Alle 114 Suren des Korans
Sure 6: Das Vieh (Al-Anʿām)
Sure 6 von 114, 165 Verse
Sure 6 heißt Al-An'am, "Das Vieh", und hat in der Kairoer Zählung 165 Verse. Sie gilt als mekkanische Sure und handelt vom einen Gott, von den Zeichen in der Schöpfung, von Abraham und von Speise- und Opferbräuchen der Götzendiener. Um Vieh, das die Götzendiener teils Allah und teils ihren Göttern weihten, geht es unter anderem in den Versen 136 bis 144.
1 Das Lob sei Allah, der erschaffen die Himmel und die Erde und gemacht die Finsternisse und das Licht; und doch setzen die Ungläubigen ihrem Herrn (andere) gleich.
2 Er ist es, der euch erschuf aus Ton; dann bestimmte er einen Termin, und ein bestimmter Termin ist bei ihm. Ihr aber zweifelt daran.
3 Und er ist Allah in den Himmeln und auf Erden. Er kennt euer Geheimes und Öffentliches und weiß, was ihr verdient.
4 Und nicht kam zu ihnen ein Zeichen von den Zeichen ihres Herrn, von dem sie sich nicht abwendeten.
5 Und nun erklärten sie die Wahrheit für Lüge, als sie zu ihnen kam; aber bald wird zu ihnen kommen die Kunde von dem, was sie verspotteten.
6 Sehen sie denn nicht, wie viele Geschlechter wir vor ihnen vernichteten, denen wir auf der Erde Wohnung gegeben hatten wie ihnen niemals? Und wir sandten den Himmel im Regenguss auf sie nieder und ließen die Flüsse unter ihnen eilen. Und so vertilgten wir sie in ihren Sünden und ließen nach ihnen andere Geschlechter entstehen.
7 Und hätten wir auf dich herabgesandt eine Schrift auf Pergament, und hätten sie sie mit ihren Händen berührt, wahrlich, gesprochen hätten die Ungläubigen: "Dies ist nichts als offenkundige Zauberei."
8 Und sie sprechen: "Warum ist denn kein Engel zu ihm herabgesandt?" Aber wenn wir einen Engel hinabgesandt hätten, so wäre die Sache entschieden gewesen, und dann hätte er nicht mit ihnen gewartet.
9 Und wenn wir ihn zu einem Engel gemacht hätten, wahrlich, wir hätten ihn zu einem Mann gemacht und wahrlich, wir hätten ihnen verdunkelt, was sie verdunkeln.
10 Und wahrlich, verspottet wurden schon Gesandte vor dir, und es umgab die Lacher unter ihnen, was sie verspotteten.
11 Sprich: "Wandert durch das Land und schaut, wie der Ausgang derer war, welche der Lüge bezichtigten."
12 Sprich: "Wessen ist, was in den Himmeln und auf Erden?" Sprich: "Allahs." Vorgeschrieben hat er sich die Barmherzigkeit. Wahrlich, versammeln wird er euch am Tag der Auferstehung, kein Zweifel ist daran. Diejenigen aber, welche sich selber verderben, die glauben nicht.
13 Sein ist, was wohnt in der Nacht und im Tag, und er ist der Hörende, der Wissende.
14 Sprich: "Sollte ich einen anderen als Allah zum Beschützer nehmen, den Bildner der Himmel und der Erde, der Speise gibt und nicht Speise empfängt?" Sprich: "Siehe, mir wurde geboten der Erste zu sein, der sich ergibt und (dem befohlen wurde:) 'Nicht sei einer derer, die (Allah) Gefährten geben.'"
15 Sprich: "Siehe ich fürchte, wenn ich gegen meinen Herrn rebelliere, die Strafe eines gewaltigen Tages."
16 Von wem sie abgewendet wird an jenem Tag, dem wird Barmherzigkeit zuteil; und das ist die offenkundige Glückseligkeit.
17 Und wenn dich Allah mit einem Leid trifft, so kann er es allein fortnehmen; und wenn er dir Gutes gibt, so hat er Macht über alle Dinge.
18 Und er ist der Zwingherr über seine Diener, und er ist der Weise, der Kundige.
19 Sprich: "Was ist das größte Zeugnis?" Sprich: "Allah ist Zeuge zwischen mir und zwischen euch, und offenbart wurde mir dieser Koran euch damit zu warnen und jeden, zu dem er gelangt. Siehe, wollt ihr wirklich bezeugen, dass es neben Allah andere Götter gibt?" Sprich: "Ich bezeuge es nicht." Sprich: "Siehe, er ist ein einziger Gott, und siehe, ich bin unschuldig an eurer Vielgötterei."
20 Sie, denen wir die Schrift gaben, kennen ihn wie sie ihre Kinder kennen; diejenigen, welche sich selber ins Verderben stürzen, die glauben nicht.
21 Und wer ist sündiger als wer gegen Allah eine Lüge ersinnt oder seine Zeichen für Lüge erklärt? Siehe, den Sündern ergeht es nicht wohl.
22 Und eines Tages versammeln wir sie allesamt; dann werden wir zu denen, die Allah Gefährten geben, sprechen: "Wo sind eure 'Gefährten', die ihr (als vorhanden) behauptetet?"
23 Dann werden sie keine andere Ausrede haben als dass sie sprechen: "Bei Allah, unserem Herrn, wir gaben ihm keine Gefährten."
24 Schau, wie sie gegen sich selber lügen, und wie das, was sie ersannen, von ihnen schweift.
25 Und einige unter ihnen hören auf dich, doch haben wir auf ihre Herzen Hüllen gelegt, dass sie ihn nicht verstehen, und in ihre Ohren eine Schwere; und obwohl sie jedes Zeichen sehen, so glauben sie nicht daran, so dass, wenn sie zu dir kommen, um mit dir zu streiten, die Ungläubigen sprechen: "Siehe, das sind weiter nichts als Fabeln der Früheren."
26 Und sie verbieten es und entfernen sich davon. Sie aber vertilgen nur sich selber und wissen es nicht.
27 Und sähest du nur, wie sie über das Feuer gestellt werden und dann sprechen: "Ach, dass wir doch zurückgebracht würden, wir würden dann nicht die Zeichen unseres Herrn für Lüge erklären und würden gläubig sein!"
