Alle 114 Suren des Korans
Sure 5: Der Tisch (Al-Maida)
Sure 5 von 114, 120 Verse
Der Tisch (Al-Maida) ist die fünfte Sure des Korans mit 120 Versen nach Kairoer Zählung. Sie gilt als medinensisch und enthält Speise- und Reinheitsgebote, die Erzählung von den beiden Söhnen Adams mit Vers 32 und die Bitte der Jünger Jesu um einen Tisch vom Himmel, nach der sie benannt ist.
1 O ihr, die ihr glaubt, haltet eure Verträge. Erlaubt ist euch (als Speise) das unvernünftige Vieh außer dem, was euch verlesen wird und außer der Jagd, während ihr auf der Pilgerfahrt seid. Siehe, Allah verordnet was er will.
2 O ihr, die ihr glaubt, verletzt nicht die Wallfahrtsgebräuche Allahs noch den heiligen Monat, noch das Opfertier und seinen Halsschmuck, noch auch diejenigen, welche nach dem heiligen Haus ziehen im Verlangen nach der Huld und dem Wohlgefallen ihres Herrn. Habt ihr jedoch (den Pilgermantel) abgelegt, dann jagt. Und nicht verführe euch der Hass gegen Leute, die euch von der heiligen Moschee abhalten wollen, zur Übertretung; helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und helft einander nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Allah; siehe Allah ist streng im Strafen. (Flügel 2 bis 3)
3 Verwehrt ist euch Verendetes, Blut, Schweinefleisch und das, über dem ein anderer Name als Allahs (beim Schlachten) angerufen wurde; das Erwürgte, das Erschlagene, das durch Sturz oder Hörnerstoß Umgekommene, das von reißenden Tieren Gefressene, außer dem, was ihr reinigt, und das auf (Götzen-)Steinen Geschlachtete. Und durch Pfeillose zu verteilen ist Frevel. Verzweifeln wird an diesem Tag, wer euren Glauben verleugnet. Darum fürchtet sie nicht, sondern fürchtet mich. Heute habe ich euch vollendet euren Glauben und habe erfüllt an euch meine Gnade und es ist mein Wille, dass der Islam euer Glauben ist. Und wenn einer ohne Hinneigung zur Sünde durch Hunger bedrängt wird, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig. (Flügel 4 bis 5)
4 Sie werden dich fragen, was ihnen denn erlaubt ist. Sprich: "Erlaubt sind euch die guten Dinge und (die Beute) wilder, wie Hunde abgerichteter Tiere, indem ihr sie lehrt, wie Allah euch belehrt hat. Esst von dem, was sie für euch fangen, und nennt Allahs Namen darüber und fürchtet Allah. Siehe, Allah ist schnell im Rechnen." (Flügel 6)
5 Heute sind euch die guten Dinge erlaubt und die Speise derer, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, wie eure Speise ihnen erlaubt ist. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) züchtige Frauen, die gläubig sind, und züchtige Frauen von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, wenn ihr ihnen ihre Morgengabe gegeben habt und züchtig mit ihnen lebt ohne Unzucht und keine Konkubinen nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos und im Jenseits ist er einer der Verlorenen. (Flügel 7)
6 O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr hintretet zum Gebet, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellbogen und wischt eure Häupter und eure Füße bis zu den Knöcheln ab. Und wenn ihr durch Samen befleckt seid, so reinigt euch. Und wenn ihr krank oder auf einer Reise seid oder einer von euch kommt vom Abtritt oder ihr habt die Frauen berührt und findet nicht Wasser, so nehmt guten Sand und wischt euch das Gesicht und die Hände damit ab. Allah will euch keine Last auflegen, jedoch will er euch reinigen und seine Gnade an euch vollenden; vielleicht seid ihr dankbar. (Flügel 8 bis 9)
7 Und gedenkt der Gnade Allahs gegen euch und seines Bundes, den er mit euch schloss, als ihr spracht: "Wir hören und gehorchen;" und fürchtet Allah; siehe, Allah kennt das Innerste der Brüste. (Flügel 10)
8 O ihr, die ihr glaubt, steht fest in Gerechtigkeit, wenn ihr vor Allah Zeugen seid, und nicht verführe euch Hass gegen Leute zur Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; siehe Allah kennt euer Tun. (Flügel 11)
9 Verheißen hat Allah denen, die glauben und das Rechte tun, Verzeihung und gewaltigen Lohn. (Flügel 12)
10 Wer aber nicht glaubt und unsere Zeichen für Lüge erklärt, die sind Gefährten des Höllenpfuhls. (Flügel 13)
11 O ihr, die ihr glaubt, gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, als ein Volk trachtete seine Hände nach euch auszustrecken; er aber hemmte ihre Hände. Und fürchtet Allah, und auf Allah sollen die Gläubigen trauen. (Flügel 14)
12 Und wahrlich, es schloss Allah einen Bund mit den Kindern Israel, und aus ihnen erweckten wir zwölf Führer, und es sprach Allah: "Siehe, ich bin mit euch. Wahrlich, wenn ihr das Gebet verrichtet und die Armensteuer zahlt und an meine Gesandten glaubt und ihnen helft und Allah eine schöne Anleihe leiht, wahrlich, dann bedecken wir eure Missetaten und wahrlich, dann führen wir euch ein in Gärten, durcheilt von Bächen. Darum wer nach diesem von euch nicht glaubt, der ist abgeirrt von dem ebenen Weg." (Flügel 15)
13 Und weil sie den Bund brachen, haben wir sie verflucht und haben ihre Herzen verhärtet. Sie vertauschen die Wörter an ihren Stellen und vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt wurde. Und nicht sollst du ablassen die Verräter unter ihnen zu entdecken, bis auf wenige. Und vergib ihnen und verzeih; siehe, Allah liebt die Gutes Tuenden. (Flügel 16)
