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Aufbau des Korans: Suren, Verse und Abschnitte
Der Koran besteht aus 114 Suren mit zusammen 6.236 Versen nach Kairoer Zählung. Nach der ersten Sure folgen die Suren grob nach abnehmender Länge, von 286 Versen in Sure 2 bis zu drei Versen. Für das Lesen ist der Text zusätzlich in 30 Teile (Juz), 60 Hizb und sieben Manzil eingeteilt.

Der Koran ist in 114 Suren gegliedert, die Suren in Verse [2]. Daneben gibt es Einteilungen, die nichts mit dem Inhalt zu tun haben und das Lesen in festen Mengen erleichtern, etwa die 30 Teile für die Rezitation, zum Beispiel im Ramadan [3]. Die Zahlen hier folgen der Kairoer Zählung, nach der auch die Surenseiten dieser Website zählen. Jede dieser Surenseiten nennt oben Nummer, Namen, Verszahl und den Ort der Offenbarung, Mekka oder Medina. Die Zitate stammen aus der Lesefassung dieser Website nach der Übersetzung von Max Henning (1901). Als Koran gilt nach islamischem Verständnis nur der arabische Wortlaut.
Suren: die 114 Kapitel
Das arabische Wort sura bezeichnet ein Kapitel des Korans [2]. Jede der 114 Suren kann nach dem Kleinen Islam-Lexikon der Bundeszentrale für politische Bildung als in sich abgeschlossen verstanden werden, auch wenn manche Themen in mehreren Suren wiederkehren [2]. Ihre Namen gehen meist auf ein Stichwort im Text zurück [2]. So heißt Sure 2 nach der Kuh, von der in ihr erzählt wird, arabisch al-Baqara. In der Lesefassung stehen die deutschen Namen nach Henning, in den Adressen dieser Website die arabischen, etwa /suren/2-al-baqara/. Im Arabischen wird eine Sure nach der deutschen Wikipedia mit ihrem Namen angeführt; die Angabe nach Nummern ist vor allem im europäischen Sprachraum üblich [5].

Die Länge schwankt stark. Die Metadaten des Projekts Tanzil geben für jede Sure die Zahl der Verse an; sie stimmen mit der Kairoer Zählung dieser Website überein [4]:
| Sure | Name nach Henning | Verse |
|---|---|---|
| 2 | Die Kuh | 286 |
| 26 | Die Dichter | 227 |
| 7 | Der Wall | 206 |
| 3 | Das Haus Imran | 200 |
| 103 | Der Nachmittag | 3 |
| 108 | Der Überfluss | 3 |
| 110 | Die Hilfe | 3 |
Zusammen ergeben die 114 Suren 6.236 Verse [4]. Die eigene Lesefassung dieser Website hat genau diese Zahl [1].
Die Reihenfolge der Suren
Die Suren stehen weder in der Reihenfolge ihrer Entstehung noch nach Themen. Nach der deutschen Wikipedia sind sie grob nach absteigender Länge geordnet, mit der kurzen Eröffnungssure al-Fatiha als Ausnahme am Anfang [5]. Das Kleine Islam-Lexikon hält fest, dass dem Text, von einzelnen Teilen abgesehen, eine inhaltliche Ordnung fehlt [3].
Wie grob diese Ordnung ist, zeigt eine eigene Rechnung mit den Verszahlen aus den Tanzil-Daten. Vergleicht man jede Sure ab Sure 3 mit der vorigen, hat sie in 44 von 112 Fällen mehr Verse als ihre Vorgängerin [4]. Sure 26 mit 227 Versen steht zum Beispiel hinter Sure 25 mit 77 Versen [4]. Die Zahl der Verse ist allerdings nur ein ungefähres Maß, denn auch die Verse sind sehr verschieden lang. Zählt man stattdessen die Wörter der deutschen Lesefassung, ist Sure 2 mit 10.753 Wörtern die längste und Sure 108 mit 20 Wörtern die kürzeste. Der längste Vers ist Sure 2,282 mit 225 Wörtern, eine Regel über Schuldverträge [1]. Auch das ist eine eigene Zählung in der Übersetzung, nicht im arabischen Text.