28 Ja, dann ist ihnen klar geworden, was sie zuvor verheimlichten. Aber wenn sie auch zurückgebracht würden, sie würden doch wieder zu dem ihnen Verbotenen zurückkehren; denn siehe, sie sind wahrlich Lügner.
29 Und sie sprechen: "Es gibt kein anderes als unser irdisches Leben, und nicht werden wir auferweckt."
30 Aber sähest du sie nur, wenn sie vor ihren Herrn gestellt werden! Er wird sprechen: "Ist dies nicht wirklich?" Sie werden sprechen: "Jawohl, bei unserem Herrn!" Er wird sprechen: "So schmeckt die Strafe darum, dass ihr nicht glaubtet!"
31 Verloren sind jene, welche die Begegnung mit Allah leugnen; bis plötzlich die "Stunde" über sie kommt und sie sprechen: "Weh uns über das, was wir vernachlässigten!" Und sie werden ihre Lasten auf ihrem Rücken tragen. Ist es nicht schlimm, was sie tragen werden?
32 Und das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz; und wahrlich, das jenseitige Haus ist besser für die Gottesfürchtigen. Seht ihr das nicht ein?
33 Wir wissen nunmehr, dass dich ihre Worte in der Tat betrüben; aber siehe, nicht dich bezichtigen sie der Lüge, sondern die Ungerechten verleugnen Allahs Zeichen.
34 Und schon vor dir wurden Gesandte der Lüge bezichtigt, und sie ertrugen die Beschuldigung der Lüge, und das Leid, das man ihnen zufügte, bis unsere Hilfe zu ihnen kam. Und Allahs Worte ändert niemand ab, und wahrlich, schon kam zu dir die Kunde von den Gesandten.
35 Und wenn dir ihre Abkehr schwerfällt, und wenn du imstande bist einen Schacht in der Erde zu finden oder eine Leiter in den Himmel, damit du ihnen ein Zeichen brächtest, ... und wenn Allah wollte, so versammelte er sie unter der Rechtleitung; darum sei keiner der Unwissenden.
36 Er erhört nur jene, die auf ihn hören; und die Toten, erwecken wird sie Allah; dann kehren sie zu ihm zurück.
37 Und sie sprechen: "Wenn nur ein Zeichen auf ihn herabgesandt würde von seinem Herrn!" Sprich: "Siehe, Allah ist mächtig ein Zeichen hinabzusenden, jedoch würde die Mehrzahl von ihnen es nicht wissen."
38 Kein Getier gibt es auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht wären Völker gleich euch. Nichts haben wir in die Schrift übergangen, dann werden sie zu ihrem Herrn versammelt.
39 Und jene, welche unsere Zeichen für Lüge erklären, sind taub und stumm in Finsternissen. Wen Allah will, leitet er irre, und wen er will, den führt er auf einen rechten Pfad.
40 Sprich: "Was glaubt ihr? Wenn zu euch kommt die Strafe von Allah oder es kommt zu euch 'die Stunde', werdet ihr zu einem anderen rufen als Allah, wenn ihr wahrhaftig seid?
41 Nein, zu ihm werdet ihr rufen, und befreien wird er euch von dem, um dessentwillen ihr zu ihm ruft, wenn er will, und vergessen werdet ihr, was ihr ihm beigeselltet."
42 Und wahrlich, schon sandten wir zu Völkern vor dir und erfassten sie mit Drangsal und Not, dass sie vielleicht sich demütigten.
43 Aber hätten sie sich nur, als unsere Not zu ihnen kam, gedemütigt! Jedoch, verhärtet waren ihre Herzen und ausgeschmückt hatte ihnen der Satan ihr Tun.
44 Und da sie die Ermahnungen vergessen hatten, öffneten wir ihnen die Pforten aller Dinge, bis dass, als sie sich des ihnen Gegebenen erfreuten, wir sie plötzlich erfassten, und da verzweifelten sie.
45 Und abgeschnitten wurde die Wurzel des ungerechten Volkes; und das Lob sei Allah, dem Herrn der Welten!
46 Sprich: "Was glaubt ihr? Nähme euch Allah euer Gehör und Gesicht und versiegelte eure Herzen, welcher Gott außer Allah würde es euch wiedergeben?" Schau, wie wir die Zeichen klarmachen, sie aber wenden sich ab!
47 Sprich: "Was glaubt ihr? Wenn Allahs Strafe unversehens über euch kommt oder offenkundig, werden andere vertilgt werden als die Ungerechten?"
48 Und wir entsandten nur die Gesandten als Freudenverkünder und Warner, und wer glaubt und sich bessert, keine Furcht kommt über sie und nicht sollen sie trauern.
49 Jene aber, die unsere Zeichen für Lüge erklären, treffen wird sie die Strafe für ihre Freveltaten.
50 Sprich: "Nicht spreche ich zu euch: Bei mir sind Allahs Schätze," und nicht: "Ich weiß das Verborgene." Auch spreche ich nicht zu euch: "Ich bin ein Engel;" ich folge nur dem, was mir offenbart wurde. Sprich: "Ist etwa gleich der Blinde dem Sehenden?" Wollt ihr denn nicht in euch gehen?
51 Und warne damit jene, welche fürchten versammelt zu werden zu ihrem Herrn, außer dem sie keinen Beschützer und Fürsprecher haben; vielleicht werden sie gottesfürchtig.
52 Und verstoß nicht jene, welche ihren Herrn anrufen in der Frühe und am Abend, sein Angesicht verlangend. Nicht liegt es dir ob, sie in etwas zu beurteilen und nicht liegt ihnen ob dich irgendwie zu beurteilen. Und wenn du sie verstößt, bist du einer der Ungerechten.
53 Und so haben wir die einen durch die anderen geprüft, damit sie sprechen: "Sind es diese, denen Allah unter uns gnädig war?" Kennt denn nicht Allah am besten die Dankbaren?