14 Und mit denen, welche sprechen: "Siehe wir sind Christen," schlossen wir einen Bund. Sie aber vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt wurde; darum erregten wir Feindschaft und Hass unter ihnen bis zum Tag der Auferstehung. Und sicherlich wird Allah ihnen ansagen, was sie getan. (Flügel 17)
15 O Volk der Schrift, nunmehr ist unser Gesandter zu euch gekommen, euch vieles von der Schrift kundzutun, was ihr verbargt, und um vieles zu übergehen. Gekommen ist nunmehr zu euch von Allah ein Licht und ein klares Buch, (Flügel 18)
16 Mit der Allah leitet, wer seinem Wohlgefallen nachgeht, zu Wegen des Heils, und sie herausführt aus den Finsternissen zum Licht mit seiner Erlaubnis, und sie leitet auf einen rechten Pfad. (Flügel 18)
17 Wahrlich, ungläubig sind, die sprechen: "Siehe, Allah, das ist der Messias, der Sohn der Maria." Sprich: "Und wer hätte über Allah Macht, wenn er den Messias, den Sohn der Maria, und seine Mutter und, wer auf der Erde allesamt, vernichten wollte?" Und Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und was dazwischen. Er erschafft, was er will, und Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 19 bis 20)
18 Und es sprechen die Juden und die Christen: "Wir sind Allahs Kinder und seine Geliebten." Sprich: "Und weshalb straft er euch für eure Sünden?" Nein, ihr seid Menschen von denen, die er erschaffen. Er verzeiht, wem er will, und Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und was dazwischen, und zu ihm ist die Heimkehr. (Flügel 21)
19 O Volk der Schrift, gekommen ist nunmehr zu euch unser Gesandter euch aufzuklären über das Ausbleiben der Gesandten, damit ihr nicht sagt: "Zu uns kommt weder ein Freudenbote noch ein Warner." Und gekommen ist nun zu euch ein Freudenbote und ein Warner, und Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 22)
20 Und (gedenke,) als Moses zu seinem Volk sprach: "O Leute, gedenkt der Gnade Allahs gegen euch, da er unter euch Propheten erweckte und euch Könige einsetzte und euch gab, was er keinem von aller Welt gegeben. (Flügel 23)
21 O Volk, betritt das heilige Land, das Allah euch bestimmte; und kehrt nicht den Rücken, damit ihr nicht als Verlorene umkehrt." (Flügel 24)
22 Sie sprachen: "O Moses, siehe, darin ist ein Volk von Recken, und siehe, nie betreten wir es, ehe sie es nicht verlassen haben. Wenn sie es verlassen, dann wollen wir es betreten." (Flügel 25)
23 Sprachen zwei Männer, welche (ihren Herrn) fürchteten, denen Allah gnädig gewesen war: "Geht ein zu ihnen durch das Tor; und wenn ihr durch dasselbe eingetreten seid, siehe, dann werdet ihr siegen. Und auf Allah vertraut, wenn ihr Gläubige seid." (Flügel 26)
24 Sie sprachen: "O Moses, siehe, nie werden wir es betreten, solange sie darin sind. Gehe du und dein Herr und kämpfe; siehe, wir bleiben hier sitzen." (Flügel 27)
25 Er sprach: "Mein Herr, siehe, ich habe nur Macht über mich selber und meinen Bruder, mache darum eine Scheidung zwischen uns und diesem frevelhaften Volk." (Flügel 28)
26 Er sprach: "Siehe, verwehrt soll es ihnen sein vierzig Jahre lang; umherirren sollen sie auf der Erde. Bekümmere dich nicht um das frevelhafte Volk." (Flügel 29)
27 Und verkünde ihnen die Geschichte der beiden Söhne Adams der Wahrheit gemäß, als sie ein Opfer opferten. Angenommen wurde es von dem einen von ihnen, und nicht angenommen von dem anderen. Er sprach: "Wahrlich, ich schlage dich tot!" (Der andere) sprach: "Siehe, Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen an. (Flügel 30)
28 Wahrlich, streckst du auch deine Hand zu mir aus, um mich totzuschlagen, so strecke ich doch nicht meine Hand zu dir aus, um dich zu erschlagen; siehe, ich fürchte Allah, den Herrn der Welten. (Flügel 31)
29 Siehe, ich will, dass du meine und deine Sünde trägst und ein Gefährte des Feuers wirst; und dies ist der Lohn der Ungerechten." (Flügel 32)
30 Da trieb ihn seine Seele an seinen Bruder zu erschlagen, und so erschlug er ihn und wurde einer der Verlorenen. (Flügel 33)
31 Und es entsandte Allah einen Raben, dass er auf dem Boden scharrte, um ihm zu zeigen, wie er die Missetat an seinem Bruder verbergen könnte. Er sprach: "O weh mir, bin ich zu kraftlos zu sein wie dieser Rabe und die Missetat an meinem Bruder zu verbergen?" Und so wurde er reuig. (Flügel 34)
32 Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israel verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass er einen Mord oder eine Gewalttat im Land begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. Und es kamen zu ihnen unsere Gesandten mit den deutlichen Zeichen; dann aber waren viele von ihnen ausschweifend auf Erden. (Flügel 35 bis 36)
33 Siehe, der Lohn derer, welche Allah und seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, dass sie getötet oder gekreuzigt oder an Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Land vertrieben werden. Das ist ihr Lohn im Diesseits und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe: (Flügel 37)
34 Außer jenen, welche bereuen, bevor ihr sie in eurer Gewalt habt. Und wisst, dass Allah verzeihend und barmherzig ist. (Flügel 38)
35 O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und trachtet nach Vereinigung mit ihm und streitet in Allahs Weg; vielleicht ergeht es euch wohl. (Flügel 39)