Wann welche Sure offenbart wurde, versucht die islamische Überlieferung in eigenen Listen festzuhalten. Die Tanzil-Daten enthalten eine solche Reihenfolge nach dem Werk "The History of the Quran" des Gelehrten Abu Abd Allah al-Zanjani [10]. Sie beginnt mit den Suren 96, 68, 73, 74 und 1 und endet mit den Suren 62, 48, 5, 9 und 110 [10]. Theodor Nöldekes "Geschichte des Qorans" weicht nach Tanzil an zwei Stellen von dieser Reihenfolge ab [10]. Sure 2, die im Buch an zweiter Stelle steht, ist in dieser Liste die 87. Sure [4].
Verse und ihre Zählung
Die Verse heißen arabisch aya, in der Mehrzahl ayat [2]. In der Übersetzung Hennings heißen die Verse an vielen Stellen "Zeichen", zum Beispiel in Sure 2,219: "So macht euch Allah die Zeichen klar." [1].
Wo ein Vers endet, ist nicht überall gleich überliefert. Die Kairoer Ausgabe folgt der Verszählung von Kufa [6]. Sie erschien nach der englischen Wikipedia 1924; das bpb-Lexikon spricht von einer seit 1923 vertriebenen Ausgabe [3, 6]. Die in Europa lange verbreitete Ausgabe von Gustav Flügel aus dem Jahr 1834 zählt anders [6]. Henning übersetzte 1901 nach Flügels Zählung. Diese Website gibt deshalb die Kairoer Nummer an und nennt die Nummer nach Flügel als Zusatz, wo sie abweicht. Wie man Koranstellen richtig angibt, erklärt die Seite Koranverse zitieren.
Die Eingangsformel und die Buchstabenzeichen
Alle Suren außer Sure 9 beginnen mit der Formel, die arabisch basmala heißt [2]. In der Lesefassung lautet sie: "Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen." [1]. Die Kairoer Ausgabe zählt sie in Sure 1 als ersten Vers; vor den anderen Suren steht sie als Zeile ohne Nummer [6]. Ein zweites Mal kommt die Formel innerhalb eines Verses vor, in Sure 27,30, als Anfang eines Briefes Salomos: "Siehe, er ist von Salomo, und siehe er ist im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen" [1]. Sure 9 beginnt ohne die Formel mit den Worten "Schuldlosigkeit sei von Allah und seinem Gesandten" [1].
Einigen Suren stehen einzelne Buchstaben voran, deren Bedeutung unklar ist [2]. Sure 2 beginnt etwa mit "A. L. M." (Sure 2,1) [1]. Eine eigene Zählung in der Lesefassung ergibt 29 Suren, deren erster Vers mit solchen Buchstaben beginnt. In 19 davon bilden die Buchstaben einen eigenen Vers, in den übrigen 10 stehen sie am Anfang eines längeren ersten Verses [1]. Am häufigsten sind die Folgen "A. L. M." (sechs Suren) und "H. M." (sieben Suren, Sure 40 bis 46) [1].
Mekkanische und medinensische Suren
Nach dem Zeitpunkt der Offenbarung unterscheidet man Suren aus Mekka und aus Medina. Eine genaue zeitliche Reihenfolge ist nach dem Kleinen Islam-Lexikon nicht möglich [2]. Die Tanzil-Daten ordnen 86 Suren Mekka und 28 Medina zu [4]. Wie man die beiden Gruppen unterscheidet und welche Datierungen die Forschung vorschlägt, steht auf der Seite Mekkanische und medinensische Suren.