54 Und wenn jene, die glauben an unsere Zeichen, zu dir kommen, so sprich: "Frieden sei auf euch! Vorgeschrieben hat sich selber euer Herr die Barmherzigkeit, so dass, wenn einer von euch in Unwissenheit etwas Böses tut und dann danach umkehrt und sich bessert, so ist er nachsichtig und barmherzig."
55 Und so machen wir die Zeichen klar, damit der Weg der Übeltäter erkannt werde.
56 Sprich: "Verboten wurde mir zu dienen denen, die ihr neben Allah anruft." Sprich: "Nicht folge ich euren Gelüsten, irren würde ich dann und nicht rechtgeleitet sein."
57 Sprich: "Siehe, ich folge einer deutlichen Lehre von meinem Herrn; ihr aber erklärt sie für Lüge. Nicht vermag ich, was ihr zu beschleunigen wünscht; das Urteil ist allein Allahs. Verkünden wird er die Wahrheit; und er ist der beste Schlichter."
58 Sprich: "Stünde in meiner Macht, was ihr zu beschleunigen wünscht, wahrlich, entschieden wäre die Sache zwischen mir und zwischen euch. Allah aber kennt sehr wohl die Ungerechten."
59 Und bei ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; er kennt sie allein; er weiß was zu Land und Meer ist, und kein Blatt fällt nieder, ohne dass er es weiß; und kein Korn ist in den Finsternissen der Erde und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch.
60 Er ist es, der euch zu sich nimmt zur Nacht, und er weiß, was ihr schafft am Tag. Dann erweckt er euch an ihm, damit ein bestimmter Termin erfüllt würde. Dann ist zu ihm eure Heimkehr, dann verkündet er euch eure Werke.
61 Und er ist der Zwingherr über seine Diener, und er sendet über euch Wächter, so dass, wenn zu einem von euch der Tod kommt, unsere Gesandten ihn zu sich nehmen; und sie sind nicht lässig.
62 Dann werden sie zurückgebracht zu Allah, ihrem wahren Gebieter. Ist nicht sein das Urteil? Und er ist der schnellste Rechner.
63 Sprich: "Wer errettet euch aus den Finsternissen zu Land und Meer, wenn ihr zu ihm ruft in Demut und insgeheim: Wahrlich, wenn du uns hieraus errettest, wahrlich, dann sind wir dankbar?"
64 Sprich: "Allah errettet euch daraus und aus aller Trübsal; dann stellt ihr ihm Gefährten zur Seite."
65 Sprich: "Er hat Macht dazu auf euch eine Strafe zu senden von über euch oder von unter euren Füßen und euch in Sekten zu verwirren und dem einen des anderen Gewalt zu schmecken zu geben." Schau, wie wir die Zeichen klarmachen! Vielleicht werden sie verständig.
66 Und es erklärte ihn dein Volk für Lüge, und er ist die Wahrheit. Sprich: "Ich bin nicht euer Beschützer.
67 Jede Prophezeiung hat ihre bestimmte Zeit, und gewisslich werdet ihr es merken." (Flügel 66)
68 Und wenn du jene siehst, welche über unsere Zeichen reden, so kehre dich ab von ihnen, bis sie ein anderes Gespräch beginnen. Und wenn dich der Satan dies vergessen lässt, so sitze nicht nach der Verwarnung mit dem Volk der Sünder. (Flügel 67)
69 Und nicht haben die Gottesfürchtigen in etwas Rechenschaft über sie abzulegen; jedoch sei eine Warnung; vielleicht bleiben sie gottesfürchtig. (Flügel 68)
70 Und verlass jene, welche mit ihrem Glauben Scherz und Spott treiben und welche das irdische Leben betrogen hat, und ermahne sie damit, dass jede Seele nach Verdienst dem Verderben preisgegeben wird; außer Allah hat sie weder einen Beschützer noch Fürsprecher, und wenn sie auch jegliches Entgelt darbieten wollte, nicht würde es von ihr angenommen werden. Jene, die nach Verdienst dem Verderben preisgegeben werden, ihnen soll sein ein Trunk aus siedendem Wasser und schmerzliche Strafe für ihren Unglauben. (Flügel 69)
71 Sprich: "Sollen wir anrufen außer Allah was uns weder nützt noch schadet? Sollen wir auf unseren Fersen umkehren, nachdem uns Allah geleitet, gleich jenem, den die Satane verführten, dass er ratlos wurde im Land, obwohl seine Gefährten ihn zur Rechtleitung rufen: Komm zu uns!?" Sprich: "Siehe, Allahs Rechtleitung, das ist die Rechtleitung, und geboten wurde uns, uns zu ergeben dem Herrn der Welten: (Flügel 70)
72 Und dass ihr das Gebet verrichtet und ihn fürchtet, denn er ist es, zu dem ihr versammelt werdet." (Flügel 71)
73 Und er ist es, der schuf die Himmel und die Erde in Wahrheit, und am Tag, da er spricht: "Sei!" so ist es. Sein Wort ist die Wahrheit, und sein ist das Reich an dem Tag, da in die Posaune gestoßen wird. Er kennt das Verborgene und Offenkundige, und er ist der Weise, der Kundige. (Flügel 72 bis 73)
74 Und (gedenke,) als Abraham sprach zu seinem Vater Asar: "Nimmst du Bilder zu Göttern an? Siehe, ich sehe dich und dein Volk in offenkundigem Irrtum."
75 Und ebenso zeigten wir Abraham das Königreich der Himmel und der Erde, damit er zu den Festen im Glauben gehöre.
76 Und da die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er sprach: "Das ist mein Herr." Als er aber unterging, sprach er: "Nicht liebe ich was untergeht."
77 Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: "Das ist mein Herr." Und als er unterging, sprach er: "Wahrlich, wenn mich nicht mein Herr leitet, so bin ich einer der Irrenden."
78 Und als er die Sonne aufgehen sah, sprach er: "Das ist mein Herr; das ist das größte." Als sie jedoch unterging, sprach er: "O mein Volk, ich habe nichts mit euren Göttern zu schaffen.
79 Siehe, ich wende mein Angesicht lauteren Glaubens zu dem, der die Himmel und die Erde erschaffen, und nicht gehöre ich zu denen, die (Gott) Gefährten geben."