36 Siehe, die Ungläubigen, hätten sie auch alles was auf der ganzen Erde ist und das Gleiche dazu, um sich damit von der Strafe des Auferstehungstages loszukaufen, nicht würde es von ihnen angenommen. Und ihnen wird schmerzliche Strafe. (Flügel 40)
37 Sie möchten wohl dem Feuer entrinnen, doch entrinnen sie nicht aus ihm; und ihnen wird dauernde Strafe. (Flügel 41)
38 Und der Dieb und die Diebin, schneidet ihnen ihre Hände ab als Lohn für ihre Taten. (Dies ist) ein Exempel von Allah, und Allah ist mächtig und weise. (Flügel 42)
39 Wer aber nach seiner Sünde umkehrt und sich bessert, siehe, zu dem kehrt sich auch Allah; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 43)
40 Weißt du nicht, dass Allahs das Reich der Himmel und der Erde ist? Er straft wen er will und verzeiht wem er will und Allah hat Macht über alle Dinge. (Flügel 44)
41 O du Gesandter, lass dich nicht durch die, welche miteinander im Unglauben wetteifern, betrüben von jenen, die mit ihrem Mund sprechen: "Wir glauben," doch glauben ihre Herzen nicht; und von den Juden, Horchern auf Lüge und Horchern auf andere, nicht kommen sie zu dir. Sie vertauschen die Wörter an ihren Stellen und sprechen: "Wenn dies zu euch gebracht wird, so nehmt es an, und wenn es euch nicht gebracht wird, so hütet euch davor." Wen Allah verführen will, für den vermagst du gegen Allah nichts. Sie, deren Herzen Allah nicht reinigen will, empfangen im Diesseits Schande und im Jenseits gewaltige Strafe. (Flügel 45)
42 Horcher auf Lüge, Fresser von Unerlaubtem: wenn sie zu dir kommen, richte zwischen ihnen oder wende dich von ihnen ab. Und wenn du dich von ihnen abwendest, nie werden sie dir etwas zuleide tun. Und wenn du richtest, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Siehe, Allah liebt die Gerechtigkeit Übenden. (Flügel 46)
43 Wie aber werden sie dich zu ihrem Richter machen, wo sie die Tora besitzen, in welcher Allahs Verordnung enthalten ist? Nach diesem werden sie dir den Rücken kehren; und solches sind keine Gläubigen. (Flügel 47)
44 Siehe, hinabgesandt haben wir die Tora, in der sich eine Rechtleitung und ein Licht befinden, mit der die Propheten, welche Muslime waren, die Juden richteten; und die Rabbinen und Lehrer (richteten) nach dem vom Buch Allahs, was ihrer Hut anvertraut wurde und das sie bezeugten. Darum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet mich und verkauft nicht meine Zeichen um geringen Preis. Und wer nicht richtet nach dem, was Allah hinabgesandt hat, das sind Ungläubige. (Flügel 48)
45 Und wir schrieben ihnen darin vor: "Leben um Leben, Auge um Auge, Nase für Nase, Ohr für Ohr, Zahn für Zahn und Wiedervergeltung von Wunden." Und wer es vergibt als ein Almosen, so ist es ihm eine Sühne. Wer aber nicht richtet nach dem was Allah herniedergesandt hat, das sind die Ungerechten. (Flügel 49)
46 Und in ihren Spuren ließen wir folgen Jesus den Sohn der Maria zu bestätigen die Tora, die vor ihm war, und wir gaben ihm das Evangelium, darin eine Rechtleitung und ein Licht, bestätigend die Tora, die vor ihm war, eine Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen; (Flügel 50)
47 Und damit das Volk des Evangeliums richte nach dem, was Allah in ihm herabgesandt hat; und wer nicht richtet nach dem, was Allah hinabgesandt hat, das sind die Frevler. (Flügel 51)
48 Und wir sandten hinab zu dir das Buch in Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging, und Amen darüber sprechend. Darum richte zwischen ihnen nach dem was Allah hinabsandte, und folge nicht ihren Gelüsten, (abweichend) von der Wahrheit, die zu dir gekommen. Jedem von euch gaben wir eine Norm und eine Heerstraße. Und wenn Allah es wollte, wahrlich er machte euch zu einer einzigen Gemeinde; doch will er euch prüfen in dem, was er euch gegeben. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist eure Heimkehr allesamt, und er wird euch aufklären, worüber ihr uneins seid. (Flügel 52 bis 53)
49 Und so richte du unter ihnen nach dem, was Allah hinabgesandt, und folge nicht ihren Lüsten und hüte dich vor ihnen, dass sie dich verführen, (abzuweichen) von etwas von dem was Allah zu dir hinabgesandt. Und wenn sie den Rücken kehren, so wisse, dass Allah sie für einen Teil ihrer Sünden treffen will. Und siehe, wahrlich viele der Menschen sind Frevler. (Flügel 54)
50 Wünschen sie etwa die Rechtsprechung der (Zeit der) Unwissenheit? Wer aber richtet besser als Allah für verständige Leute? (Flügel 55)
51 O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und Christen zu Freunden; einander nehmen sie zu Freunden, und wer von euch sie zu Freunden nimmt, siehe, der ist von ihnen. Siehe, Allah leitet nicht ungerechte Leute. (Flügel 56)
52 Und so schaust du die, deren Herz krank ist, zu ihnen um die Wette laufen und sprechen: "Wir fürchten, es möchte uns ein Glückswechsel befallen." Aber vielleicht dass Allah den Sieg bringt oder eine Sache von sich, so dass sie bereuen, was sie in ihren Herzen geheim hielten. (Flügel 57)
53 Und die Gläubigen werden sprechen: "Sind dies etwa die, welche bei Allah ihren heiligsten Eid schwuren, dass sie zu euch stehen?" Eitel sind ihre Werke, und sie werden verloren sein. (Flügel 58)
