Aschurs schlägt vor, sie wegen der Aufforderung zur Auswanderung um das fünfte Jahr der Sendung anzusetzen, kurz bevor einige Gefährten nach Abessinien auswanderten [2]. Theodor Nöldeke stellt sie dagegen in die dritte mekkanische Periode, vom siebten Jahr der Sendung bis zur Auswanderung nach Medina [4]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut; die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
Inhalt im Überblick
- Verse 1 bis 9: Das Buch kommt von Allah, ihm gebührt der lautere Glaube. Die Sure weist zurück, dass Allah einen Sohn habe, und zeigt seine Macht an Himmel, Erde, Nacht und Tag und an der Erschaffung des Menschen.
- Verse 10 bis 20: Der Prophet soll Allah in lauterem Glauben dienen. Vers 10 sagt: "Allahs Erde ist weit." Den Verlierenden stehen die Gottesfürchtigen gegenüber, für die Obergemächer bereitstehen.
- Verse 21 bis 41: Regen und Pflanzenwuchs als Zeichen, der Koran als "die schönste Geschichte" (39,23), das Gleichnis vom Diener mehrerer uneiniger Herren, die Sterblichkeit des Propheten und seiner Gegner.
- Verse 42 bis 52: Allah nimmt die Seelen im Schlaf und im Tod, Fürsprache gehört allein ihm, und Menschen rufen ihn nur in der Not an.
- Verse 53 bis 61: Aufruf an die Sünder, nicht zu verzweifeln und vor der Strafe umzukehren.
- Verse 62 bis 75: Allah als Schöpfer aller Dinge, der Posaunenstoß, das Gericht, der Zug der Scharen und die Engel rings um den Thron.
Vers 53 lautet in der Lesefassung: "O meine Diener, die ihr euch gegen euch selber vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit; siehe, Allah verzeiht die Sünden insgesamt; siehe, er ist der Vergebende, der Barmherzige." [1] Wie der Koran das Gericht und das Jenseits insgesamt beschreibt, zeigt die Seite Tod, Gericht und Jenseits.
Wie die Sure verstanden wird
Klassische Auslegung
Ibn Kathir liest Vers 53 als Ruf an alle Sünder, Ungläubige eingeschlossen, zu bereuen und zu Allah umzukehren. Er betont, der Vers dürfe nicht so verstanden werden, als würden Sünden ohne Reue vergeben. Als Anlass nennt er einen Bericht bei al-Buchari über Ibn Abbas: Götzendiener, die getötet und Unzucht begangen hatten, fragten den Propheten, ob es dafür eine Sühne gebe [5].
Muslimische Kommentare des 20. Jahrhunderts
Nach dem Kommentar Ibn Aschurs begründet die Sure den Glauben an den einen Gott und die Auferstehung mit den Zeichen der Schöpfung und der menschlichen Natur, weist den Götzendienst zurück und tröstet den Propheten. Bekannt sei sie vor allem durch ihren Ruf zur Umkehr und die Schilderung, wie die Seelen am Gerichtstag versammelt werden [2].
Islamwissenschaft
Nöldeke und Schwally berichten, dass Vers 53 allein, die Verse 53 bis 55 oder die Verse 53 bis 60 (Kairoer Zählung) vielfach als medinisch galten. Die Überlieferung erzählt, sie seien wegen Wahschi, der in der Schlacht am Uhud Muhammads Onkel Hamza getötet hatte und später Muslim wurde, oder wegen anderer Übeltäter von Medina nach Mekka geschickt worden. Andere legten die Verse 10 und 23 in die Zeit nach der Auswanderung, nach Nöldeke und Schwally aus Verwechslung oder aus nichtigem Grund [6].
- Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
- Surah Info: Az-Zumar. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Koran. Gabriel Oussani, The Catholic Encyclopedia, Bd. 8, New Advent. Stand 1910. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir of Az-Zumar Ayah 53. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Geschichte des Qorans, Erster Teil: Über den Ursprung des Qorans, S. 134 und 154. Theodor Nöldeke, bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1909. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.