80 Und es stritt sein Volk mit ihm. Er sprach: "Wollt ihr mit mir über Allah streiten, wo er mich schon geleitet hat? Ich fürchte nicht die Gefährten, die (mir nicht schaden,) es sei denn, dass mein Herr etwas will. Es umfasst mein Herr alle Dinge mit seinem Wissen. Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen?
81 Und wie sollte ich fürchten, was ihr ihm beigesellt, wo ihr nicht fürchtet, dass ihr Allah beigesellt habt, wozu er euch keine Vollmacht hinabsandte? Und welche der beiden Parteien ist der Sicherheit würdiger, wenn ihr begreift?"
82 Diejenigen, welche glauben und ihren Glauben nicht durch Ungerechtigkeit verdunkeln, denen ist die Sicherheit, und sie sind geleitet.
83 Und dies ist unser Beweis, den wir Abraham gegen sein Volk gaben. Wir erhöhen zu (den) Stufen (der Weisheit,) wen wir wollen; siehe, dein Herr ist weise und wissend.
84 Und wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide; und Noah leiteten wir zuvor; und aus seinen Nachkommen den David und Salomo und Hiob und Joseph und Moses und Aaron; und so lohnen wir denen, die Gutes tun.
85 Und den Zacharias und Johannes und Jesus und Elias; alle waren Rechtschaffene;
86 Und Ismael und Elisa und Jonas und Lot, alle begnadeten wir vor den Geschöpfen;
87 Und einige ihrer Väter und ihrer Brüder, und wir erlasen sie und leiteten sie auf einen rechten Weg.
88 Das ist Allahs Rechtleitung: er leitet mit ihr, wen er will von seinen Dienern; hätten sie ihm aber Gefährten gegeben, wahrlich umsonst wäre ihr Tun gewesen.
89 Diese sind es, denen wir gaben die Schrift, den Befehl und das Prophetentum. Wenn aber diese (ihre Nachkommen) nicht daran glauben, so haben wir diese (Gaben) einem Volk anvertraut, das diese nicht verleugnet.
90 Das sind jene, welche Allah geleitet hat; darum strebe ihrer Rechtleitung nach. Sprich: "Nicht verlange ich von euch einen Lohn hierfür; es ist nichts anderes als eine Ermahnung für alle Welt."
91 Und nicht bewerten sie Allah mit richtigem Wert, wenn sie sprechen: "Nicht hat Allah auf einen Menschen etwas herabgesandt." Sprich: "Wer hat hinabgesandt das Buch, das Moses brachte als ein Licht und eine Rechtleitung für die Menschen, das ihr auf Pergamente schriebt, es offenkundig machend, doch viel verbergend, obwohl euch gelehrt wurde, was ihr nicht wusstet noch eure Väter?" Sprich: "Allah." Dann lass sie an ihrem Geschwätz sich weiter vergnügen.
92 Und dieses Buch, das wir hinabsandten, ist gesegnet; es bestätigt das frühere, und verwarnen sollst du (mit ihm) die Mutter der Städte und wer rings um sie (wohnt). Wer glaubt an das Jenseits, glaubt daran und gibt wohl acht auf seine Gebete.
93 Wer ist aber sündiger als wer gegen Allah eine Lüge ersinnt oder spricht: "Mir ist offenbart," wo ihm nichts offenbart wurde, und wer spricht: "Hinabsenden werde ich sicherlich was Allah hinabgesendet hat?" Aber schautest du nur die Ungerechten in des Todes Schlünden, während die Engel ihre Hände ausstrecken (und sprechen:) "Gebt eure Seelen heraus! Heute sollt ihr mit der Strafe der Schande belohnt werden, darum dass ihr gegen Allah die Unwahrheit spracht und seine Zeichen voll Hochmut verschmähtet!
94 Und nun seid ihr zu uns gekommen, allein, so wie wir euch erschufen das erste Mal, und ihr ließt hinter euch, was wir euch bescherten, und nicht schauen wir bei euch eure Fürsprecher, von denen ihr wähntet, sie seien unter euch Gefährten (Allahs.) Wahrlich, nun ist ein Schnitt zwischen euch gemacht, und von euch schweiften eure Wahngebilde."
95 Siehe, Allah lässt keimen das Korn und den Dattelkern; hervorbringt er das Lebendige aus dem Toten und hervor das Tote aus dem Lebendigen. Das ist Allah, und wie seid ihr abgewendet?
96 Anbrechen lässt er den Morgen, und bestimmt hat er die Nacht zur Ruhe und Sonne und Mond zur Berechnung (der Zeit). Das ist die Anordnung des Mächtigen, des Wissenden.
97 Und er ist es, der für euch die Sterne gemacht hat, dass ihr von ihnen geleitet werdet in den Finsternissen zu Land und Meer! Deutlich haben wir die Zeichen nunmehr erklärt für verständige Leute.
98 Und er ist es, der euch entstehen ließ aus einem Menschen; und (er gab euch) eine Stätte und einen Lagerraum. Deutlich haben wir die Zeichen nunmehr erklärt für einsichtige Leute.
99 Und er ist es, der hinabsendet vom Himmel Wasser, und wir bringen heraus durch dasselbe die Keime aller Dinge; und aus ihnen bringen wir Grünes hervor, aus dem wir dichtgeschichtetes Korn hervorbringen; und aus den Palmen, aus ihrer Blütenscheide niederhängende Fruchtbüschel; und Gärten von Reben und Oliven und Granatäpfeln, einander ähnlich und unähnlich. Schaut nach ihrer Frucht, wenn sie sich bildet und reift. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für gläubige Leute.
100 Und doch gaben sie Allah zu Gefährten die Dschinn, die er erschaffen, und logen ihm in Unwissenheit Söhne und Töchter an. Preis ihm! Und erhaben ist er über das, was sie ihm zuschreiben.
101 Der Schöpfer der Himmel und der Erde, woher sollte er ein Kind haben, wo er keine Gefährtin hat? Und erschaffen hat er jedes Ding und er kennt jedes Ding.