54 O ihr, die ihr glaubt, wenn sich einer von euch von seinem Glauben abkehrt, wahrlich, dann erhebt Allah ein Volk, das er liebt und das ihn liebt, demütig vor den Gläubigen, stolz gegen die Ungläubigen, streitend in Allahs Weg und nicht fürchtend den Tadel des Tadelnden. Das ist Allahs Huld; er gibt sie wem er will, und Allah ist weitumfassend und wissend. (Flügel 59)
55 Siehe, euer Beschützer ist Allah und sein Gesandter, und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Armensteuer zahlen und sich vor ihm beugen. (Flügel 60)
56 Und wer Allah und seinen Gesandten und die Gläubigen zu Freunden annimmt, siehe, das ist Gottes Schar; sie sind die Siegenden. (Flügel 61)
57 O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben wurde, diejenigen, die über euren Glauben spotten und scherzen, und auch nicht die Ungläubigen zu Freunden, und fürchtet Allah, wenn ihr Gläubige seid. (Flügel 62)
58 (Und die,) wenn ihr zum Gebet ruft, ihren Spott und Scherz damit treiben; dies, weil sie unverständige Leute sind. (Flügel 63)
59 Sprich: "O Volk der Schrift, verwerft ihr uns etwa nur deshalb, weil wir an Allah glauben und an das, was er zu uns hinabsandte und zuvor hinabsandte, und weil die Mehrzahl von euch Frevler sind?" (Flügel 64)
60 Sprich: "Kann ich euch etwas Schlimmeres verkünden als das, was euer Lohn bei Allah ist? Wen Allah verflucht hat und wem er zürnt, und verwandelt hat er einige von ihnen zu Affen und Schweinen, und wer dem Taghut dient, die befinden sich in schlimmem Zustand und sind weit abgeirrt vom ebenen Pfad." (Flügel 65)
61 Und als sie zu euch kamen, sprachen sie: "Wir glauben;" doch kamen sie im Unglauben und gingen fort in ihm. Allah aber weiß sehr wohl was sie verbergen. (Flügel 66)
62 Und du schaust viele von ihnen wettlaufen zur Sünde und Bosheit und zum Essen des Verbotenen. Wahrlich, schlimm ist ihr Tun. (Flügel 67)
63 Wenn ihnen die Rabbinen und Lehrer ihre sündige Rede und ihr Fressen des Verbotenen nicht untersagt hätten, wahrlich, schlimm wäre ihr Tun. (Flügel 68)
64 Und es sprechen die Juden: "Die Hand Allahs ist gefesselt." Gefesselt werden ihre Hände und verflucht werden sie für ihre Worte. Nein, ausgestreckt sind seine beiden Hände. Er spendet, wie er will, und wahrlich, viele von ihnen wird das, was auf dich herabgesandt wurde von deinem Herrn, zunehmen lassen in Widerspenstigkeit und Unglauben, und werfen werden wir zwischen sie Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung. So oft sie anzünden ein Feuer zum Krieg, wird es Allah auslöschen. Und sie betreiben auf Erden Verderben, Allah aber liebt nicht die Verderben Stiftenden. (Flügel 69)
65 Und wenn das Volk der Schrift glaubte und gottesfürchtig wäre, wahrlich, wir bedeckten ihre Missetaten und wahrlich, wir führten sie in die Gärten der Wonne. (Flügel 70)
66 Und wenn sie die Tora und das Evangelium erfüllten und was zu ihnen von ihrem Herrn hinabgesandt wurde, wahrlich sie speisten von (dem, was) über ihnen und unter ihren Füßen. Unter ihnen ist eine Gemeinde, welche die rechte Mitte innehält; doch viele von ihnen: schlimm ist, was sie tun. (Flügel 70)
67 O du Gesandter, verkünde alles, was hinabgesandt wurde auf dich von deinem Herrn. Und wenn du es nicht tust, so hast du nicht verkündet seine Sendung. Und Allah wird dich schützen vor den Menschen; siehe Allah leitet nicht die Ungläubigen. (Flügel 71)
68 Sprich: "O Volk der Schrift, ihr fußt auf nichts, ehe ihr nicht erfüllt die Tora und das Evangelium und was hinabgesandt wurde zu euch von eurem Herrn. Und wahrlich, vermehren wird vielen von ihnen, was hinabgesandt wurde zu dir von deinem Herrn, die Widerspenstigkeit und den Unglauben; und betrübe dich nicht über die Ungläubigen." (Flügel 72)
69 Siehe die Gläubigen und die Juden und die Sabäer und die Christen: wer glaubt an Allah und an den jüngsten Tag und das Rechte tut, keine Furcht soll über sie kommen, und nicht sollen sie traurig sein. (Flügel 73)
70 Wahrlich, wir schlossen mit den Kindern Israel einen Bund und schickten zu ihnen Gesandte. So oft als zu ihnen ein Gesandter kam mit dem, was ihre Seelen nicht begehrten, bezichtigten sie die einen der Lüge und die anderen ermordeten sie. (Flügel 74)
71 Und sie gedachten, dass keine Strafe kommen würde, und so wurden sie blind und taub. Dann kehrte sich Allah zu ihnen; dann wurden (wieder) viele von ihnen blind und taub; aber Allah schaut ihr Tun. (Flügel 75)
72 Wahrlich, ungläubig sind, welche sprechen: "Siehe, Allah, das ist der Messias, der Sohn der Maria." Und es sprach doch der Messias: "O ihr Kinder Israel, dient Allah meinem Herrn und eurem Herrn." Siehe, wer Allah Götter an die Seite stellt, dem hat Allah das Paradies verwehrt, und seine Behausung ist das Feuer; und die Ungerechten finden keine Helfer. (Flügel 76)
73 Wahrlich, ungläubig sind, die sprechen: "Siehe, Allah ist ein Dritter von drei." Aber es gibt keinen Gott außer einem einzigen Gott. Und wenn sie nicht ablassen von ihren Worten, wahrlich, so wird den Ungläubigen unter ihnen schmerzliche Strafe. (Flügel 77)
74 Wollen sie denn nicht umkehren zu Allah und ihn um Verzeihung bitten? Und Allah ist verzeihend und barmherzig. (Flügel 78)
75 Nicht ist der Messias der Sohn der Maria etwas anderes als ein Gesandter; vorausgingen ihm Gesandte, und seine Mutter war aufrichtig. Beide aßen Speise. Schau, wie wir ihnen die Zeichen deutlich erklären! Dann schau, wie sie sich abwenden. (Flügel 79)