Juz, Hizb und Manzil: Einteilungen zum Lesen
Für den Vortrag, etwa im Ramadan, ist der Koran in 30 etwa gleich lange Abschnitte geteilt [3]. Ein solcher Abschnitt heißt Juz, in deutscher Umschrift auch Dschuz. Die meisten Teile sind nach dem ersten Wort ihres ersten Verses benannt [7]. Jeder Juz besteht aus zwei Hizb, der Koran also aus 60 Hizb, und jeder Hizb aus vier Vierteln [7]. Die Tanzil-Daten führen entsprechend 30 Juz und 240 Hizb-Viertel [4]. Die Grenzen laufen oft mitten durch eine Sure:

| Juz | beginnt bei | Juz | beginnt bei | Juz | beginnt bei |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Sure 1,1 | 11 | Sure 9,93 | 21 | Sure 29,46 |
| 2 | Sure 2,142 | 12 | Sure 11,6 | 22 | Sure 33,31 |
| 3 | Sure 2,253 | 13 | Sure 12,53 | 23 | Sure 36,28 |
| 4 | Sure 3,93 | 14 | Sure 15,1 | 24 | Sure 39,32 |
| 5 | Sure 4,24 | 15 | Sure 17,1 | 25 | Sure 41,47 |
| 6 | Sure 4,148 | 16 | Sure 18,75 | 26 | Sure 46,1 |
| 7 | Sure 5,82 | 17 | Sure 21,1 | 27 | Sure 51,31 |
| 8 | Sure 6,111 | 18 | Sure 23,1 | 28 | Sure 58,1 |
| 9 | Sure 7,88 | 19 | Sure 25,21 | 29 | Sure 67,1 |
| 10 | Sure 8,41 | 20 | Sure 27,56 | 30 | Sure 78,1 |
Der 30. Teil beginnt mit Sure 78 und umfasst alle kurzen Suren bis zum Schluss [4]. Für das Lesen in einer Woche gibt es die Einteilung in sieben Manzil [8]. Die englische Wikipedia führt sie auf Hamzah az-Zaiyyat zurück, der im Jahr 156 nach der Hidschra (772) starb [8]. Die sieben Teile beginnen mit den Suren 1, 5, 10, 17, 26, 37 und 50 [4, 8]. Anders als bei den Juz liegt jede Grenze eines Manzil damit am Anfang einer Sure [4]. Einen Leseplan für 30 Tage bietet das Werkzeug Leseplan.
Ruku, Seiten und Stellen der Niederwerfung
Die Tanzil-Daten enthalten drei weitere Einteilungen [4]. Die erste sind 556 kleinere Abschnitte, die ruku heißen; Sure 2 allein hat 40 davon [4]. Die zweite ist die Seitenzählung des Medina-Mushaf, einer verbreiteten Druckausgabe, mit 604 Seiten (eigene Zählung der Seitenmarken in den Tanzil-Daten) [4, 9]. Die dritte sind 15 Verse, bei denen sich der Lesende niederwirft, arabisch sadschda [4, 9]. Tanzil kennzeichnet vier davon als verpflichtend, nämlich Sure 32,15, 41,38, 53,62 und 96,19, die übrigen elf als empfohlen [4]. Der letzte dieser Verse schließt Sure 96 ab: "Wahrlich, gehorche ihm nicht, sondern wirf dich nieder und nahe dich (Allah)." (Sure 96,19) [1].

Ähnliche Fragen stellen sich bei der Bibel, deren Einteilung in Kapitel und Verse die Seite Bibelstellen richtig angeben erklärt.
- Der Koran (Übersetzung Max Henning, Reclam Leipzig 1901), Scan. Internet Archive. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Sure. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Behörde Koran. Bundeszentrale für politische Bildung (Marco Schöller, Kleines Islam-Lexikon, 6. Auflage, München 2018). Stand 2018. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata (ver 1.0). Tanzil. Stand 2009. abgerufen am 29.10.2026
- Sure. Wikipedia. Stand 10.11.2025. abgerufen am 29.10.2026
- Cairo edition. Wikipedia. Stand 28.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Juz'. Wikipedia. Stand 19.06.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Manzil. Wikipedia. Stand 03.08.2026. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Quran Metadata. Tanzil Documents. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
- Organisation Revelation Order. Tanzil Documents. Stand ohne Datum. abgerufen am 29.10.2026
Zuletzt geprüft am 30.10.2026, nächste Prüfung spätestens im Oktober 2027. Fehler entdeckt? Schreib uns.
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