102 Das ist Allah euer Herr; es gibt keinen Gott außer ihm, dem Schöpfer aller Dinge; darum dient ihm, und er ist aller Dinge Hüter.
103 Nicht erreichen ihn die Blicke, er aber erreicht die Blicke; und er ist der Scharfsinnige, der Kundige.
104 Gekommen sind nunmehr zu euch Beweise von eurem Herrn; wer schaut, so ist es für ihn selber, und wer blind ist, so ist es gegen ihn selber, und nicht bin ich über euch ein Wächter.
105 Und so machen wir die Zeichen klar, und damit sie sagen: "Du hast studiert," und damit wir ihn für Leute von Verstand deutlich machen.
106 Folge dem, was dir offenbart wurde von deinem Herrn; es gibt keinen Gott außer ihm; und wende dich ab von denen, die ihm Gefährten geben.
107 Und wenn Allah es wollte, gäben sie ihm keine Gefährten; und nicht machten wir dich zum Wächter über sie, und nicht bist du ein Hüter über sie.
108 Und schmäht nicht diejenigen, die sie außer Allah anrufen, dass sie Allah in Feindschaft aus Unwissenheit schmähen. So haben wir jedem Volk sein Tun herausgeputzt; dann aber ist ihre Heimkehr zu Allah, und verkünden wird er ihnen, was sie getan.
109 Und geschworen haben sie bei Allah den heiligsten Eid, dass, wenn ein Zeichen zu ihnen käme, wahrlich dann würden sie daran glauben. Sprich: "Allein bei Allah sind die Zeichen; doch was tut euch kund, dass wenn sie kommen, sie nicht daran glauben?"
110 Und umkehren wollen wir ihre Herzen und Blicke, sowie sie das erste Mal nicht daran glaubten; und wir wollen sie in ihrer Widerspenstigkeit irregehen lassen.
111 Und hätten wir auch die Engel zu ihnen herniedergesandt und hätten die Toten zu ihnen gesprochen, und hätten wir alle Dinge vor ihnen in Scharen versammelt, sie hätten nicht geglaubt, es sei denn, dass Allah es gewollt; jedoch ist die Mehrzahl von ihnen unwissend.
112 Und so haben wir jedem Propheten einen Feind gegeben, die Satane der Menschen und der Dschinn; einer gibt dem anderen prunkende Rede ein zum Trug. Und wenn dein Herr es gewollt, hätten sie es nicht getan; darum verlass sie und was sie ersinnen.
113 Und lass sich ihr zuneigen die Herzen derer, die nicht an das Jenseits glauben, und lass sie ihr Wohlgefallen daran finden und lass sie gewinnen, was sie gewinnen.
114 Sollte ich einen anderen Richter als Allah suchen, wo er es ist, der zu euch das Buch als ein deutliches hinabgesandt hat? Und diejenigen, denen wir die Schrift gaben, wissen, dass es in Wahrheit von deinem Herrn hinabgesandt wurde. So sei keiner der Zweifler.
115 Und vollkommen ist das Wort deines Herrn in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Niemand vermag seine Worte zu ändern; und er ist der Hörende, der Wissende.
116 Und wenn du der Mehrzahl derer auf Erden folgtest, sie würden dich abirren lassen von Allahs Weg; sie folgen nur einem Wahn und siehe, sie lügen.
117 Siehe, dein Herr, er weiß sehr wohl, wer von seinem Weg abirrt, und kennt sehr wohl die Geleiteten.
118 So esst das, worüber Allahs Name gesprochen wurde, wenn ihr an seine Zeichen glaubt.
119 Und was ist euch, dass ihr nicht esst von dem, worüber Allahs Name gesprochen wurde, wo er euch schon erklärte, was er euch verwehrt hat, außer wozu ihr gezwungen werdet? Aber siehe, wahrlich viele führen euch irre mit ihren Gelüsten in Unwissenheit. Siehe, dein Herr kennt sehr wohl die Übertreter.
120 Und meidet das Äußere und Innere der Sünde. Siehe, diejenigen, welche Sünde begehen, werden sicherlich nach Verdienst belohnt werden.
121 Und esst nicht von dem, worüber Allahs Name nicht gesprochen wurde; denn siehe wahrlich, es ist Sünde. Und siehe wahrlich, die Satane werden ihren Freunden eingeben, mit euch zu streiten; doch, wenn ihr ihnen gehorcht, siehe wahrlich, dann seid ihr Götzendiener.
122 Und soll etwa der, welcher tot war, und den wir lebendig machten und dem wir ein Licht gaben, damit zu wandeln unter den Menschen, gleich sein jenem, der in den Finsternissen ist und nicht aus ihnen herausgehen kann? So haben wir den Ungläubigen ihr Tun ausgeschmückt.
123 Und so haben wir in jede Stadt ihre größten Sünder gesetzt, damit sie in ihnen ihre Listen treiben, doch belisten sie sich nur selber und wissen es nicht.
124 Und wenn ein Zeichen zu ihnen kommt, sprechen sie: "Niemals glauben wir, ehe nicht zu uns kommt, was zu den Gesandten Allahs kam." Allah weiß sehr wohl, wem er seine Sendung gibt. Wahrlich, treffen wird die Sünder Entehrung bei Allah und strenge Strafe für ihre Ränke.
125 Und wen Allah leiten will, dem weitet er seine Brust für den Islam, und wen er irreführen will, dem macht er die Brust knapp und eng, als wollte er den Himmel erklimmen. So straft Allah die Ungläubigen.
126 Und dies der rechte Weg deines Herrn. Nunmehr haben wir unsere Zeichen Leuten, die beherzigen, ausgelegt.
127 Ihnen ist eine Wohnung des Friedens bei ihrem Herrn, und er ist ihr Schützer für ihr Tun.
128 Und am Tag, da er sie allesamt versammelt, (spricht er:) "O Schar der Dschinn, ihr habt euch viel mit den Menschen zu schaffen gemacht!" Und es sprechen dann ihre Freunde unter den Menschen: "Unser Herr, wir hatten Nutzen voneinander, doch erreichten wir unseren Termin, den du uns setztest." Er wird sprechen: "Das Feuer ist eure Herberge; ewig verweilt darin, es sei denn, was Allah will." Siehe, dein Herr ist der Weise, der Wissende.