76 Sprich: "Wollt ihr anbeten neben Allah, was euch weder schaden noch nützen kann?" Und Allah, er ist der Hörende, der Wissende. (Flügel 80)
77 Sprich: "O Volk der Schrift, übertretet nicht in eurem Glauben die Wahrheit und folgt nicht den Gelüsten von Leuten, die bereits zuvor abgeirrt sind und viele irregeführt haben und abirrten von dem ebenen Weg." (Flügel 81)
78 Verflucht sind die Ungläubigen unter den Kindern Israel durch die Zunge Davids und Jesus des Sohnes der Maria; solches, weil sie rebellisch waren und sich vergingen; (Flügel 82)
79 Sie verboten einander nicht das Verwerfliche, das sie begingen. Wahrlich, schlimm ist ihr Tun! (Flügel 82)
80 Du wirst viele von ihnen sich mit den Ungläubigen befreunden sehen. Wahrlich schlimm ist, was ihre Seelen ihnen vorausschickten! Allah zürnt ihnen darüber, und in der Strafe werden sie ewig verweilen. (Flügel 83)
81 Und wenn sie an Allah geglaubt hätten und den Propheten und was hinabgesandt wurde zu ihm, so hätten sie sich dieselben nicht zu Freunden genommen; jedoch sind viele von ihnen Frevler. (Flügel 84)
82 Wahrlich, du wirst finden, dass unter allen Menschen die Juden und die welche Allah Götter zur Seite stellen, den Gläubigen am meisten feind sind, und wirst finden, dass den Gläubigen diejenigen, welche sprechen: "Wir sind Christen," am freundlichsten gegenüberstehen. Solches, weil unter ihnen Priester und Mönche sind, und weil sie nicht hochmütig sind. (Flügel 85)
83 Und wenn sie hören, was hinabgesandt wurde zum Gesandten, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen infolge der Wahrheit, die sie darin erkennen, indem sie sprechen: "Unser Herr, wir glauben; so schreib uns ein unter jene, die es bezeugen. (Flügel 86)
84 Und weshalb sollten wir nicht glauben an Allah und an die Wahrheit, die zu uns gekommen ist, und begehren, dass unser Herr uns einführt mit den Rechtschaffenen?" (Flügel 87)
85 Und belohnt hat sie deshalb Allah für ihre Worte mit Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu verweilen; und solches ist der Lohn der Gutes Tuenden. (Flügel 88)
86 Wer aber nicht glaubt und unsere Zeichen für Lüge erklärt, das sind die Gefährten des Höllenpfuhls. (Flügel 88)
87 O ihr, die ihr glaubt, verwehrt nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, und übertretet nicht; siehe, Allah liebt nicht die Übertreter. (Flügel 89)
88 Und speist von dem, was Allah euch bescherte als erlaubt und gut, und fürchtet Allah, an den ihr glaubt. (Flügel 90)
89 Nicht wird Allah euch strafen für ein unbedachtes Wort in euren Eiden; jedoch wird er euch strafen für das, was ihr mit Bedacht beschworen habt. Die Sühne dafür soll sein die Speisung von zehn Armen mit der Speise, die ihr gewöhnlich euren Familien gebt, oder ihre Bekleidung oder die Befreiung eines Nackens. Wer aber nicht (die Mittel dazu) findet, der faste drei Tage. Dies ist die Sühne eurer Eide, wenn ihr geschworen habt, und hütet eure Eide. So macht euch Allah seine Zeichen klar; vielleicht seid ihr dankbar. (Flügel 91)
90 O ihr, die ihr glaubt, siehe, der Wein, das Spiel, die Bilder und die Pfeile sind ein Gräuel von Satans Werk. Meidet sie; vielleicht ergeht es euch wohl. (Flügel 92)
91 Der Satan will nur zwischen euch Feindschaft und Hass werfen durch Wein und Spiel und euch abwenden von dem Gedanken an Allah und dem Gebet. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen? (Flügel 93)
92 Und gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und seid auf eurer Hut. Und wenn ihr den Rücken kehrt, so wisst, dass unserem Gesandten nur eine offenkundige Predigt obliegt. (Flügel 93)
93 Diejenigen, welche gläubig sind und das Gute tun, haben keine Sünde in dem, was sie aßen, begangen, wenn sie nur gottesfürchtig sind und glauben und das Gute tun und weiter gottesfürchtig sind und glauben und weiter gottesfürchtig sind und Gutes tun. Und Allah liebt die Gutes Tuenden. (Flügel 94)
94 O ihr, die ihr glaubt, wahrlich, Allah will euch versuchen mit dem Wild, das eure Hände oder eure Lanzen erlangen, damit Allah erkennt, wer ihn im Verborgenen fürchtet. Und wer sich nach diesem vergeht, dem soll schmerzliche Strafe sein. (Flügel 95)
95 O ihr, die ihr glaubt, tötet nicht das Wild, während ihr auf der Pilgerfahrt seid. Und wer es von euch vorsätzlich tötet, der soll es ersetzen durch ein Gleiches an Vieh nach dem Spruch von zwei redlichen Männern unter euch, und es soll als Opfer nach der Kaaba gebracht werden. Oder die Sühne sei die Speisung von zwei Armen oder als Ersatz dafür faste er, damit er das Unheil seiner Tat schmecke. Es vergibt Allah was vergangen; wer es aber wieder tut, an dem nimmt Allah Rache dafür. Und Allah ist mächtig und ein Rächer. (Flügel 96)
96 Erlaubt ist euch der Fisch im Meer und seine Speise als eine Versorgung für euch und für die Reisenden. Und verwehrt ist euch das Wild des Landes während der Pilgerfahrt; und fürchtet Allah, zu dem ihr versammelt werdet. (Flügel 97)
97 Gemacht hat Allah die Kaaba, das heilige Haus, zu einem Asyl für die Menschen und den heiligen Monat und das Opfer und die Zieraten (des Opfers), damit ihr wisst, dass Allah weiß, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und dass Allah alle Dinge weiß. (Flügel 98)
