Häufige Fragen zum Koran

Der Koran hat 114 Suren mit 6.236 Versen nach der Kairoer Zählung. Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut, Mehrdeutige Stellen gehen in einer Übersetzung verloren. Diese Website nutzt eine Lesefassung nach Max Henning (1901), weil sein Text gemeinfrei ist und lange als zuverlässig galt.

Ein zusammengeklapptes altes Lesepult aus Holz auf einem Teppich neben einem Sitzkissen in einem ruhigen Raum mit warmem Licht
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Die meisten Fragen zum Koran betreffen seinen Umfang, den Unterschied zwischen dem arabischen Text und einer Übersetzung und die Wahl einer deutschen Ausgabe. Bei vielen Zahlen kommt es darauf an, nach welcher Ausgabe man zählt. Die Zitate stammen aus der Lesefassung dieser Website nach Max Henning (1901) [1].

Umfang und Aufbau

Der Koran hat 114 Suren [2]. Nach der Kairoer Zählung sind es zusammen 6.236 Verse [3]. Die längste Sure ist Sure 2, Die Kuh, mit 286 Versen; die kürzesten, Sure 103, 108 und 110, haben je drei Verse [3]. Die Suren stehen nicht in der Reihenfolge ihrer Entstehung [14], und eine genaue Chronologie lässt sich nach dem Kleinen Islam-Lexikon nicht bestimmen [4]. Nach der heute üblichen Einteilung, wie sie das Projekt Tanzil führt, sind 86 Suren mekkanisch und 28 medinensisch [3]. Alle außer Sure 9 beginnen mit der Formel "Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen." [4, 1]. Für den Vortrag ist der Text außerdem in 30 etwa gleich lange Teile gegliedert [2]. Die Liste Alle 114 Suren nennt jede Sure mit Verszahl und Ort.

Übersetzung und arabischer Text

Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut. Sein spezifischer Stil ist nach dem Kleinen Islam-Lexikon oft unübersetzbar, und mehrdeutige Stellen gehen in einer Übersetzung verloren [5]. Viele Muslime, die kein Arabisch sprechen, rezitieren den Koran auf Arabisch [5]. Manche muslimische Ausgaben zeigen diesen Vorbehalt schon im Titel. Die Übersetzung von Frank Bubenheim und Nadeem Elyas heißt "Der edle Qur'ān und die Übersetzung seiner Bedeutungen in die deutsche Sprache" [6].

Welche deutsche Übersetzung

Welche Übersetzung passt, hängt vom Zweck ab. Für die Wissenschaft gilt die Übersetzung von Rudi Paret (1962) als Standard; sie vermerkt viele Übersetzungsprobleme in Klammern und ist deshalb schwer zu lesen [7]. Für das eigene Lesen empfiehlt die Biblische Bücherschau des Katholischen Bibelwerks die Übertragungen von Hartmut Bobzin und Hans Zirker [7]. Wer der ästhetischen Wirkung des Originals nahekommen will, findet nach dem Kleinen Islam-Lexikon bei Friedrich Rückert die beste Annäherung [5]. Henning zählt das Lexikon wie Paret und Adel Theodor Khoury zu den verlässlichen Übersetzungen [5]. Einen Überblick über alle Ausgaben seit 1772 gibt Koranübersetzungen auf Deutsch.

Warum Henning 1901

Die Übersetzung von Max Henning erschien 1901 bei Reclam in Leipzig und richtete sich an Laien und Studienanfänger [8]. Nach Johanna Pink vom Forschungsprojekt GloQur galt sie allgemein als die verlässlichste unter den damals wenigen deutschen Übersetzungen [8]. Henning starb 1927, das Urheberrecht erlischt siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers, und so ist der Text von 1901 gemeinfrei [9]. Spätere Ausgaben von 1960, 1968 und 1998 haben den Text bearbeitet und teils neu gezählt [8].

Ein geschlossener alter Lederband mit abgegriffenen Ecken liegt neben einer Lupe auf einem Holztisch im Seitenlicht
Bild: KI-generiert

Henning zählte die Verse weitgehend nach der Ausgabe von Gustav Flügel [8]. Die Lesefassung dieser Website nimmt die Nummer der Kairoer Ausgabe von 1924 und nennt Hennings Nummer als Zusatz. Der Thronvers ist so Sure 2,255, bei Henning Vers 256 [1]. Wie man Stellen angibt, erklärt Koranverse zitieren, wie die Lesefassung entsteht, die Seite Über diese Seite. Arabische Fachwörter stehen in den Begriffen zum Koran.

  1. Der Koran (Übersetzung Max Henning, Reclam Leipzig 1901), Scan. Internet Archive. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  2. Behörde Koran. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  3. Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
  4. Behörde Sure. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  5. Behörde Koranübersetzung. Marco Schöller, Bundeszentrale für politische Bildung (Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  6. Studie Deutschsprachiges Mini-Glossar für Koranrezitation / Taǧwīd, S. 2, Fußnote 1. Khaled Radhouani, Zentrum für Islamische Theologie, Universität Tübingen. Stand 29.07.2020. abgerufen am 29.10.2026
  7. Koranausgaben (Biblische Bücherschau 7/2014). Anja Middelbeck-Varwick, Katholisches Bibelwerk e.V., Stuttgart. Stand 2014. abgerufen am 29.10.2026
  8. Studie Qur'an translation of the week #36: The impact of standardization: Max Henning's 1901 Qur'an translation and its editors. Johanna Pink, GloQur (The Global Qur'an). Stand 22.01.2021. abgerufen am 29.10.2026
  9. Gesetz § 64 UrhG: Allgemeines. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
  10. Behörde Offenbarung. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
  11. Behörde Hadith. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Stefan Reichmuth). Stand 6. Auflage 2018. abgerufen am 29.10.2026
  12. Behörde Sunna. Bundeszentrale für politische Bildung, Kleines Islam-Lexikon (Stefan Reichmuth). Stand 6. Auflage 2018. abgerufen am 29.10.2026
  13. Cairo edition. Wikipedia. Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
  14. Studie Geschichte des Qorāns, Zweiter Teil: Die Sammlung des Qorāns (S. 63 bis 65, Anordnung der Suren). Theodor Nöldeke, 2. Auflage bearbeitet von Friedrich Schwally, Dieterich, Leipzig. Stand 1919. abgerufen am 29.10.2026

Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.