129 Und so setzen wir die einen der Sünder über die anderen um ihrer Werke willen.
130 "O Schar der Dschinn und Menschen, kamen nicht zu euch Gesandte von euch, euch meine Zeichen zu verkünden und euch das Eintreffen dieses eures Tages zu verkünden?" Sie werden sprechen: "Wir zeugen gegen uns selber." Betrogen hat sie das irdische Leben, und sie legen gegen sich Zeugnis ab, dass sie Ungläubige waren.
131 Solches, weil dein Herr die Städte nicht in ihrer Sünde vertilgt, während ihre Bewohner in Sorglosigkeit sind.
132 Und für alle sind Grade je nach ihrem Tun; und dein Herr ist nicht achtlos eures Tuns.
133 Und dein Herr ist der Reiche, der Barmherzige. Wenn er will, kann er euch fortnehmen und kann euch nachfolgen lassen wen er will, wie er euch entstehen ließ aus der Nachkommenschaft anderer.
134 Siehe, was euch angedroht wird, wahrlich es kommt, und ihr könnt es nicht vereiteln.
135 Sprich: "O mein Volk, handelt nach eurem Vermögen, siehe ich handele (nach meinem Befehl); und gewisslich werdet ihr wissen, wem der Ausgang der Wohnung sein wird. Siehe, nicht ergeht es den Ungerechten wohl. (Flügel 135 bis 136)
136 Und sie haben für Allah von dem, was er an Feldfrüchten und Vieh wachsen ließ, einen Anteil bestimmt und sprechen: "Dies ist für Allah," in ihrer Meinung, "und dies ist für unsere 'Gefährten'." Was aber für ihre Gefährten ist, das kommt nicht zu Allah, und was Allahs ist, das kommt zu ihren Gefährten. Übel ist ihr Urteil! (Flügel 137)
137 Und ebenso haben ihre "Gefährten" die Mehrzahl ihrer Anbeter verlockt, ihre Kinder zu morden, um sie zu verderben und ihren Glauben zu verdunkeln. Und wenn Allah es gewollt hätte, hätten sie es nicht getan; darum verlass sie und was sie ersinnen. (Flügel 138)
138 Und sie sprechen: "Dieses Vieh und diese Früchte sind verboten, wenn wir es nicht erlauben," in ihrer Meinung; und: "Es gibt Vieh, dessen Rücken verboten ist." Und es gibt Vieh, über das sie nicht Allahs Namen sprechen, es gegen ihn erdichtend. Wahrlich, er wird ihnen lohnen für ihre Erdichtungen. (Flügel 139)
139 Und sie sprechen: "Was im Schoß dieses Viehs ist, ist unseren Männern erlaubt und unseren Gattinnen verwehrt." Ist es aber tot (geboren,) so haben beide Anteil daran. Wahrlich, lohnen wird er ihnen ihre Behauptungen; siehe, er ist weise und wissend. (Flügel 140)
140 Verloren sind diejenigen, welche ihre Kinder töricht in ihrer Unwissenheit mordeten, und welche verwehrten, was Allah ihnen beschert, indem sie gegen ihn (eine Lüge) erdichteten. Sie irrten und waren nicht geleitet. (Flügel 141)
141 Und er ist es, welcher wachsen lässt Gärten mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere und die Palmen und das Korn, dessen Speise verschieden ist, und die Oliven und die Granatäpfel, einander gleich und ungleich. Esst von ihrer Frucht, wenn sie Frucht tragen, und gebt die Gebühr davon am Tag der Ernte; und seid nicht verschwenderisch; siehe, er liebt nicht die Verschwender. (Flügel 142)
142 Und unter den Kamelen gibt es Lasttiere und Schlachttiere; esst von dem, was euch Allah beschert, und folgt nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind. (Flügel 143)
143 (Ihr habt) acht zu Paaren: Von den Schafen zwei und von den Ziegen zwei. Sprich: "Hat er die beiden Männchen verwehrt oder die beiden Weibchen, oder was der Mutterschoß der Weibchen in sich schließt? Verkündet es mir mit Wissen, wenn ihr wahrhaft seid." (Flügel 144)
144 Und von den Kamelen zwei und von den Rindern zwei. Sprich: "Hat er die beiden Männchen oder die beiden Weibchen verwehrt, oder, was der Mutterschoß der Weibchen in sich schließt? Oder wart ihr Zeugen, als Allah euch dieses befohlen?" Wer aber ist sündiger als der, welcher gegen Allah eine Lüge ersinnt, um Leute ohne Wissen irrezuführen? Siehe, Allah leitet nicht die Ungerechten. (Flügel 145)
145 Sprich: "Ich finde nichts in dem, was mir offenbart wurde, dem Essenden verboten zu essen, als Verendetes oder vergossenes Blut oder Schweinefleisch, denn dies ist ein Gräuel, oder Unheiliges, über dem ein anderer als Allah angerufen wurde." Wer aber gezwungen wird, ohne Begehr und ohne Ungehorsam (gegen Allah), nun dann ist dein Herr verzeihend und barmherzig. (Flügel 146)
146 Den Juden haben wir alles (Vieh) mit Klauen verwehrt, und vom Rindvieh und Schafen verboten wir ihnen das Fett, außer was auf ihren Rücken oder ihren Eingeweiden oder am Knochen sitzt. Hiermit lohnten wir sie wegen ihrer Abtrünnigkeit; und siehe, wahrlich wir sind wahrhaft. (Flügel 147)
147 Und wenn sie dich der Lüge bezichtigen, so sprich: "Euer Herr ist voll weiter Barmherzigkeit; aber nicht soll abgewendet werden seine Strenge von den Sündern." (Flügel 148)
148 Gewisslich, sprechen werden die, welche (Allah) Gefährten geben: "Wenn es Allah gewollt, so hätten wir ihm keine Gefährten gegeben, wie auch nicht unsere Väter; und er hat uns auch nichts verwehrt." So bezichtigten auch die, welche vor ihnen waren, der Lüge, bis sie unsere Strenge schmeckten. Sprich: "Habt ihr Wissen, so bringt es uns zum Vorschein. Ihr folgt nur einem Wahn, und ihr lügt nur." (Flügel 149)