98 Wisst, dass Allah streng straft und dass Allah verzeihend und barmherzig ist.
99 Dem Gesandten liegt nur die Predigt ob, und Allah weiß, was ihr offen kundmacht und was ihr verheimlicht.
100 Sprich: Nicht ist gleich das Schlechte und das Gute, ob dir auch die Menge des Schlechten gefällt. Darum fürchtet Allah, ihr Verständigen; vielleicht ergeht es euch wohl.
101 O ihr, die ihr glaubt, fragt nicht nach Dingen, die, wenn sie euch kund würden, euch würden wehtun. Und wenn ihr nach ihnen fragt, wenn der (ganze) Koran hinabgesandt ist, werden sie euch kundgetan werden. Allah vergibt dies, denn Allah ist verzeihend und milde.
102 Nach ihnen fragten schon Leute vor euch, dann aber glaubten sie nicht hieran. (Flügel 101)
103 Allah hat nichts festgesetzt hinsichtlich Bahirah oder Saibah oder Wasilah oder Hami, vielmehr ersinnen die Ungläubigen Lügen gegen Allah, und die meisten von ihnen haben keinen Verstand. (Flügel 102)
104 Und als zu ihnen gesprochen wurde: "Kommt her zu dem, was Allah hinabgesandt hat, und zum Gesandten," sprachen sie: "Uns genügt das, worin wir unsere Väter fanden." Aber ist es nicht, dass ihre Väter nichts wussten und nicht geleitet wurden? (Flügel 103)
105 O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch in Acht. Wer irrt, soll euch nicht schaden, wenn ihr geleitet seid. Zu Allah geht eure Heimkehr allesamt, und dann wird er euch verkünden, was ihr getan. (Flügel 104)
106 O ihr, die ihr glaubt, Zeugnis sei unter euch, wenn einem von euch der Tod naht, zur Zeit des Testierens. Zwei redliche Leute seien es von euch oder zwei andere, die nicht von euch sind, wenn ihr das Land durchzieht und euch das Unglück des Todes betrifft. Schließt sie nach dem Gebet ein, und, wenn ihr Zweifel hegt, sollen sie schwören bei Allah: "Wir verkaufen es nicht um einen Preis, und wäre es auch ein Glied unserer Sippe; und nicht verbergen wir Allahs Zeugnis; siehe, dann wären wir wahrlich Sünder." (Flügel 105)
107 Wenn es aber bekannt wird, dass beide sich versündigt haben, so sollen zwei andere von jenen, die für schuldig halten, die nächsten Anverwandten, an ihre Stelle treten und bei Allah schwören: "Wahrlich, unser Zeugnis ist wahrer als ihr Zeugnis, und nicht vergeben wir uns; siehe, dann wären wir Ungerechte." (Flügel 106)
108 Auf solche Weise ist es leichter, dass sie das Zeugnis wahrheitsgemäß ablegen, oder fürchten, dass nach ihrem Eid ein anderer Eid geschworen werde. Und fürchtet Allah und hört, und Allah leitet nicht die Frevler. (Flügel 107)
109 Eines Tages wird Allah versammeln die Gesandten und wird sprechen: "Was wurde euch geantwortet?" Sie werden sprechen: "Uns ist kein Wissen (davon); siehe, du bist der Wisser der Geheimnisse." (Flügel 108)
110 Dann wird Allah sprechen: "O Jesus Sohn der Maria, gedenke meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, als ich dich mit dem heiligen Geist stärkte, damit du reden solltest zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener. Und als ich dich lehrte die Schrift und die Weisheit und die Tora und das Evangelium, und als du aus Ton mit meiner Erlaubnis die Gestalt eines Vogels erschufst und in sie hineinhauchtest und sie ein Vogel wurde mit meiner Erlaubnis; und als du die Blinden und Aussätzigen mit meiner Erlaubnis heiltest und die Toten herauskommen ließest mit meiner Erlaubnis; und als ich die Kinder Israel von dir zurückhielt, als du ihnen die deutlichen Zeichen brachtest. Und da sprachen die Ungläubigen unter ihnen: 'Dies ist nichts als offenkundige Zauberei.'" (Flügel 109 bis 110)
111 Und als ich den Jüngern inspirierte: "Glaubt an mich und an meinen Gesandten." Sie sprachen: "Wir glauben, und sei du Zeuge, dass wir Muslime sind;"
112 Und als die Jünger sprachen: "O Jesus Sohn der Maria, ist dein Herr imstande zu uns einen Tisch vom Himmel herabzusenden?" Er sprach: "Fürchtet Allah, wenn ihr gläubig seid."