149 Sprich: "Allahs ist der überzeugende Beweis, und wenn er gewollt, er hätte euch insgesamt geleitet." (Flügel 150)
150 Sprich: "Her mit euren Zeugen, zu bezeugen, dass Allah dieses verwehrt hat!" Und wenn sie es bezeugten, so leg du nicht Zeugnis mit ihnen ab und folge nicht den Gelüsten jener, welche unsere Zeichen für Lüge erklären, und die nicht glauben an das Jenseits und ihrem Herrn seinesgleichen geben: (Flügel 151)
151 Sprich: "Kommt her, verkünden will ich, was euer Herr euch verboten: Ihr sollt ihm nichts an die Seite stellen, und den Eltern sollt ihr Gutes tun; und nicht sollt ihr eure Kinder aus Armut töten, wir werden euch und sie versorgen; und nähert euch nicht Schändlichkeiten, den öffentlichen und geheimen; und tötet kein Leben, das Allah verwehrt hat, es sei denn mit gerechtem Grund. Das hat er euch geboten; vielleicht begreift ihr es. (Flügel 152)
152 Und kommt nicht dem Gut der Waise zu nahe, außer um es zu mehren, bis sie herangewachsen; und gebt Maß und Waage in Gerechtigkeit. Wir beladen keine Seele über Vermögen. Und im Spruch seid gerecht, wäre es auch gegen einen Anverwandten, und haltet den Bund Allahs. Solches gebot er euch, damit ihr es zu Herzen nähmet: (Flügel 153)
153 Und "dies ist mein rechter Weg;" so folgt ihm und folgt nicht den Pfaden (anderer), damit ihr nicht von seinem Pfad getrennt werdet. Solches gebot er euch, damit ihr ihn fürchtetet. (Flügel 154)
154 Dann gaben wir Moses die Schrift, vollkommen für den, der das Gute tut, und eine Klarlegung aller Dinge, und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit, damit sie an die Begegnung mit ihrem Herrn glauben. (Flügel 155)
155 Und dieses Buch, das wir hinabsandten, ist gesegnet. So folgt ihm und seid gottesfürchtig, damit ihr Barmherzigkeit findet: (Flügel 156)
156 Und dass ihr nicht sprächet: "Siehe, die Schrift wurde nur auf zwei Gemeinden vor uns niedergesandt, und wahrlich wir waren zu unwissend um sie zu begreifen." (Flügel 157)
157 Oder dass ihr sprächet: "Wäre die Schrift auf uns herabgesandt, wir hätten uns besser leiten lassen als sie." Und nunmehr kam zu euch eine deutliche Lehre von eurem Herrn und eine Rechtleitung und Barmherzigkeit. Und wer ist sündiger als wer Allahs Zeichen für Lüge erklärt und sich von ihnen abkehrt? Wahrlich, lohnen werden wir jene, die sich von unseren Zeichen abkehren mit schlimmer Strafe, dafür dass sie sich abwendeten. (Flügel 158)
158 Können sie auf etwas anderes ausschauen, als dass die Engel zu ihnen kommen, oder dass dein Herr kommt oder einige der Zeichen deines Herrn kommen? Am Tag, an dem einige der Zeichen deines Herrn kommen, dann soll einer Seele ihr Glaube nichts nützen, die zuvor nicht glaubte, noch Gutes tat in ihrem Glauben. Sprich: "Wartet! Siehe, wir warten." (Flügel 159)
159 Siehe, diejenigen, die ihren Glauben spalteten und zu Sekten wurden, mit ihnen hast du nichts zu schaffen. Ihre Sache steht Allah anheim. Dann wird er ihnen verkünden, was sie getan. (Flügel 160)
160 Wer mit Gutem kommt, dem soll das Zehnfache werden, und wer mit Bösem kommt, der soll nur das Gleiche als Lohn empfangen; und es soll ihnen nicht Unrecht geschehen. (Flügel 161)
161 Sprich: "Siehe, mich hat mein Herr auf einen rechten Pfad geleitet, zu einem feststehenden Glauben, zur Religion des Abraham, des lauteren (im Glauben,) der (Allah) keine Gefährten gab." (Flügel 162)
162 Sprich: "Siehe, mein Gebet, meine Verehrung und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten. (Flügel 163)
163 Er hat keinen Gefährten, und solches ist mir geheißen, und ich bin der Erste der Muslime."
164 Sprich: "Sollte ich außer Allah einen Herrn begehren, welcher der Herr aller Dinge ist? Jede Seele schafft nur für sich, und eine belastete (Seele) soll nicht einer anderen Last tragen. Dann ist zu eurem Herrn eure Heimkehr, und dann wird er euch verkünden, worüber ihr uneins wart."
165 Und er ist es, der euch zu Nachfolgern auf der Erde machte und die einen von euch über die anderen um Stufen erhöhte, damit er euch prüfte durch das, was er euch gegeben. Siehe, dein Herr ist schnell zur Strafe, und siehe, wahrlich, er ist verzeihend und barmherzig.
Text: Der Koran in der Übersetzung von Max Henning (Reclam 1901), gemeinfrei. Als Koran gilt nur das arabische Original; jede Übersetzung ist eine Deutung.
Sure 6 heißt arabisch Al-An'am, auf Deutsch "Das Vieh" [1]. Sie ist die sechste Sure des Korans und hat nach der Kairoer Zählung 165 Verse [2]. Die Überlieferung, wie Tanzil sie wiedergibt, führt sie als mekkanisch und setzt sie in der Reihenfolge der Offenbarung an die 55. Stelle. Die Verse 20, 23, 91, 93, 114 und 151 bis 153 stammen nach dieser Überlieferung aus Medina [3]. Theodor Nöldeke rechnet die Sure zu den Suren der dritten, späten mekkanischen Periode [4]. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Die deutsche Fassung auf dieser Seite ist eine Lesefassung nach Max Henning (1901).