113 Sie sprachen: "Wir wollen von ihm essen und unsere Herzen sollen in Frieden sein, und wissen wollen wir, dass du uns tatsächlich die Wahrheit gesagt hast, und wollen ihre Zeugen sein."
114 Da sprach Jesus, der Sohn der Maria: "O Allah, unser Herr, sende zu uns einen Tisch vom Himmel herab, dass es ein Festtag für uns werde, für den ersten und letzten von uns, und ein Zeichen von dir; und versorge uns, denn du bist der beste Versorger."
115 Da sprach Allah: "Siehe, ich sende ihn zu euch hinab, und wer danach von euch ungläubig ist, siehe, den werde ich strafen mit einer Strafe wie ich keinen von aller Welt strafen werde."
116 Und wenn Allah sprechen wird: "O Jesus Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: 'Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah an?'" Dann wird er sprechen: "Preis sei dir! Es steht mir nicht zu etwas zu sprechen, was nicht wahr ist. Hätte ich es gesprochen, dann wüsstest du es. Du weißt, was in meiner Seele ist, ich aber weiß nicht, was in deiner Seele ist. Siehe, du bist der Wisser der Geheimnisse.
117 Nichts anderes sprach ich zu ihnen als was du mich hießest, nämlich: 'Dient Allah, meinem Herrn und eurem Herrn.' Und ich war Zeuge gegen sie, solange ich unter ihnen weilte. Seitdem du mich aber zu dir nahmst, bist du ihr Wächter, und du bist aller Dinge Zeuge.
118 Wenn du sie strafst, siehe, so sind sie deine Diener, und wenn du ihnen verzeihst, siehe, so bist du der Mächtige, der Weise."
119 Sprechen wird Allah: "An diesem Tag wird die Wahrhaftigkeit den Wahrhaftigen nützen; ihnen werden sein Gärten, durcheilt von Bächen, darin sie verweilen ewig und für immer." Wohlgefallen hat Allah an ihnen, und sie sollen Wohlgefallen finden an ihm; dies ist die große Glückseligkeit.
120 Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und alles, was in ihnen ist; und er hat Macht über alle Dinge.
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 5 heißt in Hennings Übersetzung "Der Tisch", auf Arabisch Al-Maida [2]. Den Namen gibt die Erzählung in den Versen 112 bis 115: Die Jünger bitten Jesus, sein Herr möge einen Tisch vom Himmel herabsenden, und Jesus trägt die Bitte Allah vor [2]. Die Sure hat 120 Verse nach der Kairoer Zählung, nach der heute üblichen Einteilung ist sie medinisch [3]. Sie beginnt mit dem Satz "O ihr, die ihr glaubt, haltet eure Verträge." (5,1) [2].
Den Koran rezitieren Muslime auf Arabisch, und viele Stellen sind mehrdeutig; diese Mehrdeutigkeit geht in jeder Übersetzung verloren [6]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
Datierung
Sure 5 gilt bei manchen als die zuletzt offenbarte Sure, bei vielen anderen ist es Sure 9. Nöldeke erklärt das so: Sure 9 ist im Ganzen die späteste, Sure 5 enthält aber einige Verse, die später als alle übrigen sind. Deshalb stellt er Sure 5 an die letzte Stelle seiner Liste [1]. Die Angaben unten folgen der Kairoer Zählung; Nöldeke zählt nach Flügel.
- Zu den spätesten Versen gehört der Teil von Vers 3 mit den Worten "Heute habe ich euch vollendet euren Glauben" [2]. Muhammad trug ihn nach Nöldeke wenige Monate vor seinem Tod bei der letzten Pilgerfahrt im Jahr 10 vor; das erkennen auch die Muslime an [1].
- Die meisten übrigen Verse stammen nach ihm aus den Jahren 6 und 7. Vers 2, der verbietet, die Pilger zum heiligen Haus zu stören, muss vor dem Jahr 9 offenbart sein [1].
- Die Verse 12 bis 34 setzt er zwischen die Vertreibung des jüdischen Stammes Banu Kainuka am Ende des Jahres 2 und die Unterwerfung von Chaibar zu Beginn des Jahres 7, wahrscheinlich nahe an das spätere Datum. Die Verse 35 bis 40 mit der Strafe für Diebstahl liegen nach ihm vor der Einnahme Mekkas [1].
In der Offenbarungsfolge der ägyptischen Standardausgabe steht die Sure an 112. Stelle, bei Nöldeke an 114. Stelle [3].
Inhalt nach Abschnitten
| Verse | Inhalt |
|---|---|
| 1 bis 5 | Verträge halten; erlaubte und verbotene Speisen (3); die Speise des Volks der Schrift und Ehe mit Frauen aus ihm (5) |
| 6 bis 11 | Waschung vor dem Gebet (6); Bund Allahs mit den Gläubigen |
| 12 bis 26 | Bund mit den Kindern Israel und mit den Christen; Moses und das heilige Land |
| 27 bis 34 | die beiden Söhne Adams (27 bis 31); Vers 32 über das Töten eines Menschen; Strafe für die, welche Allah und seinen Gesandten befehden (33) |
| 35 bis 50 | Strafe für Diebstahl (38); Tora, Evangelium und Koran als Maßstab (44 bis 48) |
| 51 bis 86 | Freundschaft mit Juden und Christen (51, 57); Auftrag an den Gesandten (67); Lohn für Gläubige, Juden, Sabäer und Christen (69); Jesus und die Dreiheit (72 bis 75); Christen den Gläubigen am freundlichsten (82) |
| 87 bis 108 | erlaubte Dinge; Wein, Spiel, Bilder und Pfeile (90 bis 91); Jagd während der Pilgerfahrt (95); Zeugen beim Testament (106 bis 108) |
| 109 bis 120 | Jesus und seine Wunder (110), der Tisch vom Himmel (112 bis 115), Jesus vor Allah am Tag des Gerichts (116 bis 118) |
Welche Speisen der Koran erlaubt und verbietet, erklärt die Seite Speisevorschriften im Koran.
Wie die Sure verstanden wird
Verse 27 bis 33: Kain und Abel, Vers 32 und Vers 33
Die Verse 27 bis 31 erzählen von den beiden Söhnen Adams, ohne ihre Namen zu nennen; einer erschlägt den anderen, und ein Rabe zeigt ihm, wie er den Toten verbergen kann [2]. Darauf folgt Vers 32: "Aus diesem Grund haben wir den Kindern Israel verordnet, dass wer eine Seele ermordet, ohne dass er einen Mord oder eine Gewalttat im Land begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten." [2]
Abraham Geiger vertrat 1833 die Auffassung, dass die Erzählung jüdische Überlieferungen aufnimmt. Den Satz von Vers 32 fand er in der Mischna (Sanhedrin IV,5): Wer einen Menschen vernichtet, dem wird es angerechnet, als habe er das ganze Geschlecht vernichtet. Erst mit dieser Stelle werde verständlich, wie der Koran von Kain und Abel zu der allgemeinen Regel komme [7]. Die biblische Erzählung steht in 1. Mose 4.
Vers 33 nennt als Lohn derer, "welche Allah und seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben", Tötung, Kreuzigung, wechselseitiges Verstümmeln an Händen und Füßen oder Vertreibung [2]. Ibn Kathir bezieht das auf Unglauben, Wegelagerei und das Verbreiten von Angst auf den Straßen und hält den Vers für allgemein gültig. Als Anlass nennt er eine Gruppe aus dem Stamm Ukl, die in Medina einen Hirten tötete und die Kamele wegtrieb. Nach Ibn Abbas, den er anführt, kann der Herrscher zwischen den Strafen wählen [4]. Ibn Kathir deutet Vers 32 so, dass das ungerechte Töten eines Menschen wie das Töten aller Menschen wiegt [4].
Wie heutige muslimische Theologen solche Verse lesen, fasst eine Dokumentation der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags von 2017 zusammen. Mouhanad Khorchide sagte danach in einem Interview nach den Anschlägen von Paris im Januar 2015, von den 6.236 Versen des Korans sprächen nur sehr wenige über Gewalt und Krieg. Einige Wissenschaftler aus dem Umfeld der Zentren für islamische Theologie in Deutschland legen nach der Dokumentation solche Verse historisch-kritisch aus; die Mehrheit der muslimischen Gelehrten lehnt diesen Ansatz ab [8].
Vers 51: Juden und Christen als Freunde
Vers 51 sagt: "O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und Christen zu Freunden; einander nehmen sie zu Freunden" [2]. Ibn Kathir versteht ihn als Verbot der Freundschaft mit beiden Gruppen und erzählt dazu, der Kalif Umar habe Abu Musa al-Aschari getadelt, weil dieser einen christlichen Schreiber beschäftigte [5]. Andere Verse derselben Sure klingen anders: Vers 69 verspricht wie Sure 2,62 Gläubigen, Juden, Sabäern und Christen, die an Allah glauben und das Rechte tun, keine Furcht, und Vers 82 nennt unter allen Menschen die Juden und die, welche Allah Götter zur Seite stellen, den Gläubigen am meisten feind und die Christen ihnen am freundlichsten gesinnt [2]. Vers 48 sagt, Allah habe jedem eine Norm gegeben; hätte er gewollt, hätte er alle zu einer Gemeinde gemacht, darum sollten sie im Guten wetteifern [2]. Wie diese Stellen zusammen gelesen werden, behandelt die Seite Juden und Christen im Koran.
Verse 112 bis 118: der Tisch und Jesus
In der Erzählung vom Tisch bittet Jesus, der Tisch möge ein Festtag "für den ersten und letzten von uns" werden (114) [2]. Danach fragt Allah Jesus, ob er die Menschen gelehrt habe, ihn und seine Mutter als zwei Götter anzunehmen, und Jesus verneint (116) [2]. Weitere Stellen über Jesus stellt die Seite Jesus im Koran zusammen.
Sie folgt auf Sure 4, Die Frauen und steht vor Sure 6, Das Vieh.
- Studie Geschichte des Qorâns. Theodor Nöldeke, Dieterichsche Buchhandlung Göttingen, S. 169 bis 171 (Digitalisat Internet Archive). Stand 1860. abgerufen am 29.10.2026
- Der Koran. Max Henning (Übersetzer), Reclam jun. Leipzig (Digitalisat Internet Archive). Stand 1901. abgerufen am 29.10.2026
- List of chapters in the Quran. Wikipedia. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Ma'idah Ayah 33. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-Ma'idah Ayah 51. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Koranübersetzung. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Marco Schöller). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen?. Abraham Geiger, S. 103 bis 105 (Digitalisat Internet Archive). Stand 1833. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Die Darstellung von Gewalt in Koran und Bibel. Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, WD 1-3000-015/17. Stand 17.09.2017. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.