In den Versen 136 bis 139 und 142 bis 144 geht es um Vieh und Feldfrüchte, von denen die Götzendiener einen Teil Allah und einen Teil ihren "Gefährten" zuschrieben, und um Tiere, die sie für verboten erklärten [1].
Inhalt im Überblick
Nöldeke sieht in der Sure deutliche Einschnitte, etwa nach den Versen 45, 90, 117 und 134, zugleich aber eine große Gleichmäßigkeit in Stil und Wortschatz [4].
| Verse | Inhalt |
|---|---|
| 1 bis 11 | Lob des Schöpfers, Abkehr der Ungläubigen, Hinweis auf vernichtete frühere Geschlechter |
| 12 bis 32 | Allah hat sich die Barmherzigkeit vorgeschrieben, Zeugnis gegen die Vielgötterei, Gericht über die, die Allah Gefährten geben |
| 33 bis 58 | Trost für den Gesandten, Forderung nach Zeichen, Tiere und Vögel als Völker (6,38), Gesandte als Freudenverkünder und Warner |
| 59 bis 73 | die Schlüssel des Verborgenen (6,59), Schlaf und Tod, Rettung aus Not zu Land und Meer |
| 74 bis 90 | Abraham und sein Vater Asar, Stern, Mond und Sonne, Reihe der Propheten von Noah bis Lot |
| 91 bis 117 | Offenbarung an Moses und an Muhammad, Zeichen in Pflanzen und Gestirnen, kein Kind und keine Gefährtin für Allah (6,101) |
| 118 bis 135 | Speise, über der Allahs Name gesprochen wurde, Gericht über Menschen und Dschinn |
| 136 bis 150 | Bräuche der Götzendiener mit Vieh und Feldfrüchten, Tötung von Kindern, Speiseverbote (6,145) |
| 151 bis 165 | Gebote (6,151 bis 153), die Schrift des Moses, die Religion Abrahams, jede Seele trägt ihre eigene Last (6,164) |
In den Versen 151 bis 153 fasst die Sure eine Reihe von Geboten zusammen. Sie beginnt mit dem Satz: "Ihr sollt ihm nichts an die Seite stellen, und den Eltern sollt ihr Gutes tun; und nicht sollt ihr eure Kinder aus Armut töten, wir werden euch und sie versorgen" (aus Sure 6,151) [1]. Es folgen das Verbot, ein Leben ohne gerechten Grund zu töten, der Schutz des Guts der Waisen, gerechtes Maß und Gewicht und Gerechtigkeit im Urteil auch gegen Verwandte [1].
Wie die Sure verstanden wird
Klassische Auslegung
In 6,76 bis 78 nennt Abraham nacheinander einen Stern, den Mond und die Sonne "mein Herr" und wendet sich ab, als sie untergehen [1]. Ibn Kathir (gekürzte englische Fassung) liest die Szene als Streitgespräch Abrahams mit seinem Volk, das Götzenbilder und Gestirne verehrte. Abraham habe gezeigt, dass Himmelskörper, die auf- und untergehen und einer festen Bahn folgen, keine Verehrung verdienen [5]. Nach dem dort zitierten Qatada wusste Abraham bereits, dass sein Herr ewig ist [5].
Heutige muslimische Theologie
Zweimal sagt die Sure, Allah habe sich selbst die Barmherzigkeit vorgeschrieben (6,12 und 6,54) [1]. Mouhanad Khorchide, Milad Karimi und Klaus von Stosch haben 2014 einen Sammelband zur Barmherzigkeit Gottes herausgegeben (Waxmann), der ihre theologischen Dimensionen entwickeln will. Die Herausgeber stellen fest, dass der Koran sie an vielen zentralen Stellen nennt, die traditionelle Gelehrsamkeit sie aber kaum so verwendet hat [6].
Vers 149 hält fest, Allah hätte alle Menschen leiten können, wenn er es gewollt hätte [1]. Muhammad Asad deutet solche Aussagen in seinen Anmerkungen so, dass Gott dem Menschen bewusst die Freiheit gegeben hat, zwischen Recht und Unrecht zu wählen. Diese Freiheit mache ihn zu einem sittlichen Wesen [7].
Islamwissenschaft
Nöldeke erklärt die Gleichmäßigkeit der Sure damit, dass die meisten Teile in einem engen Zeitraum entstanden sind [4]. Dass einzelne Verse aus Medina stammen, hält er überwiegend für unbegründet. Vers 20 gelte ohne genügenden Grund als medinisch, wahrscheinlich wegen des Bezugs auf die Schriftbesitzer, und auch die Verse 141 und 151 bis 153 würden mit Unrecht für medinisch gehalten [4]. Vers 91 setzt man nach Nöldeke "mit mehr Recht" in die Zeit nach der Auswanderung, weil der Vorwurf an die Juden, sie schrieben ihre heiligen Bücher nieder und verheimlichten dabei vieles, eher in Medina gefallen sein dürfte [4]. Die Verse 118 bis 121 über erlaubte Speise hält er für ein Bruchstück, das nicht an seiner ursprünglichen Stelle steht [4].
Zum Weiterlesen: Die Propheten im Koran, Speisevorschriften im Koran und Mekkanische und medinensische Suren. Sie folgt auf Sure 5 und steht vor Sure 7, Der Wall.
- Der Koran. Max Henning (Übers.), Reclam jun., Leipzig. Stand ohne Datum (Ausgabe 1901). abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Revelation Order. Tanzil. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Studie Geschichte des Qorans, Erster Teil: Über den Ursprung des Qorans, S. 143 f. und 161 f.. Theodor Nöldeke, bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1909. abgerufen am 29.10.2026
- Ibn Kathir (Abridged) Tafsir: Al-An'am Ayah 76. Quran.com. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Theologie der Barmherzigkeit? Zeitgemäße Fragen und Antworten des Kalam. Mouhanad Khorchide, Milad Karimi, Klaus von Stosch (Hrsg.), Waxmann; Angaben des Zentrums für Islamische Theologie, Universität Münster. Stand 16.04.2014. abgerufen am 29.10.2026
- Al-Quran, Online Quran Project: Sure 10,99 mit Anmerkungen von Muhammad Asad. al-quran.info. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.